Die weibliche Brust besteht zum größten Teil aus Fett und Drüsengewebe und ist von zahlreichen Blut- und Lymphgefäßen durchzogen. Hormonelle Schwankungen z. B. bei Menstruation oder Schwangerschaft verändern ihr Gewebe. Die Brust reagiert sehr sensibel und bei jeder Frau etwas anders. Genauso individuell und vielfältig sind auch Tumorerkrankungen der Brust. In den letzten Jahrzehnten ist es gelungen, viele Einzelheiten über die verschiedenen Brustkrebsarten zu erforschen. Je genauer der Tumortyp beschrieben werden kann, desto individueller kann die Therapie erfolgen.

Wie häufig ist Brustkrebs?

Etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Ab dem 40. Lebensjahr steigt das Erkrankungsrisiko. Denn je öfter sich eine Zelle teilt, desto höher ist das Risiko, dass bei der Teilung ein Fehler passiert und Zellen entarten. Auch Männer kann es treffen: jedes Jahr erkranken etwa 790 Männer an Brustkrebs.1
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Mythos Brustkrebs durch Deo mit Aluminium
Alexandra von Korff
Kinder trotz Krebs
Da das systematische Screening häufiger dazu führt, dass Brustkrebs in einem frühen Stadium erkannt wird, steigen die Zahlen der diagnostizierten Personen in Europa und Nordamerika an.

Ursachen und Risikofaktoren

Faktoren wie Ernährung und Lebensgewohnheiten beeinflussen das Erkrankungsrisiko. Dazu zählen Rauchen, ein erhöhter Alkoholkonsum (>20 mg / Tag), ein Body-Mass-Index über 35 besonders nach der Menopause sowie Bewegungsmangel. Hormone können ebenfalls eine Rolle spielen. Eine hormonelle Ersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden, aber auch die „Pille“, verändern den Östrogen- und Gestagenhaushalt des Körpers und erhöhen vorübergehend das Brustkrebsrisiko.2 Doch es gibt auch andere Faktoren, eine Brustkrebserkrankung begünstigen.

Genetische Veranlagung für Brustkrebs

Etwa fünf bis zehn Prozent aller erkrankten Frauen haben eine Genveränderung, die sie für Brustkrebs anfälliger macht. Frauen mit einer Mutation des BRCA-1- oder BRCA -2-Gens haben ein 56-prozentiges Risiko an Brustkrebs zu erkranken.3 Wenn Brustkrebs gehäuft in der Familie aufgetreten ist, kann das ein Hinweis für ein erhöhtes Risiko sein. Dann kannst Du Dich in einem Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs beraten lassen und einen Gentest machen lassen. Bei einem erhöhten Erkrankungsrisiko übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Eine prophylaktische Mastektomie (Brustentfernung) bei genetischer Veranlagung senkt das Erkrankungsrisiko um 90 bis 95 Prozent.

Eine vorbeugende Brustentfernung verringert bei vielen betroffenen Frauen die ständige Sorge, erkranken zu können. Andererseits haben Frauen, die regelmäßig zur Vorsorge gehen und sich für ein sorgfältiges Screening entscheiden, trotz ihres Erkrankungsrisikos eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie Frauen, die sich für eine Brustentfernung entschieden haben.4 Wie jede Operation ist auch eine Brustentfernung mit gewissen Risiken verbunden. Auch psychisch kann eine beidseitige Mastektomie belasten. Betroffene Frauen sollten die Entscheidung für oder gegen eine vorbeugende Brustentfernung mit ihrem Arzt besprechen und sorgfältig abwägen.

Symptome und Früherkennung von Brustkrebs

Gerade im Anfangsstadium bereitet Brustkrebs oft keine Beschwerden. Umso wichtiger ist es, dass Du Deine Brust regelmäßig sorgfältig selbst untersuchst. Wie das geht, erfährst Du auf der Seite der Brustkrebszentrale.

Selbstuntersuchung der Brust

70 Prozent der Frauen mit Brustkrebs geben an, einen Knoten selbst ertastet zu haben. Bereits kleine Knoten von wenigen Millimetern kannst Du mit etwas Übung fühlen. Aber auch andere Veränderungen können auf Brustkrebs hinweisen und sollten besser von einem Arzt abgeklärt werden.

