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Diagnose

Hautkrebs – schwarz oder weiß, das ist die Frage

Harmloser Leberfleck oder Hautkrebs? Hast du dich bestimmt auch schon einmal gefragt, wenn ein Pigmentfleck auf deiner Haut entstanden ist. Hier erfährst du, woran man Hautkrebs erkennt, welche Risikofaktoren es gibt, wie die Behandlung aussieht und wie du dein Hautkrebsrisiko verringern kannst.

Hautkrebs ist nicht gleich Hautkrebs. Ärzte unterscheiden zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom). Der weiße Hautkrebs (nicht-melanozytär) hat zwei Hauptunterformen: das sogenannte Basaliom und das Spinaliom, auch Plattenepithelkarzinom genannt. Beide Varianten des weißen Hautkrebses sind selten lebensbedrohlich und bilden in der Regel keine Metastasen. Dennoch sollte weißer Hautkrebs behandelt werden, denn unbehandelt schreitet er immer weiter fort. Er kann tief ins Gewebe der Haut eindringen und sogar den Knochen zerstören. Schwarzer Hautkrebs dagegen ist aggressiver und neigt dazu, Metastasen zu bilden. Er muss sofort behandelt werden.

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Wie häufig ist Hautkrebs?

Beide Hautkrebsformen treten in den letzten Jahrzehnten immer häufiger auf. Glücklicherweise sterben nicht entsprechend mehr Menschen daran. Früh erkannt, lässt Hautkrebs sich gut behandeln.

Vorsorgeuntersuchungen sind nicht aufwendig. Die Krankenkassen zahlen sie alle zwei Jahre ab dem 35. Lebensjahr. Das Robert Koch-Institut ermittelte für 2016 über 230.000 Menschen, die in Deutschland an Hautkrebs erkrankt sind.1, 2 Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Bei schwarzem Hautkrebs ist auffällig, dass in letzter Zeit auch jüngere Menschen häufiger erkranken. Seit den 1970er Jahren hat sich die Zahl der Hautkrebsfälle in Nordeuropa etwa verzehnfacht. Im Mittelmeerraum erkranken deutlich weniger Menschen, noch seltener in Afrika und Asien.

Am häufigsten ist in Deutschland der sogenannte weiße Hautkrebs mit etwa 213.000 Neuerkrankungen jedes Jahr. Beim schwarzen Hautkrebs, der auch der gefährlichere ist, gibt es etwa 21.000 Neuerkrankungen.3

Haut – mehr als eine schützende Körperhülle

Die Haut ist unser größtes Organ. Bei einem erwachsenen Menschen bedeckt sie eine Fläche von etwa 1,7 Quadratmetern. Sie ist ca. 1,5 bis 4 Millimeter dick, schützt vor Krankheitskeimen und verbindet uns über viele sensorische Nervenzellen mit unserer Umwelt. Ihr Unterhautfett ist ein guter Wärmespeicher. Mithilfe vieler Schweißdrüsen reguliert die Haut unseren Wärmehaushalt.

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Ursachen und Risikofaktoren von Hautkrebs

Der Hauptrisikofaktor für Hautkrebs ist intensive UV-Strahlung durch Sonne oder Solarien. Die Strahlung kann genetische Veränderungen in den Hautzellen auslösen. Bei weißem Hautkrebs ist die gesamte UV-Strahlung, der man im Laufe des Lebens ausgesetzt war (Sonnenkonto), entscheidend. Bei schwarzem Hautkrebs erhöhen kurze, aber intensive UV-Belastungen das Erkrankungsrisiko. Die meisten UV-Schäden der Haut entstehen bereits vor dem 18. Lebensjahr.

Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Besonders gefährdet sind Rothaarige mit heller Haut und Augenfarbe sowie Menschen mit vielen Pigmentflecken.

Zu den Risikofaktoren für weißen Hautkrebs gehören:

  • UV-Gesamtdosis, über Jahre angesammelt
  • Heller Hauttyp
  • Hautkontakt zu Teer oder Arsen
  • Einnahme von Medikamenten, die die körpereigene Abwehr unterdrücken
  • Strahlenschäden durch Röntgen- oder radioaktive Strahlung.3

Besondere Vorsicht aufgrund eines erhöhten Risikos für schwarzen Hautkrebs ist geboten bei:

  • > 40 Pigmentflecken: 7 bis 15-fach erhöhtes Risiko
  • Heller Hauttyp
  • Kurzen, intensiven UV-Belastungen durch Sonne oder Solarium, Sonnenbrände in der Jugend
  • Genetische Vorbelastung
  • Ein geschwächtes Immunsystem (z. B. bei Organtransplantationen oder HIV-Infektion)1.

