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Diagnose

Lungenkrebs: Dein Weg durch die Erkrankung

Vom ersten Verdacht über die Therapie bis zum Leben nach der Behandlung ist es oft ein langer Weg. Mit Höhen und Tiefen, vielen Entscheidungen und verschiedenen Geschwindigkeiten. Was jetzt auf dich zukommt, liest du hier.

„Verdacht auf Lungenkrebs“ – allein dieser Satz löst in uns zahlreiche Ängste und unangenehme Vorstellungen aus. Jede:r reagiert darauf in seiner:ihrer eigenen Art und Weise: Die einen verdrängen den Verdacht, die anderen suchen schon Spezialkliniken für Lungenkrebs im Internet. Es gibt kein Richtig oder Falsch in dieser Situation, und niemand sagt uns, was jetzt zu tun ist. Aber alle Menschen mit dieser Diagnose durchleben ähnliche Phasen – von der Wahrnehmung der ersten Symptome über die Diagnose und die Behandlungsdauer bis hin zu einer möglichen Genesung. Auf diesem Weg möchten wir dich begleiten.  

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Phase 1: Lungenkrebs verstehen

In manchen Momenten mag es sinnvoll erscheinen, sich über Lungenkrebs zu informieren, ein anderes Mal kann es wichtiger sein, sich abzulenken oder sich mit den eigenen Ängsten auseinanderzusetzen. Wie bei so vielem auf diesem Weg durch die Erkrankung entscheidest du, was dir gerade guttut. 

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Verdacht auf Lungenkrebs

Bei Lungenkrebs sind die Symptome selten eindeutig. Langanhaltender Husten oder Bronchitis können viele Ursachen haben. Daher spricht der:die Ärzt:in zunächst von einem Verdacht auf Lungenkrebs.  

Für dich beginnt eine Zeit der Untersuchungen. Schließlich möchten alle ganz sicher sein, ob es sich tatsächlich um einen bösartigen Tumor handelt oder nicht.

Der:die Hausärzt:in wird dich zunächst untersuchen und in einem Gespräch (Anamnese) eventuelle Vorerkrankungen oder Lebensgewohnheiten erfragen – um dich dann an den:die passenden Fachärzt:in weiterzuleiten. Lungenkrebs ist eine komplexe Erkrankung. Deshalb kümmert sich meist ein ganzes Team von Spezialist:innen um die Diagnose, darunter beispielweise Lungenfachärzt:innen, auch Pneumolog:innen genannt, und auf Krebs spezialisierte Internist:innen.

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Untersuchungen bei Lungenkrebs

Je nach individueller Verfassung und dem persönlichen Krankheitsbild können unterschiedliche Diagnoseverfahren zum Einsatz kommen. Manche Methoden scheiden vielleicht aufgrund von Vorerkrankungen aus, andere bringen möglicherweise in deinem Fall keine zusätzlichen Informationen. 

Im gemeinsamen Gespräch mit dem:der Ärzt:in stellt sich heraus, welche Diagnoseverfahren für dich am besten geeignet sind. 

Um sich ein Bild von deiner Lunge machen zu können, werden unter anderem Röntgen, Computertomographie (CT), PET Scan oder Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt. Danach folgt eine Reihe von tiefergehenden Untersuchungen, anhand derer die Ärzt:innen eine Krebsdiagnose bestätigen können. Wichtig ist: Lungenkrebs ist nicht gleich Lungenkrebs. Es gibt zahlreiche verschiedene Unterarten und Ausprägungen. Du solltest genau wissen, welche Art von Tumor bei dir festgestellt wurde, damit du gemeinsam mit deinem Behandlungsteam den bestmöglich passenden Therapieplan erstellen kannst.

Verschiedene Wege führen zur Lungenkrebs-Diagnose
© Mike Enerio / Unsplash

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Welche Untersuchungen auf dich zukommen und welche  
Ergebnisse sie bringen, liest du hier 

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Diagnose Lungenkrebs

Die Diagnose „Lungenkrebs“ ist ein tiefer Einschnitt in das Leben. Jeder Mensch nimmt diese Nachricht anders auf: Manche ziehen sich zurück, andere werden wütend oder bekommen Angst. Vielleicht durchläufst du auch ein Wechselbad der Gefühle und Bedürfnisse. Es ist wichtig, in dich hineinzuhören, was dir jetzt am meisten hilft. Möchte ich gerade lieber allein sein oder nicht? Hilft es mir, darüber zu reden, oder möchte ich lieber erstmal die Eindrücke sacken lassen? Wie andere Menschen mit der Diagnose Krebs umgehen und Tipps für das Ärzt:innengespräch findest du hier. 

