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Sarkom – seltene Krebsform mit vielen Gesichtern

Sarkome sind eine besondere Tumorform. Ihren Ursprung haben die bösartigen Tumoren im Binde- oder Stützgewebe des Körpers. Sarkome können im ganzen Körper auftreten. Weil sie kaum Schmerzen bereiten, werden Sarkome zunächst oft als harmlose Schwellung abgetan.

Die seltenen Krebsart Sarkom tritt vor allem im Weichteilgewebe, aber auch in stützendem Gewebe wie Knorpel und Knochen auf.

Sogenannte Karzinome entstehen dagegen in Gewebe, das die inneren und äußeren Körperoberflächen ausbildet (Deck- oder Drüsengewebe), zum Beispiel Haut oder Schleimhäute. Ärzte unterscheiden zwischen sogenannten Weichteilsarkomen und Sarkomen des Skelettsystems.

Sarkom: aus dem Griechischen von „sarcos“ Fleisch und „oma“ Geschwulst.

Allein von den Weichteilsarkomen gibt es mehr als 70 verschiedene Unterarten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Die meisten wachsen rasch und neigen zur Absiedlung von Tochtertumoren (Metastasierung). Andere Sarkomarten wachsen nur lokal, ohne Metastasen zu bilden. Sie heißen intermediäre Sarkome. Sarkome sind selten und wegen ihrer unauffälligen Symptomatik schwer zu erkennen.

Daher ist es bei einem Verdacht auf ein Sarkom besonders wichtig, kompetente Spezialisten zu finden, die viel Erfahrung mit der Diagnose und Behandlung dieses speziellen Tumortyps haben.

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Wie häufig sind Sarkome

Sarkome gehören zu den seltenen Tumoren. 2014 erkrankten in Deutschland 3.910 Menschen – 2.040 Männer und 1.870 Frauen. ¹

Nur etwas mehr als ein Prozent aller Krebserkrankungen sind Sarkome. Die größere Gruppe ist die der Weichteilsarkome.

Knochensarkome sind seltener: etwa 800 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr neu², Männer etwas häufiger als Frauen.³

Gemäß europäischer Definition gelten Krankheiten dann als selten, wenn „weniger als 50 von 100.000 Menschen zu einem festgelegten Zeitpunkt in einem Land an einer Krankheit erkrankt sind“⁴. Auf Deutschland bezogen hieße das: eine Krankheit ist selten, wenn weniger als ca. 41.000 Menschen von ihr betroffen sind. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen ist bei dieser Definition nicht berücksichtigt.

Wichtige Unterformen von Sarkomen:

  • Weichteilsarkome

    Bindegewebssarkome (ca. 29% aller Sarkome) ⁵
    Sarkome des Fettgewebes (ca. 20% aller Sarkome) ⁶
    Sarkome des glatten Muskelgewebes (ca. 7% aller Sarkome) ⁷
  • Knochensarkome

    Osteosarkom (Ursprung im Knochengewebe, ca. 40% der Knochensarkome) ⁸
    Chondrosarkom (Ursprung im Knorpelgewebe) (ca. 20% der Knochensarkome) ⁹
    Ewing-Sarkom (Ursprung meistens im Knochengewebe), benannt nach Pathologen James Ewing. Gruppe von Sarkomen, die meistens eine Genmutation auf Chromosom 22 gemeinsam haben) (ca. 16% aller Knochensarkome) ¹⁰

Mittleres Erkrankungsalter für Sarkome

Auch wenn das Robert-Koch-Institut für Sarkome ein durchschnittliches Erkrankungsalter für beide Geschlechter von ca. 67 Jahren angibt¹¹, so ist das doch ein statistischer Wert, der stark verallgemeinert. Jede der vielen Sarkomunterarten hat ein typisches Erkrankungsmuster bezüglich des Alters und des Verlaufs.

