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Kopf-Hals-Tumore: Symptome, Diagnose und Therapie

Hier findest du alle wichtigen Informationen, die helfen können, Kopf-Hals-Tumore besser zu verstehen. Umfassende Informationen zu Diagnose und Behandlung unterstützen Patienten und Angehörige bei der Bewältigung dieser Diagnose.

Unter der Bezeichnung Kopf-Hals-Tumore werden mehrere verschiedene Tumorerkrankungen des Kopf- und Hals-Bereiches zusammengefasst. Sie unterscheiden sich nach dem Ort, an dem sie entstehen, und zusätzlich auch nach Art und Ausbreitung der Tumore selbst.

Unter Kopf-Hals-Tumoren werden im engeren Sinn Tumore des Rachens, des Kehlkopfes, der Lippe und der Mundhöhle aufgefasst.
Dazu zählen Tumore1

  • der Mundhöhle, d.h. Tumore von Lippen, Zunge, Mundboden, Gaumen, Speicheldrüsen
  • des Rachens (Pharynxkarzinom)
  • des Kehlkopfes (Larynxkarzinom)
  • der Nase
  • der Nasennebenhöhlen
  • des äußeren Halses, insbesondere der Schilddrüse

Mehr als 90 Prozent der Kopf-Hals-Tumore entstehen in den Zellen der Schleimhaut von Mundhöhle, Zunge, Rachen und Kehlkopf. Diese nennt man Plattenepithelkarzinome.2

Tumore der Speicheldrüsen, der Schilddrüse und der Nase und Nasennebenhöhlen sind seltener und werden aufgrund ihrer unterschiedlichen Entstehungsgeschichte oft innerhalb der Kopf-Hals-Tumore gesondert behandelt.3 Krebserkrankungen des Gehirns und der Augen werden nicht den Kopf-Hals-Tumoren zugeordnet.

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Wie häufig sind Kopf-Hals-Tumore?

Bösartige Tumore im Kopf-Hals-Bereich rangieren in der weltweiten Tumorrangliste unter den zehn häufigsten Krebserkrankungen. In Deutschland gibt es ca. 20-25.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Tumore im Kopf- und Halsbereich sind damit die 4.-häufigste Krebserkrankung.4 In den letzten zehn Jahren zeigt sich weltweit ein deutlicher Anstieg, insbesondere bei Frauen.2

Am weitesten verbreitet ist Kehlkopfkrebs, davon sind rund 3.600 Männer und 500 Frauen betroffen. An bösartigen Tumoren der Mundhöhle und des Rachens erkranken in Deutschland im Jahr etwa 9.350 Männer und 3.740 Frauen. Männer sind im Durchschnitt drei Jahre früher und häufiger betroffen als Frauen. Zum Zeitpunkt der Diagnose sind sie durchschnittlich 63 Jahre, Frauen 66 Jahre alt.1

Grafik von Kopf und Hals, wo Tumore auftreten können
© Das K Wort
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Ursachen und Risikofaktoren für Kopf-Hals-Tumore

Die wichtigsten Risikofaktoren für Tumore im Kopf-Hals-Bereich sind Rauchen und regelmäßiger hoher Alkoholkonsum.
Vor allem bei Kehlkopfkrebs spielt Tabak eine wichtige Rolle: Vier von fünf Patienten mit einem bösartigen Tumor der Mundhöhle rauchen.
Im Bereich Mundhöhle und Rachen ist eher der Alkoholkonsum zu beachten. Eine Kombination von Rauchen und regelmäßigem Alkoholkonsum in größeren Mengen ist besonders gefährlich.1

Raucher erkranken an Krebs der Mundhöhle und des Rachens je nach Zigarettenmenge bis zu sechsmal häufiger als Nichtraucher.

Auch der Umgang mit bestimmten Schadstoffen wie Asbest, chrom- und nickelhaltige Farben und Lacken birgt ein Risiko für Kopf-Hals Tumore, insbesondere im Nasenbereich.1
Faktoren wie UV- und radioaktive Strahlung, schlechte Mundhygiene, ein geschwächtes Immunsystem (zum Beispiel nach einer Organ- oder Knochenmarktransplantation) und chronische Verletzungen der Schleimhaut bergen ebenfalls ein Risiko, wenn auch deutlich geringer.1

Humanes Papillomavirus (HPV)

In den letzten Jahren ist ein neuer Risikofaktor dazu gekommen: Eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) im Kopf-Hals-Bereich ist mit dem Auftreten dieser Tumore verbunden. Humane Papillomaviren sind der Auslöser verschiedener Krebsarten. Sie sind in erster Linie in Zusammenhang mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs bekannt.

Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Infektion mit bestimmten HPV-Serotypen bei der Entstehung von manchen Kopf- und Halstumoren (besonders Oropharynxkarzinome) eine Rolle spielt. Dieses Virus (wie auch mehrere andere Viren) löst das Karzinom nicht aus, ist aber ein wichtiger Faktor.1

Derzeit ist eine steigende Häufigkeit von Rachenkrebs bei zunehmend jüngeren Patienten zu beobachten. Hintergrund ist die weltweit zunehmende Infektionsrate mit dem humanen Papillomavirus Typ 16, der mit den steigenden Neuerkrankungsraten, insbesondere in den USA, in Zusammenhang gebracht wird. Auch in Deutschland werden mehr Neuerkrankungen bei Rachenkrebs wahrgenommen.5

Gegen HPV gibt es für Kinder im Alter von 9-14 Jahren eine Schutzimpfung, die auch den Hochrisiko-Typ 16 abdeckt.

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Symptome und Früherkennung von Kopf-Hals-Tumoren

Oft bemerken Betroffene anfangs nur wenig von dem Tumor. Die ersten Symptome können unspezifisch sein und sich als Heiserkeit oder Schluckbeschwerden äußern. Hinzu kommt, dass die gefährdeten Patienten selten zum Arzt gehen und die Diagnose deshalb häufig erst spät gestellt wird.

Wird ein Tumor in der Kopf-Hals-Region frühzeitig erkannt und behandelt, sind die Aussichten auf Heilung gut.3

Die Mehrheit der Kopf-Hals-Tumore sind Plattenepithelkarzinome. Sie entstehen in den Zellen der Schleimhaut von Mundhöhle, Zunge, Rachen und Kehlkopf. Seltener sind Tumore der kleinen und großen Speicheldrüsen, Melanome, Lymphome oder Sarkome.

Die wichtigsten Warnzeichen

Tumore im Kopf- und Halsbereich können sich durch Warnzeichen ankündigen: Dazu gehören zum Beispiel Halsschmerzen, eine Schwellung am Hals, eine einseitig verstopfte Nase oder auch rote oder weiße Flecken im Mund, Schluckstörungen sowie nicht heilende Wunden. Sollte eines dieser Symptome für länger als drei Wochen anhalten, ist es ratsam, einen Facharzt für HNO-Heilkunde aufzusuchen. Er kann die Stimmbänder in einer schmerzlosen, kurzen Untersuchung einsehen und beurteilen.6, 7

Anzeichen von Kopf-Hals Tumoren

Tumore im Rachenraum machen sich häufig erst spät durch Beschwerden bemerkbar. Auf der anderen Seite fallen Kehlkopf-Tumore (insbesondere an den Stimmbändern) häufig durch die frühzeitig einsetzende Heiserkeit auf.

Erste Symptome können, je nach Lage, sehr unterschiedlich sein und umfassen:4

  • Schluckbeschwerden, 
  • Schwellung am Hals und anhaltende Heiserkeit,
  • Mundgeruch und Atemnot,
  • einseitige Nasenatmung in Verbindung mit Nasenbluten,
  • Gesichtsschmerzen, Sehveränderungen und Taubheitsgefühl.

Tumore im Bereich der Mundhöhle erkennen Fachärzte häufig durch Veränderungen an der Schleimhaut

Krebsvorstufe: Leukoplakie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt diese Erkrankung als „weiße, nicht abwischbare, keiner definierten Krankheit zuzuordnende Schleimhautveränderung“. Sie entstehen durch eine krankhafte Verdickung der äußersten Schleimhautschicht. Wenn du bei dir eine solche weiße Stelle bemerkst, solltest du unbedingt zum Arzt gehen und abklären, ob sie harmlos ist oder nicht. Bei Leukoplakie besteht das Risiko, dass sich ein Mundhöhlenkarzinom entwickeln kann. Diese Vorstufe ist für einen HNO-Arzt gut zu erkennen.1

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Diagnose von Kopf-Hals-Tumoren

Gibt es einen Verdacht auf Tumore im Kopf-Hals-Bereich, wird dein Arzt dich nach eventuellen Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholgenuss oder familiärer Vorbelastung fragen. Es ist wichtig, dass du diese Fragen offen und ehrlich beantwortest. Anschließend führt er eine gründliche Untersuchung durch. Dabei werden die sichtbaren Bereiche der Mundhöhle und des Rachens begutachtet und betastet. Mithilfe von Spiegeln kann der Arzt Teile der Nasenhöhle und des Ohres, tiefere Rachenbereiche sowie den Kehlkopf untersuchen.