Das Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, ist erhöht, wenn in deiner Familie bereits jemand erkrankt ist oder war. Nicht eindeutig ist, inwiefern der familieninterne Umgang mit Sonnenbaden mitverantwortlich ist, wenn innerhalb einer Familie vermehrt Hautkrebs auftritt.

Hinzu kommt: Ist das Immunsystem geschwächt, kann der Körper sich nicht mehr so gut gegen Krebszellen schützen. Nach einer Organtransplantation beispielsweise wird die Reaktion des Immunsystems durch Medikamente, sogenannte Immunsuppressiva, unterdrückt. Menschen, deren Immunsystem durch eine HIV-Infektion geschwächt ist, haben ebenfalls ein erhöhtes Hautkrebsrisiko, besonders für das sogenannte Kaposi-Sarkom –eine sehr seltene Krebsform, die sich medikamentös gut kontrollieren lässt.

Auch einige Medikamente können das Risiko für eine Hautkrebserkrankung erhöhen. Ob du während der Einnahme deines Medikamentes besonders vorsichtig mit der Sonne umgehen solltest, kannst du beim Arzt oder Apotheker erfragen

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Schutz vor Hautkrebs

Rund 80 Prozent der Hautschäden durch Sonneneinstrahlung entstehen vor dem 18. Lebensjahr6. Deshalb sollten Eltern ganz besonders darauf achten, ihre Kinder vor Sonnenbrand zu schützen. Denn Kinderhaut ist noch nicht fertig entwickelt und sehr empfindlich. Sie kann sich nicht durch Bräunen vor UV-Strahlung schützen.

Grundsätzlich gilt es, jeden Sonnenbrand zu vermeiden, denn ein Sonnenbrand ist eine Reaktion deiner Haut auf eine Zellschädigung durch UV-Strahlung.

Mädchen im blauen Badeanzug liegt in der Sonne mit Strohhut auf dem Gesicht
Besonders gefährlich ist ein Sonnenbrand bei Kindern
© REBECCA ZELLER / Stocksy

Teste deinen Hauttyp

Um einschätzen zu können, wieviel Sonne du deiner Haut zumuten kannst, ist es wichtig, dass du deinen Hauttyp kennst. Auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz kannst du ihn testen. Je heller deine Haut ist, desto empfindlicher reagiert sie auf die UV-Strahlung der Sonne.

Wetterdienste geben tagesaktuell Auskunft über die UV-Intensität und wie lange man sich ungeschützt in der Sonne aufhalten darf, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Menschen mit empfindlicher Haut können an Tagen mit intensiver UV-Strahlung nur wenige Minuten sonnenbaden, ohne ihre Haut zu schädigen. In den Bergen oder an der See ist die UV-Belastung besonders hoch. Nach einem normalen mitteleuropäischen Winter muss sich die Haut im Frühling erst wieder an die Sonne gewöhnen.

So kannst du dich schützen

Du kannst eine Menge selbst tun, um deine UV-Strahlenbelastung möglichst klein zu halten. So solltest du dir mittags, wenn die Sonnenintensität am höchsten ist, eine Schattenpause gönnen. Auch dicht gewebte Kleidung hält ungewollte Sonneneinstrahlung ab. Eine gute Sonnenschutzcreme ist an strahlungsintensiven Tagen unverzichtbar. Deinen Augen tut es gut, wenn du sie mit einer Sonnenbrille schützt. Übrigens wirst du auch im Schatten braun, da auch hier der UV-Anteil noch ausreichend ist, um die Melaninbildung in der Haut anzuregen. Weitere Infos dazu findest du hier.

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Symptome und Früherkennung von Hautkrebs

Gerade im Anfangsstadium sind erste Anzeichen von Hautkrebs nur für einen erfahrenen Hautarzt zu erkennen.

