Jedem Erwachsenen in Deutschland steht es in der Regel frei, über seine Belange selbst zu entscheiden: Egal, ob es sich um medizinische, finanzielle oder rechtliche Angelegenheiten handelt. Doch was passiert, wenn Du Deine Entscheidungen beispielsweise wegen einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr selbst treffen kannst?

Es kann schnell gehen, dass Du nicht mehr selbst entscheiden kannst

Genau für diese Situation hat der Gesetzgeber verschiedene Möglichkeiten geschaffen. Mit einer Patientenverfügung, einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung kannst Du im Vorhinein festlegen, dass nach Deinen Wünschen gehandelt wird. Es ist keine Pflicht, diese Dokumente zu verfassen, aber es kann im Ernstfall helfen.

Patientenverfügung

Mit einer Patientenverfügung legst Du fest, welche ärztlichen und pflegerischen Maßnahmen Du Dir in bestimmten Situationen wünschst und welche Maßnahmen Du ablehnst. Dazu gehören zum Beispiel lebenserhaltende Maßnahmen, Wiederbelebung oder die Transfusion von Blut bzw. Blutbestandteilen.

Vorsorge ist keine Frage des Alters.

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Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht überträgst Du einer Vertrauensperson das Recht, für Dich zu entscheiden oder zu handeln. Diese Person kann Dich dann in allen rechtlichen, behördlichen oder finanziellen Angelegenheiten vertreten und hat das Recht bei Gesundheitsfragen eigenmächtig zu entscheiden. Doch es gibt auch Ausnahmen, wenn es zum Beispiel um das Auflösen der Wohnung geht oder die Einwilligung für eine risikoreiche Operation gefragt ist. In diesen Fällen kann der Bevollmächtige nicht alleine bestimmen.

Betreuungsverfügung

In einer Betreuungsverfügung schlägst Du eine oder mehrere Personen vor, die Deine Betreuung übernehmen könnten. Sie wird erst gültig, wenn ein Gericht, Deinen Betreuer bestellt hat. In der Verfügung kannst Du auch Deine Wünsche in puncto Lebensgestaltung oder medizinische Maßnahmen dokumentieren. Das Betreuungsgericht prüft, ob Dein Betreuer entsprechend Deiner Vorstellungen handelt.

Kleiner Tipp: Am besten Du verfasst alle drei Dokumente. So hast Du gut vorgesorgt, damit die von Dir bevollmächtigte/-n Person/-en auch tatsächlich handlungsfähig sind.

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Die Dokumente sollten regelmäßig aktualisiert sowie mit Datum und Unterschrift versehen werden.

 

Egal, um welche Vorsorgeschreiben es sich handelt: Du kannst die Vollmachten und Verfügungen, auch notariell beglaubigte, jederzeit widerrufen. Wenn Du Dir unsicher bist, lass Dich beraten. Anlaufstellen sind zum Beispiel die Deutsche Stiftung für Patientenschutz, die sogenannten Betreuungsvereine das Bundesjustizministerium oder das Bundesgesundheitsministerium. Kostenpflichtig kannst du dich bei einem Notar oder Rechtsanwalt erkundigen.

In der Broschüre „Ich sorge vor! Wichtige Informationen für Notfälle“ findest Du nicht nur viele Ideen rund um Vorsorgethemen. Hier kannst Du auch alle Deine Vorsorge-Informationen sammeln, damit Menschen, die Dir zur Seite stehen, sie für den Fall der Fälle zur Hand haben.