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Therapieverlauf

Therapieoptionen bei NSCLC ohne Treibermutationen

Du hast kürzlich die Diagnose „fortgeschrittener Lungenkrebs ohne Treibermutationen“ erhalten und nun steht eine Therapie bei dir an. Hier erklären wir dir, welche Behandlungsmöglichkeiten für dich infrage kommen.

Lungenkrebs ist nicht gleich Lungenkrebs – jeder Krebs ist anders. Dementsprechend ist auch nicht für jede:n Patient:in die gleiche Therapie geeignet. Welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen, hängt unter anderem von der Art des Tumors (SCLC oder NSCLC), dem Stadium des Tumors, dem Allgemeinzustand des:der Patient:in, der verbleibenden Lungenfunktion sowie eventuellen Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) ab. Weitere wichtige Aspekte sind die genetischen und biologischen Eigenschaften des Tumors, wie zum Beispiel Mutationen oder der PD-L1-Status. Diese lassen sich durch verschiedene Untersuchungen bestimmen.

Aber auch deine Bedürfnisse sind wichtig für die Therapieentscheidung. Welche der möglichen Therapien die für dich am besten geeignetste ist, beraten die Ärzt:innen verschiedener Fachrichtungen gemeinsam in einer sogenannten Tumorkonferenz (Tumorboard).

Bausteine mit DNA Symbol auf blauem Hintergrund
© Andrii Yalanskyi

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Wenn bei dir eine genetische Veränderung gefunden wurde, die das Tumorwachstum fördert, dann sprechen Mediziner:innen von einem NSCLC mit Treibermutation. Für diese gibt es meist sogenannte zielgerichtete Therapien. Mehr dazu erfährst du im Beitrag „Therapieoptionen bei NSCLC mit Treibermutation“.

Wenn bei dir keine genetischen Veränderungen, sogenannte Mutationen, gefunden wurden, dann kommen in der Regel die folgenden Therapiemöglichkeiten zum Einsatz.

Im frühen Stadium ist oft eine Operation die erste Wahl – oft gefolgt von einer Chemotherapie, um eventuell zurück gebliebene Tumorzellen zu beseitigen. Wie es danach weitergeht, hängt vom Allgemeinzustand und den Tumoreigenschaften ab. Dann können zielgerichtete Therapien oder eine Krebsimmuntherapie folgen.

Beim fortgeschrittenen NSCLC ohne Treibermutation kommen in Abhängigkeit vom PD-L1-Status und der Unterart des Tumors (Plattenepithelkarzinom oder nicht) verschiedene Behandlungsoptionen infrage: Antikörpertherapie, Chemotherapie oder Krebsimmuntherapie.

Häufigste Therapie bei NSCLC: die Krebsimmuntherapie

Tumorzellen können auf ihrer Oberfläche Strukturen aufweisen, über die sie mit bestimmten Immunzellen, den T-Zellen, kommunizieren können. Diese Struktur auf der Oberfläche von Tumorzellen heißt PD-L1. Das Gegenstück auf den T-Zellen ist PD-1. Diese Oberflächenstrukturen werden auch als Immun-Checkpoints bezeichnet. Durch eine Bindung von PD-L1 an PD-1 verhindern die Tumorzellen, dass die T-Zellen sie angreifen und beseitigen.

Wenn auf den Zellen des Tumors PD-L1 vorhanden ist, kann diese unerwünschte Kommunikation durch sogenannte Immuncheckpoint-Inhibitoren blockiert werden. Diese Immun-Checkpoint-Hemmer blockieren entweder PD-L1 oder PD-1 und ermöglichen so, dass die T-Zellen die Tumorzellen wieder angreifen können.

Diese Medikamente gehören zu der sogenannten Krebsimmuntherapie, welche in der Regel die erste Wahl bei fortgeschrittenem NSCLC ohne Treibermutationen ist. Möglich ist auch eine Kombination von Krebsimmuntherapie und Chemotherapie – die Immunchemotherapie. In manchen Fällen wird auch nur eine Chemotherapie angewendet.

Nicht ineinanderpassende Zahnräder
© Stocksy / CACTUS CREATIVE STUDIO

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Was ist die Krebsimmuntherapie? Wie wird sie verabreicht und welche Nebenwirkungen können auftreten? Das erfährst du im Beitrag „Immuntherapie gegen Krebs“.

Therapiemöglichkeiten, wenn das NSCLC wiederkehrt

Kommt der Krebs nach der Therapie zurück oder schlägt die erste Therapie nicht an, gibt es verschiedene Möglichkeiten für die Zweitlinientherapie. In Abhängigkeit von der Erstlinientherapie kommen folgende Behandlungsmöglichkeiten infrage:

  • Krebsimmuntherapie
  • Kombination aus Chemotherapie und Angiogenesehemmer
  • Tyrosinkinasehemmer
Eine Leiter führt zu einer Zielscheibe
© masterzphotois / iStock

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Wie funktionieren Angiogenesehemmer? Wie werden sie verabreicht und welche Nebenwirkungen können auftreten? Das erfährst du im Beitrag „Angiogenesehemmer in der Krebstherapie“.

Eine Dartscheibe mit Pfeil schwarzem Feld
© LAWREN LU / Stocksy

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Wie funktionieren Tyrosinkinasehemmer? Wie werden sie verabreicht und welche Nebenwirkungen können auftreten? Das erfährst du im Beitrag „Tyrosinkinasehemmer in der Krebstherapie“

Angiogenesehemmer und Tyrosinkinasehemmer gehören zu den zielgerichteten Therapien.

Mehr zu den zielgerichteten Therapien erfährst du in diesem Video.

Inhaltlich geprüft: M-DE-00012688

Quellen

¹ https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/lungenkarzinom-nicht-kleinzellig-nsclc/@@guideline/html/index.html#ID0EQFBI, zuletzt abgerufen am 09.06.2022

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