Weißer Hautkrebs

Basalzellkrebs hat seinen Ursprung in den sogenannten Basalzellen der oberen Hautschicht (Epidermis). Anfangs ist es nur eine kleine hautfarbene Verhärtung, ein porzellanartiger Pickel, umgeben von kleinen rötlichen Blutgefäßen. Ein Basaliom wächst über Jahre langsam, zerstört aber mit der Zeit benachbartes Gewebe. Meistens bildet es keine Tochtergeschwulste (Metastasen).

Besonders häufig entsteht es auf den „Sonnenterrassen“ des Körpers. Die „Sonnenterrassen“ des Körpers sind Stirn, Ohren, Schultern, Kopfhaut, Nasenrücken, Lippen, Nacken, Kinn, Dekolleté sowie Hand- und Fußrücken.

Das Gorlin-Goltz-Syndrom ist eine erblich bedingte Entwicklungsstörung, bei der Betroffene unter anderem besonders häufig Basaliome bilden. Gorlin-Goltz-Sarkome sind selten: nur etwa ein bis zehn von 100.000 Menschen erkranken daran.9

Das Plattenepithelkarzinom entwickelt sich aus einer unauffälligen Vorstufe, der sogenannten aktinischen Keratose. Das können meist scharf begrenzte, leicht gerötete Hautstellen sein, deren Oberfläche sandpapierartig rau ist. Es bildet sich eine zunehmend feste Hautschicht, die sich nicht mehr abkratzen lässt. Aus etwa jeder zehnten aktinischen Keratose bildet sich irgendwann ein Plattenepithelkarzinom.10 Auch hier sind die Sonnenterrassen des Körpers besonders gefährdet.

Das Plattenepithelkarzinom, auch Stachelzellkrebs oder Spinaliom genannt, bildet kleine Knötchen, die rasch wachsen und nässen können. Selten entstehen Metastasen.

Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom)

Schwarzer Hautkrebs entsteht aus mutierten Pigmentzellen (Melanozyten) der Haut. Etwa jedes dritte Melanom entsteht aus einem vorhandenen Pigment- oder Muttermal.12 Aussehen und Form eines Melanoms können sehr unterschiedlich sein. Es kann bräunlich oder auch rötlich-bläulich, schwarz oder grau-weißlich sein.

Seltener sind helle Melanome ohne Pigmente. Melanome können flach oder erhaben sein, kleine Knötchen bilden, jucken oder bluten. Sie entstehen auch an Körperstellen, die selten der Sonne ausgesetzt sind. Meist bereiten sie keine Beschwerden. Da schwarzer Hautkrebs aggressiv wächst und Metastasen bilden kann, sollte er rasch behandelt werden.

Vorsorgeuntersuchungen für Hautkrebs: Bist du 35 Jahre oder älter? Dann kannst du deine Haut beim Arzt alle zwei Jahre kostenlos im Rahmen der Hautkrebsvorsorge untersuchen lassen.

Zwischen den Untersuchungsintervallen kannst du selbst deine Haut auf verdächtige Stellen untersuchen. Die ABCDE-Regel hilft dir dabei.

Grafik mit der ABCDE-Regel
Größe und Erhabenheit sind allein kein verlässlicher Hinweis. Im Zweifelsfall sollte ein erfahrener Hautarzt alle Merkmale berücksichtigen und bewerten.
© Das K Wort
Grafik zur Häufigkeit von Hautkrebs pro 100 Verdachtsfälle
Von 100 verdächtigen Stellen sind etwa 80 unauffällig. Bei nur vier der 100 Verdachtsfälle bestätigt sich die Diagnose Hautkrebs.(13)
© Das K Wort

Auf Nummer sicher: Videoscreening

Beim Videoscreening, auch Videodermatoskopie genannt, werden mit einer Spezialkamera die Pigmentmale in einer 20- bis 70-fachen Vergrößerung aufgenommen und vom Computer ausgewertet. Bei späteren Kontrolluntersuchungen kann der Arzt bereits kleinste Veränderungen der Pigmentmale genau feststellen. Videoscreening erstatten die gesetzlichen Krankenkassen zurzeit nicht. Für Menschen mit vielen Muttermalen kann es eine sinnvolle Ergänzung zur Hautkrebsvorsorge sein.

