In den 1990er Jahren galt gebräunte Haut als schick. Sie stand für Dynamik, Freizeit, Sport, Erfolg, eine gewisse Lässigkeit und vor allem für Gesundheit. Sonnenstudios waren allgegenwärtig. Heute sind sie für alle unter 18 Jahre tabu. Kindern und Jugendlichen ist es seit 2009 laut dem Gesetz zur Regelung des Schutzes vor nicht-ionisierender Strahlung (NiSG) verboten, ein Solarium zu benutzen. Warum eigentlich? Was passiert wirklich im Solarium? Und wie reagiert die Haut auf 20 Minuten (künstliche) Ultraviolette (UV-) Bestrahlung?

 

Die Haut vergisst nichts

Trifft die energiereiche UV-Strahlung auf die Haut, erwärmt sie sich zunächst rasch. Bald rötet sich die Haut, und früher oder später entsteht ein schmerzhafter Sonnenbrand, der das Risiko für Hautkrebs stark erhöht. UV-Strahlung schadet jedoch lange bevor ein Sonnenbrand entsteht: UV-Licht verändert das Erbgut der Hautzellen. Daher gilt UV-Strahlung als die Hauptursache von Hautkrebs.

 

Sonnenbrand und Hautkrebs© SirName / Photocase
Nicht vergessen! Wer im Leben viele Sonnenbrände riskiert und sich nicht gegen UV-Strahlen schützt, erhöht erheblich sein Hautkrebsrisiko.

Mythos „gesunde Bräune“

Solarien standen lange in dem Ruf, ungefährlich zu sein. Das als besonders krebserregend geltende kurzwellige UVB-Licht wurde vorsorglich aus dem Licht der Röhrenlampen herausgefiltert und stattdessen den UVA-Anteil erhöht. Das langwelligere UVA-Licht bewirkt eine rasche Bräunung. Hier liegt der Mythos der „gesunden Bräune“ aus dem Solarium begründet. Heute weiß man aber, dass diese UVA-Bräune rasch verfliegt und vor allem nicht vor Sonnenbrand schützt. Das kann nur das UVB-Licht. Stattdessen lässt die UVA-Strahlung die Haut schneller altern. Und: Sie verändert genau wie die UVB-Strahlung das Erbgut der Zellen.

Heute bemühen sich die Solarienbetreiber um ein natürlicheres Lichtspektrum. Die Strahlungsintensität der Geräte ist seit 2012 gesetzlich geregelt. Mehr als 0,3 Watt pro Quadratmeter Haut dürfen es nicht sein. Aber das ist etwa so viel wie mittags bei wolkenlosem Himmel unter dem Äquator. Auch der Anteil an UVA-Strahlung ist immer noch erhöht. Daher müssen vor allem Solarienbesucher mit Falten rechnen. Und: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft auch moderne Solarien als krebserregend ein.1

 

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