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Das Leben trotz Krebs in vollen Zügen genießen

Seit zehn Jahren lebt Maria Menzlaw mit der Diagnose Lungenkrebs. Seitdem genießt sie jeden Tag, jede Minute und jede Sekunde ganz bewusst. Hier gibt sie Einblicke in ihren Alltag und macht anderen Betroffenen Mut, ihr Leben trotz Erkrankung weiter in die Hand zu nehmen.

Porträtfoto von Maria Menzlaw
Maria Menzlaw, Patientin mit der Diagnose: Metastasierter Lungenkrebs mit Rezidiv; ihre Botschaft: „Lebe dein Leben“, Marias Familienstatus: Allein lebend, ihre Hobbys: Bewegung, Gartenarbeit und Meditation.
© Malte Joost

Maria Menzlaw

Patientin

Story

Botschaft: Lebe dein Leben
Diagnose: Metastasierter Lungenkrebs mit Rezidiv
Familienstatus: Allein lebend
Hobbys: Bewegung, Gartenarbeit, Meditation

Vor zehn Jahren bin ich das erste Mal an Lungenkrebs erkrankt. Schon bei der Erstdiagnose wurden Metastasen festgestellt. Vor zwei Jahren erhielt ich die Diagnose Rezidiv. Immer schon erschien mir das Warten als das Schlimmste. Die Zeit der Ungewissheit, in der man noch nicht genau Bescheid weiß, was los ist. Lungenkrebs zu haben kam mir vor zehn Jahren so endgültig vor. Ich glaubte, ich müsse mich nun mit dem Ende des Lebens befassen. Doch eigentlich geht es mir heute gut.

Maria Menzlaw

Story

„Ich habe gelernt, kleine Schritte zu gehen und jeden Tag für sich zu sehen.“

Maria Menzlaw mit Blumenstrauß in ihrem Garten
Maria Menzlaw genießt die schönen Dinge des Lebens
© Malte Joost

Jeder Tag ist Quality time

Eine langfristige Planbarkeit ist durch Lungenkrebs schwierig geworden. Ich fasste den festen Vorsatz, dass ich meine Zeit für mich schön gestalten möchte. Ich stehe relativ früh auf, spätestens um 6:30 Uhr, dann genieße ich die Luft, höre den Vögeln zu und halte inne. Ich mag, es mir ein leckeres Müsli zuzubereiten, das ich mit vielen frischen Kräutern und Gewürzen abschmecke. Am Vormittag gehe ich meist zur Ergotherapie oder Atemtherapie, je nachdem, was gerade ansteht. Oft unternehme ich einen Spaziergang oder treffe mich mit Freuden. Dann gönne ich mir ein ausgewogenes Mittagessen. Ich mache gerne Entspannungsübungen, auch wenn ich früher gedacht habe, Yoga sei mir viel zu ruhig. Ich habe gelernt, wie gut auch ruhige Bewegungsabläufe für mich sind. Gerne vertiefe ich mich auch in die Gartenarbeit, da bin ich ganz bei mir selbst. Ich engagiere mich auch in der Selbsthilfe – auch dies will natürlich organisiert sein – oder besuche Vorträge. Abends nehme ich mir noch einmal bewusst Zeit für Entspannung. Meditations-CDs können hierfür eine gute Inspiration darstellen.

Was wirklich zählt

Durch eine Krebserkrankung lernt man, was wirklich zählt. Für mich bedeutet Glück, dass ich einen Tag positiv „vollbracht“ habe. Durch die Erkrankung habe ich gelernt, meinem Tag eine Struktur zu geben und Alltagsabläufe auch kritisch zu hinterfragen. Früher bestand mein Leben nur aus Arbeit und abends Freizeit. Dabei kann man zu jeder Tageszeit und auch in jeder Lebenssituation bewusst für ein paar Minuten „abschalten“, sich zurückbesinnen und fragen: Ist das, was ich hier tue, gut für mich?“

Maria Menzlaw

Story

„Es ist für mich zu einem Ritual geworden, jeden Morgen die Fenster weit zu öffnen und den Tag zu begrüßen.“

Meine Botschaft ist nicht nur „Lebe dein Leben“, sondern vielmehr lebe jede Minute, lebe jede kostbare Sekunde!“ Es ist gut, abends auf den Tag zurückzublicken und sagen zu können: „Heute hast Du Dir etwas Gutes getan.“ Ich glaube, wenn man sich selbst im Hier und Jetzt findet, dann kann man sich irgendwann einmal auch gut verabschieden. Ich wünsche daher allen Menschen mit Lungenkrebs, dass sie für sich einen Weg finden, der ihnen guttut – egal wie dieser aussehen mag.

Maria Menzlaw schreibt ihre Botschaft mit dem Finger auf eine beschlagene Fensterscheibe: „Lebe Dein Leben“
Für Maria Menzlaw ist jede Sekunde kostbar
© Malte Joost
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