Endoskopie

Bei der klinischen Untersuchung gewinnt der Arzt einen ersten Eindruck. Gewissheit darüber, ob ein Tumor vorliegt und wenn ja, wie weit er sich schon ausgedehnt hat, entsteht erst durch eine Spiegelung (Endoskopie) der oberen Luft- und Speisewege unter Narkose. Dabei werden Gewebeproben aus verdächtigen Bereichen entnommen und anschließend mikroskopisch untersucht.

Ultraschalluntersuchung 

Wenn der Tumor sich bereits über seinen Entstehungsort hinaus ausgebreitet hat, lassen sich mithilfe einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Halses vergrößerte Lymphknoten erkennen. Aus verdächtigen Lymphknoten können Zellen mit einer dünnen Nadel entnommen und mikroskopisch untersucht werden.

Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)

Mit einer Computertomographie und einer Magnetresonanztomographie kann die Ausbreitung des Tumors exakt bestimmt werden. Außerdem lassen sich eventuelle Metastasen in anderen Organen feststellen. Im Gegensatz zur Magnetresonanztomographie erlaubt die Computertomographie Aussagen über den Zustand der in der Nähe eines Tumors liegenden Knochen. Ein Vorteil der MRT-Untersuchung wiederum ist, dass die Patienten keiner Röntgenstrahlung ausgesetzt werden müssen.8

Klassifikation der Tumore

Neben diesen Informationen muss der Behandler wissen, wie bösartig der Tumor ist, wie weit und schnell er sich ausgebreitet hat und ob er bereits andere Bereiche oder Organe des Körpers erreicht hat. Dafür gibt es die international einheitliche TNM-Klassifikation.9

T: steht für Tumor und beschreibt seine Größe und Ausdehnung
N: steht für Nodi (= Knoten) und bezeichnet den Zustand der Lymphknoten in Tumornähe
M: beschreibt das Auftreten von Fernmetastasen 

Mit ihrer Hilfe kann der behandelnde Arzt beschreiben, wie weit der Krebs fortgeschritten ist.

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Therapie und Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren

Viele Kopf-Hals-Tumore gehen vom Plattenepithel aus, also von der Schleimhaut, die Organe ummantelt, wie beispielsweise den Kehlkopf. Die systemische Behandlung dieser Plattenepitheltumoren ist gleich, egal, ob sie in der Mundhöhle, in der Nase, im Rachen oder im Kehlkopf auftreten.10

Bei der Behandlung werden meist folgende Verfahren eingesetzt, häufig auch in Kombination:

  • Operation 
  • Bestrahlung 
  • Chemotherapie

Zunehmend werden auch neue Behandlungsverfahren wie die Immuntherapie angewendet. Wachstumshemmende Antikörper können das Therapiekonzept unterstützen. Fachärzte für die verschiedenen Behandlungsformen werden gemeinsam ein Konzept entwickeln, das die Ergebnisse der Diagnose, die Größe, den Ort und die Ausbreitung des Tumors (TNM) sowie dein Alter und deinen Gesundheitszustand berücksichtigt.6

Die Entscheidung für die optimale Therapie für den Betroffenen wird in der interdisziplinären Tumorkonferenz getroffen. Hier besprechen sich alle an der Tumorbehandlung beteiligten Fachdisziplinen (Hals-Nasen-Ohrenärzt:in, Mund-Kiefer-Gesichtschirurg:in, Strahlentherapeut:in, Onkolog:in, Nuklearmediziner:in, Radiolog:in, Zahnärzt:in, Logopäd:in, Diätassistent:in, Psycholog:in, Sozialarbeiter:in etc.). An dieser wichtigen Besprechung kannst du meist auch als Patient teilnehmen, wenn du das möchtest.

Operation des Tumors im Hals-Kopf-Bereich

Ziel einer Operation ist es, den Tumor vollständig zu entfernen. Lymphknoten im Halsbereich werden, wenn sie mitbetroffen sind, ebenfalls entfernt. Je nach Lage des Tumors müssen Teile des Kiefers, der Zunge, des Mundbodens, der Wange oder des Rachens entfernt werden.Deshalb ist es wichtig, sich an der Therapieentscheidung und der Abwägung von Vor- und Nachteilen zu beteiligen.

