Das K Wort - Diagnose Krebs
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Krebs verstehen – was ist das eigentlich?

Krebs ist das Wort mit K, das niemand gerne sagt oder hört. Aber was ist Krebs eigentlich? Warum heißt die Erkrankung wie ein Krustentier? Was bewirkt sie im Körper? Wie stehen die Chancen auf Heilung? Ein Überblick.

Das Wort „Krebs“ löst etwas in uns aus: Meist ist es Angst. Vielleicht, weil wir zu wenig über die Erkrankung wissen, vielleicht, weil wir nicht offen über sie sprechen, vielleicht, weil wir zu wenig Mut machende Geschichten kennen. Mit dem K Wort wollen wir das ändern. Denn Wissen über die Krankheit und ihre vielen Facetten kann die Angst ein wenig nehmen und Kraft für ihre Bewältigung spenden. 

Krebs ist nicht gleich Krebs

„Krebs an sich“ gibt es nicht. Krebs ist vielmehr ein Sammelbegriff für komplexe Erkrankungen, die jedes Organ im Körper befallen können. Die über 250 bisher bekannten, verschiedenen Krebsarten unterscheiden sich voneinander. Und ein und dieselbe Krebsart unterscheidet sich von Patient zu Patient. Der einzige gemeinsame Nenner ist, dass bestimmte Zellen im Körper plötzlich anfangen, sich unkontrolliert zu vermehren. Ansonsten überwiegen die Unterschiede: So sind einige Krebsformen sehr aggressiv, während andere langsam voranschreiten. Mit einigen Krebsarten kann man lange Zeit gut leben, andere können die Lebenserwartung erheblich verkürzen. Manche Krebsformen wie Brust- oder Darmkrebs kommen häufig vor, andere treten eher selten auf, beispielweise Leber- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs. Klar ist aber, dass Krebs keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern macht. Die Erkrankung kann Männer und Frauen gleichermaßen treffen. Außerdem ist Krebs in allen Altersklassen anzutreffen – vom Kleinkind bis zum Hochbetagten ist im Prinzip niemand vor der Erkrankung sicher. Allerdings steigt das Krebsrisiko mit zunehmendem Alter, vor allem ab etwa 60 Jahren, deutlich an.

Schild mit Mann- und Frau-Symbol vor einem Baum
Die drei häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen sind Brustkrebs (29,5 %), Darmkrebs (11,1 %) und Lungenkrebs (9,2 %). Bei Männern sind es Prostatakrebs (22,7 %), Lungenkrebs (13,9 %) und Darmkrebs (12,5 %). Quelle: Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland 2015/2016
© Sam Burton / Stocksy

Krebs hat eine lange Geschichte

Schon im alten Ägypten war die Erkrankung bekannt. Die älteste Beschreibung einer Brustkrebsbehandlung mit einem Feuerbohrer findet sich in einem Dokument aus dem Jahr 1.600 vor Christus. Ihren Namen erhielt die Erkrankung aber erst rund 1.200 Jahre später: Hippokrates, der wohl bekannteste Arzt der Antike, untersuchte damals bösartige Geschwulste an verschiedenen Organen. Deren Form und Aussehen – vor allem auch der Blutgefäße in der direkten Umgebung – erinnerten den Griechen an Krebse mit ihren zahlreichen Beinen und Fangscheren. Daher gab er ihnen den Namen „karkinos“ – das griechische Wort für Krebs.

Schon die alten Ägypter kannten Krebs.

Wie Krebs entsteht

Seit Hippokrates hat die Forschung eine Menge über Krebs herausgefunden. So weiß man heute, dass Krebszellen aus eigentlich gesunden Körperzellen entstehen: Rund 40 Billionen Zellen arbeiten in unserem Körper zusammen. Läuft bei der Vermehrung der Zellen etwas schief, sind sie sowie auch das Immunsystem bestrebt, diese Fehler selbst wieder zu reparieren. Gelingt das nicht, kann es zur unkontrollierten Vermehrung der betroffenen Zellen kommen.

Was Krebs im Körper verursacht

Die betroffenen Körperzellen geraten außer Kontrolle und tun, was sie eigentlich nicht tun sollen: Anstatt irgendwann im ganz natürlichen Prozess abzusterben, wachsen und teilen sie sich immer weiter. Dann wandern sie von ihrem eigentlichen Platz im Körper in umliegendes Gewebe weiter, verdrängen und zerstören dieses, ohne eine konstruktive Funktion zu übernehmen. Doch damit nicht genug: Oft breiten sie sich außerdem über Blutgefäße oder das Lymphsystem weiter im Körper aus und bilden Absiedlungen an anderen Stellen und Organen, sogenannte Metastasen.

Symbolbild DNA-Strang
Schätzungsweise 5 bis 10 Prozent aller von Krebs betroffenen Patienten haben eine angeborene Veränderung in der Erbsubstanz, die Krebs begünstigt. Quelle: Krebsliga Schweiz
© Irina / Photocase

Risikofaktoren für Krebs

Es sind einige interne und externe Faktoren bekannt, die das Entstehen einer Krebserkrankung begünstigen. Dazu gehören vor allem Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Viren, die an der Entstehung von Krebs beteiligt sein können, chemische Substanzen, Strahlung, Veranlagung und zunehmendes Alter. Das Krebsrisiko steigt ab einem Alter von etwa 60 Jahren. Doch obwohl Mediziner heute schon viel über die Entstehung von Krebs wissen und zahlreiche Risikofaktoren bekannt sind, lässt sich bei kaum einem Patienten zu 100 Prozent sagen, warum gerade er Krebs bekommen hat.

