Bei Blasenkrebs, auch Harnblasenkarzinom genannt, hat sich in der Harnblase ein bösartiger Tumor gebildet. Tumoren bestehen aus Zellen, deren Erbinformationen verändert sind und sich deshalb schneller teilen als gesunde Zellen. Unbehandelt breiten sie sich rasch aus und zerstören gesundes Gewebe. Abwandernde Krebszellen können Tochtergeschwulste, sogenannte Metastasen, bilden, die andere Organe befallen.

Bei Blasenkrebs entstehen fast alle Tumoren im Deckgewebe, das die Harnblase auskleidet, dem sogenannten Urothel. Bei etwa drei Viertel der Patienten ist der Tumor bei der Diagnose auf das Deckgewebe begrenzt und wird daher als „nicht-muskelinvasiver“ Blasenkrebs bezeichnet. Bei einem Viertel der Patienten hat sich der Tumor bereits ausgebreitet und ist in die Muskelschicht der Harnblase eingewachsen. Mediziner sprechen dann von einem „muskelinvasiven“ Blasenkrebs. In einigen Fällen hat der Tumor bereits Absiedlungen, sogenannte Metastasen, in anderen Organen gebildet. Dann handelt es sich um „metastasierten“ Blasenkrebs. Es können sich auch gutartige Tumoren in der Harnblase bilden, die dann entfernt werden, denn auch gutartige Tumoren können mit der Zeit Beschwerden verursachen oder sich zu Blasenkrebs entwickeln.

Häufigkeit von Blasenkrebs

Laut Robert Koch-Institut erkrankten 2016 in Deutschland rund 16.500 an einem bösartigen Harnblasenkarzinom.¹ Hinzu kommen noch etwa 13.500 gutartige Tumoren der Harnblase. Diese werden operativ entfernt und benötigen keine weitere Therapie.²
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Blasenkrebs – Ursachen und Risikofaktoren

Aktives und passives Rauchen sind die Hauptrisikofaktoren für das Entstehen von Blasenkrebs. Auch bestimmte chemische Stoffe wie zum Beispiel Amine erhöhen das Risiko zu erkranken. Luftverschmutzung sowie Arsen und Chlor im Trinkwasser können eine Rolle spielen⁵, ebenso wie chronische Entzündungen der Harnwege oder eine genetische Veranlagung. Bis sich ein Blasenkarzinom entwickelt, kann es allerdings viele Jahre dauern.
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Blasenkrebs Symptome

Die Symptome eines Blasenkarzinoms sind unspezifisch. Das heißt, sie können viele andere Ursachen haben. Dennoch solltest Du die folgenden Anzeichen ernst nehmen und unbedingt von einem Urologen abklären lassen:

Schmerzen beim Wasserlassen, ohne dass eine Blasenentzündung vorliegt.
Häufiger Harndrang – es werden aber nur kleine Mengen Urin abgegeben (Pollakisurie).
Rot- oder Braunfärbung des Urins, ein typisches Symptom, das bei 80 Prozent der Blasenkrebspatienten auftritt, ohne Schmerzen zu verursachen. Die Verfärbung kann ein Hinweis auf Blut im Urin sein (Hämaturie).
Erschwertes oder nur tröpfchenweises Wasserlassen, manchmal mit Schmerzen verbunden (Dysurie).
Schmerzen im Unterleib: In späteren Stadien kann Blasenkrebs zu Unterleibsschmerzen oder Beschwerden in der Nierengegend führen.
Patientenleitlinie Blasenkrebs
E-Guide - Wie wird Krebs behandelt

Blut im Urin – von Frauen oft übersehen

Zwar erkranken deutlich mehr Männer an Blasenkrebs, bei Frauen geht der Tumor aber häufig mit einer schlechteren Prognose einher. Denn bei Frauen bleibt der Krebs oft länger unerkannt und ist bei Diagnose bereits weiter fortgeschritten. Ein Grund hierfür ist, dass Frauen eines der Hauptanzeichen für Blasenkrebs – Blut im Urin – häufig als Schmier- oder Zwischenblutung missdeuten. Bei Blasenbeschwerden mit ungeklärter Ursache sollten Frauen unbedingt einen Urologen aufsuchen.

