Hautkrebs ist nicht gleich Hautkrebs. Ärzte unterscheiden zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom). Der weiße Hautkrebs (nicht-melanozytären) hat zwei Hauptunterformen: das sogenannte Basaliom und das Spinaliom, auch Plattenepithelkarzinom genannt. Beide Varianten des weißen Hautkrebses sind selten lebensbedrohlich und bilden in der Regel keine Metastasen. Dennoch sollte weißer Hautkrebs behandelt werden, denn unbehandelt schreitet er immer weiter fort und kann tief ins Gewebe der Haut eindringen und sogar den Knochen zerstören. Schwarzer Hautkrebs dagegen ist aggressiver und neigt dazu, Metastasen zu bilden. Er muss sofort behandelt werden.
Beide Hautkrebsformen treten in den letzten Jahrzehnten immer häufiger auf. Glücklicherweise sterben nicht entsprechend mehr Menschen daran. Früh erkannt, lässt Hautkrebs sich gut behandeln. Vorsorgeuntersuchungen sind nicht aufwendig. Die Krankenkassen zahlen sie alle zwei Jahre ab dem 35. Lebensjahr.

Beim Videoscreening, auch Videodermatoskopie genannt, werden mit einer Spezialkamera die Pigmentmale in einer 20- bis 70 -fachen Vergrößerung aufgenommen und vom Computer ausgewertet. Bei späteren Kontrolluntersuchungen kann der Arzt bereits kleinste Veränderungen der Pigmentmale genau feststellen. Videoscreening erstatten die gesetzlichen Krankenkassen zurzeit nicht. Für Menschen mit vielen Muttermalen kann es eine sinnvolle Ergänzung zur Hautkrebsvorsorge sein.

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Beim Videoscreening werden mit einer Spezialkamera die Pigmentmale in einer 20- bis 70 -fachen Vergrößerung aufgenommen und vom Computer ausgewertet.

Wie häufig ist Hautkrebs?

Das Robert Koch-Institut ermittelt für 2016 über 250.000 Menschen, die in Deutschland an Hautkrebs erkrankt sind.1, 2 Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Seit den 70er Jahren hat sich die Zahl der Hautkrebsfälle in Nordeuropa etwa verzehnfacht. Im Mittelmeerraum erkranken deutlich weniger Menschen, noch seltener in Afrika und Asien. Am häufigsten ist in Deutschland der sogenannte weiße Hautkrebs mit etwa 230.000 Neuerkrankungen jedes Jahr. Beim schwarzen Hautkrebs, der auch der gefährlichere ist, gibt es etwa 23.000 Neuerkrankungen.

Haut – mehr als eine schützende Körperhülle

Die Haut ist unser größtes Organ. Bei einem erwachsenen Menschen bedeckt sie eine Fläche von etwa 1,7 Quadratmetern. Sie ist ca. 1,5 bis 4 Millimeter dick, schützt vor Krankheitskeimen und verbindet uns über viele sensorische Nervenzellen mit unserer Umwelt. Ihr Unterhautfett ist ein guter Wärmespeicher. Mithilfe vieler Schweißdrüsen reguliert die Haut unseren Wärmehaushalt.

Ursachen und Risikofaktoren

Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Bei schwarzem Hautkrebs ist auffällig, dass in letzter Zeit auch jüngere Menschen häufiger erkranken. Vermutlich spielt ein verändertes Freizeitverhalten eine Rolle. Wir sind heute viel öfter und länger outdoor unterwegs als vor den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Wer eine besonders helle Haut, rote Haare, blaue Augen und viele Pigmentmale hat, dessen Risiko ist erhöht. Diese Personen sollten besonders vorsichtig sein und nur gut geschützt in die Sonne gehen. Wie das geht, erfährst Du unter diesem Beitrag. Denn intensive UV-Strahlung durch Sonne oder Solarien ist der Hauptrisikofaktor für Hautkrebs. UV-Strahlung kann genetische Veränderungen in den Hautzellen auslösen.
Bei weißem Hautkrebs ist die gesamte UV-Strahlung, der man im Laufe des Lebens ausgesetzt war (Sonnenkonto), entscheidend. Bei schwarzem Hautkrebs erhöhen kurze, aber intensive UV-Belastungen das Erkrankungsrisiko. Die meisten UV-Schäden der Haut entstehen bereits vor dem 18. Lebensjahr.
Dein Risiko an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, ist erhöht, wenn in Deiner Familie bereits jemand erkrankt ist oder war. Nicht eindeutig ist, inwiefern der familieninterne Umgang mit Sonnenbaden mitverantwortlich ist, wenn innerhalb einer Familie vermehrt Hautkrebs auftritt.
Ist Dein Immunsystem geschwächt, kann der Körper sich nicht mehr so gut gegen Krebszellen schützen. Nach einer Organtransplantation beispielsweise wird die Reaktion des Immunsystems durch Medikamente, sogenannte Immunsuppressiva, unterdrückt. Menschen, deren Immunsystem durch eine HIV-Infektion geschwächt ist, haben ebenfalls ein erhöhtes Hautkrebsrisiko, besonders für das sogenannte Kaposi-Sarkom –eine sehr seltene Krebsform, die sich medikamentös gut kontrollieren lässt.

