Das K Wort - Diagnose Krebs
Sag Ja zum Leben!
Wissenschaft

Hirnmetastasen bei Lungenkrebs

Wenn der Tumor ins Gehirn streut, sprechen Mediziner von Hirnmetastasen. Besonders häufig kommen diese bei bestimmten Arten von Lungenkrebs vor. Ein spezieller Schutzmechanismus unseres Gehirns erschwert die Behandlung von Hirnmetastasen: die Blut-Hirn-Schranke.

Auch wenn grundsätzlich jeder Tumor ins Gehirn streuen kann, kommt es übermäßig häufig bei Lungenkrebs zu Hirnmetastasen. So ist Lungenkrebs für mehr als die Hälfte aller Hirnmetastasen verantwortlich.¹ Warum das so ist, konnten Wissenschaftler noch nicht entschlüsseln. Was sie jedoch wissen ist, dass bestimmte Genmutationen, die zu einem aggressiven Tumorwachstum führen, auch das Risiko für Hirnmetastasen erhöhen. So haben Patienten mit Lungenkrebs, bei denen beispielsweise eine ALK- oder ROS1-Mutation vorliegt, eine höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Hirnmetastasen.² Generell sind Hirnmetastasen schwer zu behandeln. Aber Wissenschaftler entwickeln immer neue Krebsmedikamente, die den Schutzmechanismus des Gehirns überwinden und deshalb auch Hirnmetastasen effektiv behandeln können.

Blut-Hirn-Schranke: Barriere für Krebsmedikamente

Die Blut-Hirn-Schranke ist eine Barriere, die unser Gehirn vor Krankheitserregern oder schädlichen Substanzen schützt. Sie kontrolliert, welche Stoffe aus dem Blut ins Gehirn gelangen und welche nicht. Dadurch erschwert die Blut-Hirn-Schranke die effektive Behandlung von Hirnmetastasen. Denn die meisten, sonst sehr wirksamen Krebsmedikamente können die Barriere nicht passieren.³

Wie die Blut-Hirn-Schranke funktioniert und sie die Behandlung von Hirnmetastasen erschwert, erfährst du in diesem Video:

Wissenschaftler forschen intensiv an der Entwicklung neuer Krebsmedikamente, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden können.4 Und bereits heute gibt es Wirkstoffe, die effektiv Lungenkrebs und gleichzeitig Hirnmetastasen behandeln können.5

quellen

¹ Ärzteblatt | Tumortherapie: Damoklesschwert Hirnmetastase, https://www.aerzteblatt.de/archiv/208169/Tumortherapie-Damoklesschwert-Hirnmetastase zuletzt abgerufen am 10.12.2020

² Remon J, Besse B. Brain Metastases in Oncogene-Addicted Non-Small Cell Lung Cancer Patients: Incidence and Treatment. Front Oncol. 2018;8:88.

³ Deeken JF, Löscher W. The blood-brain barrier and cancer: transporters, treatment, and Trojan horses. Clin Cancer Res. 2007;13(6):1663-1674.

⁴ Misra A, Ganesh S, Shahiwala A, Shah SP. Drug delivery to the central nervous system: a review. J Pharm Pharm Sci. 2003;6(2):252-273.

⁵ Kodama T, Hasegawa M, Takanashi K, Sakurai Y, Kondoh O, Sakamoto H. Antitumor activity of the selective ALK inhibitor alectinib in models of intracranial metastases. Cancer Chemother Pharmacol. 2014;74(5):1023-1028.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren