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Therapieverlauf

Behandlungsoptionen bei einem DLBCL-Rückfall

Die Angst vor einem Rückfall ist bei vielen Krebspatienten allgegenwärtig. Auch bei einem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) kann es vorkommen, dass nach der Behandlung erneut ein Lymphom im Körper entsteht. Mehrere Therapieansätze bieten vielversprechende Chancen.

Intensive Nachsorge

Eine Krebsbehandlung endet nicht, wenn der Patient das Krankenhaus verlässt oder die letzte Therapiesitzung stattgefunden hat. Zahlreiche Programme zur medizinischen Nachsorge sorgen für weitere Betreuung: die Nachsorge deckt den Zeitraum ab, in dem man noch mit den Folgen der Erkrankung und ihrer Behandlung zu tun hat. Sie wird meist so lange fortgeführt, bis das Risiko für einen Rückfall deutlich gesunken ist. Als Faustregel dafür gelten fünf Jahre. Die Nachsorge ist für den weiteren Verlauf bei B-Zell-Lymphomen wesentlich. Sie dient dazu, einen Rückfall und Folgeschäden zu erkennen und rasch zu behandeln.

Kommt es im Therapieverlauf beim DLBCL zu einem Rückfall, auch Rezidiv genannt, gibt es verschiedene Therapieoptionen, die darauf abzielen, die Krankheit zu heilen. Mediziner nennen dies kurativ. Sind die Chancen auf eine Heilung jedoch im individuellen Fall sehr gering, können Ärzte und Patienten eine palliative Behandlung wählen: hier liegt der Fokus auf der Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen.

Für wen eignet sich welche Therapie bei Rückfall eines DLBCL?

Welche Therapie Arzt und Patient gemeinsam wählen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören zum Beispiel:

  • das Alter
  • der körperliche Allgemeinzustand
  • etwaige Begleiterkrankungen, wie beispielsweise eine Herzschwäche oder eine eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion
  • die Dauer der krankheitsfreien Zeit, in der Fachsprache auch Remission genannt.

Stammzelltransplantation beim DLBCL-Rückfall

Bei einer Stammzelltransplantation erhalten die Patienten entweder eigene Blutstammzellen (autologe Stammzelltransplantation) oder Blutstammzellen von einem Spender (allogene Stammzelltransplantation).

Vor einer Stammzelltransplantation werden mit Hilfe einer Hochdosistherapie das Immunsystem und das blutbildende System inklusive der Knochenmarkzellen zerstört. Auf diese Weise werden auch bösartige B-Zellen abgetötet. Die anschließend verabreichten eigenen oder fremden Stammzellen können daraufhin neue Blutzellen und ein neues, im besten Fall gesundes Immunsystem aufbauen.

Weitere Informationen über die Stammzelltransplantation als Therapiemöglichkeit beim Rückfall eines DLBCL sowie Vorteile und Risiken gibt es hier.

Immun-Chemotherapie bei Rückfall des DLBCL

Bei Patienten, die älter als 70 Jahre sind, kommt aufgrund möglicher Begleiterkrankungen oft keine Stammzelltransplantation infrage. Stattdessen empfehlen Ärzte bei einer langen krankheitsfreien Zeit meist eine Immun-Chemotherapie.

Die Immun-Chemotherapie ist eine Kombination aus einer Antikörpertherapie und einer Chemotherapie. Gemeinsam können sie den Krebs aus verschiedenen Richtungen angreifen und so effektiver bekämpfen. Bei einem Rückfall bekommt der Patient eine Infusion: Dieses besteht aus einem Antikörper und einem Medikament für die Chemotherapie (Zytostatikum). Das Zytostatikum ist der Wirkstoff, der die Krebszellen abtöten soll – der Antikörper transportiert den Wirkstoff zielgenau zu den befallenen Zellen.

Infografik zum Wirkmechanismus des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats bei der Immunchemotherapie
Der Wirkmechanismus der Immun-Chemotherapie: Der Antikörper bringt den Wirkstoff zur bösartigen B-Zelle, welcher dann die Zelle abtötet.
© Das K Wort

CAR-T-Zell-Therapie beim DLBCL-Rückfall

Die CAR-T-Zell-Therapie ist eine relativ neue Behandlungsmethode. Sie wird meist eingesetzt, wenn es nur kurze krankheitsfreie Zeiten (unter 12 Monaten) gibt und der Betroffene unter 70 Jahren ist.

Oft tarnen sich Krebszellen vor dem Immunsystem, indem sie vorgeben, gesunde Zellen zu sein. Die CAR-T-Zell-Therapie jedoch ermöglicht auch die Bekämpfung der Tumorzellen, die das Immunsystem nicht mehr erkennt. Bei dieser Therapiemethode werden dem Patienten bestimmte Immunzellen (die T-Zellen) entnommen, im Labor verändert und mittels einer Infusion wieder zurückgegeben.

CAR steht für „chimärer Antigen-Rezeptor“. Im Labor werden T-Zellen mit diesem künstlichen Rezeptor ausgestattet und werden so zu CAR-T-Zellen.

Die veränderten T-Zellen ermöglichen, dass das Immunsystem die Krebszellen wiedererkennen und bekämpfen kann. Für eine erfolgreiche Therapie ist eine einmalige Injektion der veränderten T-Zellen vollkommen ausreichend, da die T-Zellen sich selbstständig im Körper vermehren.

Infografik zur CAR-T-Zell-Therapie
Ablauf der CAR-T-Zell-Therapie
© Das K Wort

Patienten können sich bei der Entscheidung für eine bestimmte Behandlung aktiv beteiligen. Gemeinsam mit dem Arzt gilt es herauszufinden, mit welcher Therapiemethode man am besten zurechtkommt. Folgende Aspekte können vorab gemeinsam mit dem Arzt abgewogen werden:

  • Kommen mehrere Behandlungsoptionen infrage?
  • Wiegt der zu erwartende Nutzen mögliche Nebenwirkungen auf?
  • Welche Empfehlung kann der Arzt auf Basis voriger, ähnlich behandelter Patienten geben?
  • Welche Erwartungen haben beide Seiten?

Das Ärzteteam hilft allen Krebspatienten, einen für ihre individuelle Situation passenden und sinnvollen Weg zu finden. Schlägt eine Therapie nicht wie gewünscht an, gibt es in einigen Fällen auch experimentelle Ansätze im Rahmen von Medikamentenstudien. Über Teilnahmemöglichkeiten informiert das onkologische Behandlungsteam, das den jeweiligen Krankheitsverlauf am besten kennt.

Quellen

¹ https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/chemotherapie-nebenwirkungen.php#inhalt10, zuletzt abgerufen am 09.12.2020

² https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2018/fk11-car-t-zell-therapie-krebs-zulassung.php, zuletzt abgerufen am 09.12.2020

³ https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/therapieformen/stammzelltransplantation.html, zuletzt abgerufen am 09.12.2020

⁴ https://www.krebsinformationsdienst.de/service/iblatt/iblatt-behandlungswahl.pdf, zuletzt abgerufen am 09.12.2020

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