Keine Sorge – nicht hinter jeder Veränderung muss gleich ein bösartiger Tumor stecken. In den meisten Fällen sind diese Veränderungen harmlos. Dennoch empfiehlt es sich, solche Veränderungen auch außerhalb von Vorsorgeuntersuchungen von einem Arzt abklären zu lassen.

Untersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs

Eine ärztliche Tastuntersuchung ist wichtiger Bestandteil der Früherkennung . Um auch kleine Veränderungen im Brustgewebe sichtbar machen zu können, hat sich die Mammographie bewährt. Bei diesem bildgebenden Verfahren wird mithilfe von Röntgenstrahlen jede Brust von zwei Seiten durchleuchtet.

Mammographie-Screening-Programm
Bist Du zwischen 50 und 69 Jahre alt, steht Dir eine Mammographie im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung alle 2 Jahre zu. Du wirst schriftlich zu einem konkreten Termin eingeladen. Eine Beratung oder Voruntersuchung findet beim Screening nicht statt. Zwei Radiologen begutachten die erstellten Bilder, das Ergebnis erfährst Du nach etwa sieben Werktagen. Nur etwa die Hälfte aller eingeladenen Frauen nehmen an dem Screening-Programm teil – aus Angst vor der Diagnose oder Unwissenheit.
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In der Regel ist die Ultraschalluntersuchung eine gute Ergänzung zu anderen Untersuchungen. Besonders bei sehr dichtem Brustgewebe kann sie helfen, das Ergebnis einer Mammographie rasch abzuklären. Bei familiärer Vorbelastung sind regelmäßige Ultraschalluntersuchungen ab dem 25. Lebensjahr sinnvoll.

Wann zahlt die Kasse eine Ultraschalluntersuchung?
Eine Ultraschalluntersuchung gehört nicht zum normalen Krebsvorsorgeprogramm für Frauen ohne familiäres Brustkrebsrisiko. Wenn Du trotzdem eine Ultraschalluntersuchung machen möchtest, ist das eine sogenannte „individuelle Gesundheitsleistung“ (IGeL). Ist Dein Brustkrebsrisiko erhöht, zahlt die Kasse. Auch, wenn im Rahmen einer ärztlichen Vorsorgeuntersuchung ein auffälliger Befund abgeklärt werden soll, zahlt die Kasse einen Ultraschall.

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Bei einer MRT musst du keine Bedenken haben, einer belastenden Strahlung ausgesetzt zu sein.
Bei einer Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspintomographie genannt, werden Schichtaufnahmen des Gewebes gemacht. Einer belastenden Strahlung bist Du nicht ausgesetzt. Auch bei sehr dichtem Gewebe macht eine MRT bereits kleine Tumorherde sichtbar. Zur Früherkennung von Brustkrebs wird sie nur bei Frauen mit familiärer Belastung empfohlen. Normalerweise ergänzt sie die Ultraschalluntersuchung und die Mammographie bei unklaren Befunden.

Diagnose eines Mammakarzinoms

Nicht jede Veränderung des Brustgewebes ist problematisch. Beispielsweise bilden sich bei vielen Frauen vor der Monatsblutung knotige Verdichtungen, die nach der Periode wieder verschwinden. Zyklusunabhängige Knoten können auch aus Fett-, Drüsen- oder Bindegewebszellen sein: Lipome (gutartige Fettgeschwulste), Fibroadenome (gutartige Knoten aus Drüsen- und Bindegewebe) oder Zysten, die mit Flüssigkeit gefüllt sind.

Ductales Carcinom in situ – Vorstufe von Brustkrebs
Bei der Mammographie werden gelegentlich kleine Veränderungen, sogenannter Mikrokalk, in den Milchgängen sichtbar, die eine Vorstufe von Brustkrebs anzeigen können. Die Kalkablagerungen können ganz unterschiedliche Ursachen haben, zum Beispiel eine Stoffwechselstörung oder Diabetes. Mikrokalk lagert sich häufig im Bereich leicht veränderter Zellen an. Mediziner sprechen von einem Ductalen Carcinom in situ (DCIS). Anders als Krebszellen haben diese Zellen keine Neigung, sich in das umgebende Gewebe oder über Blut- und Lymphbahnen im Körper auszubreiten. Bisher kann man nicht zuverlässig voraussagen, ob und wann sich aus diesen Zellen Krebs entwickeln wird. Daher solltest Du einen solchen Befund ausführlich mit Deinem Arzt besprechen.