Ein Arm wird mit einem Videoscreening-Gerät untersucht
Beim Videoscreening werden mit einer Spezialkamera die Pigmentmale in einer 20- bis 70-fachen Vergrößerung aufgenommen und vom Computer ausgewertet.
© zoranm / iStock
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Diagnose bei Hautkrebs

Dein Arzt wird verdächtige Stellen möglichst vollständig mit einem kleinen Sicherheitsrand entfernen und im Labor untersuchen lassen (Biopsie). Eine örtliche Betäubung reicht fast immer aus. Bestätigt sich der Anfangsverdacht und die entnommene Hautstelle ist bösartig, folgen weitere Untersuchungen: Laboruntersuchungen, Ultraschall (Sonografie) der nahen Lymphknoten, Röntgenaufnahmen, eventuell werden auch computer- oder kernspintomografischeAufnahmen erstellt. Ein Skelettszintigramm kann Metastasen in Knochen abbilden. Denn vom Tumortyp und dem Fortschritt der Erkrankung hängt die weitere Therapie ab.

Für die einheitliche Beschreibung des Hautkrebsbefundes gibt es eine spezielle TNM-Klassifikation:

T1: Tumor, nicht dicker als 1 Millimeter bis T4: Tumor, dicker als vier Millimeter

N1: Ein befallener Lymphknoten bis N3: vier und mehr befallene Lymphknoten

M1a: Metastasen in der Haut und in ferneren Lymphknoten bis M1c: andere Fernmetastasen.14

Im medizinischen Alltag spielen die TNM-Klassifikation und auch die Stadieneinteilung bei weißem Hautkrebs oft keine große Rolle, da ein N- oder M-Status sehr selten ist.

Der schwarze Hautkrebs wird in fünf Stadien eingeteilt:

  1. Stadium 0: Tumor ist begrenzt und wenig aktiv
  2. Stadium I: Tumor ist nicht dicker als zwei Millimeter, Lymphknoten sind nicht befallen, keine Fernmetastasen.
  3. Stadium II: Tumor ist dicker als zwei Millimeter, Lymphknoten sind nicht befallen, keine Fernmetastasen.
  4. Stadium III: Metastasen in Lymphknoten, keine Fernmetastasen.
  5. Stadium IV: Fernmetastasen vorhanden.7
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Behandlung von Hautkrebs

Die Hautkrebsvorstufe aktinische Keratose lässt sich gut und effektiv behandeln. Gemeinsam mit dem Arzt entscheidest du, welches Verfahren für dich am besten geeignet ist:

1. Vereisung (auch Kryochirurgie oder Kältetherapie) und Zerstörung der betroffenen Stelle mit flüssigem Stickstoff.

2. Salbenbehandlung über mehrere Tage oder Wochen. Der Wirkstoff tötet die Zellen der aktinischen Keratose.

3. Photodynamische Therapie (PDT): Betroffene Partien werden zunächst durch eine Creme lichtempfindlich gemacht. Spezielle Lichtstrahlen töten die kranken Zellen anschließend ab.

4. Laser-Therapie: Ein Laser zerstört punktgenau die Keratosen.

5. Operative Entfernung: Der Arzt entfernt die aktinische Keratose in örtlicher Betäubung durch Abschaben oder Herausschneiden.

Behandlungsmöglichkeiten bei weißem Hautkrebs

Bei weißem Hautkrebs wird dein Arzt zunächst immer versuchen, den Tumor möglichst vollständig chirurgisch zu entfernen. Darüber hinaus stehen weitere Therapieformen zur Verfügung, die die Operation gut ergänzen. In Kombination mit einer (ergänzenden) Strahlentherapie liegen die Heilungsraten zwischen 84 und 96 Prozent.15

Ähnlich wie bei der aktinischen Keratose ist eine Vereisung, eine Salbentherapie, die photodynamische Therapie oder eine lokale Chemotherapie erfolgversprechend. Sehr selten bildet heller Hautkrebs Absiedlungen in anderen Organen. Dann kannst du bei einem Plattenepithelkarzinom eine Chemotherapie oder auch eine Immuntherapie und bei einem Basalzellkarzinom eine zielgerichtete Therapie erhalten. Welche Medikamente du konkret bekommst, entscheidet dein Arzt je nach Art und Umfang des Tumors.