Verbesserte Behandlungsmöglichkeiten

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sind die Chancen, eine Krebserkrankung zu überleben, stetig gestiegen. Je nach Krebsart, Erkrankungsstadium und Tumoreigenschaften können heute rund 60 Prozent der Patienten auf Heilung hoffen. Das liegt neben einer besseren Früherkennung auch daran, dass Behandlungsmethoden wie Operation, Strahlentherapie oder medikamentöse Therapiemöglichkeiten immer weiter entwickelt werden. Zudem gibt es bei einigen Krebsarten weitere vielversprechende Methoden wie Antikörper- und Immuntherapien. Sie bekämpfen im Gegensatz zur Chemo- und Strahlentherapie nicht den Tumor selbst, sondern unterstützen die Immunabwehr im Kampf gegen die entarteten Zellen. Da inzwischen recht viel über die Eigenschaften von Krebszellen bekannt ist, können Wissenschaftler außerdem zielgerichtete Medikamente entwickeln, die sich genau diese Eigenschaften zunutze machen und die bösartigen Zellen viel effizienter angreifen. Die Zukunft der Behandlung sehen Experten in einer individualisierten Krebstherapie, die möglichst passgenau auf die Eigenschaften des jeweiligen Tumors zugeschnitten ist. Die ersten Schritte auf dem Weg dorthin sind getan – durch die Kombination klassischer Ansätze wie Chemo- und Strahlentherapie mit innovativen Therapieverfahren steigen die Heilungschancen von Krebspatienten. Die weitere Forschung und Entwicklung im Bereich der personalisierten Krebsmedizin ist in vollem Gange und verspricht in absehbarer Zeit weitere medizinische Meilensteine im Kampf gegen den Krebs.  

Experten zufolge wäre fast die Hälfte aller Krebserkrankungen durch einen gesunden Lebensstil und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen vermeidbar.

Weltkrebstag: Sensibilisierung für das Thema Krebs

Jährlich am 4. Februar ist Weltkrebstag. Seit 2006 gibt es an diesem Tag weltweit Aktionen, um die Menschen über die Möglichkeiten zur Vorsorge, Früherkennung und Behandlung von Krebs zu informieren. Die Welt-Krebsorganisation Union for International Cancer Control (UICC) hat den Weltkrebstag ins Leben gerufen. Er wird jedes Jahr von verschiedensten nationalen Institutionen unterstützt. In Deutschland engagiert sich zum Beispiel die Deutsche Krebshilfe. Ziel ist es, durch Aufklärung über Vorsorgemaßnahmen die Zahl der Neuerkrankungen, die in Deutschland bei rund 492.000 Fällen im Jahr liegt, deutlich zu senken. Denn Experten zufolge wäre fast die Hälfte aller Krebserkrankungen durch einen gesunden Lebensstil und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen vermeidbar.     

Das Wichtigste in Kürze

  1. Es sind mehr als 250 verschiedene Krebsarten bekannt.
  2. Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs sind die häufigsten Krebsformen.
  3. Jährlich gibt es rund 492.000 Neuerkrankungen in Deutschland.
  4. Experten zufolge könnten ein gesunder Lebensstil und regelmäßige Vorsorge fast die Hälfte aller Neuerkrankung verhindern. Eine Garantie, dass ein solcher Lebensstil eine mögliche Erkrankung verhindert, gibt es jedoch nicht.
  5. Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Viren, die an der Entstehung von Krebs beteiligt sein können, chemische Substanzen, Strahlung, Veranlagung und Alter begünstigen Krebs.
  6. Die Überlebenschancen sind heute deutlich höher als noch vor einigen Jahrzehnten – dank verbesserter Früherkennungs- und Behandlungsmethoden.
  7. Rund 60 Prozent der Krebspatienten können heute geheilt werden.

Quellen

¹ Deutsches Krebsforschungszentrum (DKfz): Krebsstatistiken https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/grundlagen/krebsstatistiken.php, zuletzt abgerufen am 13.01.2021.

² Deutsches Krebsforschungszentrum (DKfz): Antikörper in der Krebsmedizin – Krebs erkennen – Krebs behandeln https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/immuntherapie/monoklonale-antikoerper.php, zuletzt abgerufen am 13.01.2021.

³ Deutsche Krebsgesellschaft: Immunonkologie: Mit dem Immunsystem den Krebs bekämpfen https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/immunonkologie-mit-dem-immunsys.html, zuletzt abgerufen am 13.01.2021.

⁴ Krebsliga Schweiz: Genetische Vorbelastung https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/genetische-vorbelastung/, zuletzt abgerufen am 13.01.2021.

⁵ Robert Koch-Institut: Neue Zahlen zu Krebs in Deutschland, 2019 https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2019/16_2019.html, zuletzt abgerufen am 13.01.2021.

⁶ MDR: Krebs vermeidbar https://www.mdr.de/wissen/krebs-vermeidbar-100.html, zuletzt abgerufen am 13.01.2021.

⁷ Roche: Krebs ist nicht gleich Krebs, https://www.roche.de/about/was-wir-bewegen/personalisierte-medizin/krebs-und-therapie/krebs-ist-nicht-gleich-krebs.html, zuletzt abgerufen am 13.01.2021.

⁸ https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2019/krebs_in_deutschland_2019.pdf;jsessionid=47505EF6E1D242E4711F793E0790B884.1_cid363?__blob=publicationFile, zuletzt abgerufen am 13.01.2021.

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