Diagnose Blasenkrebs

Am Anfang jeder Blasenkrebs-Diagnose steht immer ein ausführliches Gespräch mit dem Urologen. Er fragt Dich nach Deiner Krankengeschichte, Deinen aktuellen Beschwerden, Deinen Lebensumständen, ob und welche Medikamente Du einnimmst und nach eventuellen Risikofaktoren. Diese gründliche Erörterung heißt Anamnese. Anschließend folgt eine gründliche körperliche Untersuchung.

Blut- und Laboruntersuchungen

Eine häufige Ursache für Blut im Urin ist eine durch Bakterien verursachte Blasenentzündung, die mit einer Antibiotikatherapie behandelt werden kann. Zunächst wird Dein Arzt eine Urinprobe auf Blut und Entzündungszellen untersuchen. Mithilfe einer Urinkultur kann er feststellen, ob ein Infekt der Harnwege vorliegt. Bei Verdacht auf Blasenkrebs wird Dein Arzt mittels einer Urinzytologie nach Tumorzellen im Urin suchen. Die Urinzytologie gehört auch zur regelmäßigen Vorsorge von Risikopatienten, zum Beispiel, wenn in Deiner Familie bereits häufiger Blasenkrebs aufgetreten ist.

Bildgebende Verfahren

Gibt es im Urin Hinweise auf einen Tumor, wird Dein Arzt bildgebende Verfahren einsetzen, um Veränderungen der Blase sichtbar zu machen:

Eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) und eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmitteln (Urografie) helfen, die Diagnose Blasenkrebs abzusichern. So werden auch eventuell vorhandene Nieren- oder Blasensteine sichtbar, die auch Ursache Deiner Beschwerden sein können.

Um noch genauer sehen zu können, wie groß ein Tumor ist und wo er genau liegt, wird Dein Arzt eventuell auch eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) veranlassen. Bei einer CT erstellt eine spezielle Röntgenuntersuchung einen Querschnitt des Körpers. Tumoren, vergrößerte Lymphknoten und mögliche Tochtergeschwülste werden so sichtbar.

Bei einer MRT entstehen mithilfe von Magnetfeldern und Radiowellen Bilder des Körpers mit hoher Auflösung. Durch ein Kontrastmittel kann der Tumor noch besser sichtbar gemacht werden. Mehr zu bildgebenden Verfahren, die eingesetzt werden, um Krebs zu diagnostizieren, erfährst Du auch auf der Webseite des Krebsinformationsdienstes.

Blasenspiegelung

Bei einer Blasenspiegelung, auch Urethozytoskopie genannt, führt der Arzt eine winzige Kamera, die sich am Ende eines dünnen flexiblen Schlauchs befindet (Zystoskop), durch den Harnleiter in Blase ein. Um das Einführen zu erleichtern, kommt ein Gleitgel mit einem schmerzstillenden Medikament zum Einsatz. Über einen Monitor kann der Arzt Tumoren oder auffällige Stellen sehen. Der Vorteil ist, dass bei Bedarf gleich eine Gewebeprobe entnommen und untersucht werden kann (Biopsie). Eine Blasenspiegelung findet meist ambulant statt.

Eine besondere Form der Blasenspiegelung ist die transurethrale Resektion, kurz TUR genannt. Wenn ein Tumor in der Harnblase wahrscheinlich ist, kann Dein Arzt größere Gewebeproben entnehmen. Kleinere, nicht-muskelinvasive Tumoren können mit dieser Methode sogar direkt während der Untersuchung vollständig entfernt werden. Diagnose und Behandlung erfolgen also in einem Schritt. Weil die TUR ein etwas größerer Eingriff als eine normale Blasenspiegelung ist, erfolgt sie unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung stationär.

