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Behandlung

Therapien des SCLC im Überblick

Für die Behandlung des kleinzelligen Lungenkrebses, kurz SCLC, stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung. Wann welcher Ansatz infrage kommt, hängt hauptsächlich vom Tumorstadium und dem Allgemeinzustand der Betroffenen ab. Hier erhältst du einen Überblick über die unterschiedlichen Therapien und erfährst, wann sie angewendet werden.

Lungenkrebs ist sowohl in Deutschland als auch weltweit eine der häufigsten Krebserkrankungen. Er kann in zwei Unterformen unterteilt werden: das kleinzellige (small cell lung cancer = SCLC) und das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (non-small cell lung cancer = NSCLC). Das SCLC macht mit 12 bis 15 Prozent den kleineren Teil an Lungenkrebserkrankungen aus.1

Für die Therapie des SCLC gibt es folgende Optionen:

  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie
  • Krebsimmuntherapie
  • Operation
  • Supportive Therapie (unterstützende Therapie: sie umfasst alles, was dir das Leben und den Alltag erleichtert, wie beispielsweise die Behandlung von Schmerzen)

Wann welche Therapie zum Einsatz kommt, ist abhängig vom Gesundheitszustand der betroffenen Person sowie vom Stadium des Tumors. Da SCLC sehr schnell wächst und schon früh Metastasen bildet, erhalten viele Patient:innen die Diagnose erst in einem fortgeschrittenen Stadium.2

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Hier erfährst du mehr über SCLC, die Diagnose und die Stadieneinteilung.

Aber auch deine Bedürfnisse fließen mit in die Therapieentscheidung ein. Welche Therapie für dich am besten geeignet ist, beraten Ärzt:innen verschiedener Fachrichtungen gemeinsam in einer sogenannten Tumorkonferenz (Tumorboard).

Therapie beim frühen SCLC

Im Gegensatz zum NSCLC spielt beim SCLC die Operation eine untergeordnete Rolle. Nur wenige Betroffene haben selbst im Frühstadium einen Tumor, der operiert werden kann. Ist der Tumor jedoch noch klein und hat noch nicht oder nur wenig in Lymphknoten gestreut, kann eine Operation infrage kommen. Darauf folgt in der Regel eine adjuvante Chemotherapie, um das Risiko für eine Rückfall zu reduzieren.1,2

Etwa 30 % der Patient:innen erhalten die Diagnose in einem frühen oder sehr frühen Stadium. Dann besteht eine Chance auf Heilung.2

Die meisten Patient:innen erhalten eine Radiochemotherapie (Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie). Diese kann zeitgleich oder nacheinander gegeben werden – abhängig vom Alter und dem Allgemeinzustand. Kommt eine Strahlentherapie nicht infrage, kann auch die Chemotherapie allein zum Einsatz kommen.2

Nahaufnahme eines Tropfes mit einer Infusion
© Numstocker / Shutterstock

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Hier erfährst du mehr zur Chemotherapie.

Ergänzend dazu erfolgt meist noch eine vorbeugende Bestrahlung des Kopfes. Lungenkrebs bildet oft Absiedlungen (Metastasen) im Gehirn. Durch die Bestrahlung kann das Risiko für Hirnmetastasen verringert werden.1,2

Therapie beim fortgeschrittenen oder metastasierten SCLC

Im fortgeschrittenen Stadium hat SCLC bereits Metastasen im anderen Lungenflügel oder in anderen Organen gebildet. Ziel der Therapie ist dann, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität zu erhalten.2

Etwa 70 % der Betroffenen erhalten die Diagnose im fortgeschrittenen Stadium.1,2

Aufgrund der Eigenschaft, dass SCLC schnell wächst, ist er besonders anfällig für die Wirkweise der Chemotherapie, da diese sich häufig teilende Zellen angreift. Deswegen ist sie die wichtigste Therapieoption für Menschen mit SCLC. Ob die Chemotherapie allein oder in Kombination mit weiteren Krebsmedikamenten zum Einsatz kommt, ist abhängig vom Allgemeinzustand des:der Patient:in.

Zur Auswahl stehen eine Immunchemotherapie oder eine alleinige Chemotherapie.1,2 Bei der Immunchemotherapie kommt die Chemotherapie gemeinsam mit einer Krebsimmuntherapie zum Einsatz. So wird der Tumor aus zwei Richtungen angegriffen: Die Krebsimmuntherapie unterstützt das körpereigene Immunsystem dabei, den Krebs zu bekämpfen, und die Chemotherapie attackiert die Tumorzellen selbst.

Nicht ineinanderpassende Zahnräder
© Stocksy / CACTUS CREATIVE STUDIO

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Hier erfährst du mehr zur Krebsimmuntherapie.

Lässt der Allgemeinzustand es zu und hat der Krebs gut auf die Chemotherapie angesprochen, kann zusätzlich noch eine Bestrahlung des Tumors und der Metastasen erfolgen. Eventuell können Chemotherapie und Bestrahlung auch gleichzeitig erfolgen.2

Metastasen im Gehirn oder in den Knochen können ebenfalls durch eine Bestrahlung behandelt werden. Eine vorbeugende Bestrahlung kann auch das Risiko für eine Entstehung neuer Metastasen senken. Eine Bestrahlung kann jedoch Nebenwirkungen wie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen verursachen. Deswegen können Ärzt:innen alternativ regelmäßig das Gehirn per MRT untersuchen und so rechtzeitig eine Therapie einleiten, wenn Hirnmetastasen neu auftreten.2

Therapie beim rezidivierten SCLC

Bei vielen Patient:innen kommt der Krebs nach einer Therapie zurück (Rezidiv). In Abhängigkeit vom Gesundheitszustand, der Ausbreitung des Tumors und der Dauer bis zur Rückkehr stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung.2

Bei manchen Patient:innen – besonders in den frühen Stadien – kommt eine Operation infrage. Die meisten erhalten jedoch eine Bestrahlung, die mit einer Chemotherapie kombiniert werden kann. Ist im fortgeschrittenen Stadium keine Bestrahlung möglich, verordnen die Ärzt:innen meist eine Chemotherapie. Aber auch Krebsimmuntherapien sind eine Option.1 Zudem gibt es die Möglichkeit, dass Patient:innen an einer klinischen Studie teilnehmen, in der neue Medikamente wie Krebsimmuntherapien oder zielgerichtete Therapien untersucht werden.2

Inhaltlich geprüft: M-DE-00012687

Quellen

¹ https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/lungenkarzinom-kleinzellig-sclc/@@guideline/html/index.html, zuletzt abgerufen am 11.05.2022

² https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lungenkrebs/kleinzelliges-bronchialkarzinom-sclc.php, zuletzt abgerufen am 11.05.2022

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