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Diagnose und Therapie beim CUP-Syndrom

Üblicherweise folgt eine Krebsbehandlung den Leitlinien zur Therapie der jeweiligen Krebsart. Doch wie können Diagnose und Therapie erfolgen, wenn der Krebs aufgrund von Metastasen (Absiedelungen) festgestellt wird, ohne dass der Ursprungstumor entdeckt wird?

Bei etwa jeder 25. Krebsdiagnose ist der Primärtumor unbekannt. In solchen Fällen spricht man vom CUP-Syndrom („Cancer of Unknown Primary“ bzw. „Krebs ohne Primärtumor“). Es werden verschiedene Verfahren eingesetzt, um den ursprünglichen Tumor zu finden und die Krebsart zu bestimmen, damit möglichst schnell mit einer passenden Therapie begonnen werden kann.

Diagnoseverfahren beim CUP-Syndrom

Um spezifische Eigenschaften der Krebszellen sowie Tumormarker bestimmen zu können, erfolgen in der Regel zunächst eine Blutentnahme und die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) aus der Metastase. Mikroskopische Untersuchungen dieser Probe erlauben Rückschlüsse auf die Eigenschaften des Krebses. Außerdem können unterschiedliche bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen, um herauszufinden, wo im Körper sich der Primärtumor befindet und um welche Krebsart es sich handelt.

Diagnoseverfahren:

  • Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen
  • Endoskopische Untersuchungen
  • Computertomographie (CT)
  • Positronen-Emissions-Tomographie (PET) oder Magnetresonanztomographie (MRT)

Bei erfolgreicher Suche nach dem Ausgangstumor kann eine entsprechende Behandlung begonnen werden. Dieser Fall tritt bei 10 bis 20 Prozent der CUP-Patienten ein1. Wird der Ursprungstumor nicht gefunden, richtet sich die Therapie nach den Eigenschaften der gefundenen Krebszellen.

CUP-Syndrom – Diagnose und Therapie hängen zusammen

Beim CUP-Syndrom können mehrere Behandlungsoptionen zum Einsatz kommen.

Behandlungsoptionen beim CUP-Syndrom

  • Operationen
  • Chemotherapien – auch in Kombination mit anderen Therapien
  • Strahlentherapie bei Metastasen, die Schmerzen verursachen
  • Zielgerichtete Therapien: Hierbei erkennen die Wirkstoffe gezielt bestimmte biologische Merkmale der Tumorzellen, wie zum Beispiel Strukturen auf der Oberfläche, sodass gesunde Zellen nicht angegriffen werden.
  • Immuntherapien bekämpfen Krebszellen, indem sie das körpereigene Immunsystem aktivieren. Durch die eingesetzten Wirkstoffe können Tumorzellen von Immunzellen erkannt und vernichtet werden.

Eine weitere Möglichkeit, um eine passende Behandlung zu finden, ist die Erstellung eines umfassenden genetischen Tumorprofils.

Grafik zur umfassenden genetischen Tumoranalyse
Durch eine umfassende genetische Tumoranalyse werden Krebszellen bei CUP-Patienten auf genetische Veränderungen getestet.
© Das K Wort

Dabei werden genetische Veränderungen (Mutationen) in den Tumorzellen analysiert, die zu den veränderten Eigenschaften der entarteten Zellen geführt haben. Viele unterschiedliche Mutationen können Krebs auslösen, sodass jeder Tumor und jede Krebserkrankung einzigartig sind. Dies hat zur Folge, dass nicht alle Patienten gleichermaßen auf eine bestimmte Krebstherapie ansprechen. Jedoch stehen für viele dieser Mutationen mittlerweile zielgerichtete Therapien zur Verfügung, die sich spezifisch gegen die veränderten Eigenschaften der Krebszellen richten. Frage deinen Arzt, ob die Erstellung eines genomischen Tumorprofil für dich infrage kommt, um die bestmögliche Therapie für dich zu finden.

Grafik zur zielgerichteten Therapie bei unterschiedlichen Mutationen
Genetische Tumoranalyse ermöglicht zielgerichtete Therapien für CUP-Patienten.

Es besteht die Möglichkeit, dass für die Mutation, die dein CUP-Syndrom auslöst, noch keine Therapie zugelassen ist. Dann kann es empfehlenswert sein, dass du dich über klinische Studien auf dem Laufenden hältst, die darauf abzielen, Menschen mit CUP-Syndrom eine passende Behandlung anzubieten. Dazu kannst du dich natürlich auch an deinen Onkologen oder deine Onkologin wenden. Im Rahmen von klinischen Studien werden unter anderem Standard-Therapien mit innovativen Behandlungsmethoden verglichen, um herauszufinden, welche Behandlungsoptionen für die Patienten das beste Ergebnis erzielen.

Eine Checkliste, die dich beim Arztgespräch zum CUP-Syndrom unterstützen kann, deine wichtigsten Fragen beantwortet zu bekommen, findest du hier.

Quellen

¹ https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/cup-syndrom-krebserkrankungen-mit-unbekanntem-primaertumor/@@guideline/html/index.html

² https://www.cancer.gov/types/unknown-primary/patient/unknown-primary-treatment-pdq, zuletzt abgerufen am 29.03.2021.

³ https://www.roche.com/about/priorities/personalised-healthcare-cup.htm, zuletzt abgerufen am 29.03.2021.

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