Zwei Kinder auf der Mauer umarmen sich.
Es gibt auch Sarkome, die vor allem Kinder und Jugendliche betreffen.
© Annie Spratt / Unsplash

Knochensarkome machen bis zu fünf Prozent aller Tumorerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen aus. ¹²

Sarkome der Ewing-Sarkom-Gruppe beispielsweise treten gehäuft zwischen 10 und 15 Jahren auf, im Erwachsenenalter nur noch zu 20 Prozent. ¹³

Grafik zu Neuerkrankungen und durchschnittlichem Erkrankungsalter
Sarkome – eher selten
© Das K Wort
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Ursachen und Risikofaktoren von Sarkomen

Meist lässt sich keine eindeutige Ursache für ein Sarkom ausmachen. Vererbung spielt eine eher geringe Rolle. Wenn bereits enge Familienmitglieder an Krebs erkrankt sind, kann aber ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bestehen.

Eine Strahlentherapie im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung kann in seltenen Fällen die Entstehung eines Sarkoms begünstigen. Auch Umweltgifte und Chemikalien wie Holzschutzmittel, Herbizide, Dioxin oder Arsen sowie chronische Entzündungen scheinen ebenfalls die Bildung von Weichteilsarkomen zu fördern.

Für Vinylchlorid ist ein Zusammenhang zur Entstehung von Angiosarkomen (Tumor der Blut- oder Lymphgefäße) der Leber nachgewiesen. ¹⁵, ¹⁶

Risikofaktoren minimieren – was du selbst tun kannst

Das Beste, was du tun kannst, um ein Sarkomrisiko zu minimieren, ist auf eine gesunde und ausgewogene Lebensführung zu achten. Das gilt grundsätzlich für alle Krebsarten. Bekannte Risikofaktoren wie Rauchen, bestimmte Umweltgifte oder übermäßigen Alkoholgenuss solltest du vermeiden. Bewegung tut dir gut, stärkt das Immunsystem und ist ein wichtiger Baustein in der Krebsvorbeugung.

Ebenso wichtig ist es, dass du Beschwerden frühzeitig vom Arzt abklären lässt. Denn je früher ein Sarkom entdeckt wird, desto besser kann es behandelt werden.

Oft kann man aber auch überhaupt nichts für seinen Erkrankung, denn auch der Zufall spielt bei der Entstehung von Krebs eine große Rolle, wenn ein Fehler in der Erbinformation Ausgangspunkt der Erkrankung ist.

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Symptome und Früherkennung von Sarkomen

Weichteilsarkome bleiben meist lange unbemerkt. Im Anfangsstadium verursachen sie oft keine Schmerzen. Wenn sie wachsen, schieben sie zunächst umliegendes Gewebe zur Seite. Erst wenn Nerven beeinträchtigt sind, machen Sarkome sich durch Schmerzen bemerkbar.

Symptome eines Weichteilsarkoms können sein:
Schmerzlose Schwellung, Lymphknotenschwellung, Schmerzen unklaren Ursprungs, lokale Entzündungszeichen (Rötung, Schwellung, Überwärmung), Funktionseinschränkungen durch Wachstum des Sarkoms, Nachtschweiß, Fieber, Blässe oder Leistungsknick.¹⁷ ,¹⁸

Knochensarkome verursachen eher bewegungsunabhängige Schmerzen, selten Schwellungen oder eine Überwärmung der Haut. Auch sie werden meist erst spät bemerkt, zum Beispiel, wenn der Knochen durch den Tumor instabil geworden ist und ohne großen Anlass bricht (pathologische Fraktur).

Bei 10 bis 20 Prozent der Patienten haben Knochensarkome zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Metastasen gebildet, typischerweise in der Lunge.

Warnzeichen für ein Knochensarkom sind Schmerzen, Schwellungen, pathologische Frakturen (Knochenbrüche durch leichte Krafteinwirkung), Bewegungseinschränkungen, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl.¹⁹

Wenn du unsicher bist und eine neu entdeckte Schwellung nicht auf eine Verletzung zurückführen kannst, lass sie besser von deinem Arzt abklären. Ein Bluterguss bildet sich innerhalb einiger Tage wieder zurück und verändert auch sein Aussehen. Häufig handelt es sich bei einer Schwellung auch nur um eine gutartige Fett- oder Bindegewebsgeschwulst (Lipom oder Fibrom).

