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Leberkrebs: Diagnose und Therapie der Krebserkrankung

Leberkrebs kommt zwar relativ selten vor, ist aber in den letzten Jahrzehnten häufiger geworden. Mit diesem Beitrag begleiten wir dich auf deinem Weg durch die Erkrankung – vom ersten Verdacht, über die Diagnose bis hin zur Therapie und Nachsorge.

Die Leber ist das wichtigste Stoffwechselorgan. Sie baut eine Vielzahl von Stoffen, zum Beispiel Alkohol oder Medikamente, ab, damit sie über Nieren und Darm ausgeschieden werden können. Darüber hinaus ist sie ein wichtiger Energiespeicher, sorgt für eine effektive Fettverdauung und produziert Blutgerinnungsfaktoren und andere wichtige Eiweiße. 

Etwa 9.500 Menschen erkranken jährlich an Leberkrebs in Deutschland. Er gehört zu den selteneren Krebserkrankungen: In Deutschland ist er bei den Männern die zwölfthäufigste Krebserkrankung und bei Frauen liegt er auf Platz 18.1 In den letzten 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Einen Grund dafür sehen Wissenschaftler:innen in der steigenden Zahl von Personen mit einer Leberzirrhose. Diese kann aus einer sogenannten Fettleber entstehen, die durch Bewegungsmangel und Überernährung begünstigt wird.

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Krebserkrankungen, die ihren Ursprung in der Leber haben, werden als primärer Leberkrebs bezeichnet. Mediziner:innen verstehen darunter das unkontrollierte bösartige Wachstum von Zellen, die zu einem Tumor in der Leber heranwachsen. Ausgangspunkt eines Leberzellkarzinoms sind die Leberzellen (Hepatozyten). Expert:innen sprechen bei Leberkrebs auch von Leberzellkrebs, Leberkarzinom, Leberzellkarzinom oder Hepatozelluläres Karzinom (HCC). 

Der Weg vom ersten Verdacht auf Leberkrebs, gefolgt von den verschiedenen Untersuchungen bis hin zu einer Therapieentscheidung und schließlich der Behandlung gleicht einem Weg mit Höhen und Tiefen. Wir begleiten dich durch die unterschiedlichen Phasen deiner Erkrankung. 

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Verdacht auf Leberkrebs

Zu Beginn der Erkrankung verursacht ein Leberkarzinom nur selten Beschwerden. Deshalb werden kleine Tumoren in der Regel nur durch Zufall oder im Rahmen einer engmaschigen Beobachtung einer Leberzirrhose gefunden. Erst wenn der Tumor größer, die Erkrankung also schon weiter fortgeschritten ist und eventuell bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat, können verschiedene Anzeichen auf Leberkrebs hindeuten.3 

Auf diese Symptome solltest du achten:

Mögliche Symptome bei HCC

Zusammenfassung

  • Druckschmerzen im rechten Oberbauch 

  • tastbare Schwellung unter dem rechten Rippenbogen  

  • Appetitlosigkeit und Übelkeit 

  • erhöhte Temperatur mit unklarer Ursache 

  • Schwäche, Leistungsminderung  

  • ungewollte Gewichtsabnahme 

  • Gelbfärbung (Gelbsucht) und Juckreiz der Haut 

Auch wenn diese Symptome andere Ursachen als Leberkrebs haben können, wie zum Beispiel Gallensteine, solltest du sie möglichst schnell bei einem:einer Ärzt:in abklären lassen. 

Risikofaktoren für die Entstehung von HCC 

Zu über 80 Prozent entwickelt sich Leberkrebs aus einer Leberzirrhose, umgangssprachlich auch als „Schrumpfleber“ bezeichnet. Dabei wird funktionales Lebergewebe zerstört und durch Bindegewebe ersetzt. Die Leber verhärtet sich, vernarbt und schrumpft. Sie kann ihre lebenswichtigen Funktionen nicht mehr vollständig erfüllen.4 Zwar ist eine Leberzirrhose nicht zu heilen, aber mögliche Komplikationen sind behandelbar. Deshalb – und weil sie zu Krebs führen kann – sollte eine bestehende Leberzirrhose regelmäßig kontrolliert werden.  

