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Mit Tai Chi die Fatigue bei Krebs besiegen

Schlapp, müde, ohne Energie – und auch viel Schlaf macht es nicht besser? Wenn dir diese Symptome bekannt vorkommen, hast du – wie viele andere Krebspatienten auch – vielleicht mit einer sogenannten Fatigue zu kämpfen. Die asiatische Kampfkunst Tai Chi kann helfen, diese Nebenwirkung zu lindern.

Du musst deiner Fatigue das Feld nicht kampflos überlassen. Mit einer alten Kampfkunst – dem Tai Chi – kannst du die Fatigue leichter in Schach halten.

Kampf der Fatigue – Du kannst nur gewinnen

Eine aktuelle Studie hat jetzt gezeigt, wie wirksam Tai Chi bei einer tumorbedingten Fatigue ist. Die Studie zeigt, dass viele Fatigue-Patienten bereits von einem achtwöchigen Tai-Chi-Kurs profitierten. Im Vergleich zu anderen therapeutischen Ansätzen wie Walking oder Stretching sowie psychologischer Unterstützung linderte Tai Chi die Symptome der Fatigue deutlich besser. Ob Tai Chi auch über einen längeren Zeitraum hilfreich ist, wird allerdings noch weiter erforscht.

Schlafende Frau mit dem Kopf auf einem Tisch im Zug
Der Begriff Fatigue kommt aus dem Französischen und bedeutet Müdigkeit und Erschöpfung. Er wurde 2000 vom National Cancer Institut USA definiert.
© Dylan M Howell Photography / Stocksy

Spür Deine Lebensenergie!

In China ist Tai Chi Volkssport: Viele Chinesen praktizieren die Übungen bereits am frühen Morgen, um ihre Lebensenergie zu harmonisieren. Die einzelnen Übungen des Tai Chi, auch Formen genannt, werden sehr langsam und in fließenden Bewegungen ausgeführt. Dabei wird eine traditionelle Abfolge eingehalten. Dieser „Zeitlupentanz“ gehorcht einer fast magisch anmutenden Choreographie und fördert Konzentration und Beweglichkeit.

Tai Chi vermittelt innere Ruhe

Schlaflosigkeit und nächtliche Grübeleien belasten Krebspatienten häufig. Schlechter Schlaf kann eine Fatigue auslösen oder verstärken. Studien haben belegt, dass Brustkrebspatientinnen von Tai Chi ähnlich profitierten wie von einer Verhaltenstherapie. Beide Therapieansätze verhalfen etwa jeweils der Hälfte der Teilnehmerinnen zu erholsameren Schlaf.

Stehender Mann mit vor dem Körper angewinkelten Armen vor einem Sonnenuntergang
Tai Chi fördert die Koordination und Beweglichkeit sowie die Haltung und Balance. Die tiefere liegende Muskulatur wird aktiviert und die Körperwahrnehmung gestärkt. Der Stress wird abgebaut und der Schlaf deutlich verbessert.
© Nega / Unsplash

Darüber hinaus fördert Tai Chi das Immunsystem und reguliert den für Stress zuständigen Cortisolspiegel sowie den Blutdruck. Die Kampfkunst schützt vor vielen chronischen Erkrankungen wie Rückenbeschwerden, rheumatischen Beschwerden, chronischer Bronchitis und Atemwegserkrankungen. Die ruhige und tiefe Atmung während der Übungen entspannt nicht nur Körper und Geist, sondern versorgt Deine Organe mit viel Sauerstoff.

Tai Chi erlernen

Um Fehlbelastungen zu vermeiden, solltest du Tai Chi sorgfältig erlernen. Kurse findest du zum Beispiel in der Volkshochschule oder bei Sportvereinen. Es gibt aber auch spezielle Tai Chi-Schulen. Adressen vermittelt der Deutsche Dachverband für Quigon und Taijiquan. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten, deswegen lohnt es sich, nachzufragen. Auch Tai-Chi-Apps eignen sich gut, um die Kampfkunst zu Hause oder auch auf Reisen zu praktizieren.

Jährlich am 29. April ist weltweiter Tai Chi-Tag. Viele Tai-Chi-Schulen laden dann zu einem kostenlosen Schnuppertraining ein. Informiere Dich in Deiner Stadt!

Quellen

¹ Springer Medizin | Ameliorative effects of Tai Chi on cancer-related fatigue: a meta-analysis of randomized controlled trials https://www.springermedizin.de/ameliorative-effects-of-tai-chi-on-cancer-related-fatigue-a-meta/15552816?fulltextView=true

² Irvin, M. et al. Tai Chi Chih Compared With Cognitive Behavioral Therapy for the Treatment of Insomnia in Survivors of Breast Cancer: A Randomized, Partially Blinded, Noninferiority Trial J of Clin Oncol 5/2017

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