Prinzipiell können Sarkome überall im Körper auftreten. Fast die Hälfte aller Sarkome treten bei den unteren Extremitäten (40 Prozent) auf. Andere Körperregionen, wie die Kopf-Hals-Region, obere Extremitäten, der Bauchraum oder der Rumpf, sind etwa gleichstark betroffen. ²⁰

Patient im MRT
Im MRT lassen sich Weichgewebesarkome und ihre Ausdehnung in der Regel gut darstellen. Um Knochensarkome, insbesondere Osteosarkom, abbilden zu können, ist ein CT besser geeignet.
© SEAN LOCKE / Stocksy

Knochensarkome sind keine Knochenmetastasen

Knochensarkome gelten als sogenannte primäre Knochentumoren. Sekundäre Knochentumoren dagegen sind Tochtergeschwülste, die von anderen bösartigen Tumorarten ausgegangen sind. Umgangssprachlich werden sie häufig als „Knochenkrebs“ bezeichnet. Besonders Lungenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs, Nierenkrebs und Schilddrüsenkrebs neigen zur Bildung solcher Metastasen im Knochengewebe.²¹

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Diagnose bei Stadien bei Sarkomen

Möchtest du verdächtige Symptome von deinem Arzt abklären lassen, ist der erste Schritt eine gründliche körperliche Untersuchung sowie ein ausführliches Gespräch (Anamnese) über deine Vorerkrankungen und Lebensgewohnheiten.

Bildgebende Verfahren bei Sarkomen

Im nächsten Schritt wird dein Arzt versuchen, das Sarkom sichtbar zu machen. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, Magnetresonanztomografie (MRT) und Computertomografie (CT) liefern viele aufschlussreiche Informationen. Manchmal lassen sich anhand der Bilder bereits Aussagen über Art und Ausbreitung des Tumors treffen.

Allerdings sind nicht alle bildgebenden Verfahren gleich gut geeignet. Im Röntgenbild sind zum Beispiel Weichteilsarkome nicht zuverlässig sichtbar – Sarkome des Knochengewebes allerdings schon.

Röntgen ist bei Verdacht auf einen Knochentumor die erste und wichtigste Untersuchung. ²² Für Weichteilsarkome sind Magnetresonanztomografie (MRT) und Computertomografie (CT) besser geeignet.

Biopsie bei Sarkomen und Grading

Zur Abklärung des Befunds gehört immer eine Biopsie. Nur sie kann Gewissheit geben, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt, welche Unterart eines Sarkoms vorliegt oder wie stark die jeweiligen Tumorzellen noch den normalen Gewebezellen ähneln.

Ärzte unterscheiden hier drei Grade der Differenzierung (Grading, G1 bis G3). Gesunde Zellen sind differenziert, das heißt, sie haben spezifische Merkmale entwickelt, die für das Gewebe, aus dem sie stammen, charakteristisch sind.

Tumorzellen sind dagegen nicht differenziert. Je weniger differenziert eine Zelle ist, desto mehr unterscheidet sie sich vom normalen Gewebe und desto rascher teilt sie sich.

Wenig differenzierte Tumorzellen (G3) streuen bereits frühzeitig, gut differenzierte Tumorzellen (G1) dagegen wachsen unter Umständen monatelang, ohne zu metastasieren.

Biopsie eines Sarkoms erfordert Spezialisten

Bei Verdacht auf ein Sarkom solltest du darauf achten, dass bereits die Biopsie in einem spezialisierten Tumorzentrum stattfindet. In seltenen Fällen kann es bei der Biopsie von Sarkomen zu einer Tumorverschleppung kommen. Beim Einstechen der Hohlnadel können einzelne Tumorzellen hängen bleiben und zu sogenannten Stichkanalmetastasen führen. ²³ Die Biopsie eines Tumors mit dem Verdacht auf ein Sarkom sollte daher nur in einem Sarkomzentrum durchgeführt werden. Bei Weichteilsarkomen reicht in der Regel eine lokale Betäubung, um Gewebe entnehmen zu können. Bei Knochensarkomen ist eine Gewebeentnahme unter einer leichten Narkose üblich.

Gewebeprobe des Tumors verrät seine Eigenschaften

Das gewonnene Tumorgewebe wird auf verschiedene Eigenschaften hin vom Pathologen feingeweblich untersucht. So können genetische Eigenschaften der Tumorzellen spezielle Behandlungsstrategien eröffnen. Bis ein Ergebnis dieser aufwendigen Tests vorliegt, können einige Tage vergehen.