Ganz allein muss niemand die Diagnose, die anschließende Behandlung und die Folgen einer Lungenkrebserkrankung durchleben.

Individuelle Beratung, Begleitung und Therapie bietet die Psychoonkologie. Unterstützung und praktische Hilfe findest du außerdem bei verschiedenen Anlaufstellen für Lungenkrebs.1 Hier kannst du dich austauschen und sicher sein, dass man dich versteht.  Auch der Kontakt zu anderen Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, tut gut. Austausch und Unterstützung bieten  Patient:innenenorganisationen oder Gruppen zu Lungenkrebs in den sozialen Medien.

Zwei Arme reichen sich die Hände mit „Hi!“, „wow“ und einem Herz in Sprechblasen darüber
© MARC TRAN / Stocksy

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Mit der Diagnose Lungenkrebs bist du nicht allein. Hier findest du persönliche Geschichten von Menschen, die auf dem Weg durch ihre Lungenkrebs- erkrankung sind.

Am Ende dieser Untersuchungsphase steht ein eindeutiges Ergebnis. Du solltest nun wissen, welche Art von Lungenkrebs bei dir festgestellt wurde und welche Ausprägung er hat:  

Wenn man den Tumor auf genetische Veränderungen untersucht hat, eröffnen sich eventuell noch weitere Therapieoptionen. Außerdem kann dein:e Ärzt:in anhand der Ergebnisse gegebenenfalls dein Ansprechen auf verschiedene Therapieoptionen besser einschätzen. Unsere Checkliste gibt Anhaltspunkte für das Gespräch mit deinem Behandlungsteam, um herauszufinden, welche Möglichkeiten für eine Biomarkertestung oder ein Tumorprofiling in deiner Situation infrage kommen. Mit all diesen Informationen gehst du gemeinsam mit deinem:deiner Ärzt:in in die Planung deiner individuellen Therapie.

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Therapieplanung

Deine Behandlung wird immer an dich angepasst. Es kann durchaus vorkommen, dass zwei verschiedene Patient:innen mit Lungenkrebs zwei unterschiedliche Therapien erhalten. Denn Krebs ist eine individuelle Erkrankung und jeder Tumor muss für sich betrachtet werden. 

Deine Therapie richtet sich nach: 

  • der diagnostizierten Lungenkrebsart – nicht kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) oder kleinzelliges Lungenkarzinom (SCLC) 

  • dem Entstehungsort 

  • dem Tumortyp (Adenokarzinom oder Plattenepithelkarzinom) 

  • und den genetischen Eigenschaften, wie zum Beispiel dem 
    sogenannten Immuncheckpoint PD- L1/PD-1, dessen Vorkommen und Menge über die Möglichkeit des Einsatzes 
    der Krebsimmuntherapie entscheiden kann.

  • Darüber hinaus sind das Stadium der Erkrankung, die Lage des Tumors und dein Gesundheitszustand wichtige Kriterien für die Auswahl deiner Behandlung. 

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Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören die Operation des Tumors, die Strahlentherapie und die Chemotherapie. Durch intensive Forschung sind in den vergangenen Jahren neue Möglichkeiten wie beispielsweise die zielgerichtete oder die Immuntherapie und der Einsatz von Tyrosinkinasehemmern, hinzugekommen. 

Verschiedene Therapien können auch miteinander kombiniert werden. Welche Therapie oder welche Kombination möglich ist, hängt in der Regel von der Lungenkrebsart ab. Mehr über die Therapiemöglichkeiten bei  

findest du in unserem Lungenkrebsbereich auf Das K Wort. 

Foto von Dr. Matthias Scheffler
© Lung Cancer Group Cologne

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Lungenkrebsbetroffene werden häufig für ihre Erkrankung verantwortlich  
gemacht. Aber jeder, der eine Lunge hat, kann auch Lungenkrebs bekommen. Hier findest du Tipps, wie du damit besser umgehen kannst. 

Welche der zur Verfügung stehenden Therapieformen in welcher Reihenfolge und Kombination in deinem Fall am besten eingesetzt werden, beraten Ärzt:innen verschiedener Fachrichtungen gemeinsam in einer sogenannten Tumorkonferenz (Tumorboard). Anschließend bespricht dein:e Ärzt:in mit dir ausführlich das Ergebnis der Tumorkonferenz und die für dich passenden Therapieoptionen. 

