Gibt es sie, die „richtige Ernährung“? In Büchern, Magazinen und Blogs finden sich hunderte von Ernährungskonzepten, Diäten und Foodtrends. Woran kann ich mich orientieren, wenn ich mich gesund ernähren möchte? Und welche Rolle spielt die Ernährung bei Krebs? Passend zum Tag der gesunden Ernährung beleuchten wir verschiedene Aspekte.


Gesunde Ernährung – was ist das?

Ausgewogen und abwechslungsreich soll sie sein, viel Obst, Gemüse und Getreide enthalten, und weniger tierische Produkte, Fett und Süßes plus eine ordentliche Portion Flüssigkeit: So sehen die Grundregeln einer gesunden Ernährung aus! Sorgfältig ausgewählt und zusammengestellt, versorgt Dich diese Liste mit der nötigen Energie in Form von Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Sie wirken sich positiv auf Deine Gesundheit aus und geben Dir Kraft für die Anforderungen des Alltags. Natürlich darf neben den vielen gesunden Sachen auch mal die eine oder andere Versuchung auf den Tisch. Die Faustregel heißt: Eigentlich darfst Du alles essen – eben immer in Maßen.

Ausgewogene Ernährung bei Krebs
© Das K Wort

Ernährung als Baustein bei Krebs

Auch wenn oft versprochen wird, das bestimmte Lebensmittel Krebs heilen können – bewiesen ist es nicht. Was aber feststeht ist, dass Du den Verlauf deiner Erkrankung mit einer ausgewogenen Ernährung positiv beeinflusse kannst. Denn wenn Deine Speicher voll mit wichtigen Nährstoffen sind, hast Du mehr Kraft für die Therapie mit samt ihren möglichen Nebenwirkungen. Deshalb macht es Sinn, dass Du Dich mit Deiner Ernährung beschäftigst. Dabei gilt: Wenn Du beim Essen keine größeren Probleme hast und Dein Allgemeinzustand es zulässt, kannst Du Dich an den allgemeinen Regeln orientieren. Bist Du aber durch die Erkrankung oder die Behandlung schon geschwächt, kann es sein, dass Du besonders auf Deine Ernährung achten musst. Das kann die zusätzliche Portion Eiweiß oder Fett sein oder ein erhöhter Bedarf an Vitaminen oder Mineralstoffen. Um das herauszufinden, kann eine Ernährungsberatung sinnvoll sein. So lassen sich Mangelernährung oder Gewichtsverlust vorbeugen.

Gesunde Ernährung bei Krebs © Henrique Félix / Unsplash
Eine gesunde Ernährung kann sich positiv auf die Therapie auswirken.

Krebsdiäten: Darauf zu verzichten, ist besser

Zahlreiche Ernährungskonzepte versprechen Hilfe und Heilung bei Krebs: trink nur Tee und Saft, iss kaum Kohlenhydrate, dafür Fett und Eiweiß oder ernähre Dich streng vegan! Hinter diesen sogenannten Krebsdiäten steckt meist die Idee, dass im Körper ein Ungleichgewicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Nahrungsbestandteilen herrscht und dadurch Krebs entsteht. Sie machen Glauben, dass nur die Balance wiederhergestellt werden muss, um Krebs zu heilen. Krebsmediziner aber warnen vor solchen Krebsdiäten.

Krebsdiäten

Vorsicht ist geboten bei sogenannten Krebsdiäten. Sie können zu einem Mangel an wichtigen Nährstoffen führen.

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Denn weder stimmt die Theorie der Krebsdiäten mit dem Wissensstand zur Krebsentstehung überein, noch gibt es wissenschaftliche Beweise für eine positive Wirkung dieser Ernährungsweisen. Vielmehr können diese sogar negativ ausfallen und gesundheitlichen Schaden anrichten. Wenn Du Dich einseitig ernährst, kann es schnell zu einem Mangel an wichtigen Nährstoffen kommen – und Dir fehlt die nötige Kraft für die Therapie. Oder aber Du verlierst die Freude am Essen, weil es jeden Tag Brokkoli und Himbeeren gibt.


Vitamine: Viel hilft nicht immer viel

Hier eine Pille, da ein Pulver, zwischendurch was zum Lutschen: Es war vermeintlich nie einfacher, mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen etwas für seine Gesundheit zu tun. Schließlich gibt es Nahrungsergänzungsmittel freiverkäuflich in Supermärkten, Drogerien, Apotheken und über das Internet. Auch viele Krebspatienten versuchen, mit Hilfe dieser Präparate die Erkrankung positiv zu beeinflussen, die Therapie zu unterstützen oder Nebenwirkungen abzumildern.

Dass das funktioniert, sehen Wissenschaftler und Krebsmediziner kritisch. Vielmehr warnen sie vor gesundheitlichen Risiken, wenn die Mittel auf eigene Faust eingenommen werden. So kann ein Zuviel an Vitamin C, E oder Beta-Carotin eine Chemo- oder Strahlentherapie auch negativ beeinflussen. Bei anderen Vitaminen besteht der Verdacht, dass sie – hochdosiert – das Risiko für Metastasen erhöhen können.

Und weil Nahrungsergänzungsmittel nicht speziell geprüft werden müssen, steht oft überhaupt noch nicht fest, ob es zu Wechselwirkungen mit der Krebstherapie kommen kann. Deshalb solltest Du ohne Rücksprache mit Deinem Arzt niemals zu Vitaminen und Co. aus der Packung greifen.

Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht ohne Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. Eine gute Versorgung mit allen wichtigen Vitaminen erreicht man in der Regel, wenn man auf eine ausgewogene Ernährung achtet.
Nahrungsergänzungsmittel bei Krebs © Alita Ong / Stocksy

In der Regel bist Du durch eine ausgewogene Ernährung ohnehin ausreichend versorgt. Wenn Du aber meinst, dass Dir bestimmte Nährstoffe fehlen oder Du Probleme hast, Dich ausgewogen zu ernähren, sprich Deinen Arzt darauf an. Er kann im Blutbild erkennen, was Du brauchst und Dir eine entsprechende Medikation verschreiben.

Ernährungstipps bei verschiedenen Krebsarten

Brustkrebs
Auf der Brustkrebszentrale gibt die Ernährungsberaterin Silke Zur allgemeine Tipps rund ums Essen. Du findest hier außerdem leckere Rezepte, Informationen zum Thema Ernährung und aktuelle Trends.

Lungenkrebs
Die Diplom-Oecotrophologin Ulrike Müller verrät auf der Website Der zweite Atem, worauf Lungenkrebs-Patienten achten sollten und wie sie während der Therapie bei Kräften bleiben.

Darmkrebs
Als Darmkebsbetroffener hast Du die Möglichkeit, Dir den Ernährungsleitfaden mit vielen Tipps und Rezepten zu bestellen oder zu downloaden.

 

Broschüre „Ernährung bei Krebs“

Tipps und Anregungen für neue Kraftquellen bietet Dir außerdem die Broschüre „Ernährung bei Krebs“ – Du kannst sie bestellen oder downloaden.