Blutbild

Dein Arzt wird routinemäßig ein Blutbild erstellen, um deinen gesundheitlichen Allgemeinzustand auch anhand von Laborwerten einschätzen zu können. Spezielle Tumormarker für ein bösartiges (malignes) Weichteilsarkom gibt es nicht. Einige Blutwerte können jedoch indirekt auf ein Sarkom hinweisen. ²⁴, ²⁵

Ermittlung des Tumorstadiums

Bevor dein Therapieplan erstellt werden kann, muss dein Arzt abklären, wie weit sich der Tumor bereits ausgedehnt hat und ob er bereits Metastasen gebildet hat. Im MRT lassen sich Weichgewebesarkome und ihre Ausdehnung in der Regel gut darstellen. Um Knochensarkome, insbesondere Osteosarkome, abbilden zu können, ist ein CT besser geeignet. Zum Ausschluss von Knochenmetastasen wird dein Arzt eine Skelettszintigrafie veranlassen.

Grafik einer Wirbelsäule. Damit kann man sehen, ob Knochenmetastasen vorhanden sind
Knochensarkome verursachen eher bewegungsunabhängige Schmerzen, selten Schwellungen oder eine Überwärmung der Haut.
© Joyce McCown / Unsplash

Staging von Sarkomen

Eine Einteilung in Stadien, wie bei anderen Krebsarten üblich, ist bei Sarkomen kompliziert, da so viele Unterformen existieren. Allgemein werden auch Sarkome nach der TNM-Klassifikation eingeteilt, je nach Tumorgröße, Lymphknotenbefall und Metastasierung. ²⁶ Auf Basis dieser Klassifikation unterscheiden Ärzte vier Tumorstadien:

Stadium I bezeichnet ein G1-Sarkom, das keine Lymphknoten befallen und keine Metastasen gebildet hat. Der Tumor selbst muss kleiner als 15 cm sein.

Stadium II bezeichnet ein G2- oder G3-Sarkom, ohne Lymphknotenbeteiligung und ohne Metastasen. Der Tumor selbst ist kleiner als 5 cm.

Stadium III liegt vor, wenn das Sarkom G2 oder G3 ist, keine Lymphknoten befallen und keine Metastasen vorhanden sind. Der Tumor kann größer als 5 cm bis über 14 cm sein. Oder jeder Tumor unabhängig von seiner Größe und seinem Grading, sofern bereits Lymphknoten betroffen sind.

Stadium IV bezeichnet jeden Tumor, unabhängig von Größe und Grading, der Lymphknoten befallen und gestreut hat. ²⁷

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Therapie und Behandlung von Sarkomen

Es gibt kein generelles Behandlungsschema für Sarkome, da sie so unterschiedliche Erscheinungsformen und Eigenschaften haben. Für einige Sarkom-Untergruppen gibt es gesonderte Therapiekonzepte, zum Beispiel für das Knochensarkom.²⁸ Eine Therapie muss daher immer genau abgestimmt werden. Hierbei sind Spezialisten aus verschiedenen Fachrichtungen beteiligt.
Sie beraten in einer sogenannten Tumorkonferenz deinen ganz persönlichen Fall, berücksichtigen deinen individuellen Krankheitsverlauf und deine Wünsche bezüglich der Therapie. Wichtig ist, dass du jeden Schritt deiner Therapie wirklich verstehst. Dein Arzt wird dir alle Fragen ausführlich beantworten. Nur, wenn du weißt, warum welcher Therapieschritt wichtig ist, kannst du die Therapie auch annehmen und aktiv mitarbeiten.

Grafik zu verschiedenen Therapiemöglichkeiten bei Sarkomen
Mögliche Behandlungsmethoden eines Sarkoms
© Das K Wort

Operation eines Sarkoms

Eine Operation ist bei einem Weichteilsarkom in vielen Fällen die Therapie der Wahl. Besonders, wenn die Tumorzellen gut differenziert sind (G1) und der Tumor keine Metastasen gebildet hat, sind die Chancen gut, dass der Arzt den Tumor vollständig entfernen kann. Der Chirurg schneidet, wenn möglich auch etwas gesundes Gewebe um den Tumor heraus. Das senkt das Risiko, dass der Tumor an dieser Stelle erneut auftritt (Lokalrezidiv).

