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Krebsvorsorge: Lungenkrebs- Screening kommt

70 Prozent der Lungenkrebs-Patienten erhalten die Diagnose im Stadium eines unheilbaren Bronchialkarzinoms. Mit einem Lungenkrebs-Screening kann Lungenkrebs schon früh erkannt werden. Wann es kommt und was man sich davon verspricht, liest du hier.

2019 lauteten rund elf Prozent aller neuen Krebsdiagnosen weltweit: Lungenkrebs. Immer noch werden die meisten Bronchialkarzinome erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt. Deshalb gibt es in Deutschland seit Jahren Bemühungen um die Einführung eines Screenings, ähnlich wie bei Brustkrebs.

Im Oktober letzten Jahres hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinem Abschlussbericht ein positives Signal für die Einführung des Lungenkrebs-Screenings in Deutschland gegeben. Mehrere Studien hatten ergeben, dass Patienten länger überleben, wenn eine Früherkennung mittels einer Computertomographie durchgeführt wird.

Für wen ist das Lungenkrebs- Screening?

Innerhalb von 18 Monaten muss nun der Gemeinsame Bundesausschuss, das höchste Beschlussgremium im deutschen Gesundheitswesen, seine Entscheidung fällen. Fachleute hoffen, dass das Screening noch in diesem Jahr beginnen kann. Noch nicht abzusehen ist, wer genau das Angebot eines Lungenkrebs-Screenings erhalten sollte. Neben Alter (ab 50 oder 60 Jahren) und Rauchhistorie (mindestens 20 Packungsjahre) werden wahrscheinlich auch Faktoren wie Body-Mass-Index (BMI), chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder Krebserkrankungen in der Familie eine Rolle spielen. Begleitend sollten auch Maßnahmen zur Raucherentwöhnung angeboten werden.

Wie läuft das Screening ab?

Ein gezieltes vorbeugendes Screening mittels Computertomographie kann die Überlebensrate bei Lungenkrebs erhöhen. Das zeigt eine groß angelegte Studie, an der über 15.000 Menschen mit erhöhtem Lungenkrebs-Risiko teilnahmen.1

Das Screening wurde mit einer Low-Dose-Computertomografie durchgeführt. Der Unterschied zu einer herkömmlichen CT-Aufnahme liegt in der Strahlenbelastung. Eine reguläre CT-Aufnahme belastet den Patienten mit ungefähr fünf Millisievert. Sie wird zur Abklärung eines Verdachts auf Lungenkrebs unter Kontrastmittelgabe durchgeführt. Die Belastung bei einer Low-Dose-CT sollte unter zwei Millisievert liegen und ohne Kontrastmittel durchgeführt werden.2

Moderne Geräte lassen sich so einstellen, dass Ärzte Patienten auch mit der niedrigeren Strahlenbelastung erfolgreich untersuchen können. Das Ziel der Untersuchung ist, trotz der niedrigen Strahlendosis Bilder zu erzeugen, auf denen die charakteristischen Lungenrundherde erkannt und beurteilt werden können. 2

Verdächtiges Gewebe kann damit frühzeitig entdeckt und behandelt werden, was die Heilungschancen verbessert. Die Studie zeigte, dass fast sieben von zehn Lungenkrebsfällen durch das Screening bereits in einem frühen Stadium entdeckt wurden. Unter Männern gingen die Todesfälle dadurch insgesamt um 26 Prozent zurück, verglichen mit der Gruppe, die kein vorbeugendes Lungenkrebs-Screening erhielt. In der kleineren Gruppe der Frauen beeinflusste das Screening die Überlebensrate sogar noch positiver.1

Lungenkrebs gehört in Deutschland mit etwa 40.000 Todesfällen pro Jahr zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen und ist selten heilbar. Diese Krebsart ist bei Männern die häufigste, bei Frauen die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. Die meisten Lungenkrebskranken sind im Durchschnitt etwa 65 Jahre alt.

Quellen

¹ www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles zuletzt abgerufen am 06.05.2021

² https://www.medica.de/de/News/Thema_des_Monats/%C3%84ltere_Themen_des_Monats/Themen_des_Monats_2018/Bildgebung_der_Lunge/Lungenkrebs_Screening_mit_der_Low-Dose-CT zuletzt abgerufen am 06.05.2021

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