Egal, ob Deine Schwester mit zum Arzt kommt, ein Freund etwas mit Dir unternimmt oder die Kollegen sich nach Dir erkundigen – Krebs betrifft immer ein ganzes Umfeld. Wer in einer Beziehung lebt, hat oftmals im Partner den wichtigsten Vertrauten. Aber diese Stütze ist nicht selbstverständlich.

Den Alltag gemeinsam planen

Nur noch schnell den Umzug wuppen? Zusammen auf Weltreise gehen? Krebs kündigt sich nicht an, sondern platzt einfach so rein in Euer Leben. Auf einmal hört ihr nur noch MRT-Termin, Biopsie oder Chemotherapie – nichts, was Ihr Euch gerne in den Kalender eintragt. Doch gerade jetzt schafft Organisation Struktur und Halt. Fragt, ob Ihr Eure Kinder für einen Nachmittag bei Freunden unterbringen könnt oder ob die Schwiegermutter am Wochenende mal die Wäsche übernimmt. Bittet also um konkrete und planbare Unterstützung. Das kommt allen zugute.

Auszeiten für die Seele

Und dann sind da noch die Pläne und Wünsche, die nicht so leicht in einen Terminkalender passen: Ein Kinderwunsch, neue Formen der Zweisamkeit oder Vorhaben, die Dir am Herzen liegen. Gerade, wenn es ans Eingemachte geht: Schafft Euch gemeinsame Auszeiten. Verreist – wenn möglich – für ein Wochenende und besprecht einmal nur ein Thema, das Euch besonders wichtig ist. Oder holt Euch Hilfe, zum Beispiel in Form eines Psychoonkologen. Denn auch der Partner erlebt physisch wie psychisch oft eine Grenzerfahrung.

Das Programm „Seite an Seite“

Zusätzlich zu den allgemeinen psychoonkologischen Beratungsangeboten, gibt es jetzt das Programm „Seite an Seite“. Es ist die erste strukturierte psychosoziale Unterstützung für Paare. Ihr erfahrt, wie ihr Eure Gefühle und Gedanken äußert, ohne den anderen dabei zu verletzen oder wie ihr unterschiedliche Stresssituationen gemeinsam bewältigen könnt. Auch der Umgang mit Sexualität wird thematisiert. Und wenn ihr Kinder habt, lernt ihr, wie ihr am besten mit ihnen über Krebs sprechen könnt.

Auch wenn „Seite an Seite“ vielleicht noch nicht überall bekannt ist: Sprich Deinen Arzt darauf an und erzähl ihm davon. Alternativ kann er Dir aber sicher Ansprechpartner für eine psychoonkologische Unterstützung nennen. Auch hier solltest Du aktiv nachfragen.

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