Ein Knochensarkom wird je nach Unterart unterschiedlich behandelt. Beim niedriggradigen Chondrosarkom ist eine Operation fast immer ausreichend. Strahlen- und Chemotherapie spielen hier meist keine Rolle.20 Bei anderen Knochensarkomen, zum Beispiel beim aggressiveren Osteosarkom, wird fast immer eine Chemotherapie sowohl vor als auch nach der OP eingesetzt.

Whoops-Operation

Eine CT- oder Ultraschall geführte Biopsie ist zentral, um eine exakte Diagnose zu bekommen, bevor operiert wird. Bis zu 20 Prozent der Weichteilsarkome werden heutzutage erst durch eine ungeplante Operation (sogenannte „whoops") diagnostiziert. Das geschieht, wenn eine Schwellung operiert wird, um sie anschließend zu analysieren. Zeigt das Ergebnis dann ein Sarkom, welches häufig nicht komplett entfernt wurde, zieht das oft nachteilige Konsequenzen für den Patienten nach sich.

Die Therapie von Knochen- und Weichteilsarkomen ist hoch komplex und interdisziplinär, sie wird hauptsächlich mitbestimmt durch die Beschaffenheit des Tumors. Auch aus diesem Grund ist es wichtig, dass du dich bei einem Verdacht auf ein Sarkom in einem spezialisierten Sarkomzentrum behandeln lässt.

Strahlen- und Chemotherapie bei Sarkomen

Bei vielen Sarkomtypen wird eine Strahlentherapie oft standardmäßig vor-, während oder nach der Operation eingesetzt. Nicht alle Tumoren sind operabel. Manchmal sind lebenserhaltende Strukturen betroffen oder der Tumor ist aus einem anderen Grund nicht vollständig operabel.

Eine Strahlen- oder Chemotherapie kann dann den Tumor verkleinern, damit er anschließend besser operiert werden kann. Manchmal ist auch eine Kombination aus beiden Therapien erfolgversprechend. Eine Strahlentherapie kann dazu beitragen, die Neubildung des Sarkoms (Rezidiv) zu verhindern, indem sie einzelne Tumorzellen, die nach der Operation eventuell zurückgeblieben sind, zerstört. Als einzige Maßnahme ist sie jedoch häufig nicht ausreichend.

Ist das Sarkom aggressiv und neigt zur Metastasierung, kommt fast immer eine Chemotherapie zum Einsatz. Sie wirkt systemisch, das heißt im ganzen Körper, und kann auch einzelne Tumorzellen abtöten, bevor sie zu neuen Tochtertumoren heranwachsen.

Eine Chemo- oder Strahlentherapie kann dazu beitragen, einen Tumor in fortgeschrittenem Stadium möglichst lange im Wachstum zu kontrollieren.

Zielgerichtete Therapien

Sogenannte zielgerichtete Therapien können auch bei Sarkomen zum Einsatz kommen, je nach Eigenschaften der Tumorzellen. Ein Beispiel dafür sind Tyrosinkinase-Hemmer.29 Sie unterdrücken ein bestimmtes Signal, was die Tumorzellen zum Wachstum benötigen, und verlangsamen auf diese Weise die krankhafte Vermehrung der Tumorzellen.

Die Krebsimmuntherapie hingegen, die bei vielen anderen Krebsarten schon zum Einsatz kommt, befindet sich bei den Sarkomen noch in klinischen Studien.32 Krebsimmuntherapien nutzen spezielle Eigenschaften der Tumorzellen, um das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen den Tumor zu unterstützen.

Hier kannst du mehr über die einzelnen Therapieverfahren lesen.

Ein Kind liegt in einem Klinikbett mit Malblock auf dem Schoß.
In speziellen Zentren werden Kinder mit Sarkomen behandelt.
© MIQUEL LLONCH / Stocksy

Für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Sarkomen gibt es spezialisierte Zentren, die du bei der Deutschen Sarkom Stiftung nachgucken kannst.