Knochenszintigrafie zum Ausschluss von Metastasen

Besteht der Verdacht, dass der Tumor bereits Metastasen gebildet hat, erfolgt eine Knochenszintigrafie. Denn häufig bildet Blasenkrebs Knochenmetastasen, die mithilfe dieses Verfahrens sichtbar gemacht werden können. Du erhältst ein schwach radioaktives Kontrastmittel über eine Vene, welches sich in den Knochen anreichert. Auf den anschließend angefertigten Röntgenaufnahmen lassen sich Metastasen dann gut erkennen.

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Sollte Verdacht bestehen, dass der Tumor bereits Knochenmetastasen gebildet hat, können Röntgenaufnahmen Klarheit verschaffen.

Stadien von Blasenkrebs

Auf Basis aller Untersuchungsergebnisse kann Dein Arzt die Art und das Stadium der Erkrankung bestimmen, von dem die weitere Behandlung abhängt (Staging). Um einheitlich zu beschreiben, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat, ob bereits Lymphknoten befallen sind oder ob Metastasen vorhanden sind, hat sich die internationale TNM-Klassifikation bewährt.

TNM-Klassifikation

T beschreibt die Größe und örtliche Ausdehnung des Tumors (Primärtumor).

N beschreibt, ob und wie viele Lymphknoten befallen sind.

M gibt an, ob Metastasen vorhanden sind.
Je nachdem, mit welcher Methode die Tumorausbreitung bestimmt wurde, steht ein kleines „c“ bzw. ein kleines „p“ vor den Buschstaben T, N und M. Das „c“ steht für „klinisch“ (engl. clinical) und bedeutet, dass die Klassifikation mithilfe von bildgebenden Verfahren erfolgte. Steht dagegen ein „p“ für „pathologisch“ davor, wurde Tumorgewebe – nach Biopsie oder Operation – für die Stadieneinteilung untersucht.

Nach der TNM-Klassifikation beschreiben die Stadien pTa, pTis und pT1 nicht-muskelinvasiven Blasenkrebs. Bei den Stadien pT2 bis pT4 handelt es sich um muskelinvasiven Blasenkrebs. Das Stadium M1 heißt, dass ein metastasierter Blasenkrebs vorliegt .

Blasenkrebs Therapie

Dein Arzt wird Dich ausführlich über die für Dich infrage kommenden Behandlungsmöglichkeiten aufklären. Gemeinsam entscheidet Ihr dann, welche Therapie in Deiner Situation am besten für Dich ist.
Welche Therapie infrage kommt, richtet sich nach dem Tumorstadium und ob es sich um einen muskelinvasiven oder nicht-muskelinvasiven Tumor handelt.

Behandlung von nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs

Die Therapie der Wahl bei nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs ist die sogenannte transurethrale Resektion (TUR) . oder zusätzlich eine Blasenspülung mit Medikamenten (Instillationstherapie) im Anschluss an die TUR.

Wenn der Tumor sich lediglich im Deckgewebe der Harnblase befindet, kann er meist mithilfe der transurethralen Resektion (TUR) bereits während der Diagnose-Untersuchung entfernt werden.

Wie bei der Blasenspiegelung führt der Arzt über die Harnröhre einen starren Schaft in die Blase ein, in dem sich eine kleine Kamera und eine Drahtschlinge befinden. Zeigt das Kamerabild einen oberflächlichen Tumor, entnimmt er mithilfe der Drahtschlinge Gewebeproben. Die Schlinge steht unter Hochfrequenzstrom und erlaubt es häufig, nicht-muskelinvasive Tumoren komplett zu entfernen oder zu zerstören.
Schematische Übersicht der transurethralen Resektion (TUR)
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Um einem Rückfall vorzubeugen, folgt auf eine TUR die sogenannte Instillationstherapie. Hierbei spült der Arzt bestimmte Medikamente in die Blase ein. Dadurch sollen einzelne Krebszellen, die möglicherweise bei einer TUR in der Blase zurückbleiben, entfernt und das Rückfallrisiko gesenkt werden. Zum einen kommen dabei Zytostatika wie bei einer Chemotherapie zum Einsatz. Diese zerstören sich schnell teilende Zellen wie Krebszellen. Bei Patienten mit hohem Rückfallrisiko kann die Blase auch mit Immuntherapeutika gespült werden. Dabei handelt es sich um Wirkstoffe, die das körpereigene Immunsystem dazu anregen, Krebszellen abzuwehren. Bei der Blasenspülung wird dafür eine Aufbereitung aus lebenden Bakterien (Bacillus Calmette Guérin, BCG) verwendet. BCG ruft – ähnlich wie bei einer Impfung – eine Immunreaktion in der Blase hervor.