Für Patient:innen mit einer Leberzirrhose ist eine Kontrolle alle sechs Monate von einem:einer erfahrenen Hepatolog:in oder Gastroenterolog:in mit guter technischer Ausstattung besonders wichtig. 

Hauptursachen für eine Leberzirrhose sind in Deutschland übermäßiger Alkoholkonsum, Infektionen mit Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Viren oder eine Fettlebererkrankung, meist infolge von starkem Übergewicht (Adipositas) oder eines Diabetes mellitus.4 Vor einer Hepatitis-B-Infektion kann eine Impfung schützen. 

Die Zunahme von Leberkrebs in Deutschland hängt mit dem vermehrten Auftreten von Übergewicht und der einhergehenden Fettleber sowie mit anderen zunehmenden Erkrankungen wie Diabetes und Adipositas zusammen.1

Aber auch eine angeborene Störung des Eisenstoffwechsels, bestimmte Medikamente sowie chemische Substanzen wie spezielle Lösungsmittel, Pflanzenschutzmittel oder Insektizide können, wenn auch selten, das Risiko für eine Leberzirrhose und damit für Leberkrebs erhöhen.4 Im Vergleich zu Alkohol oder Hepatitis-Infektionen und Fettleber spielen diese Faktoren aber eine untergeordnete Rolle. 

Allgemein wirken sich eine ausgewogene, fettarme Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung, der Abbau von Übergewicht und ein weitgehender Verzicht von Alkohol entlastend auf die Leber aus.

02

Untersuchungen bei Leberkrebs

Zur Diagnose von Leberkrebs erfragt der:die Ärzt:in zunächst deine Krankengeschichte (Anamnese) und untersucht dich gründlich. Auch eine Ultraschalluntersuchung der Leber, bei Bedarf mit einem Kontrastmittel, gehört zu den ersten Schritten der Diagnose von Leberkrebs. Erhärtet sich dabei der Verdacht auf einen Tumor in der Leber, folgt eine weitere Untersuchung mit einem bildgebenden Verfahren, vorzugsweise mit der Magnetresonanztomographie (MRT) oder mit der Computertomographie(CT). Damit kann dein:e Ärzt:in erkennen, ob ein Tumor vorhanden ist, wo er sitzt und wie weit er sich bereits ausgedehnt hat. Das hilft bei der Entscheidung für die geeignete Therapie. In der Regel reichen diese Methoden aus, um Leberkrebs sicher zu diagnostizieren.

Patient:in im MRT
Sobald Verdacht auf einen Tumor besteht, folgt eine weitere Untersuchung mit der Magnetresonanztomographie (MRT).
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Manchmal lässt sich die Diagnose aber nur durch die Untersuchung von Tumorgewebe im Labor sichern. Dafür entnimmt dein:e Ärzt:in mit einer speziellen Nadel eine Gewebeprobe aus dem Tumor (Biopsie). Der kleine Eingriff ist meist schmerzfrei, da er unter örtlicher Betäubung erfolgt. Aus den gewonnenen Tumorzellen können verschiedene biologische und genetische Eigenschaften des Tumors bestimmt werden.5

Durch eine Blutuntersuchung lassen sich sogenannte Tumormarker bestimmen. Da durch diese Untersuchung eine Krebserkrankung aber nicht eindeutig nachgewiesen werden kann, ist sie ergänzend zu den anderen Untersuchungsergebnissen zu betrachten.5

Magen- und Darmkrebs neigen häufig zur Bildung von Absiedelungen (Metastasen) in der Leber. Deshalb sollte eine Magen- und Darmspiegelung durchgeführt werden, wenn der Verdacht besteht, dass es sich bei dem Lebertumor um eine Metastase handelt.