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Nebenwirkungen der Therapie bei Sarkomen

Jede Therapie kann auch unerwünschte Begleiterscheinungen hervorrufen. Dein Arzt wird immer sorgfältig abwägen, welche Therapie für deine Situation den größtmöglichen Nutzen bietet und gleichzeitig auch die mögliche Belastung einzelner Therapiemaßnahmen im Auge haben. Je stabiler dein allgemeiner Gesundheitszustand ist, desto besser verträgst du in der Regel die Therapie. Nebenwirkungen sind bei jedem Patienten etwas anders.

Mögliche Nebenwirkungen der Strahlen- und Chemotherapie können unter anderem Übelkeit, Schwindel, Irritationen der Haut und der Schleimhäute, erhöhte Infektanfälligkeit, Erschöpfung oder Blutarmut sein. Meistens klingen sie nach Ende der Therapie wieder ab.

Bereits im Vorfeld der Behandlung kann dein Arzt dir Medikamente zum Beispiel gegen Übelkeit verordnen. Halten einzelne Begleiterscheinungen der Therapie über ihren Abschluss hinaus an, sprich deinen Arzt an, damit sie im Rahmen der Nachsorge oder der Reha behandelt werden können.

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Prognose bei Sarkomen

Die Prognose eines Weichteilsarkoms hängt von dem Tumorstadium, dem Alter und dem Allgemeinzustand des Patienten ab. Wird der Tumor in Stadium I erkannt, ist die Prognose gut: die 5-Jahresüberlebensrate beträgt 85 bis 96 Prozent.29

Im Stadium II beträgt sie 72 bis 78 Prozent, 50 Prozent in Stadium III und 10 Prozent in Stadium IV. ²⁹ Etwa 80 Prozent der Rezidive treten innerhalb der ersten zwei Jahre auf. ³⁰

Infografik zur durchschnittlichen Überlebensrate bei Sarkomen
Die relative 5-Jahres-Überlebensrate im Vergleich zur relativen 10-Jahres-Überlebensrate bei Sarkomen
© Das K Wort
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Nachsorge bei Sarkomen

Nach Abschluss der Therapie wirst du während der nächsten fünf Jahre gemäß deines individuellen Nachsorgeplans medizinisch betreut. Die Nachsorgetermine finden zunächst etwa alle drei Monate statt. Später werden die Untersuchungsabstände länger. In der Regel kannst du die Nachsorgetermine ambulant beim Facharzt oder in spezialisierten Kliniken wahrnehmen.
Dein Arzt wird kontrollieren, ob sich neue Krebszellen gebildet haben, um sie gegebenenfalls schnell behandeln zu können. Kann ein früh entdecktes Rezidiv vollständig entfernt werden, ist die Prognose gut.7

Beobachtest du Veränderungen oder neue Symptome, solltest du deinen Arzt ansprechen. Auch wenn du soziale oder mentale Probleme hast, wirst du im Rahmen der Nachsorge umfassend unterstützt.

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Sarkome Zusammenfassung

  1. Sarkome sind sehr seltene Tumoren, die anders als Karzinome aus Binde- und Stützgewebe hervorgehen. Man unterscheidet
    Weichteil- und Knochensarkome. Eine konkrete Ursache ist nicht bekannt.
  2. Eine Operation ist die wichtigste Therapieform bei Sarkomen. Sarkome sollten nur in einem spezialisierten Zentrum diagnostiziert und behandelt werden, in dem erfahrene Fachleute interdisziplinär zusammenarbeiten. Die Biopsie von Sarkomen erfordert immer einen erfahrenen Facharzt.
  3. Kann der Tumor vollständig entfernt werden, ist die Aussicht auf Heilung gut. Andernfalls ist oft eine langfristige Kontrolle des Sarkoms durch unterschiedliche Therapien möglich.
Nützliche Adressen zu Sarkomen
Deutsche Sarkomstiftung

Informations- und Austausch-Plattform für Patienten, Angehörige, Mediziner, Forscher und andere Vertreter des Gesundheitssystems

www.sarkome.de
Gemeinsam gegen Sarkome

Adressliste sarkomerfahrener Mediziner und Sarkom-Zentren

www.sarkome.de/qualitaet-zentren
Medical Informatics Group (MIG) des Universitätsklinikums Frankfurt

Versorgungsatlas für Menschen mit seltenen Erkrankungen

https://www.se-atlas.de/list/Osteosarkom/
Orphanet

Fachleute, Patienten, Angehörige und Interessierte finden hier Informationen zu seltenen Krankheiten. Internationale mehrsprachige Internet-Datenbank.

www.orpha.net/consor/cgi-bin/index.php
LebensWert e.V.

