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Ernährung

Ernährung bei Krebs

Mit einer ausgewogenen Ernährungsweise kannst du deine Gesundheit und dein Wohlbefinden unterstützen. Doch was gibt es bei der Ernährung bei Krebs zu beachten? Welche Lebensmittel eignen sich besonders für Krebspatienten und welche solltest du lieber meiden? Hier erhältst du einen Überblick.

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Essen und Trinken neu entdecken

Was kann ich selbst tun, damit es mir besser geht? Bei vielen Patienten gewinnt das Thema Ernährung nach einer Krebsdiagnose an Bedeutung. Schließlich hat die Art und Weise, wie wir uns ernähren, großen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Sich mit den bisherigen Ernährungsgewohnheiten zu beschäftigen, mehr „gute“ Lebensmittel auf den Speiseplan zu setzen und dafür vermeintlich „schlechte“ zu streichen – dahinter steckt oft der Wunsch, selbst aktiv am Genesungsprozess mitzuwirken.

„In schwierigen Therapiephasen haben Patienten oftmals das Gefühl, der Krankheit ausgeliefert zu sein. Diesem Gefühl kann man entgegenwirken, wenn die Patienten gut informiert sind und sich selbst um ihre Ernährung kümmern können.“

- Ernährungsexpertin Lydia Knauer

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Gesunde Ernährung – was ist das genau?

Ausgewogen und abwechslungsreich soll sie sein, viel Obst, Gemüse, ausreichend Proteine und Getreide enthalten, weniger tierische Produkte, Fett und Süßes plus eine ordentliche Portion Flüssigkeit: So sehen die Grundregeln einer gesunden Ernährung aus. Sorgfältig ausgewählt und zusammengestellt, versorgen dich diese Lebensmittel mit der nötigen Energie in Form von Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Diese wirken sich positiv auf deine Gesundheit aus und geben dir Kraft für die Anforderungen des Alltags. Natürlich darf neben den vielen gesunden Sachen auch mal die eine oder andere Versuchung auf den Tisch.

Eine Frau isst Suppe
Eine gesunde Ernährung kann sich positiv auf die Krebstherapie auswirken.
© Henrique Félix / Unsplash
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Spezielle Ernährung bei Krebs

Wenn es darum geht, selbst aktiv zu werden, ist die Ernährung für viele Patienten ein wichtiger Ansatzpunkt. Und ein richtiger: Denn ein guter Ernährungszustand kann sich positiv auf die Lebensqualität im Therapieverlauf auswirken. Wenn dir das Essen keine großen Probleme bereitet und dein Allgemeinzustand es zulässt, kannst du dich an den allgemeinen Regeln orientieren.

Keine Krebsdiät:
Es gibt keinerlei wissenschaftliche Nachweise dafür, dass eine spezielle Ernährungsform Krebs heilen kann. Vielmehr können diese Diäten großen gesundheitlichen Schaden anrichten, indem sie zum Beispiel zu einem Mangel an Nähr- und Mineralstoffen führen.

Wenn du durch die Erkrankung geschwächt bist oder die Therapie dir die Kräfte raubt, kann es entscheidend sein, besonders auf die Ernährung zu achten. Vielleicht brauchst du dann eine zusätzliche Portion Eiweiß oder Fett, vielleicht hast du einen höheren Bedarf an Vitaminen oder Mineralstoffen. Eine auf deine persönlichen Bedürfnisse abgestimmte Ernährung kann sowohl einer Mangelernährung als auch einem starken Gewichtsverlust vorbeugen. Sie soll außerdem dabei helfen, dass du weiter Freude am Essen hast. Ob eine professionelle Beratung mit einem Spezialisten zum Thema Ernährung für dich infrage kommt, kannst du mit deinem behandelnden Arzt besprechen.

Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören die 3 Makronährstoffe: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.