Natürlich spielt das äußere Erscheinungsbild sowie die Fähigkeit zu essen, zu sprechen und zu schlucken bei diesen Operationen eine wesentliche Rolle.11 Viele Veränderungen können mithilfe plastischer Chirurgie wieder rekonstruiert werden.
Vor allem bei Kehlkopfkrebs wird versucht, den Kehlkopf möglichst zu erhalten, weil die Beeinträchtigungen nach der Operation erheblich sein können.12

Strahlentherapie – direkt am Tumor

Eine Strahlentherapie wird bei Kopf-Hals-Tumoren im Anschluss an eine Operation durchgeführt, wenn bei dem Eingriff nicht das gesamte Tumorgewebe entfernt werden konnte oder wenn der Tumor bereits in Lymphknoten oder andere Organe gestreut hat.

Seltener findet eine Bestrahlung vor der Operation statt. Sie dient dann dazu, die Heilungsaussichten mit der Operation zu verbessern, und wird in der Regel mit einer Chemotherapie kombiniert (Radiochemotherapie). Auch wenn ein Tumor aus medizinischen Gründen nicht operiert werden kann, wird die Bestrahlung mit einer Chemotherapie oder Antikörpertherapie kombiniert. Beide Verfahren können gleichzeitig oder nacheinander eingesetzt werden.15

Gelegentlich wird die Bestrahlung auch als einzige Therapie angewendet: Zum Beispiel, wenn eine Operation aufgrund der Tumorgröße nicht möglich ist, oder wenn man eine Kehlkopfentfernung mit Verlust der Stimme vermeiden möchte.13

Chemotherapie – im ganzen Körper

Zytostatika – auch Chemotherapeutika genannt – zerstören das Erbmaterial in den Tumorzellen oder greifen in den Zellteilungszyklus ein. Dadurch verlieren die Zellen ihre Fähigkeit sich zu vermehren und das Tumorwachstum wird gebremst oder im besten Fall sogar ganz gestoppt.

Da die Medikamente über den Blutkreislauf transportiert werden, wirken sie in der Regel im gesamten Körper. Dadurch können auch Krebszellen erreicht werden, die sich bei Untersuchungen nicht zeigen und daher durch eine Operation oder Bestrahlung nicht gezielt behandelt werden können.

Durch verschiedene Untersuchungen wie Bluttests, Gewebeproben und bildgebende Untersuchungen lässt sich beurteilen, ob ein Tumor auf die Chemotherapie anspricht. Ist dies nicht der Fall, kann man die Behandlung auf andere Wirkstoffe umstellen oder gegebenenfalls durch eine zielgerichtete Therapie ergänzen.

Krebsimmuntherapie

Statt die Krebszellen direkt anzugreifen, unterstützt die Krebsimmuntherapiedas körpereigene Immunsystem im Kampf gegen den Krebs. Bestimmte Hemmer-Substanzen sind als Ergänzung zur Strahlentherapie oder Chemotherapie zugelassen. Hierdurch kann das Tumorwachstum verzögert oder in Kombination mit der Strahlentherapie komplett gestoppt werden.12

Ob für dich eine Immuntherapie infrage kommen kann, kann dein Behandlungsteam herausfinden – hierfür muss dein Tumor bestimmte Eigenschaften aufweisen. Manche Menschen sprechen auch gar nicht auf eine Krebsimmuntherapie an. Warum das so ist, wird noch intensiv erforscht.

Zielgerichtete Krebstherapie

Zielgerichtete Arzneimittel greifen in Abläufe ein, die für das Krebswachstum wichtig sind. Sie sind auf bestimmte Eigenschaften der jeweiligen Tumorzellen ausgerichtet: Sie können zum Beispiel gezielt die Zelloberfläche angreifen, Botenstoffe der Krebszelle abfangen oder die Signalwege der Krebszellen blockieren. Diese Art der Therapie wird intensiv erforscht. Ob eine zielgerichtete Krebstherapie bei dir erfolgversprechend ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und muss mit deinem Behandlungsteam besprochen werden.