Initiative für krebskranke Patienten, die sich besonders für die Verbesserung der psychoonkologischen Versorgung und Betreuung der Patienten einsetzt.

https://www.vereinlebenswert.de/
NAKOS – Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen

Bundesweite Anlaufstelle rund um das Thema Selbsthilfe. NAKOS bietet neben vielen Infos eine Datenbanksuche zu Ansprechpartnern oder Selbsthilfegruppen.

https://www.nakos.de/
ACHSE

Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen e. V.

https://www.achse-online.de/de/

Quellen

¹ Robert Koch Institut | Krebs der Weichteilgewebe ohne Mesotheliom, https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Weichteilgewebe_ohne_Mesotheliom/weichteilgewebe_o_mesotheliom_node.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

² Krebsinformationsdienst | Seltene Tumoren: Informationen und Ansprechpartner finden, https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/seltene-tumorarten.php zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

³ Deutsche Krebsgesellschaft | Knochenkrebs, bösartige Knochentumoren, Knochensarkome - Was ist das? , https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/knochenkrebs/definition-und-haeufigkeit.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

⁴ Krebsinformationsdienst | Seltene Tumoren: Informationen und Ansprechpartner finden, https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/seltene-tumorarten.phpzuletzt abgerufen am 15.01.2021.

⁵ Universitätsklinikum Ulm | Weichteilsarkom, https://www.uniklinik-ulm.de/comprehensive-cancer-center-ulm-cccu/fuer-patienten-und-angehoerige/krebserkrankungen/weichteilsarkom.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

⁶ Universität Heidelberg | Liposarkom, https://eliph.klinikum.uni-heidelberg.de/texte_s/563/liposarkom zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

⁷ Universitätsklinikum Ulm | Weichteilsarkom, https://www.uniklinik-ulm.de/comprehensive-cancer-center-ulm-cccu/fuer-patienten-und-angehoerige/krebserkrankungen/weichteilsarkom.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

⁸ Universitätsklinikum Münster | High-grade Osteosarkom, https://internationalpatients.ukmuenster.de/index.php?id=high-grade-osteosarcoma&L=0 zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

⁹ Onkopedia | Maligne Knochentumore des Erwachsenen, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/maligne-knochentumore-des-erwachsenen/@@guideline/html/index.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

¹⁰ Universitätsklinikum Münster | Ewing-Sarkom, https://internationalpatients.ukmuenster.de/index.php?id=ewing-sarcoma&L=0 zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

¹¹ Krebs in Deutschland | 2013/2014 | Weichteilgewebe ohne Mesotheliom C46 – C49, zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

¹² Deutsche Krebsgesellschaft | Knochenkrebs, bösartige Knochentumoren, Knochensarkome - Was ist das? ,https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2017/kid_2017_c46_c49_weichteilgewebe.pdf?__blob=publicationFile zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

¹³ Deutsche Krebsgesellschaft | Knochenkrebs, bösartige Knochentumoren, Knochensarkome - Was ist das? , https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/knochenkrebs/definition-und-haeufigkeit.htmlzuletzt abgerufen am 15.01.2021.

¹⁴ Krebs in Deutschland | 2013/2014 | Weichteilgewebe ohne Mesotheliom C46 – C49, https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2017/kid_2017_c46_c49_weichteilgewebe.pdf?__blob=publicationFilezuletzt abgerufen am 15.01.2021.

¹⁵ Krebs in Deutschland | 2013/2014 | Weichteilgewebe ohne Mesotheliom C46 – C49, https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/knochenkrebs/definition-und-haeufigkeit.htmlzuletzt abgerufen am 15.01.2021.

