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Gesundheit

Rauchen und Krebs: Gute Gründe aufzuhören

Rauchen kann nicht nur zu Krebs führen, es wirkt sich auch negativ auf die Therapie aus. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall, mit dem Rauchen aufzuhören. Was dabei helfen kann und welche Vorteile es darüber hinaus auch noch für deine Gesundheit bringt, erfährst du hier. 

Kannst du dir vorstellen, dass im Jahr 2020 rund 75 500 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens gestorben sind? Die mit Abstand häufigste Todesursache dabei waren Krebserkrankungen. Insgesamt wurden rund 375.200 Menschen mit Erkrankungen, die auf das Rauchen zurückzuführen sind, in Krankenhäusern behandelt.1 

Leider sinken die Zahlen auch nicht: Vor der Corona-Pandemie lag der Anteil der Raucherinnen und Raucher in der Bevölkerung ab 14 Jahren noch bei etwa 26 bis 27 Prozent. Ende 2021 war die Quote dann schon auf 30,9 Prozent gestiegen.

Überzeugende Gründe für einen Rauchstopp

Wenn für dich Tabak und Zigaretten immer noch zum Alltag dazugehören, solltest du vielleicht einen Rauchstopp in Erwägung ziehen. Dieser bringt viele Vorteile mit sich – gesundheitlich, finanziell, aber auch emotional und in puncto Aussehen und Fitness.  

Nichtrauchen: Sinkendes Risiko für Lungenkrebs 

Lungen- und Bronchialkrebs, Kehlkopf- oder Luftröhrenkrebs ist bei den raucherspezifischen Erkrankungen die häufigste Todesursache. Für Frauen ist das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegen. Betraf die Todesursache Lungen- und Bronchialkrebs im Jahr 2000 noch 23 Frauen je 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner, so waren es 2020 fast 40 Frauen – ein Anstieg um 73 Prozent.3 Am besten verzichtest du so früh wie möglich darauf. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Nach zehn rauchfreien Jahren halbiert sich dieses Risiko.4 

Nach dem Aufhören: Die Atemwege erholen sich 

Wer das Rauchen aufgibt, tut seinen Atemwegen etwas Gutes: Deren Funktion beginnt sich schon wenige Wochen nach der letzten Zigarette zu erholen. Raucherhusten und Atemwegsbeschwerden verbessern sich ebenfalls. Das kann jedoch ein bis neun Monate dauern. Solltest du an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden, wirkt sich der Rauchstopp auch darauf positiv aus: Die Symptome nehmen ab, der Krankheitsverlauf wird verlangsamt und die Lebenswartung kann sich erhöhen.

Rauchstopp: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinken

Hörst du mit dem Rauchen auf, sinkt damit dein Risiko für die meisten Krebsarten innerhalb einiger Jahre deutlich. Bereits wenige Tage nachdem du mit dem Rauchen aufgehört hast, sinkt der Blutdruck und damit das Risiko, eine Herz-Kreislauferkrankung zu bekommen. Selbst in der Altersgruppe 60+ sorgt ein Rauchstopp im Vergleich zu denjenigen, die weiter rauchen, für weniger Herzkreislauferkrankungen. Keine positive Wirkung hat es allerdings, nur weniger zu rauchen.5 Solltest du bereits eine Herz-Kreislauferkrankung haben und nimmst dagegen Medikamente ein, unterstützt ein Rauchstopp die Therapie. 

Aussehen, Fitness & Gesundheit verbessern

Schluss mit Nikotin heißt auch Schluss mit unschönen Verfärbungen an Fingern und Zähnen sowie dem beißendem Rauchgeruch. Außerdem bekommst du eine glattere Haut und einen frischeren Teint. Als Nichtraucherin oder Nichtraucher nehmen darüber hinaus deine Fitness und Belastbarkeit zu. Und du tust etwas für deine Gesundheit und die deiner Mitmenschen.3 

Mehr Kontrolle über dich und das Portemonnaie

Das Gute am Nichtrauchen ist: du bestimmst jetzt selbst, wann es Zeit ist, eine Pause zu machen – und nicht deine Sucht. Außerdem sparst du jede Menge Geld, mit dem du dir einen Extra-Wunsch erfüllen kannst.  

Raucher setzen die Krebstherapie aufs Spiel 

Wie du siehst, gibt es gute Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören. Dazu kommt eine weitere wichtige Erkenntnis, die Ärztinnen und Ärzte in Untersuchungen gewonnen haben: Wer nach der Krebsdiagnose und während der Therapie weiterraucht, gefährdet den Behandlungserfolg – und damit natürlich sein Überleben.6 

Infografik zu Auswirkungen von Rauchen während der Krebstherapie auf Lebensqualität und Prognose
Rauchen trotz Krebstherapie – das sind die Auswirkungen
© Das K Wort

Es lohnt sich also in jedem Fall, mit dem Rauchen aufzuhören. Wir haben uns einmal umgehört, wie andere es geschafft haben. 

