Laut Krebsinformationsdienst gibt es aktuell mehr als 100.000 Gesundheits-Apps. Der Digitalverband Deutschlands (Bitkom) gibt an, dass zwei von drei Smartphone-Besitzern solche digitalen Angebote nutzen.¹ Sie sollen Deine Fitness und Gesundheit fördern, um der Entwicklung von Krankheiten vorzubeugen, oder Dich während einer speziellen Therapie zu begleiten.

Für welche Apps erstattet die Krankenkasse die Kosten?


Wenn Du Vorsorgeuntersuchungen durchführst, Dich regelmäßig bewegst und ausgewogen ernährst, trägst Du dazu bei, optimale Bedingungen zu schaffen, um gesund zu werden und lange gesund zu bleiben. Das hat auch positive Auswirkungen auf das Gesundheitssystem. Deshalb gibt es das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG). Es legt fest, dass Du die Kosten für medizinische Apps erstattet bekommen kannst. Ist eine App vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als Medizinprodukt anerkannt, kann Dein Arzt Dir ein Rezept dafür ausstellen und Deine Krankenkasse erstattet Dir die Kosten.
Seit April 2020 können App-Entwickler einen Antrag beim BfArM stellen, damit ihr digitales Gesundheitsangebot in einer einjährigen Testphase auf Datensicherheit und Funktionalität geprüft und offiziell als Medizinprodukt anerkannt wird. Doch auch bis dahin hast Du bereits die Möglichkeit, die Kosten für eine Gesundheits-App erstattet zu bekommen – setz Dich dafür direkt mit Deiner Krankenkasse in Verbindung.

Was ist eine medizinische App?


Digitale Gesundheitsangebote sollen Dich in Deinem Alltag unterstützen. Eine Diagnose oder konkrete Behandlungsempfehlung können und dürfen Medizin-Apps jedoch nicht geben. Sie sind regulär im Google Play Store, App Store und bei ähnlichen Anbietern zu finden. Eine spezielle Kennzeichnung als Medizinprodukt gibt es dort nicht.

Digitale Gesundheitsangebote können als Medizinprodukte anerkannt werden, wenn sie zum Beispiel zur Erkennung, Verhütung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten oder Behinderungen dienen. Sie helfen beispielsweise dabei, eine geeignete Therapie zu finden oder die exakte Medikamentendosierung zu berechnen.²

Apps gelten nicht als Medizinprodukt, wenn sie lediglich allgemeine Informationen bereitstellen, wie etwa Dosierungstabellen, aus denen Du Dir selbst Deine entsprechenden Werte ableiten musst.
Zur Steigerung Deines Wohlbefindens und Verbesserung Deiner Lebensqualität geben Fitness-Apps Anleitungen für Bewegung während und nach Deiner Krebsbehandlung.
© Ivan Ozerov/ Stocksy

Welche medizinischen Apps gibt es in der Krebstherapie?


Digitale Gesundheitsangebote lassen sich in drei Kategorien einordnen, können aber natürlich mehrere dieser Funktionen gleichzeitig erfüllen – die Grenzen sind also fließend:

Lifestyle orientierte Angebote können zu einem gesunden und aktiven Lebensstil beitragen. Dazu zählen:
Krankheitsspezifische Ernährungsberater und Einkaufshilfen:
Mithilfe von mobilen Ernährungsapps kannst Du Dich über krankheitsspezifische Vorteile bestimmter Rezepte und Zutaten informieren. Mehr darüber, was eine ausgewogene Ernährung Deiner Gesundheit bringt, erfährst Du auch in unserem Interview mit Wissenschaftsautor Bas Kast.

Krankheitsspezifische Fitnessprogramme:
Zur Steigerung Deines Wohlbefindens und Verbesserung Deiner Lebensqualität geben Aktivitäts-, Fitness Tracker und Fitness-Apps konkrete Anleitungen für Bewegung während und nach Deiner Krebsbehandlung.
Therapie unterstützende Anwendungen sollen Deine Genesung begleiten. Hierzu gehören unter anderem:
Krankheitsspezifische Sporttherapie:
Sie zeigen Dir beispielsweise sogar Trainingsmethoden, mit denen Du zur Senkung des Rückfallrisikos beitragen kannst.

Achtsamkeitsapps, Entspannungs- oder Meditationshilfen:
Diese können Dir bei der Stress- und Therapiebewältigung, dem Umgang mit Depressionen oder Ängsten helfen – wie zum Beispiel Lauf- und Yoga-Trainings oder mobile Thai Chi-Anleitungen.
Service orientierte Apps erleichtern Dir die Selbstuntersuchung und bereiten Dich auf Arzttermine vor. Darunter fallen Vor- und Nachsorge-Apps wie:
Medizinische Erinnerungshilfen:
Sie erinnern Dich regelmäßig an Deine Medikamenteneinnahme und Arzt- oder Therapietermine.

Symptom-Tagebücher:
Sie können zur Früherkennung beitragen und erleichtern Dir das Gespräch mit Deinem behandelnden Arzt zur Verlaufs- und Symptomkontrolle – wie zum Beispiel in Form eines Migränetagebuchs.

Hilfestellungen zur Selbstuntersuchung:
Digitale Gesundheitsangebote können Dir helfen, auf Dich selbst zu achten sowie Veränderungen an Deinem Körper bewusster wahrzunehmen und zu protokollieren. Beispielsweise zur Prävention von Hautkrebs und Dokumentation von Hautveränderungen sind spezielle Apps entwickelt worden – ebenso wie mobile Anwendungen mit anschaulichen Hilfestellungen zum monatlichen Abtasten bei Brustkrebs.
Welche App Dich in Deiner Therapie am besten unterstützen kann und ob die Kosten in Deinem Fall übernommen werden, erfährst Du bei Deiner Krankenkasse.

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