¹⁶ Universitätsklinikum Freiburg | Sarkome: Was sind Sarkome? , https://www.uniklinik-freiburg.de/medizin1/behandlung/krankheiten/boesartige-solide-tumoren/sarkome.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

¹⁷ DGOU Leitliniensekretariat | Weichteilsarkome, http://www.leitliniensekretariat.de/files/MyLayout/pdf/weichteilsarkome.pdf zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

¹⁸ Leading Medicine Guide | Sarkom - Medizinische Experten, https://www.leading-medicine-guide.de/erkrankungen/tumoren/sarkom zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

¹⁹ Deutsche Krebsgesellschaft | Symptome bei Knochenkrebs, https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/knochenkrebs/symptome.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

²⁰ Deutsche Sarkom Stiftung | Sarkome verstehen, https://www.sarkome.de/weichgewebesarkome-im-ueberblick/sarkome-vertehen zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

²¹ Deutsche Krebsgesellschaft | Knochenkrebs, bösartige Knochentumoren, Knochensarkome - Was ist das? , https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/knochenkrebs/definition-und-haeufigkeit.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

²² Deutsche Krebsgesellschaft | Knochenkrebs - Diagnose, https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/knochenkrebs/diagnose.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

²³ Krebsinformationsdienst | Biopsie: So werden Gewebeproben entnommen, https://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/biopsie.php zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

²⁴ AWMF online | Weichteilsarkome, http://www.leitliniensekretariat.de/files/MyLayout/pdf/weichteilsarkome.pdf zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

²⁵ Universitätsklinikum Essen | Weichteilsarkome, https://www.uk-essen.de/de/tumorforschung/patienten-besucher/patientenlexikon/weichteilsarkome/ zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

²⁶ Onkopedia | Weichgewebssarkome (maligne Weichgewebstumoren) des Erwachsenen, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/weichgewebssarkome-maligne-weichgewebstumoren-des-erwachsenen/@@guideline/html/index.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

²⁷ Onkopedia | Weichgewebssarkome (maligne Weichgewebstumoren) des Erwachsenen, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/weichgewebssarkome-maligne-weichgewebstumoren-des-erwachsenen/@@guideline/html/index.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

²⁸ Onkopedia | Maligne Knochentumore des Erwachsenen, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/maligne-knochentumore-des-erwachsenen/@@guideline/html/index.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

²⁹ Onkopedia | Weichgewebssarkome (maligne Weichgewebstumoren) des Erwachsenen, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/weichgewebssarkome-maligne-weichgewebstumoren-des-erwachsenen/@@guideline/html/index.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

³⁰ SarcomaSurgery, https://www.sarcoma.surgery/ zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

³¹ Robert Koch Institut | Krebs der Weichteilgewebe ohne Mesotheliom, https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Weichteilgewebe_ohne_Mesotheliom/weichteilgewebe_o_mesotheliom_node.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

³² Pembrolizumab bei seltenen Sarkomen wirksam, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/116860/Pembrolizumab-bei-seltenen-Sarkomen-wirksam zuletzt abgerufen am 25.01.2021

³³ Krebsinformationsdienst | Zielgerichtete Krebstherapien: Wie funktionieren sie? , https://www.krebsinformationsdienst.de/service/iblatt/iblatt-zielgerichtete-krebstherapien.pdf zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

³⁴ Krebsinformationsdienst | Hyperthermie gegen Krebs - noch sind viele Fragen offen, https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2018/news029-hyperthermie-gegen-krebs-viele-fragen-offen.php zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

³⁵ Universitätsklinikum Münster | Knochen- und Weichteilsarkome, https://internationalpatients.ukmuenster.de/index.php?id=bone-and-soft-tissue-sarcomas&L=0 zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

³⁶ Universitätsklinikum Münster | Ewing-Sarkom, https://internationalpatients.ukmuenster.de/index.php?id=ewing-sarcoma&L=0 zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

³⁷ Onkopedia-Leitlinien | Karposi-Sarkom, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/kaposi-sarkom/@@guideline/html/index.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

³⁸ Onkopedia-Leitlinien | Maligne Knochentumore des Erwachsenen, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/maligne-knochentumore-des-erwachsenen/@@guideline/html/index.html zuletzt abgerufen am 15.01.2021.

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