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Nährstoffe als Baustein der Krebstherapie

Auch wenn oft in unseriösen, kommerziellen Angeboten versprochen wird, dass bestimmte Lebensmittel Krebs heilen können, hat das noch keine wissenschaftliche Studie belegen können. Hinter diesen sogenannten Krebsdiäten steckt meist die Idee, dass im Körper ein Ungleichgewicht zwischen bestimmten Nahrungsbestandteilen herrscht und dadurch Krebs entsteht. Sie machen Glauben, dass nur die Balance wiederhergestellt werden muss, um Krebs zu heilen. Mediziner aber warnen vor solchen Krebsdiäten. In unserem Beitrag „Wie entsteht Krebs?“ erfährst du, wie Zellveränderungen zu einer Krebserkrankung führen können.

Stattdessen lautet die sicherere Devise: Wenn deine Speicher voll mit wichtigen Nährstoffen sind, hast du mehr Kraft für die Therapie.

Schale mit 4 Radieschen hälften
Einseitige Ernährung kann schnell zu einem Mangel an wichtigen Nährstoffen führen
© Addictive Stock / Photocase
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Während der Krebstherapie: Mangelernährung verhindern

Während es für die Allgemeinbevölkerung und zur Krebsvorsorge besser ist, Übergewicht zu vermeiden, haben an Krebs erkrankte Menschen als Begleiterscheinung der Therapie oft ein gegenteiliges Problem: Sie nehmen in kurzer Zeit stark ab. Verbrauchen wir mehr Kalorien als wir aufnehmen, verlieren wir an Körpergewicht. Der Körper muss auf Energiereserven zurückgreifen.

„Viele Patienten finden es zunächst gar nicht schlecht, wenn sie während einer Chemotherapie erst einmal ein wenig Gewicht verlieren. Das Problem ist, dass nicht die Fettmasse abnimmt, sondern die Muskelmasse, wodurch Betroffene zusätzlich geschwächt werden.“

- Ernährungsexpertin Lydia Knauer

Die starke Gewichtsabnahme kann daran liegen, dass der Stoffwechsel sich verändert oder Nährstoffe schlechter aufgenommen werden. Aber auch Nebenwirkungen der Therapie können die reguläre Nahrungsaufnahme behindern oder gar unmöglich machen. Mediziner sprechen von einer „tumorassoziierten Mangelernährung“. Das bedeutet, dass die Gewichtsabnahme mit der Krebserkrankung zusammenhängt oder durch diese bedingt wird. Möglich ist auch, dass durch die Krebserkrankung (meist im Verdauungstrakt) eine Stoffwechselstörung entsteht, die zur Abmagerung führt. Dann sprechen Experten von einer Tumorkachexie. Ein erheblicher Verlust der Muskelmasse, der oftmals mit dem Gewichtsverlust einhergeht, heißt in der Fachsprache Sarkopenie.7 Um das zu verhindern, ist eine ausreichende Zufuhr an Eiweiß essenziell – oftmals in größeren Mengen als bei gesunden Menschen.

Wenn ein Krebspatient stark an Gewicht verliert, ist ein rasches Gegensteuern nötig. Denn: Betroffene Patienten fühlen sich nicht nur müde und abgeschlagen, sondern ihre Leistungsfähigkeit und Lebensqualität sinken und sie werden anfälliger für Infekte oder Wundheilungsstörungen.8 Falls du während einer Krebstherapie einen ungewollten Gewichtsverlust bemerkst, sprich am besten deinen Arzt darauf an. Es gibt viele Möglichkeiten, die dir helfen können, Essen wieder zu genießen und damit dein Wohlbefinden zu steigern.

Ernährung bei bestimmten Symptomen

Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen bei einer Krebserkrankung. So kann die Therapie zu Durchfall oder Verstopfung führen. Appetitlosigkeit oder trockene, rissige Mundschleimhaut führen ebenfalls dazu, dass Essen keine Freude oder sogar Schmerzen bereitet. Diese Symptome gilt es zu lindern. Denn: Ein guter Ernährungszustand ist wichtig für alle weiteren Schritte.

