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Krebs-Mythen

Kann Honig gegen Krebs helfen?

Bienenprodukte wie Honig, Propolis und Gelée Royale sollen Nebenwirkungen der Krebstherapie lindern können. Die Naturheilkunde schreibt ihnen im Kampf gegen Krebs sogar eine heilende Wirkung zu. Was ist dran am Mythos Honig? Kann er bei Krebserkrankungen oder Nebenwirkungen der Therapie helfen?

Schon unsere Vorfahren nutzten den von Wildbienen produzierten Honig als süße Ergänzung ihrer Nahrung. Auch andere Bienenprodukte werden seit langem von Menschen genutzt:

  1. Honig
    Ein Lebensmittel, das aus Pflanzennektar und bienenspezifischen Stoffen besteht. In erster Linie enthält Honig mehrere Zuckerarten, vor allem Glucose und Fruktose (Fruchtzucker), außerdem jeweils geringe Mengen an Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Aminosäuren und Enzymen sowie sekundäre Pflanzenstoffe.² Erwähnenswert sind die zahlreichen Duft- und Aromastoffe, die appetitanregend und verdauungsfördernd wirken können.² Es gibt aber auch spezielle Zubereitungen, die als Medizinprodukt zugelassen sind.
  2. Propolis
    Das von den Bienen gesammelte Harz der Bäume wird im Bienenstock mit Wachs und Pollen vermischt und eingespeichelt. Die Insekten verwenden die Substanz, um ihren Bau abzudichten und zu desinfizieren. Als traditionelles Hausmittel wird Propolis bei Erkältungsbeschwerden angewendet. Wissenschaftliche Belege für die Wirkung gibt es jedoch nicht.
  3. Gelée Royale
    Mit diesem speziellen Futtersaft ziehen die Honigbienen ihre Königinnen auf, die um ein Vielfaches länger leben als gewöhnliche Arbeiterbienen. In der Bewerbung kommerzieller Produkte wird er deshalb oft als einer der wertvollsten Schätze der Natur bezeichnet – unter der Annahme, der Verzehr von Gelée Royale könne die Vitalität steigern. Eine wissenschaftliche Grundlage dafür gibt es allerdings nicht.
  4. Blütenpollen
    Bunte Kügelchen, die Bienen aus Blütenstaub regelrecht zusammenkleben. Blütenpollen enthalten (relativ zu ihrem geringen Gewicht) viele Vitamine, Mineralien, Proteine, Aminosäuren, Enzyme und Spurenelemente.

Faszinierend fleißige Wesen

Neben Rindern und Schweinen sind Honigbienen unsere wichtigsten Nutztiere. Fast 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen werden von der westlichen Honigbiene bestäubt.

Seit Jahrtausenden wird Honig nicht nur als köstliche Speise, sondern auch als Naturarzneimittel und als Kosmetikum genutzt.

Cleopatra soll für ihre legendäre Schönheit Bäder und Gesichtsmasken mit Honig verwendet haben. Im alten Ägypten galt Honig als Speise der Götter. Selbstverständlich wurde Honig daher Pharaonen mit ins Grab gelegt – als Quelle der Unsterblichkeit.³

Die Germanen empfanden Honig ebenfalls als eine Speise der Götter – sie berauschten sich gerne am Honigwein, dem Met.

Medizinischer Honig zur Heilung von Wunden

Der berühmteste Arzt der Antike, Hippokrates, setzte bereits im 4. Jahrhundert Honig gegen eiternde Wunden ein. Seit einiger Zeit erlebt Honig eine wahre Renaissance in der Medizin: Ein gereinigter und aufbereiteter „medizinischer Honig“ wird heute ebenfalls zur Behandlung schwer heilender Wunden eingesetzt.

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Wundauflagen mit medizinischem Honig entziehen dem verletzten Gewebe Wasser – aber auch den Bakterien, die sich dort tummeln. Das liegt am hohen Zuckergehalt des Honigs. So können Schwellungen und Schmerzen gelindert werden. Es entsteht ein feuchtes Wundmilieu, wodurch die Wunde optimal heilen kann. Die Honigauflage verklebt dadurch nicht mit der Wunde, sondern lässt sich leicht ablösen.5

Das ist aber noch nicht alles, was Honig zu bieten hat, denn er enthält das Enzym Glukoseoxydase. Sobald Honig mit einer Flüssigkeit in Berührung kommt, erzeugt dieses Enzym in kleinen Mengen das antibakteriell wirkende Wasserstoffsuperoxyd.1

Es wundert daher nicht, dass Honig in vielen Kulturen als Heilmittel gilt und traditionell in der Naturheilkunde gegen Erkältungen, Hautreizungen und zur Wundpflege eingesetzt wird. Offensichtlich besitzt Honig heilungsfördernde und antibakterielle Eigenschaften.4,5

In einigen wissenschaftlichen Studien heilten selbst problematische Wunden unter Honigauflagen ab, und zwar teilweise besser als mit Antibiotikum.