Für eine Instillationstherapie musst Du in der Regel nicht im Krankenhaus bleiben. Sie kann auch ein niedergelassener Urologe vornehmen.

Behandlung von muskelinvasiven Blasenkrebs


Bei muskelinvasivem Blasenkrebs gibt es mehrere Therapien, die zum Teil miteinander kombiniert werden:

● Verschiedene Operationsverfahren
Chemotherapie
Strahlentherapie
Immuntherapie (bei metastasiertem Blasenkrebs)

Tumorboard – Entwicklung eines individuellen Therapieplans

Je nach Klinik beraten Experten unterschiedlicher Fachrichtungen gemeinsam über die für Dich infrage kommenden Optionen in einer sogenannten Tumorkonferenz, auch Tumorboard genannt. Das Ergebnis eines solchen Tumorboards wird Dir Dein Arzt umfassend erklären. Denn die Entscheidung, welche Behandlungsmethode bei Dir zum Einsatz kommt, trefft ihr gemeinsam. Es ist es wichtig, dass Du Deine Behandlungsmöglichkeiten wirklich verstehst. Frage so lange nach, bis Dir alle Einzelheiten klar sind.

Bei muskelinvasivem Blasenkrebs reicht die TUR als Therapie nicht aus. Stattdessen muss die gesamte Harnblase (radikale Zystektomie) sowie die Lymphknoten im Becken operativ entfernt werden. Manchmal ist es auch möglich, nur einen Teil der Blase zu entfernen (Teilresektion). Häufig müssen auch Nachbarorgane entfernt werden. Bei Frauen werden dann Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter und Teile der Scheidenwand entnommen, bei Männern Prostata und Samenbläschen.

Blasenersatz: Die Blasenfunktion wieder herstellen

Wenn die Blase komplett entfernt wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihre Funktion zu ersetzen und den Harn zu sammeln und abzuleiten. Ärzte unterscheiden zwischen sogenannter „trockener“ und „nasser“ Harnableitung. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Bei der nassen Variante wird der Harn in einem über eine Öffnung in der Bauchdecke angeschlossenen Beutel (Stoma) gesammelt. Der Harn fließt kontinuierlich in diesen Beutel, daher kommt der Name „nasses“ Stoma.
Schematische Übersicht der transurethralen Resektion (TUR)
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Bei der trockenen Harnableitung formt der Chirurg eine „neue“ Blase (Neoblase) aus einem Stück Dünndarm. Sie wird an die natürlichen Harnleiter angeschlossen. Diese Variante ist sehr diskret. Allerdings spürst Du nicht, wann die Neoblase voll ist und musst beim Entleeren durch Drücken auf den Bauch nachhelfen. Die Operation ist deutlich aufwendiger als für die Stoma-Variante.
Schematische Übersicht der transurethralen Resektion (TUR)
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Für die trockene und die nasse Methode gibt es weitere Varianten, die Du Dir hier anschauen kannst. Welche Harnableitung für Dich passt, hängt unter anderem von Deinem Allgemeinzustand ab. Dein Arzt wird eine individuelle Lösung mit Dir besprechen, bei der auch Deine Wünsche berücksichtigt werden. Nimm Dir Zeit und frage nach, falls Du etwas nicht verstehst.
Schematische Übersicht der transurethralen Resektion (TUR)
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Oft ist es sinnvoll, die Operation durch eine anschließende Chemotherapie zu ergänzen. Dabei kommen sogenannte Zytostatika zum Einsatz, die die besonders schnell wachsenden Tumorzellen angreifen und ihr Wachstum hindern. Es gibt verschiedene Zytostatika mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. Sie werden meistens kombiniert, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen.