Bevor die Behandlung beginnt, wird dein Ärzt:innenteam ausführlich mit dir über die einzelnen Schritte und Möglichkeiten sprechen. So könnt ihr zusammen entscheiden, wie du weiter vorgehen möchtest. Für den Fall, dass keine Tumorkonferenz eingebunden werden kann, weil beispielsweise die Klinik zu klein und das nächste Tumorzentrum weit entfernt ist, hast du die Möglichkeit, eine Zweitmeinung von einem:einer weiteren Ärzt:in, der:die auf Lungenkrebs spezialisiert ist, einzuholen. Eine zusätzliche Einschätzung deiner Diagnose kann für mehr Klarheit sorgen, Zweifel ausräumen und dir helfen, Nutzen und Risiken der Behandlungen besser abzuwägen. Bei einer Krebstherapie kommen oft mehrere Behandlungen infrage. Eine zweite Meinung hilft oft dabei, eine informierte Entscheidung zu treffen, hinter der du stehen kannst und mit der du deine Therapie zuversichtlich antrittst. 

© Oleksii Syrotkin / Stocksy (Agenturfoto mit Model gestellt)
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Phase 2: Therapie und Umgang mit Lungenkrebs

Eine beachtliche Strecke des Weges hast du nun schon geschafft. Du hast die wichtigsten Entscheidungen getroffen und dir vielleicht Unterstützung bei Familie, Freund:innen oder Patient:innenorganisationen gesucht. Nach der Entscheidung für die Behandlungsart, die am besten zu dir passt, beginnt nun die akute Therapie.  

© Das K Wort
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Therapiestart

Lungenkrebstherapien können unterschiedlich sein: Die einen müssen für eine Operation stationär ins Krankenhaus, andere bekommen in regelmäßigen Abständen ambulant Infusionen, wieder andere müssen Tabletten einnehmen. Allen gemeinsam ist: Körper und Psyche sind in dieser Phase sehr gefordert. Man hofft, dass die Therapie anschlagen wird und weiß nicht, inwieweit man mit den Nebenwirkungen zu tun hat. Daher ist es wichtig, dass du und deine Lieben um dich herum Rücksicht darauf nehmen. Du kannst deine Therapie selbst mit unterstützen: Mit Ruhe, leichter, aber regelmäßiger Bewegung und ausgewogener Ernährung. Die Vernetzung mit anderen Lungenkrebspatient:innen, die eine ähnliche Therapie bekommen oder in einem ähnlichen Abschnitt der Reise durch die Erkrankung sind, kann dabei helfen, besser durch diese akute Phase zu kommen.

Grafische Darstellung einer Infusionsflasche
© VectorV / Shutterstock

Infusionstag in der Krebstherapie: So kannst du  
alles Wichtige im Vorfeld organisieren und dich optimal auf die  
Infusion vorbereiten. 

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Die Behandlung

Heute Chemo, morgen Bestrahlung, morgens diese Tablette, abends jene – eine Krebstherapie ist oft ganz schön komplex. Und: Eine Krebstherapie erfordert Disziplin. Denn für den Erfolg ist es wichtig, dass du dich an den Behandlungsplan hältst. Mediziner:innen nennen das Therapietreue oder Compliance.  

Die auf dich abgestimmte Therapie kann ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn du den ärztlichen Anweisungen folgst, die ihr gemeinsam vereinbart habt. Bist du unsicher bezüglich deiner Therapie oder leidest unter Nebenwirkungen, sprich mit deinem Ärzt:innenteam darüber. In vielen Fällen kann es dafür sorgen, dass die Auswirkungen gelindert werden können. Auch eine Atemtherapie kann dazu beitragen, dass Nebenwirkungen abgeschwächt werden und du wieder besser Luft bekommst.  

Frau steht mit Tasse, Wärmflasche und in eine Decke eingehüllt
© solidcolours / iStock

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Wie jede wirksame Behandlung kann auch die Krebsimmuntherapie  
Nebenwirkungen hervorrufen. Erfahre hier, was du gemeinsam mit deinem 
Behandlungsteam unternehmen kannst, um mögliche Nebenwirkungen 
zu lindern.

