Vor allem nach einer Operation, bei der etwa ein Teil der Lunge entfernt worden ist, ist die verringerte Atemkapazität für Patienten ungewohnt. Im Alltag heißt das, dass Dein Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und Du schneller außer Atem, häufiger müde und erschöpft bist.

Ziele und Aufgaben der Atemtherapie

Eine therapeutische Atemtherapie hat das Ziel, Deine Atembeschwerden zu lindern. Du kannst Deine Lunge wieder fitter machen und sie trainieren. Es lohnt sich, regelmäßig zu üben, damit Du wieder ruhiger und gleichmäßiger atmen kannst. Die Lunge wird wieder besser durchlüftet und kann den Körper wieder besser mit Sauerstoff versorgen. Gleichzeitig tust Du Deiner Lunge etwas Gutes und beugst sogar Lungenentzündungen vor. Jeden Tag ein wenig Atemgymnastik hält das Atemsystem und die gesamte an der Atmung beteiligte Muskulatur fit und beweglich.

Darüber hinaus zeigt Dir der Therapeut, wie Du Dir Dein individuelles Programm zusammenstellen kannst, damit Du unabhängig und flexibel zu Hause üben kannst, wann immer Du willst. So kannst du im Alltag besser mit Deiner Erkrankung umgehen. Belastende Symptome wie Atemnot oder Husten hast Du mit den gelernten Atemtechniken besser im Griff.
Dein Atemtherapeut zeigt Dir verschiedene Atemtechniken und -Übungen die Du auch zuhause leicht umsetzen kannst.
© IVAN GENER / Stocksy

Mit der richtigen Atemtechnik besser Atmen

Ähnlich wie bei einer „normalen“ Physiotherapie übt der Atemtherapeut mit Dir verschiedene Techniken, die Deine Atemnot lindern:

Spezielle Hustentechniken ermöglichen ein schonendes aber effektives Abhusten und befördern zähen Schleim nach oben. Gymnastische Atemübungen stärken Deine Atemmuskulatur. Dadurch verbessern sich Deine Kraft und Ausdauer. Zum Therapieplan gehören auch alltägliche Belastungssituationen, wie etwa ein Geh- und Treppensteig-Training.

Mit Atemübungen Stress abbauen

Atemtherapie ist auch eine gute Möglichkeit, zu lernen, wie Du Dich gezielt entspannen kannst. Dein Atemtherapeut wird mit Dir Atemtechniken einüben, mit denen Du aktiv Stress abbauen kannst. Anspannungen und Verkrampfungen lösen sich mit der Zeit und Du kannst diese Atem- und Entspannungstechniken zu Hause jederzeit selbst einsetzen und Dich besser fühlen. Wenn Du regelmäßig übst, wirst Du auch emotional profitieren und Dich insgesamt gelassener fühlen. Du wirst lernen Stress, Ängste und innere Unruhe abzubauen und wieder mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben.

Atemgymnastik – Dein fester Termin am Tag

Reserviere für Deine Atemübungen einen festen Termin am Tag. Schaffe eine kleine räumliche und zeitliche Ruhezone, an der Du nicht gestört wirst: Handy und Computer müssen draußen bleiben. Zieh Dir bequeme Kleidung an, der Raum sollte gut durchlüftet sein. 20 Minuten Atemgymnastik reichen bereits aus. Nach kurzer Zeit wird sich eine tägliche Routine einstellen, die Du nicht mehr missen magst. Hier findest Du zum Beispiel Übungen für Lungenkrebspatienten, die Du selbst ausprobieren kannst: Atemtherapie-Übungen für Patienten mit Lungenkrebs.

Atemtherapie auf Rezept

Atemtherapie gehört zu den Heilmitteln und wird daher von den Krankenkassen ganz oder teilweise übernommen, wenn Dein Arzt sie Dir verschreibt. Für viele Lungenkrebspatienten gehört Bewegungstherapie und Atemgymnastik bereits zum Krankenhausaufenthalt und zur anschließenden Reha. Sprich Deinen Arzt an. Er kann Dir eine Atemtherapie im Rahmen einer Physiotherapie oder in der Reha verschreiben. „Krankengymnastik – Atemtherapie“ steht dann auf Deinem Rezept, das Du in allen physiotherapeutischen Praxen einsetzen kannst, die zertifizierte Atemtherapeuten beschäftigen. Auch Rehakliniken oder Lungensportgruppen bieten Atemtherapie an. Lungensportgruppen in Deiner Nähe findest Du auf der Webseite der AG Lungensport in Deutschland e.V.. Auf der Webseite der Atemwegsliga e. V. kannst Du nach Physiotherapeuten suchen, die sich im Bereich der physiotherapeutischen Atemtherapie fortgebildet haben. Hier geht’s zur Suchmaske.

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