Untersuchungsproben im Labor
Sogenannte Tumormarker lassen sich durch eine Blutuntersuchung bestimmen.
© RossHelen / iStockphoto
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Diagnose „HCC“

Ist die Diagnose „Leberkrebs“ durch die genannten Verfahren bestätigt, wird dein:e Ärzt:in im nächsten Schritt ermitteln, wie weit der Tumor sich bereits in der Leber ausgebreitet hat, ob Lymphknoten befallen sind und ob er bereits in andere Organe gestreut hat. Dazu eignen sich eine MRT mit Kontrastmittel oder eine CT sowie die Biopsie. Auf Basis aller Ergebnisse kann der:die Ärzt:in die Art und das Stadium der Erkrankung bestimmen, die entscheidend für die Behandlung sind.6

Staging – Stadien von Leberkrebs 

Um einheitlich zu beschreiben, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat, ob bereits Lymphknoten befallen sind oder ob Metastasen vorhanden sind, hat sich die sogenannte TNM-Klassifikation bewährt. 

Um den Verlauf der Erkrankung besser einschätzen zu können und Therapieempfehlungen zu ermöglichen, wird eine Tumorerkrankung in unterschiedliche Stadien eingeteilt. Die gebräuchlichste Klassifikation bei Leberkrebs ist in Europa die BCLC-Klassifikation (Barcelona Clinic Liver Cancer). Ausgehend von der in der TNM-Klassifikation erfassten Einteilung berücksichtigt sie auch, ob der Krebs in Blutgefäße der Leber eingewachsen ist, die Leberfunktion und den gesundheitlichen Allgemeinzustand. Dazu wirst du in der Regel an ein:e Hepatolog:in/Gastroenterolog:in zur Beurteilung der Leberfunktion überwiesen. Dieser:diese sollte auch in die Entscheidung über die Therapieoptionen miteinbezogen werden.6-8 

BCLC unterscheidet folgende Stadien von Leberkrebs, von denen abhängt, welche Therapien für dich infrage kommen:6-8 

Stadium 0 (sehr frühes Stadium)

Der Tumor ist kleiner als zwei Zentimeter, ist nicht in die Blutgefäße der Leber gewachsen, ohne Symptome. Die Leberfunktion ist normal, der:die Patient:in ist nicht eingeschränkt. 

Stadium A (frühes Stadium)

Bis zu drei Tumoren in der Leber, alle kleiner als drei Zentimeter, ohne Symptome. Blutgefäße der Leber sind nicht betroffen. Die Leberfunktion ist höchstens leicht beeinträchtigt, der:die Patient:in spürt keine Symptome oder Beschwerden. 

Stadium B (intermediäres Stadium)

Mehr als drei Tumorherde in der Leber, von denen mindestens einer größer als drei Zentimeter ist, ohne Symptome, Blutgefäße der Leber sind nicht betroffen. Die Leberfunktion ist höchstens leicht eingeschränkt, der:die Patient:in spürt keine Symptome oder Beschwerden. 

Stadium C (fortgeschrittenes Stadium)

Der Tumor ist in die großen Blutgefäße der Leber gewachsen (Gefäßinvasion) oder hat bereits Metastasen gebildet. Die Leberfunktion ist normal oder leicht eingeschränkt. Der:die Patient:in spürt tumorbedingte Symptome, kann sich aber noch selbst versorgen und ist weitestgehend selbstständig. Regelmäßige Hilfestellung und medizinische Versorgung werden erforderlich (ECOG-Status 1 oder 2). 

Stadium D (Endstadium)

Der Tumor ist in die großen Blutgefäße der Leber gewachsen (Gefäßinvasion) oder hat bereits in andere Bereiche des Körpers gestreut. Die Leberfunktion ist eingeschränkt, dem:der Patient:in geht es sehr schlecht. Der:die Patient:in kann sich nur noch begrenzt selbst versorgen, beziehungsweise ist pflegebedürftig. ECOG-Status 3 oder 4. 