Eine Strahlentherapie kann eine Operation ergänzen. Sie hat den Vorteil, nur lokal auf den Bereich des Tumors zu wirken und nicht im ganzen Körper. Der Tumor wird gezielt einer hohen Strahlendosis ausgesetzt. Die durch die Strahlung verursachten Schäden können die Tumorzellen nicht reparieren und sterben ab. Die dazu nötige Strahlendosis kann auf mehrere Termine verteilt werden. Wenn der Allgemeinzustand des Patienten eine Operation nicht erlaubt, kann eine Strahlentherapie die Operation eventuell ersetzen.

Bei der Trimodalen Therapie werden TUR, Chemo- und Strahlentherapie kombiniert. Sie kommt zum Einsatz, wenn eine Operation nicht möglich ist.

Behandlung von metastasiertem Blasenkrebs

Hat der Tumor schon in andere Organe gestreut, wird oft die Blase nicht mehr entfernt, es sei denn, sie verursacht Beschwerden, wie zum Beispiel Schmerzen. Meist wird eine Chemotherapie eingesetzt, um auch die im Körper verstreuten Krebszellen zu zerstören. Verursachen Metastasen Beschwerden, werden sie möglichst operativ entfernt. Eine Bestrahlung der Metastasen ist auch möglich. Bei der Chemotherapie werden verschiedene Medikamente eingesetzt, die auch miteinander kombiniert werden, um die Wirksamkeit der Behandlung zu erhöhen.

Blasenkrebs streut häufig in Lunge, Leber, Knochen oder Lymphknoten.

Die Krebsimmuntherapie eröffnet neue Behandlungsmöglichkeiten für bereits weiter fortgeschritten Blasenkrebs, der bereits Metastasen gebildet hat. Der Ansatz der Immuntherapie liegt darin, das körpereigene Immunsystem zu unterstützen. Tumorzellen täuschen das Immunsystem und können so ihrer Zerstörung durch die Immunzellen des Körpers entgehen. Das Immunsystem erkennt die Krebszellen nicht als „fremd“ und „übersieht“ sie.

Die Folge ist, dass der Tumor ungestört wachsen kann. Die Immuntherapie hat einen Weg gefunden, diese Tarnung der Tumorzellen aufzuheben. Das Immunsystem erkennt die Krebszellen wieder und kann sie zerstören.

Die Anwendung der Krebsimmuntherapie erfolgt als Infusion und wird alle zwei bis sechs Wochen verabreicht.

Unterstützende Behandlung und Palliativmedizin


Zu einer Krebstherapie gehört immer auch eine umfassende Behandlung von Symptomen oder Nebenwirkungen der Therapie. Ziel ist immer, eine möglichst hohe Lebensqualität für den Patienten zu gewährleisten.

Schmerzen lassen sich in der Regel gut behandeln. Die moderne Schmerztherapie ermöglicht Betroffenen ein Leben mit möglichst wenig Schmerzen. Wichtig ist, dass die Dosierungen der jeweiligen Medikamente rasch und individuell angepasst werden.

Eine kurative Therapie verfolgt das Ziel, eine Erkrankung zu heilen. Die Palliativmedizin beschreibt dagegen die unterstützende Behandlung von Patienten mit weit fortgeschrittener, nicht mehr heilbarer Erkrankung. Die palliative Behandlung betrachtet immer den ganzen Menschen, nicht nur seine rein körperlichen Beschwerden. Auch seelische Belastungen, Sorgen und Ängste sollen aufgefangen werden. Deshalb arbeiten hier auch Experten aus verschiedenen Fachbereichen zusammen: Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Musiktherapeuten und andere. Die Palliativmedizin kann die Lebensqualität insbesondere bei fortgeschrittenem Blasenkrebs verbessern, steht aber allen Patienten zur Verfügung.

Nebenwirkungen, Komplikationen und Langzeitfolgen von Blasenkrebs


Wie bei allen medizinischen Verfahren sind auch bei der Behandlung von Blasenkrebs Begleiterscheinungen möglich.