Behandlungsmöglichkeiten bei schwarzem Hautkrebs

Ein malignes Melanom sollte zunächst durch eine Operation möglichst vollständig entfernt werden. Wie aufwendig die Operation ist, richtet sich nach der Dicke des Tumors. Je tiefer der Tumor in die untere Hautschicht eingedrungen ist, desto eher bildet er Metastasen. Manchmal ist es nötig, auch benachbarte Lymphknoten zu entfernen. Ist eine Operation nicht möglich oder sinnvoll, wird der Tumor gezielt bestrahlen. Auch eine Chemotherapie mit Medikamenten, die im ganzen Körper Krebszellen zerstören, kann hilfreich sein. Moderne Therapien, etwa die Immuntherapie oder spezielle zielgerichtete Therapien, ergänzen die Operation als Behandlungsoption und erhöhen die Heilungschancen.

Behandlung von Metastasen

Ist der Krebs weit fortgeschritten und hat bereits metastasiert, entscheiden die individuellen genetischen und biologischen Eigenschaften des Tumors über die weitere Behandlung. Eine Immuntherapie oder eine zielgerichtete Therapie kann die Tumorzellen unter Umständen gezielt zerstören. Nur wenn einzelne Metastasen auch vollständig entfernt werden können, wird dein Arzt dich operieren. Eine Bestrahlung der Tumorabsiedlungen kann Beschwerden lindern. Es stehen auch einzelne Immun- und Chemotherapien zur Verfügung, die lokal auf die Haut aufgetragen werden können.

Teilnahme an klinischen Studien

Ist das maligne Melanom bereits weit fortgeschritten (Stadium IV), kann es sinnvoll sein, wenn du an einer klinischen Studie teilnimmst. Sprich deinen Arzt darauf an, ob für dich die Möglichkeit besteht, an einer solchen Studie teilzunehmen.

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Nebenwirkungen der Hautkrebstherapie

Kleinere Operationswunden werden in der Regel direkt mit einer Naht verschlossen. Müssen größere Hautpartien entfernt werden, kann nachträglich ein Stück Haut übertragen werden (Hauttransplantation). Dein Chirurg wird an Stellen im Gesicht sehr sorgfältig vorgehen, damit der Eingriff möglichst unauffällig bleibt. In zertifizierten Hautkrebszentren arbeiten Spezialisten, bei denen du gut aufgehoben bist.

Im Zusammenhang mit der Chemotherapie treten typischerweise Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Erbrechen, Geschmacksstörungen, Haarausfall, Blutbildungsstörungen, Infektionsanfälligkeit oder Nervenschäden auf.

Bei einer Strahlentherapie sind folgende Nebenwirkungen möglich: Lokal begrenzte Reizungen und Entzündungen der bestrahlten Hautbereiche, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Eine schlafende Frau auf einem Sofa mit einem Buch auf dem Bauch
Je nach Therapie können verschiedene Nebenwirkungen auftreten
© BONNINSTUDIO / Stocksy

Die sogenannten zielgerichteten Therapien sind in der Regel vergleichsweise gut verträglich. Nebenwirkungen sind aber je nach verwendetem Medikament unterschiedlich. Bei einer Immuntherapie ähneln mögliche Nebenwirkungen einer starken Immunreaktion, wie sie etwa bei einer Grippe auftritt: Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen, Husten, Fieber, Kurzatmigkeit, Durchfall oder Hautausschlag.

Jede Patientin oder jeder Patient verträgt die Medikamente anders. Die meisten dieser Begleiterscheinungen klingen nach Abschluss der Behandlung wieder ab. Dein Arzt kann dir vor der eigentlichen Therapie Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen geben.

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Prognose bei Hautkrebs

Hautkrebs ist in rund 90 Prozent der Fälle gut behandelbar, vorausgesetzt, er wird früh entdeckt. Ein Plattenepithelkarzinom kann dann zu fast 100 Prozent geheilt werden.

Weißer Hautkrebs
96 bis 100 % überleben die nächsten 5 Jahre*

Schwarzer Hautkrebs
ca. 90 % überleben die nächsten 5 Jahre*17, 18

Solche Zahlen geben allerdings nur statistische Werte an. Jede Krebserkrankung ist individuell und eine Prognose auch von Alter, gesundheitlichem Allgemeinzustand und Vorerkrankungen des Patienten abhängig. Immer gilt: je vollständiger der Tumor bereits in der ersten Operation entfernt wurde, desto besser ist die Prognose.