Der sogenannte ECOG-Status beschreibt den Allgemeinzustand der Patient:innen nach fünf festgelegten Gruppen 0 bis 4.6-8 

Tabelle zur Einordnung in ECOG-Status Grad 0 bis 4
Der ECOG-Status beschreibt die körperliche Leistungsfähigkeit bei Leberkrebs
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Therapieplanung bei HCC

Beim HCC stehen drei verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung, die zur Behandlung eingesetzt werden können: Operation, lokale Therapien oder Medikamente. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt vom Tumorstadium und dem Zustand der Leber ab. Aber auch Alter und allgemeiner Gesundheitszustand des:der Patient:in werden berücksichtigt.9,10 

Die Therapie wird individuell für den:die Patient:in und das Stadium ausgewählt, um das bestmögliche Therapieergebnis zu erreichen.10 

Individueller Therapieplan: Tumorboard 

Um die bestmögliche Therapie für jeden:jede Patient:in zu finden, beraten Expert:innen unterschiedlicher Fachrichtungen gemeinsam über alle Optionen. In einer sogenannten Tumorkonferenz (Tumorboard) besprechen sie die unterschiedlichen Behandlungsoptionen. So ist gewährleistet, dass die bestmögliche Therapie für die individuelle Situation des:der Patient:in gefunden wird. Das Ergebnis eines solchen Tumorboards wird dir dein:deine Ärzt:in umfassend erklären. Denn die Entscheidung, welche Behandlungsmethode bei dir zum Einsatz kommt, trefft ihr gemeinsam. Deshalb ist es wichtig, dass du deine Behandlungsmöglichkeiten verstehst. Frage nach, bis dir alle Einzelheiten klar sind und erkundige dich vorher, welche Fachrichtungen bei dem Tumorboard dabei sind. Denn es ist zu empfehlen, dass auch ein:e Hepatolog:in deine Leber beurteilt. 

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Operation bei Leberkrebs 

Die Operation kommt in den frühen Stadien 0 und A zum Einsatz und hat das Ziel, den Tumor komplett zu entfernen und so möglichst eine vollständige Heilung zu erreichen. Zu den operativen Verfahren bei Leberkrebs gehören die teilweise Entfernung der Leber (Resektion) sowie die Entfernung der gesamten Leber mit anschließender Lebertransplantation.9,10 

Bei weniger als 25 % der Betroffenen ist eine Operation zum Zeitpunkt der Diagnose möglich.10 

Bei der Resektion ist es wichtig, dass der Tumor mit genügend Sicherheitsabstand entfernt werden kann und danach noch eine ausreichende Funktion der Leber gewährleistet ist. Zudem dürfen noch keine großen Blutgefäße der Leber betroffen oder Tumorherde außerhalb der Leber vorhanden sein.10 

Wenn Größe und Anzahl der Lebertumoren sowie der Allgemeinzustand es zulassen und ein Spenderorgan vorhanden ist, ist die vollständige Entfernung der Leber mit anschließender Transplantation die erste Wahl.9 Diese Option hat hohe Erfolgschancen. Gleichzeitig werden eventuelle andere Lebererkrankungen durch die Transplantation ebenfalls behandelt.10

Etwa 5 % der Betroffenen kommen für eine Lebertransplantation infrage.10 

Lokale Therapien 

Lokal bedeutet, dass die Therapie nur begrenzt auf die Tumorregion und nicht im ganzen Körper wirkt. Die lokalen Therapien können unterschiedliche Ziele haben: die Heilung der Erkrankung oder das „Schrumpfen“ des Tumors (Downstaging), sodass er anschließend eventuell doch operiert werden kann.10 

Zu ihnen gehören die lokal-ablativen Verfahren wie Radiofrequenzthermoablation (RFA) und die Mikrowellenablation (MWA) sowie die transarterielle Chemoembolisation (TACE) und die selektive interne Radiotherapie (SIRT).9,10 

Die RFA und die MWA kommen bei den frühen Stadien 0 und A zum Einsatz. Mithilfe einer speziellen Nadel, die mittig im Tumor platziert wird, erhitzen diese Verfahren den Tumor durch hochfrequenten Wechselstrom oder durch Mikrowellen und töten die Zellen dadurch ab.9 

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TACE und SIRT hingegen sind Verfahren, die bei einem größeren Tumor oder mehreren Tumoren (Stadium B) eingesetzt werden können.10  

Bei TACE wird mithilfe eines Katheters über die Blutbahn ein bestimmtes Gemisch in die Blutgefäße gespritzt, die den Tumor mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Dieses Gemisch besteht aus einem Blutgefäß-verschließenden Mittel und einem Chemotherapeutikum. Dadurch wird der Tumor von der Versorgung abgeschnitten und das Chemotherapeutikum kann direkt am Tumor wirken. Der Vorteil ist, dass das umliegende Gewebe kaum beschädigt wird.10 

