Brustkrebszellen können verschiedene Merkmale auf ihrer Oberfläche tragen. Diese bieten gute Angriffspunkte für zielgerichtete Therapien. Beim triple-negativen Brustkrebs fehlen drei (engl. „triple“ = „drei“) entscheidende Merkmale. Er stellt nur etwa zwölf Prozent aller Brustkrebsfälle dar.

Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs

Brustkrebszellen können verschiedene Bindungsstellen, sogenannte Rezeptoren, auf ihrer Oberfläche tragen. Drei Rezeptortypen spielen dabei eine entscheidende Rolle bei der Therapiewahl: Die beiden Hormonrezeptoren für die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron sowie HER2-Rezeptoren. Sie werden bei Brustkrebs routinemäßig als Biomarker bestimmt, da gegen sie gerichtete Therapien zur Verfügung stehen. Besitzen die Brustkrebszellen die Hormonrezeptoren, wächst der Tumor hormonabhängig und eine Antihormontherapie kann das Tumorwachstum stoppen. Befinden sich zu viele HER2-Rezeptoren auf den Krebszellen, kann eine HER2-gerichtete Antikörpertherapie den Tumor bekämpfen.

 

Triple-negativer Brustkrebs © Thomas Lefebvre / Unsplash
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Triple-negativ: Wichtige Angriffspunkte fehlen

Triple-negativer Brustkrebs bildet weder HER2- noch Hormonrezeptoren. Antihormontherapien und die HER2-gerichtete Antikörpertherapie sind hier also wirkungslos. Besonders im fortgeschrittenen Stadium ist triple-negativer Brustkrebs bisher schwer zu behandeln. Zum Einsatz kommt meist eine Chemotherapie, auch in Kombination mit einem Angiogenesehemmer. Diese Wirkstoffe hemmen die Bildung von Blutgefäßen zum Tumor und unterbinden so die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen; der Tumor wird also „ausgehungert“. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Krebsimmuntherapie. Sie stärkt die körpereigene Immunabwehr gegen die Krebszellen.

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