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Über 6.000 Frauen erkranken jedes Jahr an einer Brustkrebsvorstufe.6

Klassifikation – Der Tumortyp ist entscheidend

Hat Dein Arzt den Verdacht, dass es sich um eine bösartige Veränderung handelt, wird er Dir zu einer Biopsie, also einer Gewebeprobe raten. Gemäß der Leitlinienempfehlung wird das eine minimal-invasive Biopsie sein, bei der Gewebe mittels einer Hohlnadel entnommen wird. Die Wunde ist klein, der Eingriff erfolgt ambulant und Du kannst in der Regel am selben Tag wieder nach Hause.
Anders bei einer Exzisionsbiopsie: Hier wird unter Vollnarkose eine größere Gewebemenge entnommen und Du bleibst nach dem Eingriff meist kurz im Krankenhaus.
Die genommene Gewebeprobe gibt Auskunft über viele Eigenschaften des Tumors: Geht er zum Beispiel von den Milchgängen oder vom Drüsengewebe der Brust aus? Oder wie aggressiv wächst er? Diese und andere Tumoreigenschaften bestimmen die weitere Behandlung, den Krankheitsverlauf und die Prognose.
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Wie bei anderen Krebsarten, wird auch bei Brustkrebs Art und Ausbreitung des Tumors genau beschrieben: Die TNM-Klassifikation unterscheidet Größe und Ausdehnung des Tumors. Die vier verschiedenen Stadien der Erkrankung werden aus dieser TNM-Klassifikation abgeleitet. In den Stadien I und II wird meist nicht nach Metastasen gesucht, da der Tumor sehr wahrscheinlich noch nicht gestreut hat. In den Stadien III und IV kann eine Computertomographie (CT) klären, ob Metastasen vorliegen.

93 Prozent der Erstdiagnosen erfassen Brustkrebs im gut behandelbaren örtlich begrenzten Stadium7. Das bedeutet:

1. Der Brustkrebs ist nachweisbar, hat aber noch nicht in andere Organe gestreut.

2. Die Krebszellen haben sich nicht oder nur wenig in benachbarte Lymphknoten ausgebreitet.

Bestimmte Tumoreigenschaften geben weitere Anhaltspunkte darüber, wie der Tumor am besten erfolgreich behandelt werden kann. Reagieren die Tumorzellen zum Beispiel empfindlich auf die Hormone Östrogen oder Progesteron, kann ihr Wachstum durch eine Antihormontherapie gebremst werden. Im Labor wird nach solchen speziellen Eigenschaften der Krebszelle gesucht.
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Nichts überstürzen nach der Diagnose
Wurde bei Dir Brustkrebs diagnostiziert, nimm Dir ausreichend Zeit und sammele Informationen über die Erkrankung. Dein Behandlungsteam wird Dich gut informieren. Es wird Dich auch auf die Möglichkeit zu einer zweiten ärztlichen Meinung hinweisen. Erst, wenn Du alles verstanden hast, kannst Du eine Entscheidung zu Deiner weiteren Behandlung treffen.

Therapie und Behandlung von Brustkrebs

Außer den individuellen Eigenschaften des Tumors berücksichtigen Deine Ärzte auch Deinen allgemeinen Gesundheitszustand und Deine Wünsche bei der Planung Deiner optimalen Therapie. Die klassischen Behandlungsansätze eines Mammakarzinoms sind Operation, Chemotherapie und/oder Bestrahlung. Sie werden je nach Tumortyp durch endokrine Therapien (Antihormontherapien) oder seit einigen Jahren auch durch innovative zielgerichtete Therapien sowie die Immuntherapie ergänzt. Oft werden unterschiedliche Therapieformen miteinander kombiniert, um eine bessere Wirksamkeit zu erzielen.

Mehr zu den Therapie- und Behandlungsformen findest Du auf www.brustkrebszentrale.de.
Fertilitätssicherung: Brustkrebs und Fruchtbarkeit
Du möchtest nach der Therapie noch schwanger werden? Eine Chemotherapie kann die Eierstöcke und Eizellen schädigen, sowohl vorübergehend als auch dauerhaft. Es besteht die Möglichkeit, Eizellen oder Eierstockgewebe vor der Therapie einzufrieren (sogenannte Kryokonservierung), um nach überstandener Krankheit schwanger zu werden. Sprich Deinen Arzt darauf an. Mehr dazu findest Du unter unserem Beitrag: K wie Kinderwunsch nach Krebs.
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Operation eines Mammakarzinoms

Die erste therapeutische Maßnahme ist häufig eine Operation. Gerade bei früh erkanntem Brustkrebs, der noch nicht umliegendes Gewebe oder Lymphknoten befallen hat, kann der Tumor im besten Fall vollständig entfernt werden. Die meisten OPs können brusterhaltend erfolgen. Muss die befallene Brust entfernt werden (Mastektomie), kann sie häufig bereits während der Operation chirurgisch wieder aufgebaut werden.