Eine TUR kann beispielsweise zu ähnlichen Beschwerden führen, wie sie bei einer Blasenentzündung auftreten können, wie beispielweise:
● Häufiger Harndrang
● Schmerzen beim Wasserlassen
● Infektionen
● Blut im Urin
● Komplikationen im Zusammenhang mit der Narkose

Auch bei der Installationstherapie können durch die Spülung der Blase lokale Entzündungen auftreten, die aber meist rasch verheilen. Wird BCG bei der Blasenspülung eingesetzt, kann es auf den ganzen Körper einwirken: Es kann zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Übelkeit kommen.

Zu den möglichen Nebenwirkungen einer Chemotherapie zählen: Erhöhte Infektanfälligkeit, Blutarmut (Anämie), entzündete Mundschleimhaut, Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen oder Haarausfall.

Bei einer Strahlentherapie sind folgende Nebenwirkungen möglich: Lokal begrenzte Reizungen und Entzündungen der Haut im Bereich des bestrahlten Gewebes, Reizungen an benachbartem Gewebe, wie etwa dem Darm, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Die Krebsimmuntherapie ist der Regel gut verträglich. Aber auch hier können Nebenwirkungen wie Hautausschläge und verschiedene Entzündungen an einzelnen Organen auftreten. Wichtig ist, dass Du Dich bei Anzeichen für diese Nebenwirkungen sofort bei Deinem Behandlungsteam meldest. Eine zeitnahe Behandlung kann einer Verschlimmerung der Beschwerden vorbeugen.

Operationen sind stets mit einem gewissen Narkoserisiko verbunden. Ebenso können Infektionen oder Schwierigkeiten bei der Wundheilung auftreten.

Eine komplette Entfernung der Blase (Zystektomie) kann die Sexualität bei Frauen und Männern beeinflussen. Eine mögliche Folge ist ein gestörtes Erektionsvermögen bei Entfernung der Prostata. Frauen, deren Eierstöcke entnommen wurden, kommen vorzeitig in die Wechseljahre, da die Hormonproduktion eingeschränkt ist. Hormonpräparate können den Mangel ausgleichen.

Trotz moderner Operationsverfahren können bei Blasenersatz Infektionen der Harnwege auftreten. Du kannst vorbeugend viel trinken. Nasse Varianten erfordern sorgfältige Hautpflege. Es kommt häufiger zu Störungen am Stoma wie Narbenbildung und Entzündungen.

Prognose –Lebenserwartung bei Blasenkrebs

Auch bei Blasenkrebs gilt: Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind Heilungs- und Überlebenschancen. Bei rund 13.000⁹ Betroffenen wird der Blasenkrebs in einem frühen Stadium erkannt. Es gibt keine regelmäßigen von den gesetzlichen Krankenkassen angebotenen Vorsorgeuntersuchungen für Harnblasenkrebs wie für Brust-, Haut- oder Darmkrebs. Unklare Beschwerden solltest Du immer beim Arzt abklären lassen. So kann Blasenkrebs früh erkannt werden.
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Nachsorge von Blasenkrebs

Die Nachsorge erfolgt direkt im Anschluss an Deine Krebsbehandlung. Nutze die regelmäßigen Nachsorgetermine, denn Rezidive – ein Wiederauftreten des Tumors – sind bei Blasenkrebs recht häufig und sollten möglichst früh erkannt werden. Die Nachsorgetermine sind auch dazu da, Begleiterscheinungen der Therapie behandeln zu lassen oder Probleme in Alltag oder Beruf anzusprechen. In der Regel führt die Nachsorgetermine ein Urologe durch. Du kannst auch die Ambulanz des Krebszentrums nutzen, das Dich behandelt hat. Die Untersuchungsformen kennst Du bereits aus der Zeit der Diagnose: Blut- und Urintests und verschiedene bildgebende Verfahren sollen Auskunft darüber geben, ob der Krebs unter Kontrolle ist.