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Ein ähnliches Prinzip verfolgt SIRT: Hierbei werden kleine Glas- oder Kunststoffkugeln über die Blutgefäße in den Tumor eingebracht. Diese Kügelchen enthalten den stark radioaktiven Stoff Yttrium-90. Sie wirken wie eine Strahlentherapie, nur von innen. Dabei werden Tumor und die ihn versorgenden Blutgefäße beschädigt. Die Strahlung wird vollständig in der Leber aufgenommen, sodass keine Gefahr für das Umfeld besteht.10 

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Medikamentöse Therapie 

Eine medikamentöse Therapie kommt zum Einsatz, wenn die anderen Therapieansätze nicht mehr infrage kommen, da der Tumor zu weit fortschritten ist (Stadium C). In den letzten Jahren gab es große Fortschritte in diesem Bereich und auch fortgeschrittener Leberkrebs ist heute gut behandelbar. Welche Medikamente verwendet werden, hängt von der Leberfunktion, eventuellen Begleiterkrankungen sowie bisherigen Therapien ab.9,10  

Als Option stehen hier die Tyrosinkinasehemmer, Angiogenesehemmer und die Krebsimmuntherapie zur Verfügung. Krebsimmuntherapien unterstützen das Immunsystem bei der Bekämpfung der Tumorzellen. Angiogenesehemmer verhindern die Bildung von Blutgefäßen und unterbinden so die Versorgung des Tumors. Tyrosinkinasehemmer blockieren bestimmte Signalwege und unterdrücken so das Tumorwachstum.9,10

Mehr zu der Wirkweise der medikamentösen Therapien erfährst du in unseren Beiträgen zur Immuntherapie, zu den Angiogenesehemmern  sowie zu den Tyrosinkinasehemmern

Unterstützende Behandlung 

Im Stadium D steht die unterstützende bzw. palliative Therapie im Vordergrund. Ziel ist es, die Lebensqualität möglichst zu erhalten und Begleiterscheinungen zu lindern. Dazu gehört eine umfassende Behandlung von Symptomen wie Verdauungsbeschwerden, Schmerzen, Juckreiz der Haut oder einer anhaltenden Müdigkeit und Erschöpfung – Fatigue genannt. 

Zu empfehlen ist auch eine professionelle Ernährungsberatung. Denn besonders bei Patient:innen mit Leberzirrhose und/oder Leberkrebs ist unter anderem die Eiweißzufuhr und eine regelmäßige Aufnahme von mehreren kleinen Mahlzeiten wichtig, um einen Muskelabbau zu verhindern.

Die unterstützende Behandlung betrachtet immer den ganzen Menschen, nicht nur seine rein körperlichen Beschwerden. Deshalb arbeiten hier auch verschiedene Fachkräfte zusammen: Ärzt:innen, Psycholog:innen, Sozialarbeiter:innen, Musiktherapeut:innen und andere.

Wenn du Schmerzen hast, solltest du sie rasch behandeln lassen, damit sie dich nicht unnötig beeinträchtigen. Unbehandelte Schmerzen können sich verselbständigen und chronisch werden. Mit einer richtigen Behandlung lassen sich Schmerzen fast immer ausschalten oder zumindest deutlich lindern.

Handy mit Schmerzapp
Die kostenlose „Schmerz-App“ bietet unter anderem Infos zum Thema Schmerz und Schmerztherapie, einen interaktiven Schmerzfragebogen sowie Adressen von Beratungsstellen.
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Der Start der Therapie

Gemeinsam mit deinem:deiner Ärzt:in hast du dich für eine Therapie entschieden und die Behandlung kann beginnen. Es ist völlig normal, wenn du dich während der Therapie mal nicht gut fühlst und du emotionale Höhen und Tiefen durchlebst. Vermutlich wirst du dir auch einige Fragen stellen, wie beispielsweise „Wie wird mein Körper auf die Therapie reagieren?“, „Mit welchen Nebenwirkungen werde ich zu kämpfen haben?“ oder „Wird die Therapie anschlagen?“. Eine hilfreiche Unterstützung sind in solchen Situationen immer die Erfahrenen von anderen Betroffenen. Kontaktdaten von Selbsthilfegruppen und weiteren hilfreichen Anlaufstellen findest du am Ende des Textes. 