Kombinationstherapie

Bei fortgeschrittenen Plattenepitheltumoren, bei dem sich noch keine Metastasen gebildet haben, kann die Radiochemotherapie, eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie angewendet werden. In manchen Fällen kommt auch die Kombination aus Strahlentherapie und Antikörpertherapie zum Einsatz. In beiden Kombinationen ergänzen sich die zwei jeweiligen Therapieformen und sind zusammen wirksamer als eine der beiden Therapien allein.10

Gemeinsame Therapieentscheidung

Welche Therapiemethode in deiner individuellen Situation am sinnvollsten ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Du kannst die jeweiligen Möglichkeiten und Wünsche mit deinem Ärzteteam besprechen und dir den Therapieplan genau erklären lassen. Am Ende entscheidet ihr gemeinsam, welche Therapie für dich am meisten Erfolg verspricht.

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Nebenwirkungen der Therapie bei Kopf-Hals-Tumoren

Bei der Strahlentherapie werden die Tumorzellen durch die Strahleneinwirkung zerstört. Vor Beginn der Therapie solltest du die Zähne kontrollieren lassen, da diese durch die Bestrahlung in Mitleidenschaft gezogen werden können. Der Facharzt für Radiologie wird die Menge der benötigten Strahlen errechnen und diese werden dann portionsweise innerhalb mehrerer Wochen eingesetzt.

Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Entzündungen der Mundschleimhaut (Brennen, „Wund“-Gefühl, Essen ist schmerzhaft),
  • Schluckbeschwerden,
  • wenig Speichel, trockener Mund, da die Speicheldrüsen in Mitleidenschaft gezogen werden, sie können sich aber teilweise wieder regenerieren,
  • Geschmacksverlust,
  • Hautreizungen

Häufig ist eine Infektion mit HPV die Ursache für Krebserkrankungen des Mund-, Hals- und Rachenraums. In diesen Fällen schlägt die gängige Strahlen- und Chemotherapie meist gut an.Diese kombinierte Behandlung hat oft Langzeitnebenwirkungen wie etwa ausgeprägte Schluck- und Sprachstörungen sowie Innenohr- oder Nierenschäden.14

Nebenwirkungen der Chemotherapie bei Kopf-Hals-Tumoren

Durch eine Chemotherapie werden auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen, zum Beispiel die Zellen der Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt und im Mund, der Haarwurzeln und des blutbildenden Systems im Knochenmark. Dementsprechend zählen zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Chemotherapie folgende Symptome: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Verstopfung, Appetitverlust, Entzündungen der Mundschleimhaut, Beschwerden beim Schlucken.

Viele Nebenwirkungen können durch begleitende Therapien gelindert werden.

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Prognose bei Kopf-Hals-Tumoren

Wichtig für den Erfolg einer Therapie bei Kopf-Hals-Tumoren ist der Ort und das Stadium des Tumors. Auch mögliche Metastasen in den Halslymphknoten spielen eine wesentliche Rolle. Betroffene, deren Tumore durch Humane Papillomaviren ausgelöst wurden, haben auch in einem fortgeschrittenen Stadium gute Chancen für einen teilweisen oder vollständigen Rückgang des Tumors. Vor allem mit der gängigen Chemo- und Strahlentherapie mit oder ohne vorausgegangene Operation. Der Grund: HPV-infizierte Kopf-Hals-Tumorzellen sterben schneller an den Folgen der Bestrahlung als andere Krebszellen.14

Entscheidend für die Prognose ist neben einer frühzeitigen Entdeckung des Tumors auch eine zeitnahe Behandlung.

Durch die Zusammenarbeit verschiedener Fachärzte und der Verwendung moderner Therapien können viele Tumore auch in fortgeschrittenen Stadien geheilt oder über Jahre gut kontrolliert werden.4

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Nachsorge bei Kopf-Hals-Tumoren

Die Diagnose Krebs kann die Lebensplanung plötzlich schwerwiegend verändern. In den Leitlinien zu Kehlkopfkrebs heißt es, dass zusätzlich zu den regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen die Betroffenen von Anfang an über Rehabilitations- und Unterstützungsmöglichkeiten durch Sozialdienst, Pflegepersonal, Selbsthilfegruppen, Logopädie und Physiotherapie informiert werden sollen.15

Dazu gehört auch die Rehabilitation der Stimme: Sind der Kehlkopf oder die Stimmbänder betroffen, müssen Schlucken und Sprechen häufig trainiert werden, bis es wieder richtig funktioniert. Vor allem der Verlust der Stimme hat weitreichende Folgen für die Betroffenen: Wenn die Verständigung eingeschränkt ist, fallen soziale Kontakte und damit auch die Möglichkeit zu arbeiten schwer. Häufig kommen dann sogenannte elektronische Sprechhilfen zum Einsatz.15

Die regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen dienen auch dazu, eventuell auftretende Metastasen oder einen Krankheitsrückfall frühzeitig zu erkennen. In welchen zeitlichen Abständen die Untersuchungen erfolgen, hängt dabei vom Tumor und dem individuellen Rückfallrisiko ab.

