Wie Du vielleicht selbst erfahren hast, kann Krebs jeden treffen – ganz normale Menschen, die einfach nur ihr Leben leben. Sie haben Familien, Freunde und Leidenschaften, gehen Hobbys nach – und sind als Person einzigartig. Genauso einzigartig wie jeder einzelne Betroffene ist auch das genetische Profil seines Tumors. Es kann damit der Schlüssel zu einer erfolgreichen Behandlung sein und einen großen Unterschied in der Krebstherapie ausmachen.
Jede Krebserkrankung hat ein ganz spezifisches Profil mit bestimmten genetischen Veränderungen.
Doch was steckt dahinter? Ganz einfach: Je mehr Ärzte über die Rolle von Veränderungen (Mutationen) in unseren Genen wissen, die für das Entstehen von Krebs ausschlaggebend sind, desto präziser und individueller können sie Krebs diagnostizieren und behandeln. Deshalb sollte das Testen des genetischen Tumorprofils bei bestimmten Tumoren immer am Anfang einer Krebsbehandlung stehen.

Wie können die genetischen Veränderungen ermittelt werden?

In den vergangenen Jahren gelang es Wissenschaftlern, immer mehr genetischer Daten durch das Testen eines Tumors zu gewinnen.  Diese Daten helfen zu verstehen, was Krebszellen wachsen lässt. Basierend auf diesen Erkenntnissen kann eine Therapie auf das individuelle Tumorprofil eines Patienten zugeschnitten werden.


Das hat verschiedene Vorteile: Es verhindert, dass Du möglicherweise unnötige Therapien erhältst. Außerdem können diese Tests Aufschluss darüber geben, ob Du für eine klinische Studie geeignet wärst – passend zu Deinem genomischen Profil –, zu der er normalerweise keinen Zugang gehabt hätte.

© Jovana Milanko / Stocksy.com

Mutationen = fehlerhafte Veränderungen in der DNA, die der Körper in der Regel selbst behebt. Ist dies nicht der Fall, können sich die betroffenen Zellen zu Krebszellen entwickeln und unkontrolliert wachsen. Ein Tumor entsteht.
Das Erstellen eines umfassenden Tumorprofils (engl. comprehensive genomic profiling = CGP)  ist eine Form eines genetischen Tests. Diese Analyse liefert  relevante Informationen über die Erbgutveränderungen eines Tumors: Dabei wird mit einem einzigen Test die gesamte DNA eines Tumors auf mehrere hundert relevante Mutationen untersucht, die für das Entstehen von Krebs verantwortlich sein können. Mithilfe eines genetischen Tumorprofils können für Dich zudem passende klinische Studien und Therapien bestimmt werden – sowohl zielgerichtete als auch Immuntherapien.

Genetische Tumorprofile für Patienten mit seltenen und schwer therapierbaren Krebsarten

Genomische Tumorprofile eröffnen möglicherweise vielen Menschen mit Krebs zusätzliche Chancen. Für einige Patientengruppen verändert sich dadurch die Situation komplett. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit seltenen genetischen Veränderungen, die vorher nur wenige oder gar keine Behandlungsoptionen hatten. Durch einen umfassenden genomischen Test steht nun viele neue Möglichkeiten zur Verfügung.

Als Genom bezeichnet man die Gesamtheit aller Gene (Erbanlagen).

Einige seltene genetische Veränderungen wie etwa NTRK (neurotrophe Tropomyosin-Rezeptor-Kinase) und ROS1 (Protoonkogen ROS1) liegen in einer Vielzahl von Tumoren vor: Dazu zählen unter anderem Sarkome, triple-negativer Brustkrebs, Karzinomen in Kopf und Nacken, Speicheldrüsen sowie Blase und Lunge.
Vor zehn bis 15 Jahren wäre es sehr schwierig gewesen, dass Betroffene mit diesen seltenen Genveränderungen eine zielgerichtete Therapie erhielten.
Das Ganze glich der Suche einer Nadel im Heuhaufen. Durch die medizinischen Fortschritte und umfassende genetische Testverfahren können Ärzte heute Therapien verordnen, die zum Krebs des jeweiligen Patienten passen.

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