Strahlentherapie bei Brustkrebs

Eine Strahlentherapie wird beim Mammakarzinom meist ergänzend zu einer OP eingesetzt um das Rückfallrisiko zu verringern.8 In der Regel erfolgt eine ambulante Strahlentherapie innerhalb der nächsten acht Wochen nach der OP. Krebszellen reagieren empfindlich auf Strahlung und sterben ab.

Medikamentöse Therapien bei Brustkrebs

Zur Behandlung von Brustkrebs stehen eine Reihe medikamentöser Ansätze und Kombinationsmöglichkeiten zur Verfügung: u. a. Chemotherapie, sogenannte zielgerichtete Therapien oder die Antihormontherapie (endokrine Therapie). Krebsimmuntherapie und der Einsatz von Angiogenesehemmern sind bisher nur für Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs zugelassen.

Chemotherapie mit Zytostatika
Die Chemotherapie basiert darauf, dass die schnell wachsenden Krebszellen ähnlich wie schnell wachsende gesunde Zellen besonders empfindlich für bestimmte Substanzen sind. Sogenannte Zytostatika können die Tumorzellen am Wachstum hindern. Da das Medikament im ganzen Körper, also systemisch, wirkt, kann es auch Krebszellen töten, die sich im Körper verteilt und eventuell Metastasen gebildet haben.

Je nach individuellem Rückfallrisiko ist eine Chemotherapie nicht notwendig. Ob das bei Dir der Fall ist, kann ein Genexpressionstest klären. Seit Mitte 2019 bezahlen die Krankenkassen den Oncotype-DX-Test.

Zielgerichtete Therapien
Spezielle Merkmale unterscheiden Krebszellen von gesunden Zellen. Genau das macht sie auch angreifbar für die neuartigen zielgerichteten Therapien. Zum Beispiel haben einige Tumorzelltypen vermehrt Bindungsstellen, sogenannte Rezeptoren, für bestimmte Wachstumsfaktoren (HER2) und können sich dadurch besonders schnell vermehren. Im Labor hergestellte Antikörper blockieren gezielt diese Rezeptoren und hemmen so das Wachstum der Tumorzellen. Zielgerichtete Therapien können mit anderen Therapien, z. B. einer Chemotherapie, kombiniert werden, um die Wirksamkeit zu erhöhen. Vor einer Operation eingesetzt (neoadjuvant) helfen sie, möglichst gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche OP zu schaffen, in dem sie den Tumor z. B. verkleinern. Sie können auch nach einer Operation (adjuvant) eingesetzt werden. Auf der Seite der Brustkrebszentrale erfährst Du mehr über zielgerichtete Therapien.
Antihormontherapie
Zwei Drittel aller Mammakarzinome besitzen Rezeptoren für weibliche Geschlechtshormone, die sie zum Wachsen brauchen. Antiöstrogene, Aromatasehemmer oder sogenannte GnRH-Analoga bremsen oder stoppen das Tumorwachstum. Diese Therapie erfolgt über mehrere Jahre. Weitere Informationen zur Antihormontherapie findest Du auch auf der Seite der Brustkrebszentrale.

Metastasierter Brustkrebs

Je größer der primäre Tumor ist und je mehr umliegende Lymphknoten befallen sind, desto größer ist das Risiko, dass er bereits gestreut und Fernmetastasen gebildet hat. Besonders häufig sind Knochen, Lunge und Leber betroffen. Bei etwa sieben Prozent der Patientinnen ist der Tumor bereits bei der Erstdiagnose metastasiert.1
Mehr Informationen zu Diagnose und Therapie von Brustkrebs findest Du auf brustkrebszentrale.de.
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Andere Patientinnen sind eventuell bei einem Rückfall (Rezidiv) von metastasiertem Brustkrebs betroffen. Auch dann stehen verschiedene Therapieformen zur Verfügung, mit denen der Tumor häufig über einen langen Zeitraum gut kontrolliert werden kann, zum Beispiel die Krebsimmuntherapie und der Einsatz von Angiogenesehemmern. Weitere Informationen findest Du in der Broschüre „Metastasierter Brustkrebs“ oder in dem Leitlinienprogramm zu Metastasiertem Brustkrebs.