Die zeitlichen Abstände der Nachsorgetermine richten sich nach der Art der Blasenkrebserkrankung, dem Verlauf, dem Alter und nach Deinem persönlichen Befinden. Anfangs erfolgen sie meist etwa alle drei Monate, ab dem 5. Jahr reicht ein Kontrollcheck einmal jährlich aus. Dein Arzt wird mir Dir einen individuellen Nachsorgeplan erstellen.

Wenn Du mehr über Blasenkrebs wissen möchtest, kannst Du auch die Informations-Broschüre „Fokus Blasenkrebs“ im Service-Bereich der Seite www.info-blasenkrebs.de herunterladen.
Zusammenfassung zu Blasenkrebs
  • An Blasenkrebs erkranken deutlich mehr Männer als Frauen. Hauptrisikofaktor ist das Rauchen. Die Symptome sind oft unspezifisch. Bei 80 Prozent¹² der Betroffenen verfärbt Blut den Urin rot oder braun.
  • Blasenkrebs wird häufig im frühen Stadium erkannt und kann dann gut behandelt werden. Ist die Entfernung der Harnblase nötig, kann ihre Funktion ersetzt werden. Es gibt verschiedene Operationsmöglichkeiten, die Betroffenen einen relativ normalen Alltag ermöglichen.
  • Die Krebsimmuntherapie erweitert die Behandlungsmöglichkeiten für fortgeschrittenen metastasierten Harnblasenkrebs. Weil Rezidive vergleichsweise häufig auftreten, ist Nachsorge besonders wichtig.
Nützliche Adressen bei Blasenkrebs
Ansprechpartner und Adressen kannst Du auch vor Ort über den Kliniksozialdienst oder Deinen Arzt erfragen. Hier findest Du wichtige Adressen rund um das Thema Leben mit Krebs:
Selbsthilfe-Bund Blasenkrebs e. V.
Informiert Patienten, Angehörige und Interessierte allgemeinverständlich und patientennah. Du findest auch Selbsthilfe-Gruppen in Deiner Nähe.
https://www.blasenkrebs-shb.de/
Online-Selbsthilfegruppe
Diskussionsforum rund um das Thema Blasenkrebs.
https://www.forum-blasenkrebs.net/
Deutsche ILCO
Selbsthilfeorganisation für Stomaträger (Menschen mit künstlichen Darm- oder Harnausgang).
https://www.ilco.de/
Deutsche Kontinenz-Gesellschaft
Viele praktische Informationen und nützliche Tipps rund um das Thema Blasenkrebs.
https://www.kontinenz-gesellschaft.de/Startseite.2.0.html
Urologenportal
Portal für Patienten und Fachbesucher mit vielen aktuellen Information.
https://www.urologenportal.de/
Krebsinformationsdienst
Das Deutsche Krebsforschungszentrum gibt umfassende Informationen rund um das Thema Krebs. Hier findest Du auch Krebsberatungsstellen in Deiner Nähe.
https://www.krebsinformationsdienst.de/service/adressen/krebsberatungsstellen.php
Psychotherapeuten und Psychoonkologen in Deiner Nähe
findest Du hier:
https://www.krebsinformationsdienst.de/service/adressen/psychoonkologen.php
Bundesministerium für Gesundheit
Über Pflege- und Palliativversorgung informiert auch das Bundesministerium für Gesundheit:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege.html
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin
Bundesweite Adressen und Informationen zu palliativmedizinischen Themen findest Du im Wegweiser Hospiz – und Palliativversorgung Deutschland.
https://www.dgpalliativmedizin.de/
Deutsche Stiftung Patientenschutz für Schwerstkranke, Pflegebedürftige und Sterbende
Berät und informiert auch im persönlichen Gespräch rund um die Themen Pflege, Patientenverfügung oder Vollmachten.
https://www.stiftung-patientenschutz.de/
Deutsche Schmerzgesellschaft e. V.
Fördert die Schmerzforschung und die Verbesserung der schmerztherapeutischen Versorgung in Deutschland. Hier findest Du Adressen schmerzmedizinischer Einrichtungen:
https://www.schmerzgesellschaft.de/

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