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Atemübungen bei Lungenkrebs: Grundtechniken

Schnell müde oder schon nach zwei Treppenabsätzen nach Luft ringend? Das geht vielen Menschen nach einer Lungenkrebserkrankung so, da sie nicht mehr die volle Atemkapazität haben. Mit den folgenden Übungen lässt sich die Lunge trainieren, sodass das Atmen leichter fällt.

Atemtherapie kann Lungenkrebspatienten helfen, Atembeschwerden zu lindern. Doch wie kommt es überhaupt zu Atemnot und Müdigkeit bei Belastungen nach einer Lungenkrebserkrankung?  Der Grund: Die Lungen vieler Betroffener nehmen weniger Sauerstoff  auf. Wer jedoch täglich für wenige Minuten ein paar Atemübungen ausführt, kann sein Befinden verbessern.

Soll ich als Lungenkrebspatient Atemübungen machen? – Ja!

Atemtherapie trägt dazu bei, die Lunge besser mit Sauerstoff zu versorgen und die Brustmuskulatur zu stärken. In der Folge fällt es leichter tägliche Bewegungen auszuführen und man kann mit der Zeit ruhiger und gleichmäßiger atmen.

Ein kurzes Training vor einer Lungen-OP zahlt sich aus.

Für Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs bietet die operative Entfernung des Tumors oftmals die besten Heilungschancen. Wissenschaftler fanden nun heraus: Betroffene, die mindestens eine Woche vor der Operation einmal täglich Kraft- und Atemmuskulaturtraining machten, senkten ihr Risiko für Komplikationen nach der OP um 67 Prozent. Sie konnten im Schnitt vier Tage früher die Klinik verlassen, da ihre Wunde schneller heilte und die Brustkorbdrainage früher entfernt werden konnte. Auch im 6-Minuten-Gehtest schnitten die trainierten Patienten besser als Patienten ohne vorheriges Training ab.

Tipp:

Atemtherapeutische Gymnastik kann auch in Zeiten der inneren Unruhe angewendet werden und dabei helfen, zu einem fließenden Atemrhythmus zurückzufinden.

Atemübungen für Lungenkrebspatienten – die Grundtechniken

Bevor es mit dem Atemtraining losgeht, gilt: am besten mit dem behandelnden Arzt den Trainingsumfang und -beginn absprechen. Außerdem kann dieser individuell angepasste Techniken empfehlen. Achtung: bei Unwohlsein oder Schwindel das Training nicht fortsetzen, sondern den betreuenden Arzt informieren.

Mit den folgenden Grundtechniken gelingt es zu lernen, die Atmung bewusst wahrzunehmen und zu verbessern.

Bauchatmung in der Atemtherapie bei Lungenkrebs – so geht’s

  1. Langsam durch die Nase einatmen.
  2. Darauf achten, dass der Atem in den Bauch und nicht nur bis zur Brust fließt.
  3. Beim Einatmen das Zwerchfell zusammenziehen. So wölbt sich der Bauch nach vorn. So wird mehr Atemluft aufgenommen.

Bei dieser Ausatmung entspannt sich das Zwerchfell und die verbrauchte Luft wird aus den Lungen gedrückt. Wenn die Rippen zusammengezogen werden, wird dieser Effekt verstärkt.

Verbesserung der Einatmung in der Lungenkrebstherapie – so geht’s

  1. Langsam durch die Nase einatmen.
  2. Versuchen, die eingeatmete Luft für 3 bis 5 Sekunden in der Lunge zu halten.
  3. Ganz langsam wieder ausatmen.

Die Übung einige Male wiederholen. Dabei wechseln sich die tiefen Atemzüge mit normal langen Atemzügen ab.

Wechselatmung in der Atemtherapie bei Lungenkrebs – so geht’s

  1. Mit dem Zeigefinger das rechte Nasenloch zuhalten und ganz langsam durch das linke Nasenloch ein- und wieder ausatmen.
  2. Die andere Hand auf den Brustkorb oder auf den Bauch legen und so die Atembewegung spüren.
  3. Nach zehnmal die Seite wechseln.
  4. Die Übung mehrmals wiederholen.

Lippenbremse in der Atemtherapie bei Lungenkrebs – so geht’s

  1. Ruhig durch die Nase einatmen.
  2. Anschließend durch den Mund wieder ausatmen. Dabei liegen die Lippen locker und unverkrampft aufeinander.

Die Ausatmung wird gebremst, die Bronchien weiten sich und können bei der nächsten Einatmung mehr Luft aufnehmen.

Schnüffelnde Einatmung in der Atemtherapie bei Lungenkrebs – so geht’s

  1. In mehreren kleinen, schnüffelnden Atemzügen durch die Nase einatmen.

Dabei wird automatisch das Zwerchfell angespannt und die Muskulatur gekräftigt, die bei der Einatmung benötigt wird. Da die Luft in der Nase zirkuliert, verlängert sich zudem die Phase des Einatmens.

Schnüffelnde Einatmung mit langer Lippenbremse bei der Ausatmung – so geht’s

  1. Dreimal schnüffelnd einatmen und so lange die Luft anhalten, wie es problemlos möglich ist.
  2. Durch die gespitzten Lippen ausatmen – das ist die lange Lippenbremse.
  3. Die Übung insgesamt dreimal durchführen, danach normal weiteratmen.
  4. Anschließend diese Technik noch ein- bis zweimal wiederholen. Nach jedem Durchgang wieder gleichmäßig durchatmen, um nicht zu hyperventilieren.

Diese Atemtechnik stärkt die Einatmungsmuskeln. Zudem wird der Sekrettransport unterstützt.

Ansicht der Broschüre „Tief durchatmen“
Atemtherapie informativ & anschaulich erklärt: Die Broschüre stellt Techniken und Übungen vor, die helfen können, die Lunge zu trainieren und sich bei Atemnot zu entspannen.
© Das K Wort

Quellen

¹ https://www.medmix.at/atemuebungen-am-morgen-bei-krebs/?cn-reloaded=1

² https://www.roche.de/pharma/onkologie/lungenkrebs/atemtherapie.html

³ https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2019/03/20/atemuebungen-bei-lungenkrebs-scheinen-leben-zu-verlaengern/

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