Der Durchmesser eines Melanoms hat übrigens keinen Einfluss auf die Prognose. Wichtiger ist, wie dick es ist, wie tief und schnell es ins Gewebe eingewachsen ist, und ob es geschwürartig ist.

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Nachsorge bei Hautkrebs

Da zwischen 40 und 50 Prozent der Hautkrebspatienten innerhalb der nächsten fünf Jahre erneut erkranken, ist eine systematische Nachsorge wichtig. Der Arzt wird dich nach überstandener Therapie in regelmäßigen Abständen zu Nachsorgeterminen einladen. Wie oft und in welchen Abständen diese Untersuchungen erfolgen, ist abhängig von der Art des Tumors und vom Tumorstadium.

In der Regel wirst du anfangs in kürzeren Abständen von zum Beispiel drei Monaten einen Nachsorgetermin erhalten. Später reichen eventuell jährliche Untersuchungen. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird dein Arzt dich für einen Zeitraum von zehn Jahren oder sogar darüber hinaus zu Nachsorgeuntersuchungen einladen.

Du kannst diese Termine auch nutzen, um mit dem Arzt über Probleme zu sprechen, die im Zusammenhang mit deiner Erkrankung stehen. Das können zum Beispiel Schlafprobleme oder auch Ängste sein. Er kann dir bei der Bewältigung der Tumorerkrankung helfen und kompetente Unterstützung vermitteln.

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Zusammenfassung

  1. Am häufigsten ist in Deutschland der sogenannte weiße Hautkrebs mit etwa 213.000 Neuerkrankungen jedes Jahr. Er bildet keine Metastasen.
  2. Das Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, ist erhöht, wenn in deiner Familie bereits jemand erkrankt ist oder war.
  3. Schwarzer Hautkrebs wächst meist rasch und neigt zu Metastasen. Er sollte sofort behandelt werden
  4. Hautkrebs ist in über 90 Prozent der Fälle gut behandelbar, vorausgesetzt, er wird früh entdeckt. Ein Plattenepithelkarzinom kann dann zu fast 100 Prozent geheilt werden.
Nützliche Adressen
Deutsche Krebsgesellschaft

Informationen zu zertifizierten Krebszentren

https://www.krebsgesellschaft.de/deutsche-krebsgesellschaft/zertifizierung.html
Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft (ADO)

Infos rund um Hautkrebs für Patienten und Angehörige

https://www.ado-homepage.de/
Melanom Info auf Facebook

Hier findest du neueste und umfassende Information für an malignem Melanom Erkrankte – von Betroffenen für Betroffene

https://www.facebook.com/melanominfo/
Selbsthilfe Hautkrebs

Regelmäßige Gruppentreffen und Vorträge von Krebspatienten für Krebspatienten. Hier findest du auch eine Auflistung aller Selbsthilfegruppen

https://hautkrebs-netzwerk.de/hautkrebs-selbsthilfegruppen/
Hautkrebsnetzwerk

Patientenorganisation, die die Interessen Betroffener vertritt und mit Informationen aufklärt

https://hautkrebs-netzwerk.de/
Selbsthilfegruppe für Menschen mit Basaliomen und dem Gorlin-Goltz-Syndrom

Infos und Unterstützung für Betroffene

www.shg-basaliome.de
Krebsinformationsdienst – Beratungsstellen

Hier findest du Krebsberatungsstellen in deiner Nähe für dich und deine Angehörigen

https://www.krebsinformationsdienst.de/service/adressen/krebsberatungsstellen.php
Psychologische Unterstützung

Psychotherapeuten und Psychoonkologen in deiner Nähe findest du hier:

https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/psychoonkologen.php

Quellen

¹ Deutsche Krebsgesellschaft | Vorbeugung und Früherkennung von Hautkrebs, https://www.krebsgesellschaft.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs.html zuletzt abgerufen am 13.01.2021.

² Krebsinformationsdienst | Weißer und schwarzer Hautkrebs, https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/hautkrebs.php zuletzt abgerufen am 13.01.2021.

³ Onkologyguide | Hautkrebs, https://www.oncology-guide.com/erkrankung/hautkrebs/ zuletzt abgerufen am 13.01.2021.

⁴ Deutsche Krebshilfe | Hautkrebs, https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/haeufige-krebsarten/hautkrebs/ zuletzt abgerufen am 13.01.2021.

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