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Hautkrebs-Diagnose digital per App

Einen verdächtigen Hautfleck mit dem Smartphone überprüfen? Das ist inzwischen Realität. AppDoc heißt die digitale Lösung, bei der Nutzer innerhalb weniger Stunden erfahren, ob ein Besuch beim Hautarzt nötig ist.

Ob App oder künstliche Intelligenz – unser Leben wird immer digitaler. Auch in der Medizin spielen digitale Innovationen eine wichtige Rolle. Neue Smartphone Anwendungen und künstliche Intelligenz helfen zum Beispiel bei der Diagnose von Hautkrebs. So funktioniert der Online-Hautarzt AppDoc.

  • Du fotografierst die betroffene Hautstelle drei Mal aus unterschiedlichen Perspektiven.
  • Du beantwortest einige Fragen zu möglichen Symptomen.
  • Die Bilder und Informationen werden an einen Hautfacharzt übermittelt. Innerhalb von 48 Stunden erhältst du eine erste Einschätzung.

Wenn eine eindeutige Diagnose auf dem digitalen Weg nicht möglich ist, erhältst du die Empfehlung, zum Arzt zu gehen.

Kostenfrei ist das Angebot allerdings nicht. Einige Krankenkassen zeigen aber Interesse an der Innovation, sodass die Kosten vielleicht bald schon übernommen werden. Ob das in deinem Fall zutrifft, lässt sich am besten im persönlichen Gespräch mit deiner Krankenkasse klären.

Kein Termin, kein Anfahrtsweg beim Arzt per App

Motivation für die App war vor allem die Tatsache, dass Patienten mit einem verdächtigen Hautfleck oft zu spät zum Facharzt kommen: „Beruflicher Stress, lange Anfahrtswege oder Immobilität – das alles verzögert die Diagnose “, so Titus Brinker von der Universitätsklinik Heidelberg, der die App entwickelt hat.

Umso wichtiger sind deshalb Lösungen, mit denen sich auffällige Hautstellen schnell und sicher beurteilen lassen. Die Nutzung von AppDoc dauert keine fünf Minuten: Unkompliziert und schnell kann man damit Gewissheit bekommen. Die App wurde mit dem Innovationspreis 2019 des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen ausgezeichnet.

Nutzer-Umfrage
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Diagnose: Kein Hautkrebs

Hunderte Menschen haben den Service bereits in Anspruch genommen. Darunter waren auch Befunde, bei denen die Empfehlung für einen Besuch beim Facharzt ausgesprochen wurde.

Gleichzeitig konnten die Online-Hautärzte auch vielen Menschen, die an Feiertagen oder am Wochenende Befunde eingesandt hatten, schnelle Entwarnung für ihre Auffälligkeit geben.

Künstliche Intelligenz schlägt Arzt

Auch die Technik der Künstlichen Intelligenz (KI) wird zur Diagnose von Hautkrebs immer wichtiger.

Ist es bei AppDoc immer noch ein Facharzt, der die Diagnose stellt, gehen die Wissenschaftler nun noch einen Schritt weiter: Sie haben einen Algorithmus programmiert, der verdächtige Hautveränderungen digital beurteilen kann. Diese künstliche Intelligenz trat in einer Studie gegen 157 Hautärzte von zwölf deutschen Universitätskliniken an – und gewann. Im Durchschnitt war die digitale Technik in der Beurteilung von 100 Bildern präziser als die Ärzte.1

Ein Computerschaltbrett
Die Künstliche Intelligenz vergleicht Millionen von Daten und wertet diese anhand von bestimmten Kriterien aus.
© Wenhai Tang / Stocksy

Künstliche Intelligenz kann also bei der Diagnose helfen. Doch auch wenn die KI bei der Bewertung der Bilder überlegen war: „Ein Facharzt muss bei der körperlichen Untersuchung zwischen mehr als hundert Möglichkeiten unterscheiden. Viele davon sind sehr selten, einige auf einem Bild kaum zu erkennen, sodass weitere Informationen wie zum Beispiel Tasteindrücke benötigt werden“, so Alexander Enk, Direktor der Universitäts-Hautklinik Heidelberg.

Ohne Arzt geht es nicht

Menschen sind mehr als eine Ansammlung von Daten und Fakten. Daher wird die künstliche Intelligenz den Arzt bei der Diagnose von Hautkrebs nicht ablösen. Es ist ähnlich wie beim Autopiloten im Flugzeug: Bei gutem Flugwetter ist das Assistenzsystem hilfreich. Bei schwierigen Landungen muss ein erfahrener Pilot die Verantwortung übernehmen. Das kann der Computer allein nicht leisten“, so Titus Brinker. Somit schlägt die menschliche Intelligenz die künstliche dann doch.

Screenshot der mobilen Anwendung „AppDoc“ auf einem Smartphone
© Das K Wort / AppDoc

Den Online-Hautarzt „AppDoc” kannst du im Web nutzen oder dir die App im Apple Store und bei Google Play herunterladen.

Quellen

¹ Titus J. Brinker, Achim Hekler, Alexander Enk, Joachim Klode, Axel Hauschild, Carola Berking, Bastian Schilling, Sebastian Haferkamp, Dirk Schadendorf, Tim Holland-Letz, Jochen S Utikal, Christof von Kalle (2019) Deep Learning Outperformed 136 of 157 Dermatologists in a Head-to-Head Dermoscopic Melanoma Image Classification Task. European Journal of Cancer https://doi.org/10.1016/j.ejca.2019.04.001 zuletzt aufgerufen am 08.12.2020

² Pressemitteilung NCT Heidelberg „Fachärztliche Diagnose mit AppDoc: Verdächtige Hautflecken digital überprüfen lassen“ https://www.nct-heidelberg.de/das-nct/newsroom/pressemitteilungen/details/fachaerztliche-diagnose-mit-appdoc-verdaechtige-hautflecken-digital-ueberpruefen-lassen.html zuletzt aufgerufen am 08.12.2020

³ Pressemitteilung NCT Heidelberg, „Künstliche Intelligenz schlägt Hautärzte bei der Diagnose von schwarzem Hautkrebs“ https://www.nct-heidelberg.de/das-nct/newsroom/aktuelles/details/kuenstliche-intelligenz-schlaegt-hautaerzte-bei-der-diagnose-von-schwarzem-hautkrebs.html zuletzt aufgerufen am 08.12.2020

⁴ Pressemitteilung NCT Heidelberg, „Titus Brinker mit dem Innovationspreis Dermatologie 2019 ausgezeichnet“ https://www.nct-heidelberg.de/das-nct/newsroom/pressemitteilungen/details/titus-brinker-mit-dem-innovationspreis-dermatologie-2019-ausgezeichnet.html zuletzt aufgerufen am 08.12.2020

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