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© JUAN MOYANO / Stocksy

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Hier findest du persönliche Erfahrungen von Betroffenen. Welche Sorgen und Gedanken haben sie während der Therapie begleitet?  

Du kannst dich mit allen Fragen, Sorgen und Ängsten an dein Behandlungsteam wenden. Bei Bedarf kann es dir professionelle Hilfe anbieten und dich an eine:n Psychoonkolog:in überweisen. Für viele Betroffene ist es auch hilfreich, Angehörige und Bekannte an ihren Gedanken teilhaben zu lassen. Familie und Freund:innen können in dieser Zeit eine große Stütze für dich sein. 

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Während der Therapie

Die verschiedenen Therapien unterscheiden sich in Durchführung und Nebenwirkungen voneinander. 

Zu den Risiken und möglichen Komplikationen einer Tumoroperation und vor allem einer Transplantation der Leber gehören Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Blutungen. Manchmal ist ein erneuter operativer Eingriff nötig.

Eine Lebertransplantation ist eine große und komplizierte Operation. Durchschnittlich bleiben Patient:innen 30 Tage im Krankenhaus. Bei einer Transplantation besteht immer auch das Risiko, dass das neue Organ nicht wie erhofft seine Funktion aufnimmt. Eine Abstoßungsreaktion des neuen Organs muss mit speziellen Medikamenten (Immunsuppressiva) ein Leben lang unterdrückt werden. Das Infektionsrisiko ist bei solchen Patient:innen dann langfristig erhöht.11 

Sieben von zehn Patient:innen überleben die ersten fünf Jahre nach einer Transplantation.10 

Beim RFA-Verfahren kommt es sehr selten zu Komplikationen wie inneren Blutungen. Der Krankenhausaufenthalt ist kürzer als bei einer Operation. Allerdings ist das Risiko, dass der Tumor nicht vollständig entfernt wird, etwas größer als bei einer Resektion. Ein erneutes Auftreten der Erkrankung (Rezidiv) kann gegebenenfalls erneut mit einer RFA behandelt werden.11 

Bei dem TACE-Verfahren kann es durch das Verschließen der Blutgefäße zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber kommen. Diese Begleiterscheinungen klingen in der Regel nach einigen Tagen wieder ab und sind gut mit Medikamenten behandelbar.11 

Auch bei der SIRT ist nur ein kurzer Krankenhausaufenthalt notwendig. Nebenwirkungen können auftreten, wenn die radioaktiven Kügelchen in andere Blutgefäße im Bauchraum eindringen.10 

Auch bei den medikamentösen Therapien gibt es Unterschiede in Verabreichung und Nebenwirkungen. Krebsimmuntherapien und Angiogenesehemmer werden intravenös verabreicht, während Tyrosinkinasehemmer als Tabletten eingenommen werden. Nebenwirkungen, die bei der Therapie mit einer Kombination aus Immuntherapie und Angiogenesehemmer auftreten können, sind Bluthochdruck oder eine Veränderung des Blutbildes. Bei den Tyrosinkinasehemmern sind Magen-Darm-Probleme, Bluthochdruck oder das Hand-Fuß-Syndrom mögliche Nebenwirkungen.10 

Eine verlässliche Vorhersage, ob und welche Nebenwirkungen oder Komplikationen auftreten, ist nicht möglich. Sie hängen zum Beispiel auch vom allgemeinen Gesundheitszustand der Patient:innen ab. Hier wird dein:e Ärzt:in immer den Nutzen einer Therapie gegen die möglichen Beeinträchtigungen abwägen. 

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Prognose bei HCC

Bei Leberkrebs hängt die Lebenserwartung stark vom Stadium zum Zeitpunkt der Diagnose und dem Zustand der Leber ab. So kann ein früh erkannter Leberkrebs vollständig geheilt werden. Wird er in einem späten Stadium entdeckt, zielt die Behandlung vor allem darauf ab, Symptome zu lindern und die Lebensqualität möglichst gut zu erhalten. Generell ist die Prognose bei Leberkrebs eher ungünstig. Durchschnittlich überleben elf Prozent der Betroffenen die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Unbehandelt leben etwa sechs Monate nach der Diagnose nur noch 50 Prozent der Patient:innen.11 Jeder Krankheitsverlauf ist individuell und von vielen anderen Faktoren wie dem allgemeinen Gesundheitszustand, dem Alter und dem individuellen Anschlagen der Therapien abhängig. 

Älteres Paar geht am Strand spazieren
Das Erkrankungsalter liegt bei ca. 70 Jahren. Die Lebenserwartung hängt vom Stadium des Krebses ab.
© Rob And Julia Campbell / Stocksy
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Nachsorge bei Leberkrebs

Auch nach Beenden der Therapie wirst du im Rahmen der Nachsorge weiterhin ärztlich betreut und hast regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Die Zeitabstände hängen unter anderem von deiner individuellen Situation, dem Tumorstadium, dem Krankheitsverlauf und der Behandlung ab. Meist finden sie halbjährlich statt.12 

Nach einer OP oder einer Transplantation wird in der Regel zwei Jahre lang alle zwei bis drei Monate kontrolliert, ob Tumorneubildungen vorhanden sind, ob sich also ein Rezidiv gebildet hat.11 

Nach einer RFA erfolgt die erste Kontrolluntersuchung bereits nach vier bis sechs Wochen, in den ersten zwei Jahre alle drei Monate und danach alle sechs Monate.11 

Diese Nachsorgeuntersuchungen enthalten neben Gesprächen über Verlauf und deinem Befinden auch körperliche Untersuchungen, Ultraschalluntersuchungen und die Bestimmung von Tumormarkern.12 

Nachsorgetermine geben dir auch Gelegenheit, alle Beschwerden in Ruhe mit deinem:deiner Ärzt:in zu besprechen. Das können Spätfolgen der Therapie oder auch seelische Belastungen sein, die deine Lebensqualität beeinträchtigen. 

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Wiederauftreten oder Fortschreiten von Leberkrebs

Nicht selten kommt es bei Leberkrebs zu einer Rückkehr der Erkrankung (Rezidiv). Bei einer Transplantation kommt der Krebs nur bei 15 Prozent der Betroffenen zurück.11 Bei einer Resektion tritt der Krebs bei sieben von zehn Patient:innen innerhalb von fünf Jahren erneut auf. Wird dann erneut operiert, sprechen Expert:innen von einer Re-Resektion. Auch bei einer RFA treten vermehrt Rezidive auf, die jedoch auch erneut so behandelt werden können.11 

Zusammenfassung

  1. Leberkrebs verläuft anfangs ohne Beschwerden. Deswegen wird er selten früh genug erkannt, um ihn noch heilen zu können. Die Prognose ist daher eher schlecht. Patient:innen mit einer Leberzirrhose sollten deshalb eine engmaschige Beobachtung in Anspruch nehmen.
  2. Leberkrebs ist zwar relativ selten, gehört aber zu den häufigsten Ursachen für krebsbedingte Todesfälle in Deutschland. Zu den Risikofaktoren gehören neben übermäßigem Alkoholkonsum und speziellen Viren die zunehmende ungesunde Lebensweise in den westlichen Industrienationen.
  3. Zur Behandlung stehen operative, lokale sowie medikamentöse Maßnahmen zur Verfügung.

Ansprechpartner und Adressen kannst du auch vor Ort über den Kliniksozialdienst oder deinen:deine Ärzt:in erfragen. Hier findest du wichtige Adressen rund um das Thema Leben mit Krebs: 

Nützliche Adressen
Deutsche Leberstiftung (Infomaterialien)

Auf der Website der deutschen Leberstiftung findest du nützliche Infomaterialien, unter anderem die Broschüre "Leber und Krebs".

https://www.deutsche-leberstiftung.de/downloads/broschuren/dls_kurz-broschu-re_leber-und-krebs_2022-web
Deutsche Leberstiftung

Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber und Lebererkrankungen, deren Diagnose und Behandlung. Hier findest du neben Informationen auch eine Telefonsprechstunde.

https://www.deutsche-leberstiftung.de/service/telefonsprechstunde/
Deutsche Leberhilfe e. V.

Gemeinnütziger Verein, der die Interessen von Patienten mit Lebererkrankungen vertritt. Hier findest du sehr viele Informationen rund um das Thema Leber, Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen.

https://www.leberhilfe.org/
LeberKrebsHilfe

Hier findest du sehr viele Informationen zur Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten, Ernährung, Sport und psychologische Unterstützung — unter anderem einen Therapiefinder

www.leberkrebshilfe.info
Deutsche Krebsgesellschaft

Informationen zu zertifizierten Krebszentren

https://www.krebsgesellschaft.de/deutsche-krebsgesellschaft/zertifizierung.html
Haus der Krebs-Selbsthilfe Bundesverband e.V.

Bundesweite Interessenvertretung von Menschen mit Krebs und ihren Angehörigen. Hier findest du viele Informationen und kostenlose Beratungsmöglichkeiten sowie Adressen zu Selbsthilfegruppen.

https://www.hausderkrebsselbsthilfe.de/
NAKOS – Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen

Bundesweite Anlaufstelle rund um das Thema Selbsthilfe. NAKOS bietet neben vielen Infos eine Datenbanksuche zu Ansprechpartnern oder Selbsthilfegruppen.

https://www.nakos.de/
LebensWert e.V.

Initiative für krebskranke Patienten, die sich besonders für die Verbesserung der psychoonkologischen Versorgung und Betreuung der Patienten einsetzt.

https://www.vereinlebenswert.de/
Bundesministerium für Gesundheit

Über Pflege- und Palliativversorgung informiert auch das Bundesministerium für Gesundheit:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/publikationen/pflege.html
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin

Bundesweite Adressen und Informationen zu palliativmedizinischen Themen findest du im Wegweiser Hospiz – und Palliativversorgung Deutschland.

www.wegweiser-hospiz-palliativmedizin.de/
Deutsche Stiftung Patientenschutz für Schwerstkranke, Pflegebedürftige und Sterbende

Berät und informiert auch im persönlichen Gespräch rund um die Themen Pflege, Patientenverfügung oder Vollmachten.

www.hospize.de
Deutsche Schmerzgesellschaft e. V.

Fördert die Schmerzforschung und die Verbesserung der schmerztherapeutischen Versorgung in Deutschland. Hier findest du Adressen schmerzmedizinischer Einrichtungen:

https://www.schmerzgesellschaft.de/einrichtungen

Inhaltlich geprüft: M-DE-00013067

Quellen

¹ https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_node.html, zuletzt abgerufen am 10.05.2022

² https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/leberkrebs.html, zuletzt abgerufen am 10.05.2022

³ https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/leberkrebs/symptome.html, zuletzt abgerufen am 10.05.2022

⁴ https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/leberkrebs/risiko-und-ursache.html, zuletzt abgerufen am 10.05.2022

⁵ https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/leberkrebs/diagnose.html, zuletzt abgerufen am 10.05.2022

⁶ https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/HCC/S3-HCC-OL-Langversion-V1.0.pdf, zuletzt abgerufen am 10.05.2022

⁷ https://cancer.ca/en/cancer-information/cancer-types/liver/staging, zuletzt abgerufen am 10.05.2022

⁸ http://www.leberzentrum-wuerzburg.de/?page_id=249, zuletzt abgerufen am 10.05.2022

⁹ https://www.deutsche-leberstiftung.de/downloads/faltblaetter/dls_2021_kb_leber_und_krebs_web, zuletzt abgerufen am 10.05.2022

¹⁰ https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/leberkrebs/therapie.html, zuletzt abgerufen am 10.05.2022

¹¹ https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_Leberkrebs.pdf, zuletzt abgerufen am 11.05.2022

¹² https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/leberkrebs/reha-und-nachsorge.html, zuletzt abgerufen am 11.05.2022

¹³ https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/leberkrebs/erkrankungsverlauf.html, zuletzt abgerufen am 11.05.2022

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