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Therapietreue bei Krebs: Warum sie wichtig ist

Eine Krebstherapie erfordert Disziplin. Denn für den Erfolg ist es extrem wichtig, dass Du Dich an den Behandlungsplan hältst – Mediziner nennen das Therapietreue. Weil das nicht immer einfach ist, findest Du hier Tipps, die Dich dabei unterstützen.

Heute Chemo, morgen Bestrahlung, morgens diese Tablette, abends jene – eine Krebstherapie ist oft ganz schön komplex. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder extreme Müdigkeit kosten Kraft und machen das Leben zusätzlich schwer. Kein Wunder also, dass Du Dich vielleicht manchmal fragst, ob das alles wirklich sein muss. Oder dass Du es mit der Medikamenteneinnahme eventuell nicht immer so genau nimmst.

Etwa die Hälfte der Patienten hält sich nicht genau an die Anweisungen des Arztes. Sie nehmen ihre Medikamente nicht regelmäßig ein oder verringern eigenmächtig die Dosis. Viele neigen sogar dazu, ein Medikament ganz abzusetzen, sobald es ihnen besser geht.1 Das kann den gesamten Therapieerfolg gefährden.

Das ist zwar nachvollziehbar, schließlich ist eine Krebsbehandlung kein Spaziergang und fordert, körperlich und seelisch. Dennoch solltest Du alles daran setzen, die ärztlichen Anweisungen für Deine Behandlung genau zu befolgen. Denn das ist für den Erfolg Deiner Therapie sehr wichtig: Erst wenn Du Dich exakt an Deinen individuellen Behandlungsplan hältst, kann Deine Therapie ihre volle Kraft entfalten.

Therapietreue bezeichnet die Bereitschaft, ärztlichen Anweisungen zu folgen. Der medizinische Fachbegriff lautet „Adhärenz“ (abgeleitet vom englischen „adherence“ = Einhalten, Befolgen).

Treu sein? Lass Dich erinnern!

Klar ist es nicht einfach, immer an alles zu denken – schließlich bist Du ein Mensch und kein Roboter. Es gibt aber einige kleine Helfer, die Dich in Deinem Therapiealltag unterstützen können. Praktisch sind zum Beispiel digitale Apps, die Dich daran erinnern, Deine Medikamente einzunehmen.

Kostenlose Erinnerungs-Apps

  • MyTherapie
    Erinnert an die Einnahme der Medikamente, dokumentiert Körperdaten und Symptome in einem ausdruckbaren PDF, das die Kommunikation mit dem Arzt erleichtert.
  • Mediplan-App
    Unterstützt Dich bei der digitalen Verwaltung des Medikationsplans mit zusätzlichen Informationen zu den Medikamenten und einer Erinnerungsfunktion zur Einnahme.
  • MediSafe
    Verschafft Dir eine tägliche Medikamentenübersicht. Mit detaillierter Erinnerungsfunktion.

Du bist kein Fan von Apps? Dann aktiviere alternativ die Weck- oder Termin-Funktion Deines Handys. Hier kannst Du einstellen, wie häufig der Alarm ertönen soll, mehrere Erinnerungen parallel einrichten und diese individuell benennen. Schaffe Routinen für die Einnahme Deiner Medikamente: Zum Beispiel immer zum Frühstück oder immer eine Stunde nach dem Mittagessen. Vielleicht können auch Angehörige Dich regelmäßig erinnern.

So behältst Du den Überblick

Du musst viele verschiedene Medikamente über den Tag verteilt oder sogar zu bestimmten Uhrzeiten einnehmen? Eine Tablettenbox kann Dir helfen, die Übersicht zu behalten. Deine Tages- oder Wochenration Tabletten, Kapseln und Co. stellst Du nach Einnahmezeitpunkt sortiert in der Box zusammen. Als Erinnerungsstütze zum weiteren Befüllen kann Dir auch ein Foto der korrekt sortierten Box dienen.

Ein Medikationsplan schafft Übersicht und Sicherheit

Wenn Du drei oder mehr verordnete Medikamente über 28 Tage einnehmen sollst, hast Du Anspruch auf einen sogenannten Medikationsplan. Er dokumentiert alle Medikamente und Wirkstoffe, den Grund der Verschreibung ebenso wie wann und in welcher Dosierung Du sie einnimmst. Auch Medikamente zur Selbstmedikation werden hier festgehalten. So hast Du immer einen Überblick und kannst rechtzeitig für Nachschub sorgen. Einen Muster-Medikationsplan findest du bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Bei Fragen immer fragen!

Manchmal sind Verständnisschwierigkeiten der Grund für mangelnde Therapietreue. Die Beipackzettel der Medikamente informieren zwar ausführlich, sind aber nicht immer leicht verständlich. Wenn Du unsicher bist oder Fragen hast, wie Du Dein Medikament einnehmen sollst, wende Dich am besten zuerst an Deinen Arzt. Gemeinsam könnt ihr auch bespreche, welche weiteren Medikamente Du einnimmst, die nicht verschreibungspflichtig sind. Das gilt auch für pflanzliche Präparate, Hausmittel oder Nahrungsergänzungsmittel.

Ein Arzt im weißen Kittel steht in einem hellen Krankenhausflur und telefoniert.
Wenn Du irgendwelche Bedenken oder Zweifel hast, dass ein Medikament Dir vielleicht nicht gut tut, sprich Deinen Arzt einfach darauf an, bevor Du die Therapie selbstständig änderst. Zusammen könnt Ihr nach einer passenden Alternative für Dich schauen.
© VICTOR TORRES / Stocksy

Quellen

¹ Gelbe Liste | Die Hälfte aller Medikamente wird falsch genommen - https://www.gelbe-liste.de/nachrichten/medikamente-falsche-einnahme-patienten

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