Bernd, 54 Jahre alt

„Aufhören könnte meine Chancen verbessern, den Krebs zu überleben“

Story

„Ganz ehrlich: Mein Arzt hat mich wachgerüttelt. Als die Krebsdiagnose feststand, meinte er, dass ich ruhig weiterrauchen könnte. Ich würde halt nur wahrscheinlich eher sterben. Ich könnte aber auch aufhören. Das würde meine Chancen, den Krebs zu überleben, deutlich verbessern. Im ersten Moment waren diese Worte schon ein Schlag ins Gesicht – den ich aber gebraucht habe. Ein paar Tage später habe ich ihn dann gefragt, ob er mir denn helfen könnte, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich war mir sicher, dass ich es alleine nicht schaffen würde. Ein paar Mal hatte ich es nämlich schon versucht, aber ohne Plan. Er hat mir dann ein spezielles Online-Programm, ‚Rauchfrei‘, empfohlen, mit dem ich es dann auch tatsächlich geschafft habe. Natürlich weiß ich nicht, ob ich auch ohne Rauchstopp wieder gesund geworden wäre. Was ich aber weiß: Ich bin viel fitter als vorher.“ 

Martha, 27 Jahre alt  

„Das Verlangen auf andere Art befriedigen“  

Story

„Ich bin noch dabei, von der Zigarette loszukommen. Warum ich überhaupt angefangen habe, weiß ich gar nicht so genau. Wahrscheinlich war es dieses „In der Clique-dazu-gehören-wollen“. Inzwischen ist mir bewusst, wie schädlich Rauchen ist. Ich habe es tatsächlich auch schon einmal geschafft, aufzuhören – für ein halbes Jahr. Aber dann hat mein Freund mich sitzenlassen und ich habe wieder angefangen. Das war vor einem Jahr. Jetzt mache ich eine Verhaltenstherapie, bei der ich lerne, das Verlangen nach der Zigarette anderweitig zu befriedigen. Die ersten Sitzungen waren gut und ich hoffe, dass ich es diesmal dauerhaft schaffe. Von dem gesparten Geld werde ich mir etwas Schönes gönnen. Ich sammle es in einem großen Glas und kann zuschauen, wie es täglich mehr wird.“ 

Michael, 39 Jahre alt

„Der Kampf hat sich gelohnt“

Story

„Mein Opa hat mich dazu gebracht, mit dem Rauchen aufzuhören. Leider konnte ich mich dafür nicht mehr bei ihm bedanken. Er ist an Lungenkrebs gestorben. Die letzten Monate waren so schrecklich, dass es bei mir Klick gemacht hat. Ich habe es dann erst so versucht, aber ohne Erfolg. Geholfen haben letztendlich unzählige Packungen Nikotinpflaster und Nikotinkaugummis. Damit habe ich die echt heftigen Entzugserscheinungen gut in den Griff bekommen. Zusätzlich habe ich einige Bücher gelesen und mir die Tipps rausgesucht, die zu mir passen. Auch wenn es ein echter Kampf war: Er hat sich gelohnt. Ich bin jetzt mittlerweile seit 2,5 Jahren rauchfrei und selbst, wenn sich meine Freunde eine Kippe anmachen, spüre ich kein Verlangen mehr. Jetzt versuche ich noch, meine Eltern davon zu überzeugen, auch aufzuhören.“ 

7 Hilfen fürs Aufhören

  1. Online-Programme
    Rauchfrei“ von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die „Online Selbsthilfe Tabak“ ein Angebot der Salus Kliniken
  2. Nichtraucher-Apps 
    Rauchfrei Lite, Smoke free oder Kwit können dich auch deinem Weg zur Nichtraucherin oder zum Nichtraucher unterstützen. Sie stehen kostenlos zum download in den Stores zur Verfügung. 
  3. Informationsbroschüre
    „Ja, ich werde rauchfrei“ als PDF
  4. Nikotinersatzprodukte
    Pflaster, Kaugummi, Nasenspray oder Tabletten können helfen, die Zigarette zu ersetzen
  5. Kurse
    Viele Krankenkassen bieten kostenlose Nichtraucherkurse an. Nachfragen lohnt sich!
  6. Psychotherapeutische Behandlungen
    Verhaltenstherapie, Akkupunktur oder Hypnose zahlen manche Kassen. Einfach mal nachfragen!
  7. Selbsthilfe-Gruppen
    Der Bundesverband Selbsthilfe Lungenkrebs bietet sich dazu an. Wenn du aber lieber nicht selbst hingehen möchtest, kann https://www.selbsthilfetabak.de/Portal weiterhelfen. 

Inhaltlich geprüft: M-DE-00014786 

Quellen

¹ https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/05/PD22_N033_23.html, Zuletzt abgerufen am 30.11.2022 

² https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheit-rauchen-fordert-jaehrlich-rund-75-500-menschenleben-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-220530-99-482151, zuletzt abgerufen am 30.11.2022

³ https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/05/PD22_N033_23.html, zuletzt abgerufen am 30.11.2022 

⁴ DKFZ_FzR_10 Gr.nde (Page 1), zuletzt abgerufen am 30.11.2022

⁵ FzR_2018_Rauchen-und-Herz-Kreislaufsystem.pdf (dkfz.de), zuletzt abgerufen am 30.11.2022

⁶ Ärzteblatt | Rauchen verschlechtert die Wirksamkeit von Krebstherapien, zuletzt abgerufen am 30.11.2022

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