Umfangreiche Tipps zu den Begleiterscheinungen der Krebstherapie wie trockener Mund, Geschmacksveränderungen, Appetitlosigkeit und mehr findest du hier zum Download.

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Vitamine: Viel hilft nicht viel

Hier eine Pille, da ein Pulver: Es war nie einfacher, mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen gefühlt etwas für seine Gesundheit zu tun. Schließlich gibt es Nahrungsergänzungsmittel freiverkäuflich in Supermärkten, Drogerien, Apotheken und über das Internet. Auch viele Betroffene versuchen, mit Hilfe von Vitaminen ihre Erkrankung positiv zu beeinflussen, die Therapie zu unterstützen oder Nebenwirkungen abzumildern.

Doch laut Wissenschaftlern und Krebsmedizinern funktioniert das nicht. Vielmehr warnen sie vor gesundheitlichen Risiken, wenn die Mittel auf eigene Faust eingenommen werden. So kann ein Zuviel an Vitamin C, E oder Beta-Carotin eine Chemo- oder Strahlentherapie auch negativ beeinflussen. Bei anderen Vitaminen besteht der Verdacht, dass sie – hochdosiert – das Risiko für Metastasen erhöhen können.9

Und weil Nahrungsergänzungsmittel nicht speziell geprüft werden müssen, steht oft überhaupt nicht fest, ob es zu Wechselwirkungen mit der Krebstherapie kommen kann. Zudem stehen einige Nahrungsergänzungsmittel unter dem Verdacht, Leberschäden zu verursachen.10 Mehr dazu findest du hier.

Tablettenblister mit kleinen Möhren statt Tabletten
Eine gute Versorgung mit allen wichtigen Vitaminen erreicht man in der Regel, wenn man auf eine ausgewogene Ernährung achtet.
© ALITA ONG / Stocksy

In der Regel bist du durch eine ausgewogene Ernährung ohnehin ausreichend versorgt. Wenn du den Eindruck hast, dass dir bestimmte Nährstoffe fehlen oder du Probleme hast, dich ausgewogen zu ernähren, sprich deinen Arzt an. Er kann anhand einer Blutuntersuchung erkennen, was du brauchst und dir gegebenenfalls etwas Passendes verordnen oder empfehlen. Gemeinsam könnt ihr Lösungswege finden, mit denen du dich wohl fühlst und die auf deine Therapie abgestimmt sind.

Pflanzliche Vielfalt auf den Teller!

Gesunde, ausgewogene Mahlzeiten bestehen aus vielen frischen Zutaten wie Gemüse, Kräutern, Obst, Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Empfehlenswert sind regionale pflanzliche Produkte, je nach Jahreszeit eingekauft, da diese normalerweise besonders frisch und reich an Nährstoffen sind. Im Vergleich zu lange gelagertem Gemüse sind Tiefkühlprodukte eine bessere Wahl, da das Schockfrosten die Nährstoffe konserviert, während Licht und Wärme sie zerstören. Pflanzliche Lebensmittel und Vollkornprodukte liefern dir auch Ballaststoffe. Diese benötigt der Darm, um seine Aufgaben erfüllen zu können und damit die Verdauung möglichst reibungslos funktioniert. Ohnehin gilt: Besser unverarbeitete Lebensmittel einkaufen und sie selbst mit Kräutern und Gewürzen nach eigenem Belieben schmackhaft zuzubereiten, ist förderlicher für die Gesundheit. In Fertigprodukten verstecken sich oft nicht nur zu viele Fette, sondern auch ganze Berge an Zucker und Salz. Gesunde, ausgewogene Mahlzeiten bestehen aus vielen frischen Zutaten wie Gemüse, Kräutern, Obst, Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Empfehlenswert sind regionale pflanzliche Produkte, je nach Jahreszeit eingekauft, da diese normalerweise besonders frisch und reich an Nährstoffen sind. Im Vergleich zu lange gelagertem Gemüse sind Tiefkühlprodukte eine bessere Wahl, da das Schockfrosten die Nährstoffe konserviert, während Licht und Wärme sie zerstören.