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Zusammenfassung

  1. Unter Kopf-Hals-Tumoren werden verschiedene Tumore zusammengefasst. Dazu zählen Tumore der Mundhöhle (Lippen, Zunge, Mundboden, Gaumen, Speicheldrüsen), des Rachens, des Kehlkopfes, der Nase, der Nasennebenhöhlen und des äußeren Halses, insbesondere der Schilddrüse.
  2. Der wichtigste Risikofaktor für Krebs im Kopf-Halsbereich ist das Rauchen. Vier von fünf Patienten mit einem bösartigen Tumor der Mundhöhle rauchen. Alkohol verstärkt die negativen Wirkungen des Rauchens zusätzlich. Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) bei der Entstehung von Kopf- und Halstumoren ebenfalls eine Rolle spielt.

  3. Der Therapieerfolg ist im Wesentlichen abhängig vom Ort des Auftretens und dem Stadium des Tumors. Mit neuen, modernen Therapien und der Zusammenarbeit von Fachärzten (Kopf-Hals-Chirurgie, Strahlentherapie, Onkologie, Pathologie, Radiologie, Nuklearmedizin) können viele Tumore geheilt oder auf Jahre zurückgedrängt werden.

Quellen

¹ https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kopf-hals-tumoren/ursachen-und-risikofaktoren.html Zuletzt abgerufen am 27.05.2021

² https://www.kopf-hals-krebs.de/index.php?ac=facts zuletzt abgerufen am 27.05.2021

³ https://www.uniklinik-ulm.de/comprehensive-cancer-center-ulm-cccu/fuer-patienten-und-angehoerige/krebserkrankungen/kopf-hals-tumoren.html Zuletzt abgerufen am 27.05.2021

⁴ https://www.uniklinik-ulm.de/comprehensive-cancer-center-ulm-cccu/fuer-patienten-und-angehoerige/krebserkrankungen/kopf-hals-tumoren.html Zuletzt abgerufen am 27.05.2021

⁵ https://healthcare-in-europe.com/de/news/rachenkrebs-ursachen-fuer-unguenstigen-verlauf-aufgeklaert.html Zuletzt abgerufen am 27.05.2021

⁶ https://www.hno.at/hno-gesundheit/kopf-hals-tumore zuletzt abgerufen am 27.05.2021

⁷ https://www.maerkische-kliniken.de/holding/servicenavigation/presse/pressemeldung.html?tx_aspresse_pi1%5Bitem%5D=650&tx_aspresse_pi1%5BbackLink%5D=1100&cHash=f775428fe06ff96a1aa789d5b930ea84 Zuletzt abgerufen am 03.06.2021

⁸ https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kopf-hals-tumoren/diagnose.html Zuletzt abgerufen am 02.06.2021

⁹ https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/klassifikation-von-tumoren-tnm-.html zuletzt abgerufen am 27.05.2021

¹⁰ https://www.oncotrends.de/degro-raet-von-einer-chemotherapie-vor-der-strahlentherapie-bei-kopf-hals-tumoren-ab-427104/ zuletzt abgerufen am 27.05.2021

¹¹ https://www.klinikum-stuttgart.de/kliniken-institute-zentren/klinik-fuer-mund-kiefer-und-gesichtschirurgie-plastisch-aesthetische-operationen-zentrum-fuer-implantologie/operationen-von-tumoren-des-kopf-oder-halsbereichs Zuletzt abgerufen am 02.06.2021

¹² https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kopf-hals-tumoren/therapie.html Zuletzt abgerufen am 27.05.2021

¹³ https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/einrichtungen/kliniken/radioonkologie/patienten/kopf-hals-region Zuletzt abgerufen am 27.05.2021

¹⁴ https://healthcare-in-europe.com/de/news/kopf-hals-tumoren-schonender-behandeln.html Zuletzt abgerufen am 27.05.2021

¹⁵ https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Larynxkarzinom/Version_1.0/LL_Larynxkarzinom_Kurzversion_1.0.pdf Zuletzt abgerufen am 27.05.2021

¹⁶ https://www.uniklinik-duesseldorf.de/patienten-besucher/klinikeninstitutezentren/klinik-fuer-mund-kiefer-und-plastische-gesichtschirurgie/behandlungsspektrum/mundschleimhauterkrankungen

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