Keine Sorge, genau dafür gibt es die Leitlinien für die Krebstherapie, auch Leitlinien für Onkologie genannt. Sie bieten Ärzten Orientierung bei der Entscheidung über den Einsatz von Diagnose- und Therapieoptionen in verschiedenen Behandlungssituationen. Herausgegeben werden diese Empfehlungen von der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).

Handlungsempfehlungen, aber keine Vorschrift

Ziel der Leitlinien ist es, Ärzte dabei zu unterstützen, für jeden Patienten die bestmögliche Therapie zu bestimmen. Dabei handelt es sich nicht um rechtlich verbindliche Richtlinien. Dein Arzt kann prüfen, ob sich die Empfehlungen für Deinen Gesundheitszustand eignen oder nicht, und Deine Therapie dementsprechend anpassen.

Beim Erstellen der Leitlinien sind auch ärztliche und nicht-ärztliche Experten sowie Patientenvertreter in sogenannten Leitliniengruppen eingebunden. Voraussetzung für deren Mitarbeit ist, dass keine Interessenskonflikte bestehen.

Schon gewusst? Es gibt die Leitlinien für die Krebstherapie auch in einer Patientenversion. Das Besondere daran: Sie bieten einfache und gut verständliche Erklärungen.
Krebstherapie Patientenleitlinien © Nicole Honeywill / Unsplash

Aktuell, wissenschaftlich fundiert und praxisgeprüft

Warum stellen die Leitlinien für die Krebstherapie eine verlässliche Orientierungshilfe dar? Ganz einfach: Sie basieren auf den Ergebnissen langjähriger Forschung und auf Expertenmeinungen. Für das Entwickeln der Leitlinien ist Evidenz ein wichtiges Kriterium. Außerdem werden die Leitlinien in der Regel alle 5 Jahre aktualisiert. Das hat den Vorteil, dass Forschungsergebnisse schnell in die Praxis umgesetzt werden können.

Dazu kommt: Wenn sich bestimmte Therapiemethoden als nicht förderlich erwiesen haben, können zum Beispiel schonendere Alternativen zum Einsatz kommen.

Krebstherapie Patientenleitlinien

Was bedeutet Evidenz in der Medizin? Evidenzbasiert heißt „sich auf Beweise stützend“. In der evidenzbasierten Medizin werden sowohl die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien als auch Erfahrungen aus der klinischen Praxis berücksichtigt.

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Soll, sollte, kann: Was bedeuten die Empfehlungen in den onkologischen Leitlinien?

Die Empfehlungen der Leitlinien sind unterschiedlich gewichtet. Abhängig von der Evidenz gibt es drei Empfehlungsgrade.

Soll = starke Empfehlung: Studien mit vielen Patienten zeigen, dass die Therapie geeignet ist.

Sollte = abgeschwächte Empfehlung: Studien mit wenigen Patienten belegen die Wirksamkeit der Therapie.

Kann = nur eingeschränkt empfehlenswert: Es gibt nicht genug Studien guter Qualität, um die Therapie evidenzbasiert beurteilen zu können. Je nach Entwicklungsstufe geben die Leitlinien für die Krebstherapie Deinem Arzt Sicherheit, um gemeinsam mit Dir die für Dich passende Therapie festzulegen. Leitlinien gibt es für viele verschiedene Krebserkrankungen.

Neugierig geworden? Die Leitlinien kannst Du online nachlesen.
Für Patienten und für Ärzte.