Pflanzliche Lebensmittel und Vollkornprodukte liefern dir auch Ballaststoffe. Diese benötigt der Darm, um seine Aufgaben erfüllen zu können und damit die Verdauung möglichst reibungslos funktioniert.

Ohnehin gilt: Besser unverarbeitete Lebensmittel einkaufen und sie selbst mit Kräutern und Gewürzen nach eigenem Belieben schmackhaft zuzubereiten, ist förderlicher für die Gesundheit. In Fertigprodukten verstecken sich oft nicht nur zu viele Fette, sondern auch ganze Berge an Zucker, Salz und Zusatzstoffen.

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Fleisch oder Fisch, vegetarisch oder vegan?

Selbstverständlich kannst du auch bei Krebs tierische Produkte in deinen Speiseplan einbinden. Dazu gehört etwa ein- oder zweimal pro Woche Fisch. Insbesondere Meeresfisch wie Lachs, Hering oder Makrele sind aus ernährungswissenschaftlicher Sicht zu empfehlen. Sie liefern neben Protein auch viele ungesättigte Fettsäuren, die lebenswichtig sind und günstig gegen Entzündungsreaktionen im Körper wirken.11
Auch Eier dürfen auf den Tisch. Sie enthalten ebenfalls viel biologisch hochwertiges Protein und weitere essenzielle Nährstoffe wie fettlösliche Vitamine und Mineralstoffe. Eine Obergrenze gibt es derzeit nicht für den Verzehr von Eiern – eine unbegrenzte Menge ist jedoch nicht zu empfehlen.3 Dabei solltest du beachten, dass Eier auch in vielen Fertigprodukten wie Gebäck oder in Soßen stecken.
Milch und Milchprodukte können ebenfalls gegessen werden, am besten in Form von Joghurt und fettarmen Käsesorten. Übrigens können fermentiere Milchprodukte wie Joghurt deinen Darm sehr gut unterstützen. Auch Fleisch darf auf deinem Speiseplan stehen – denn generell gilt: du darfst alles essen, was dir dabei hilft, nicht an Muskelmasse zu verlieren.

Fett und Öl:
Zu einer gesunden Ernährung gehören auch pflanzliche Öle, wie Rapsöl, Nussöl, Leinöl und Olivenöl. Unsichtbare Fette, die oft in verarbeiteten Lebensmitteln wie Gebäck, Süßwaren, Fast-Food und Fertigprodukten stecken, sollte man jedoch besser meiden.

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Fett als Nährstoff bei Krebs

Gute Fette (ungesättigte Fettsäuren) sind essenziell, da der Körper sie für lebenswichtige Funktionen benötigt. Fette und Öle bestehen aus verschiedenen Fettsäuren. Es kommt auf das richtige Verhältnis der Fettsäuren an. Optimal ist ein Verhältnis von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren von 1:2. 6 Gesättigte Fette stecken vor allem in tierischen Lebensmitteln und in Fertiggerichten. Ungesättigte Fettsäuren findest du vor allem in pflanzlichen Ölen aus Raps, Oliven, Leinsamen, aber auch in Algen und fetten Meeresfischen wie Lachs, Hering oder Makrele.