Krebsimmuntherapie
Normalerweise sorgt unser Immunsystem dafür, dass veränderte Zellen und Tumorzellen nicht überleben. Manche Krebszellen tricksen aber das Immunsystem aus, sodass sie nicht erkannt und bekämpft werden können. Spezielle Antikörper markieren die Krebszellen, damit sie wieder vom Immunsystem erkannt und zerstört werden können. Mehr Informationen zur Krebsimmuntherapie findest Du auch auf der Seite der Brustkrebszentrale unter der Rubrik „Therapieformen„.

Angiogenesehemmer

Haben Tumoren eine gewisse Größe erreicht, regen sie die Bildung neuer Blutgefäße an, über die sie mit Nährstoffen versorgt werden. Dieser Prozess heißt Angiogenese. Spezielle Medikamente – Angiogenesehemmer – unterdrücken diesen Mechanismus und der Tumor verhungert. Mehr Details findest Du auf der Seite der Brustkrebszentrale unter der Rubrik „Therapieformen“.

Klinische Studien

Klinische Studien sollen helfen, die Versorgung der Patienten zu optimieren. Ob für Dich die Teilnahme an einer klinischen Studie infrage kommt, besprichst Du am besten mit Deinem Behandlungsteam. Im Internetportal der Deutschen Gesellschaft für Senologie kannst Du nach aktuellen Studien eines nahegelegenen Studienzentrums suchen, die zu Deiner Diagnose passen.

Nebenwirkungen der Therapie

Deine Therapie hat Dein Arzt mit Dir auf Deine individuelle Situation abgestimmt. Er hat auch mögliche Nebenwirkungen berücksichtigt und sie gegen den Nutzen einer Therapiemaßnahme abgewogen. Operation, Strahlen- und medikamentöse Therapie können eine Reihe von Beeinträchtigungen verursachen. Bereits im Vorfeld oder während der Therapie kannst Du sie günstig beeinflussen, zum Beispiel durch Medikamente gegen Übelkeit. Nach Beenden der Therapie klingen die Nebenwirkungen häufig ab.

Operation

Die Operationswunde verheilt meist innerhalb von drei Wochen. Entstandene Narben können noch eine Zeit lang spannen oder jucken.

© ROLFO / Stocksy

Dein Hautarzt kann Dir hier Tipps geben, wie Du die Narben pflegst und das Gewebe geschmeidig hältst.
Je mehr Lymphknoten während der Operation im Bereich des Tumors zum Beispiel in der Achselhöhle entfernt werden, desto häufiger sammelt sich Gewebeflüssigkeit (Lymphe) im Arm, die nicht abfließen kann – ein Lymphödem entsteht. Eine spezielle Massageform (Lymphdrainage), Kompressionsbandagen oder auch ein vorsichtiges Krafttraining können den Lymphabfluss verbessern. Weitere Tipps gegen Lymphödeme findest Du unter der Rubrik „Leben“ der Brustkrebszentrale.
© Das K Wort

Bestrahlung

Neue Techniken der Strahlentherapie ermöglichen eine immer genauere zielgerichtete Bestrahlung auf den Tumor. So bleibt gesundes Gewebe möglichst unbeeinträchtigt. Während oder kurz nach der Bestrahlung auftretende Beschwerden klingen meistens nach einigen Wochen wieder ab. Dazu gehören: Rötungen, Jucken, Brennen, Schmerzen ähnlich einem Sonnenbrand und Hautflecken. Hier kann Dein Arzt Dir Tipps zur Pflege geben.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie kann vorübergehend Nebenwirkungen wie Blutbildungsstörungen, Neigung zu Infektionen, Haarverlust, Übelkeit und Erbrechen, Haut- und Schleimhautentzündung oder dauerhafte Erschöpfung (Fatigue) hervorrufen.


Zielgerichtete Therapien

Meistens vertragen Patientinnen zum Beispiel Antikörpertherapien vergleichsweise gut. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen grippeähnliche Symptome und eine Schwächung des Herzmuskels.

