Das Wort „Krebs“ löst etwas in uns aus: Meist ist es Angst. Vielleicht, weil wir zu wenig über die Erkrankung wissen, vielleicht, weil wir nicht offen über sie sprechen, vielleicht, weil wir zu wenig mutmachende Geschichten kennen. Mit dem K Wort wollen wir das ändern. Ein paar Fakten rund um die Erkrankung.

 


Krebs ist nicht gleich Krebs

„Krebs an sich“ gibt es nicht. Das zeigt sich allein schon daran, dass Krebs im Grunde jeden Teil des Körpers befallen kann. Und auch daran, dass weder Brustkrebs gleich Brustkrebs noch Lungenkrebs gleich Lungenkrebs ist. Insgesamt konnten Forscher bisher über 200 verschiedene Arten und Unterarten von Krebs entschlüsseln. Ihr gemeinsamer Nenner ist lediglich, dass irgendwelche Zellen im Körper plötzlich anfangen, sich unkontrolliert zu vermehren. Ansonsten sind sie aber absolut unterschiedlich: Es gibt aggressive Arten und solche, die langsam voranschreiten. Mit einigen kann man lange Zeit gut leben, andere hingegen führen schnell zum Tod.

Weltkrebstag© Sam Burton / Stocksy
Die drei häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen sind Brustkrebs (30,5 %), Darmkrebs (12,3 %) und Lungenkrebs (8,5 %). Bei Männern sind es Prostatakrebs (23 %), Lungenkrebs (13,9 %) und Darmkrebs (13,3 %).
— Quelle: Robert Koch-Institut | Krebs in Deutschland 2013/2014

Krebs hat einen eigenen Tag im Jahr

Am 4. Februar ist Weltkrebstag. Seit 2006 gibt es an diesem Tag weltweit Aktionen, um die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebs ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Unter dem Motto #IAmAndIWill steht 2019 jeder Einzelne mit seiner Geschichte im Fokus. Denn egal, wer Du bist: Du kannst den Einfluss, den Krebs auf Dich, auf die Menschen, die Du liebst und auf die Welt hat, verringern.

 

 


Krebs gibt es, seit es Menschen gibt

Krebs ist keine moderne Krankheit. Schon die alten Ägypter kannten die Erkrankung. So findet sich die älteste Beschreibung einer Brustkrebs-Behandlung mit einem Feuerbohrer in einem Dokument aus dem Jahr 1.600 vor Christus. Ihren Namen erhielt die Erkrankung dann gut 1.200 Jahre später. Hippokrates, der wohl bekannteste Arzt der Antike, untersuchte bösartige Geschwulste an verschiedenen Organen. Deren Form und Aussehen – vor allem auch die das Gewebe umgebenden Blutgefäße – erinnerten ihn an Krebse mit ihren Beinen und Fangscheren. Daher gab er ihnen den Namen karkinos – auf Deutsch Krebs.

 


Krebs hat auch was mit den Genen zu tun

Seit Hippokrates hat die Forschung eine Menge über Krebs herausgefunden. So weiß man heute, dass Krebszellen aus eigentlich gesunden Körperzellen entstehen. Durch gewisse äußere und innere Risikofaktoren – etwa Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Krebsviren, chemische Substanzen, Strahlung, Veranlagung, Zufall und Zeit – verändert sich deren Erbmaterial oder die Erbinformation wird falsch abgelesen.

Durch diese Fehler geraten die Körperzellen außer Kontrolle und tun, das, was sie eigentlich nicht sollten: Anstatt irgendwann im ganz natürlichen Prozess abzusterben, wachsen und teilen sich immer weiter. Dann wandern sie von ihrem eigentlichen Platz im Körper in umliegendes Gewebe weiter, verdrängen und zerstören dieses ohne eine Funktion zu übernehmen. Doch damit nicht genug: Oft breiten sie sich außerdem über Blutgefäße oder das Lymphsystem weiter im Körper aus und bilden Absiedlungen an anderen Stellen und Organen, sogenannte Metastasen. Doch obwohl Mediziner heute schon viel über die Entstehung von Krebs wissen und zahlreiche Risikofaktoren wie zum Beispiel das Rauchen bekannt sind, lässt sich bei kaum einem Patienten zu 100 Prozent sagen, warum gerade er Krebs bekommen hat.

Schätzungsweise 5 bis 10 Prozent aller von Krebs betroffenen Patienten haben eine angeborene Veränderung in der Erbsubstanz, die Krebs begünstigt.
— Quelle: Krebsliga Schweiz
Weltkrebstag© Irina / Photocase

Die Möglichkeiten, Krebs zu behandeln, werden immer besser

In den letzten Jahren sind die Chancen, eine Krebserkrankung zu überleben, stetig gestiegen. Je nach Krebsart, Erkrankungsstadium und Tumoreigenschaften können heute gut 50 Prozent der Patienten auf Heilung hoffen. Das liegt neben einer besseren Früherkennung auch daran, dass die klassischen Behandlungsmethoden wie Operation, Strahlentherapie oder Chemotherapie immer weiter entwickelt werden. Zusätzlich gibt es zumindest bei einigen Krebsarten heute schon weitere Methoden, sogenannte zielgerichtete Therapien wie Antikörper- oder Immuntherapien. Da inzwischen recht viel über die Eigenschaften von Krebszellen bekannt ist, können Wissenschaftler Medikamente entwickeln, die sich genau diese Eigenschaften zu Nutze machen und die bösartigen Zellen viel gezielter angreifen. Durch diese stetig wachsende Zahl an Therapiemöglichkeiten, steigen die Heilungschancen für die Patienten.

 

Informiere Dich auf der offiziellen Website zum Weltkrebstag über globale Aktionen rund um das Thema Krebs, Geschichten von Betroffenen und wie Du selbst aktiv werden kannst!

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