Auch bei den ungesättigten Fettsäuren kommt es wieder auf das richtige Verhältnis an: Die enthaltenen Fettsäuren konkurrieren im Laufe der Verstoffwechselung um dieselben Enzyme. Wenn zu viele Omega-6-Fettsäuren vorhandenen sind, werden überwiegend entzündungsfördernde Stoffe gebildet. Sind mehr Omega-3-Fettsäuren vorhanden, wirkt diese entzündungshemmend und mindern deshalb das Risiko für viele Erkrankungen. Als optimal gilt ein Verhältnis von 1 Teil Omega-6-Fettsäuren (z. B. in Sonnenblumen- oder Distelöl) zu 5 Teilen Omega-3 (z.B. in Leinöl, Raps- und Olivenöl). 6

Warum soll ich viel Wasser trinken?

Es ist wichtig, jeden Tag ausreichend zu trinken. Ohne genügend Flüssigkeit fällt es dem Körper schwer, Stoffwechselprodukte auszuscheiden.
Am besten trinkst du pro Tag 1,5 bis 2 Liter (Mineral-) Wasser und nicht gezuckerte Getränke wie Tee, den es in unzähligen Varianten gibt. Auch Kaffee in üblichen Mengen ist in Ordnung.
Wenn du Lust auf mehr Geschmack hast, dann probiere doch mal Fruchtsaftschorlen aus. Manchmal reicht schon eine Scheibe Zitrone, etwas Pfefferminze, ein Schuss Holunderblüten- oder Obstsirup im Glas, um den Gaumen mit einem anderen Geschmack zu erfrischen.

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Neue Kraftquellen entdecken

Eine Krebserkrankung stellt alles auf den Kopf. Sie kann im positiven Sinne aber auch Anlass sein, das bisherige Verhalten auf den Prüfstand zu stellen. Ungünstige Gewohnheiten lassen sich verändern. Wenn dein Allgemeinzustand es zulässt und du nicht auf eine besondere Ernährung angewiesen bist, spricht nichts dagegen, den Speiseplan einmal kritisch zu überdenken. Für deine Mahlzeiten und ihre Zubereitung solltest du dir immer genügend Zeit nehmen. Smartphones & Co. sollten beim Essen sowieso Pause haben. So behältst du auch besser den Überblick darüber, was und wie viel du isst. Auch das Führen eines  Ernährungstagebuchs ist hilfreich: du kannst entweder täglich aufschreiben, was du isst oder es in einer entsprechenden App eingeben. Wem das zu aufwändig ist, kann auch seine Mahlzeiten fotografieren und so bisherige Essensgewohnheiten leichter wahrnehmen.

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Hygienetipps während der Therapie

Ist dein Immunsystem durch die Krebserkrankung oder -therapie vorübergehend geschwächt, kannst du folgende Hygienetipps beachten. Versichere dich bei deinem behandelnden Arzt, welche Maßnahmen in deinem konkreten Fall notwendig oder sinnvoll sind sowie, wovon er dir abrät.

Hygieneregeln bei geschwächtem Immunsystem:

  • Vermeide Lebensmittel, die eine hohe Keimbelastung aufweisen können (z. B. nicht dauerhaft gekühlte tierische Produkte).
  • Brauche einmal angebrochene Packungen oder Flaschen zügig auf; wirf Reste im Zweifelsfall weg, wenn du unsicher bist, ob sie bereits zu lange angebrochen sind.
  • Iss keine warmgehaltenen und erwärmten Speisen, sondern nur frisch zubereitete Mahlzeiten.
  • Frisches Gemüse oder Tiefkühlgemüse darf unter Umständen zunächst nur gekocht verzehrt werden. Das Gleiche gilt auch für Obst. Der behandelnde Arzt kann hierzu am besten eine Einschätzung geben, wann du wieder rohes Obst und Gemüse essen darfst und was du dabei beachten musst
  • Gare Fleisch und Fisch immer gut durch.
  • Koche bzw. brate Kräuter und Gewürze mit.
  • Auf Rohmilchprodukte wie beispielsweise Rohmilchkäse besser verzichten.
  • Bei geschwächtem Abwehrsystem am besten auf ungeschälte Nüsse, Mandeln und Trockenobst verzichten.