Gegen eventuelle Nebenwirkungen deiner Therapie kannst du auch selbst aktiv werden. Heute weiß man, dass Bewegung schon während der Therapie nicht nur für Körper und Psyche positiv ist. Sport hilft auch bei Lungenkrebspatient:innen entscheidend bei der Krankheitsbewältigung: Du kannst aktiv etwas für deine Gesundheit tun.2 

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Nachsorge bei Lungenkrebs

Eine Lungenkrebserkrankung ist mit einer sehr hohen körperlichen und psychischen Belastung verbunden. Sie ist ein enschneidendes Erlebnis und die Zeit der Behandlung kostet Kraft. Eine gute Nachbetreuung beinhaltet daher nicht nur die medizinische Seite, sondern unterstützt dich auch bei der Krankheitsbewältigung und den Folgen, die eine Krebserkrankung mit sich bringen kann.3 

Zur Nachsorgebehandlung gehören regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Im ersten Jahr nach 1, 3, 6, 9 und 12 Monaten, im zweiten Jahr alle 3 Monate, dann halbjährlich. Allerdings sind je nach Krankeitsverlauf Abweichungen möglich.4 Mit den Kontrolluntersuchungen soll vor allem ein mögliches Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv) frühzeitig erkannt werden.  

Nach der akuten Krankheitsphase kann sich eine Rehabilitationsmaßnahme anschließen. Diese dauert in der Regel drei Wochen und hat bei Lungentumoren das Ziel, die körperliche Belastbarkeit zu verbessern sowie Therapiefolgen wie Schmerzen und Luftnot zu lindern. In der Reha für Lungenkrebspatient:innen wird häufig auch eine Atemtherapie angeboten. Übungen für zuhause findest du hier.  

Mann steht im Feld
© SrdjanPav / iStock

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Mit modernen Behandlungsmöglichkeiten ist es für manche Patient:innen  
möglich, viele Jahre mit Lungenkrebs als chronischer Erkrankung zu leben. 

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Leben nach der Behandlung

Mit ausgewogener Ernährung, Bewegung, Entspannung und Atemtherapie kannst du selbst dazu beitragen, deine Lebensqualität zu erhalten oder wieder zu erhöhen. Bist du Raucher:in, solltest du spätestens jetzt auch mit dem Rauchen aufhören: Raucher:innen leiden nach einer Lungenkrebstherapie fast dreimal häufiger unter Komplikationen als Nichtraucher:innen. Bei einem kleinzelligen Bronchialkarzinom (SLCLC) ist das Risiko eines zweiten Tumors dreimal so hoch, wenn man raucht, wie bei Nichtraucher:innen.5 

Eine Krebserkrankung wirkt sich meist auch finanziell aus: Berufstätige müssen damit rechnen, dass das Einkommen teilweise oder vorübergehend wegfällt, wenn sie krankheitsbedingt längerfristig ausfallen. Manchmal gelingt nach der Reha auch der Wiedereinstieg in den Job. Mit speziellen Eingliederungsprogrammen kannst du nach der akuten Krankheitsphase zu Beginn wenige Stunden arbeiten und dann kontinuierlich die Stundenanzahl steigern, um einen sanften Wiedereinstieg zu finden. Darüber hinaus ergeben sich zahlreiche sozialrechtliche Fragen, die es zu klären gilt.  

Laptop und Notizbuch auf einem Schreibtisch
© Nick Morrison / Unsplash

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Eine Krebserkrankung hat weitreichende Folgen auf dein Leben.  
Antworten auf sozialrechtliche Fragen bekommst du hier

Du hast den Weg durch deine Lungenkrebserkrankung bis hierher gemeistert – doch die Erfahrungen, die du gemacht hast, werden dich auch zukünftig prägen.  

Beispiel Sybille: Sie hat nach ihrer Lungenkrebsdiagnose gelernt, mehr auf sich selbst und ihren Körper zu hören. Gemeinsam mit ihrem Behandlungsteam hat sie eine moderne Therapie gefunden, die ihr viel von ihrer Lebensqualität zurückgibt. Es ist wichtig, dass man die Krankheit akzeptiert, sagt sie.Dafür braucht man Mut. Und: Dass man nach vorne schaut und merkt, dass man zu seinem eigenen Wohlbefinden beitragen kann. 

Inhaltlich geprüft: M-DE-00012476

Quellen

¹ https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebs-und-psyche/alleine-mit-der-diagnosekrebs.html, zuletzt geöffnet am 09.06.2022

² https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/lungenkrebspatienten-profitieren-von-sportlicher-betaetigung/, zuletzt geöffnet am 09.06.2022

³ https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/lungenkrebs/lungenkrebs-nachsorge-und-rehabilitation.html, zuletzt geöffnet am 09.06.2022

⁴ https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/lungenkrebs/nachsorge-reha/, zuletzt geöffnet am 09.06.2022

⁵ https://www.lungeninformationsdienst.de/therapie/leben-mit-krankheit/leben-mit-lungenkrebs/index.html, zuletzt geöffnet am 09.06.2022

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