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Behandlung

Strahlentherapie bei Brustkrebs

Durch die Strahlentherapie bei Brustkrebs ist es vielen Patientinnen mit Brustkrebs möglich, statt einer Brustamputation eine brusterhaltende Operation zu bekommen. Durch die Bestrahlung nach der Operation werden eventuell verbliebene Tumorzellen zerstört und so das Rückfallrisiko für Brustkrebs minimiert.¹

Welche Verfahren zur Diagnose von Brustkrebs angewendet werden sowie alles Wichtige zu Überlebenschancen und Nachsorge erfährst du hier.

Wie funktioniert die Strahlentherapie bei Brustkrebs?

Im Gegensatz zu anderen Therapieformen wirkt die Strahlentherapie bei Brustkrebs nur lokal im Brustgewebe. Die tumorzerstörende Wirkung der Bestrahlung beruht auf der Schädigung des Erbmaterials der Zellen, wodurch die Zellen sich nicht mehr teilen und absterben. Sie werden dann von den Immunzellen des Körpers beseitigt. Die Strahlen wirken aber nicht spezifisch auf die Tumorzellen. Das heißt, auch gesunde Zellen erleiden Schäden am Erbmaterial. Allerdings funktioniert die Erbgut-Reparatur in gesunden Zellen besser als in Krebszellen und sie können sich wieder regenerieren. Die Strahlendosis, die ein Patient während der Strahlentherapie bekommen soll, wird auf mehrere Sitzungen verteilt, sodass die gesunden Zellen genug Zeit für die Reparatur der Erbgutschäden haben.2

„Die moderne Strahlentherapie hat heute die Möglichkeit, die Strahlen sehr genau zu richten.“

Prof. Dr. med. Nadia Harbeck, Leitung des Brustzentrums und Onkologischen Tagesklinik der Frauenklinik der Universität München

Wie läuft die Strahlentherapie bei Brustkrebs ab und wie oft wird bestrahlt?

Selten wird die Strahlentherapie als alleinige Behandlungsmethode eingesetzt; meist erfolgt sie im Anschluss an eine brusterhaltende Operation. Aber auch nach der Amputation der Brust kann eine Bestrahlung erfolgen. Diese zerstört eventuell verbliebene Krebszellen und kann das Rückfallrisiko deutlich minimieren. Sie erfolgt drei bis sechs Wochen nach der Operation, sobald die Operationswunden vollständig verheilt sind. Auch intraoperativ, also noch während der Operation, wird bei manchen Patientinnen das Tumorbett bestrahlt. Damit kann die Nachbestrahlung verkürzt werden.3 Ist zusätzlich zur Strahlentherapie eine Chemotherapie geplant, beginnt die Bestrahlung erst nach deren Abschluss. Manchmal wird die Bestrahlung auch zwischen Operation und Chemotherapie angewendet.

Jede Patientin erhält einen individuellen Zeitplan für die Strahlentherapie bei Brustkrebs. In der Regel wird über einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen an mehreren Tagen pro Woche bestrahlt. Die einzelne Bestrahlung selbst dauert nur wenige Sekunden und erfolgt ambulant in der Klinik oder Strahlentherapiepraxis.

Welche akuten Nebenwirkungen sind nach einer Bestrahlung bei Brustkrebs möglich?

Durch moderne Techniken in der Strahlentherapie kann der zu bestrahlende Bereich präzise ausgewählt werden. Der Vorteil ist, dass benachbartes Gewebe kaum belastet wird und sich eventuelle Nebenwirkungen nur auf diesen Bereich beschränken. Die Bestrahlung ist zu Beginn vor allem für die Haut belastend.4 Meist kommt es hier nach zwei bis drei Wochen zu schmerzhaften Rötungen, vergleichbar mit einem starken Sonnenbrand. Zudem kann die Brust anschwellen und überwärmen.

Eine intensive Pflege der Haut mit speziellen, dafür vorgesehenen Cremes kann Spannungen und Überwärmung lindern. Während dieser Zeit solltest du am besten keine Kleidung tragen, die dich einengt oder reibt und so zusätzlich zu Reizungen der Haut führen kann. Außerdem empfiehlt sich, auf Saunabesuche und Sonnenbäder zu verzichten. Weitere Nebenwirkungen der Strahlentherapie sind Müdigkeit (Fatigue), allgemeines Unwohlsein und Kopfschmerzen. Diese Symptome werden als sogenannter „Strahlenkater“ zusammengefasst. Dagegen können beispielsweise Bewegung an der frischen Luft oder gesunde Ernährung helfen. Die beschriebenen Nebenwirkungen klingen meist wenige Wochen nach der Bestrahlung von selbst wieder ab. Mehr über den Umgang mit möglichen Nebenwirkungen der Brustkrebstherapie erfährst du hier.

Schematische Darstellung der Strahlentherapie an einer weiblichen Brust
Strahlentherapie im Tumorbett
© Das K Wort

Welche Spätfolgen können nach einer Strahlentherapie bei Brustkrebs auftreten?

Nach der Bestrahlung bei Brustkrebs können als Spätfolgen eine Verkleinerung der Brust sowie Verfestigungen des Unterhautfettgewebes auftreten. Gelegentlich kann es auch zu Hautveränderungen kommen, wie zu einer Bräunung der Haut (Hyperpigmentierung) oder zu erweiterten Blutgefäßen unter der Haut (Besenreiser).

Durch die sorgfältige Planung der Strahlentherapie bei Brustkrebs und die genaue Dosierung der Bestrahlungsintensität lassen sich Nebenwirkungen und Spätfolgen minimieren und die Wirksamkeit verbessern.

Fragen, die du deinem Behandlungsteam vor Beginn der Strahlentherapie stellen kannst

  • Was bewirkt die Strahlentherapie? Welchen Nutzen habe ich davon?
  • Welche Vor- und Nachteile gegenüber anderen Therapiemöglichkeiten bietet die Strahlentherapie?
  • Wie viele Bestrahlungssitzungen sind für mich in welchem Zeitraum geplant?
  • Wie wird die Bestrahlung durchgeführt? Wie genau läuft die Strahlentherapie ab?
  • Welche Nebenwirkungen können bei mir auftreten?
  • Was kann ich gegen diese Nebenwirkungen tun?
  • Gibt es Langzeitnachwirkungen der Bestrahlung?
  • Kann meine Fruchtbarkeit durch die Bestrahlung eingeschränkt werden (vor allem bei Bestrahlung an Eierstöcken, Gebärmutter, Hoden oder Prostata)?
  • Wer ist mein Hauptansprechpartner während der Bestrahlungsbehandlung?
    (Name und evtl. Telefonnummer notieren)

Quellen

¹ https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/nejmoa1415340, zuletzt abgerufen am 26.04.2021.

² https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/therapieformen/strahlentherapie-bei-krebs.html, zuletzt abgerufen am 26.04.2021.

³ https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/strahlentherapie.php, zuletzt abgerufen am 26.04.2021.

⁴ https://www.nds-krebsgesellschaft.de/downloads/broschueren/nebenwirkung-krebstherapie_web.pdf, zuletzt abgerufen am 26.04.2021.

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