Honig aus dem Supermarktregal sollte allerdings nie auf offene Wunden aufgetragen werden. Weil Honig ein Naturprodukt ist, kann er Verunreinigungen, Pestizide oder Keime enthalten, die eine Wunde verschlimmern können.9 Dagegen gilt speziell gereinigter, medizinischer Honig für die Behandlung kleiner Wunden als unbedenklich. Besprich am besten mit deinem Arzt, ob sich solche ergänzenden Methoden im Rahmen deiner Krebstherapie eignen.

Gelée Royale bei entzündeter Mundschleimhaut?

In den letzten Jahren wurden einige Studien veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass Honig auch bei einer Krebserkrankung hilfreich sein könnte – genauer gesagt bei Entzündungen der Mundschleimhaut (Mukositis). Alle Schleimhäute des Magen-Darm-Kanals von der Mundhöhle bis zum Enddarm können von dieser häufig in Zusammenhang mit einer Chemo- oder Strahlentherapie auftretenden Nebenwirkung betroffen sein.Besonders belastend sind Entzündungen der Mundschleimhaut, des Rachens und der Speiseröhre. Essen und Trinken schmerzt dann häufig und belastet Betroffene entsprechend stark. In einer Patientenstudie zur Behandlung therapiebedingter Mukositis zeigte sich, dass mithilfe von Gelee Royale zusätzlich zur Standardtherapie das Ausmaß sowie die Dauer der Beschwerden günstig beeinflusst werden konnte. 7

Vorsicht: Beim Verzehr von Honig, Gelée Royale, Propolis und Blütenpollen sind allergische Reaktionen möglich

Honig zur Vorbeugung gegen Krebs?

Bei Versuchen mit Tieren und an Krebszellen im Reagenzglas konnten Wissenschaftler in einigen Fällen tatsächlich feststellen, dass die Produkte der fleißigen Bienen Krebszellen am Wachstum hindern oder sie sogar abtöten können.12,13

Die Behauptung, dass Honig gegen Krebs hilft, lässt sich nach derzeitigem Kenntnisstand wissenschaftlich nicht untermauern.

Tipp:

Solange dein Arzt dir nicht davon abrät und du Honig gerne magst, spricht nichts gegen den Verzehr von Honig. Du solltest ihn jedoch niemals selbst auf irgendwelche äußerlichen Wunden zur Heilung auftragen – dafür ist nur spezieller medizinischer Honig geeignet.

Quellen

¹ Jowanowitsch K, Rapp S. Lange Nacht über die Geheimnisse des Honigstaates Bienen, Immen, Sumseriche. Beitrag vom 21.09.201. Online unter: https://www.deutschlandfunkkultur.de/lange-nacht-ueber-die-geheimnisse-des-honigstaates-bienen.1024.de.html?dram:article_id=459160 (Zugriff: 23.11.2020).

² Deutsches Bienen-Journal/dbv network GmbH, Berlin. Ratgeber: Diese Inhaltsstoffe stecken im Honig. Artikel vom 11. September 2020. Online unter: https://www.bienenjournal.de/imkerpraxis/ratgeber/inhaltsstoffe-honig/ (zugriff: 21.11.2020).

³ Onko-Internetportal/dkg-web.gmbh, Berlin. Mundschleimhautentzündung als Nebenwirkung einer Krebstherapie. Online unter: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal-basis-informationen-krebs-nebenwirkungen-der-therapie-mundschleimhautentz%C3%BCndung.html (Zugriff: 23.11.2020).

⁴ Wikimedia Foundation Inc., San Francisco/USA. Wikipedia.de. Honig. Online unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Honig#Geschichte_der_Nutzung_und_Kulturelles (Zugriff:23.11.2020).

⁵ Pharmazeutische Zeitung online, Eschborn. Viegener U. pta Forum: Von Honig bis Silikon. Artikel vom 21.09.2015. Online unter: https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-192015/von-honig-bis-silikon/ (Zugriff: 23.11.2020).

⁶ https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/gelee-royale-koenigliches-antiaging-21063 (Zugriff: 21.01.2021).

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