Antihormontherapie

Bei einer Antihormontherapie (endokrine Therapie) zählen zu den möglichen Nebenwirkungen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen, aber auch Blutgerinnungsstörungen (Thrombosen), Gelenkbeschwerden sowie eine abnehmende Knochendichte.
Wenn Du Nebenwirkungen beobachtest, solltest Du sie immer mit Deinem Arzt besprechen.
Viele Tipps, wie Du mit den Folgen der Erkrankung umgehen und Deinen Alltag erleichtern kannst, findest Du auch auf den Seiten der Brustkrebszentrale.

Prognose

Brustkrebs wird dank umfassender Untersuchungen zur Früherkennung immer früher entdeckt. Er kann dann mit guten Aussichten auf Heilung therapiert werden. Die meisten Patientinnen – etwa 70 Prozent10 – überleben ihre Erkrankung langfristig.

Nachsorge

Auch nach Abschluss Deiner Therapie wirst Du im Rahmen eines Nachsorgeprogramms mindestens zehn Jahre lang ärztlich betreut. Dein Arzt kontrolliert, ob erneut Krebszellen vorhanden sind. Da ein Rezidiv meist in den ersten drei Jahren auftritt, finden die Termine zunächst drei Jahre lang etwa alle drei Monate statt, später meistens nur noch einmal im Jahr.

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Nutze die Nachsorgetermine, um ausführlich mit Deinem Arzt zu besprechen, wie es Dir geht. Du kannst auch psychischen Veränderungen ansprechen, die Dich vielleicht belasten.
Die Abstände können auch individuell abweichen. Zusätzlich kann Dein Arzt Dir Adressen für eine psychoonkologische Beratung nennen, wenn Du das möchtest. Auf dem K Wort findest du auch Informationen zur Psychoonkologie.
Zusammenfassung
  • Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Zu den Hauptrisikofaktoren gehören Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht und Bewegungsmangel. Bei etwa 5 bis 10 Prozent der Frauen spielt eine genetische Veranlagung eine Rolle.
  • Symptome wie bestimmte Veränderungen der Brust oder der Lymphknoten kannst Du auch selbst durch Tastuntersuchungen gut feststellen. Taste darum einmal im Monat Deine Brust ab und nimm regelmäßige Untersuchungen zu Früherkennung war. Früh erkannt, sind die Chancen auf Heilung gut
  • Es gibt verschiedene Arten von Brustkrebs mit unterschiedlichen Tumorzellen. Von ihnen und ihren spezifischen Eigenschaften hängt ab, wie der Tumor sich entwickelt und wie er behandelt wird. In den letzten Jahren wurden neue vielversprechende therapeutische Möglichkeiten für Brustkrebs entwickelt.
Nützliche Adressen zu Brustkrebs
Brustkrebszentrale
Viele Informationen, Anregungen und hilfreiche Tipps rund um das Thema Brustkrebs.
https://www.brustkrebszentrale.de/
Krebsberatungsstellen in Deiner Nähe
Für dich und Deine Angehörigen findest Du auch hier:
https://www.krebsinformationsdienst.de/service/adressen/krebsberatungsstellen.php
Deutsche Krebsgesellschaft
Informationen zu zertifizierten Krebszentren
https://www.krebsgesellschaft.de/deutsche-krebsgesellschaft/zertifizierung.html
Zertifizierte Brustkrebszentren
https://www.oncomap.de/centers
Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs
http://www.konsortium-familiaerer-brustkrebs.de/
Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V.
Broschüre „Soziale Informationen“ der Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V.
https://www.frauenselbsthilfe.de/medien/soziale-informationen.html
Selbsthilfegruppen
Die Adresse einer Selbsthilfegruppe in Deiner Nähe findest Du unter:
http://www.brca-netzwerk.de/
Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e. V. (AGO)
http://www.ago-online.de/de/fuer-patienten
Psychotherapeuten und Psychoonkologen in Deiner Nähe findest Du hier:
https://www.krebsinformationsdienst.de/service/adressen/psychoonkologen.php
Zeitschrift Mamma Mia
Aktuelle medizinische Informationen über die Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Eierstockkrebs findest Du regelmäßig im Eierstockkrebs-Magazin Mamma Mia.
http://mammamia-online.de/
Krebshilfe
Informationsmaterial rund um das Thema Brustkrebs findest Du auch in den blauen Ratgeberbroschüren der Krebshilfe oder im Internet:
https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Brustkrebs_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf

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