Aus den Drogerieregalen verschwinden sie nach und nach: Deos mit Aluminium. Und in der Öffentlichkeit verbreitet sich der Verdacht, dass Aluminium giftig sei. Erneuten Aufwind bekam die Brustkrebs-Hypothese im Jahr 2017 durch eine Studie aus Innsbruck, bei der über 200 Patientinnen mit Brustkrebs und eine Kontrollgruppe zu ihrem Deokonsum befragt wurden. Ergebnis: Frauen, die in jungen Jahren mehrmals täglich Deo verwendeten, wiesen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko auf. Außerdem hatten Frauen mit Brustkrebs eine höhere Aluminiumkonzentration im Brustgewebe – vor allem diejenigen mit Tumoren in Achselnähe.1

Es fehlen große Studien als Verdachtsbeleg

Auch wenn also einige Studien Hinweise darauf geben, dass Aluminium Brustkrebs begünstigen kann: Verschiedene Übersichtarbeiten konnten keinen Zusammenhang feststellen.2,3,4,5 Und auch die Innsbrucker Forscher räumen ein, dass ihre Studie Aluminium-Deos nicht als eindeutige Ursache ausmacht. Außerdem wurden die Studienteilnehmerinnen nachträglich befragt, sodass die Aussagen von ihren Erinnerungen abhängen und damit fehleranfällig sind. Weiterer Unsicherheitsfaktor: Wie viel Aluminiumsalz durch die Haut in den Körper eindringt, ist nicht wissenschaftlich geklärt. Für manche Forscher ist das vermehrte Auftreten von Tumoren im äußeren Brustbereich ohnehin eher damit zu erklären, dass das Brustgewebe dort dichter ist.

Keine Panik! Aber ruhig auf Alu-Deo verzichten

Deos mit Aluminiumchlorhydrat, so der Fachausdruck, werden gern in Form von Sticks, Cremes oder Sprays produziert. Solche Produkte können  bis zu 20 Prozent aus Aluminiumsalzen bestehen, die die Poren zusammenziehen und die Schweißkanäle eine Zeit lang verschließen. Doch viele Hersteller lassen die schweißhemmenden Inhaltsstoffe inzwischen weg, weil das Zusammenschließen der Poren und die Schweiß-Stopp-Funktion nicht natürlich sind.

Mythos Brustkrebs durch Deo mit Aluminium © Matte Black / Stocksy
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann auf Naturkosmetik ohne Aluminiumsalze zurückgreifen. Allerdings gibt es dort keine Garantie auf trockene Achseln.

 

Wer dennoch auf trockene Achseln Wert legt, kommt bislang nicht um die Aluminiumsalze herum. Doch solange die Wissenschaft nicht genau weiß, was Aluminium im Körper anrichten kann, raten Experten dazu, dort auf Aluminium zu verzichten, wo es ohne großen Aufwand möglich ist – so wie eben beim Deo.