Zum richtigen Zeitpunkt genießen: Achte darauf, nicht am gleichen Tag der Chemotherapie deine Lieblingsspeise zu essen, da du sonst eine Abneigung ihr gegenüber entwickeln könntest.

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Zusammenfassung

  1. Gesunde Ernährung: Ausgewogen und abwechslungsreich soll sie sein, viel Obst, Gemüse, ausreichend Proteine und Getreide enthalten, weniger tierische Produkte, Fett und Süßes plus eine ordentliche Portion Flüssigkeit. Das gilt für Menschen mit und ohne Krebs gleichermaßen.
  2. Fest steht, dass du den Verlauf deiner Erkrankung mit einer ausgewogenen Ernährung positiv beeinflussen kannst. Denn wenn deine Speicher voll mit wichtigen Nährstoffen sind, hast du mehr Kraft für die Therapie mit samt ihren möglichen Nebenwirkungen. Krebs heilen können Lebensmittel nicht.
  3. Viele Krebspatienten versuchen, mit Hilfe von Vitaminen die Erkrankung positiv zu beeinflussen, die Therapie zu unterstützen oder Nebenwirkungen abzumildern. Dass das funktioniert, sehen Wissenschaftler und Krebsmediziner kritisch. Vielmehr warnen sie vor gesundheitlichen Risiken, wenn die Mittel auf eigene Faust eingenommen werden. So kann ein Zuviel an Vitamin C, E oder Beta-Carotin eine Chemo- oder Strahlentherapie auch negativ beeinflussen.

Quellen

¹ Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Ernährung und Krebsvorbeugung. Kann gesunde Kost das Krebsrisiko senken? Online unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/krebs-vorbeugen/ernaehrung-praevention/index.php (Zugriff: 12.11.2020)

² Simpson HL, Campbell BJ. Review article: dietary fibre-microbiota interactions. Aliment Pharmacol Ther 2015;42(2):158-79. doi: 10.1111/apt.13248. PMID: 26011307; PMCID: PMC4949558.

³ Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Bonn: Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. Online unter: https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/ (Zugriff: 12.11.2020)

⁴ Statista GmbH, Hamburg. Fleischkonsum pro Kopf in Deutschland in den Jahren 1991 bis 2019. Online unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36573/umfrage/pro-kopf-verbrauch-von-fleisch-in-deutschland-seit-2000/. Zugriff: 12.112020.

⁵ Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Bonn. Boeing H, J. Linseisen, B. Watzl, B. Renner, A. Schmidt, K. Virmani, im Namen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: Die Aussagen der NutriRECS Experten zum Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch – Implikationen für die Evidenzfindung im Ernährungsbereich? Online unter: https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/kommentar-zu-nutrrecs/ Zugriff: 12.112020.

⁶ Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ernährungsforschung – was uns gesund hält: Gutes Fett, schlechtes Fett. Online unter: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/gutes-fett-schlechtes-fett-8035.php (Zugriff: 13.11.2020).

⁷ Arends J et al. Klinische Ernährung in der Onkologie. S3-Guideline of the German Society for Nutritional Medicine (DGEM) in Cooperation with the DGHO, the ASORS and the AKE. Aktuel Ernahrungsmed 2015;40: e1–e74. DOI: 10.1055/s-0035-1552741. (Zugriff: 12.11.2020).

⁸ https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/basis-informationen-krebs-bewusst-leben-ernaehrung/mangelernaehrung-.html (Zugriff: 21.01.2021)

⁹ https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2019/fk16-vorbeugen-vitamin-b-Lungenkrebs.php (Zugriff: 21.01.2021)

¹⁰ https://www.aerzteblatt.de/archiv/78575/Nahrungsergaenzungsmittel-Vorsicht-vor-Leberschaeden (Zugriff: 21.01.2021)

¹¹ https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/gutes-fett-schlechtes-fett-8035.php (Zugriff: 21.01.2021)

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