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Krebs ohne bekannten Ursprung: Was ist das CUP-Syndrom?

Bei 3-5 Prozent aller Krebsdiagnosen ist der Ursprungstumor nicht auffindbar. Dennoch können Metastasen festgestellt werden. Fachleute sprechen in diesen Fällen von „Krebs ohne Primärtumor“ oder englisch: „Cancer of Unknown Primary“, kurz: das CUP-Syndrom. Was bedeutet das für Patienten?

Grundlegend kann sich in jedem Bereich des Körpers Krebs entwickeln. Genauso können sich auch überall Absiedelungen (Metastasen) bilden. In der Regel richtet sich die Therapie nach den in den Leitlinien festgehaltenen Optionen zur Behandlung der jeweiligen Krebsart, die den Ursprung der Metastasen darstellt. Es kann jedoch vorkommen, dass nur diese sekundären Tumoren entdeckt werden.

Infografik zur Häufigkeit des CUP-Syndroms
Bei circa jeder 25. Krebsdiagnose ist der Ursprungstumor unbekannt. 1
© Das K Wort

Warum ist der Ursprungstumor nicht auffindbar?

Es gibt verschiedene Gründe, infolge derer es möglich ist, dass Mediziner das CUP-Syndrom – anstelle einer genauer zu bestimmenden Krebsart – feststellen:

  • Wenn der sogenannte primäre Tumor sehr klein ist oder nur langsam wächst, kann er unter Umständen bei standardmäßigen Untersuchungsmethoden keinen auffälligen Befund liefern.
  • Wenn das körpereigene Immunsystem den Ursprungstumor zum Beispiel bereits selbst als entartete Zellen erkannt und zerstört hat, ist dieser nicht mehr nachweisbar.
  • Wenn der Primärtumor beispielsweise durch einen Eingriff aufgrund einer anderen Erkrankung mit entfernt worden ist, kann das Auftreten gegebenenfalls nicht mehr zurückverfolgt werden.

Im Gegensatz zu manch anderen Krebsarten gibt die Wissenschaft beim CUP-Syndrom aktuell keinen Aufschluss darüber, warum und wie genau es entsteht. Mithilfe klinischer Studien wird versucht, dem Ganzen auf die Spur zu kommen und die Betreuung von Patienten verbessern zu können. Eine Checkliste, die dich beim Arztgespräch zum CUP-Syndrom unterstützen kann, deine wichtigsten Fragen beantwortet zu bekommen, findest du hier.

Infografik zur Metastasenbildung ohne bekannten Primärtumor
Bei Krebs ohne Primärtumor können beispielsweise in der Lunge oder Leber Absiedelungen nachgewiesen werden.

Wenn unklar ist, von welchem Teil des Körpers eine Krebserkrankung ausgeht, stehen Ärzte vor der Herausforderung, mit ihren Patienten geeignete Untersuchungs- und Behandlungsmethoden zu finden. Der zu erwartende Nutzen einer Diagnose- oder Therapieoption muss immer gegenüber möglichen Nebenwirkungen abgewogen werden. Ohne den Ursprungstumor (primärer Tumor) zu kennen, gestaltet sich dieser Prozess besonders schwierig. Deshalb sind weitere Diagnoseverfahren wichtig, um das Fortschreiten der Erkrankung zu bekämpfen. Mehr dazu erfährst du hier.

Quellen

¹ Pavlidis N, Pentheroudakis G. Cancer of unknown primary site. Lancet. 2012 Apr 14;379(9824):1428-35. doi: 10.1016/S0140-6736(11)61178-1. Epub 2012 Mar 12. PMID: 22414598.

² https://www.cancer.gov/types/unknown-primary/patient/unknown-primary-treatment-pdq, zuletzt abgerufen am 24.03.2021.

³ https://www.roche.com/about/priorities/personalised-healthcare-cup.htm, zuletzt abgerufen am 24.03.2021.

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