Auch einige Medikamente können das Risiko für eine Hautkrebserkrankung erhöhen. Ob Du während der Einnahme Deines Medikamentes besonders vorsichtig mit der Sonne umgehen solltest, erfährst Du im Beipackzettel oder Du kannst auch Deinen Arzt oder Apotheker fragen.
Hautkrebs Diagnose per APP
Solarium und Hautkrebs
Katharina Kaminski

Schutz vor Hautkrebs heißt Schutz vor Sonne

Der größte Risikofaktor für alle Hautkrebsformen ist UV-Strahlung. Da 80 Prozent der Hautschäden durch Sonneneinstrahlung vor dem 18. Lebensjahr entstehen, haben Eltern eine besondere Verantwortung, ihre Kinder vor Sonnenbrand (Sonnenerythem) zu schützen. Kinderhaut ist noch nicht fertig entwickelt und sehr empfindlich. Sie kann sich nicht durch Bräunen vor UV-Strahlung schützen.

Du kannst eine Menge selbst tun, um Deine UV-Strahlenbelastung möglichst klein zu halten. Es gilt nach Möglichkeit, jeden Sonnenbrand zu vermeiden, denn ein Sonnenbrand ist eine Reaktion Deiner Haut auf eine Zellschädigung durch UV-Strahlung.

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Besonders gefährlich ist ein Sonnenbrand bei Kindern.

Teste Deinen Hauttyp

Um einschätzen zu können, wieviel Sonne Du Deiner Haut zumuten kannst, ist es wichtig, dass Du Deinen Hauttyp kennst. Auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz kannst Du ihn testen. Je heller Deine Haut ist, desto empfindlicher reagiert sie auf die UV-Strahlung der Sonne. Wetterdienste geben tagesaktuell Auskunft über die UV-Intensität und wie lange Du dich ungeschützt in der Sonne aufhalten darfst, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Menschen mit empfindlicher Haut können an Tagen mit intensiver UV-Strahlung nur wenige Minuten sonnenbaden, ohne ihre Haut zu schädigen. In den Bergen oder an der See ist die UV-Belastung besonders hoch. Nach einem normalen mitteleuropäischen Winter musst Du Deine Haut im Frühling erst wieder an die Sonne gewöhnen.

Entspannt im Schatten bräunen

Schütz Dich gegen die Sonne, etwa indem Du Dich mittags, wenn die Sonnenintensität am höchsten ist, den Schatten aufsuchst. Auch dicht gewebte Kleidung hält ungewollte Sonneneinstrahlung ab. Eine gute Sonnenschutzcreme ist an strahlungsintensiven Tagen unverzichtbar. Deinen Augen tut es gut, wenn Du sie mit einer Sonnenbrille schützt. Übrigens wirst Du auch im Schatten braun, da auch hier der UV-Anteil noch ausreichend ist, um die Melaninbildung in der Haut anzuregen.

Symptome von Hautkrebs

Hautkrebs ist nicht gleich Hautkrebs. Gerade im Anfangsstadium sind erste Anzeichen nur für einen erfahrenen Hautarzt zu erkennen.

Weißer Hautkrebs

Basalzellkrebs hat seinen Ursprung in den sogenannten Basalzellen der oberen Hautschicht (Epidermis). Anfangs ist es nur eine kleine hautfarbene Verhärtung, ein porzellanartiger Pickel, umgeben von kleinen rötlichen Blutgefäßen. Ein Basaliom wächst über Jahre langsam, zerstört aber mit der Zeit benachbartes Gewebe. Meistens bildet es keine Tochtergeschwulste (Metastasen). Besonders häufig entsteht es auf den „Sonnenterrassen“ des Körpers.

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Die Sonnenterrassen des Körpers sind Stirn, Ohren, Schultern, Kopfhaut, Nasenrücken, Lippen, Nacken, Kinn, Dekolleté sowie Hand- und Fußrücken
Das Gorlin-Goltz-Syndrom ist eine erblich bedingte Entwicklungsstörung, bei der Betroffene unter anderem besonders häufig Basaliome bilden. Gorlin-Goltz-Syndrome sind selten: nur etwa ein bis zehn von 100.000 Menschen erkranken daran.

Das Plattenepithelkarzinom entwickelt sich aus einer unauffälligen Vorstufe, der sogenannten aktinischen Keratose. Das können meist scharf begrenzte, leicht gerötete Hautstellen sein, deren Oberfläche sandpapierartig rau ist. Es bildet sich eine zunehmend feste Hautschicht, die sich nicht mehr abkratzen lässt. Aus etwa jeder zehnten aktinischen Keratose bildet sich irgendwann ein Plattenepithelkarzinom.³ Auch hier sind die Sonnenterrassen des Körpers besonders gefährdet.

Vitamin B3 (Niacin) kann die Reparatur der UV-Licht bedingten DNA-Schäden fördern und so einer aktinischen Keratose vorbeugen.
Das Plattenepithekarzinom, auch Stachelzellkrebs oder Spinaliom genannt, bildet kleine Knötchen, die rasch wachsen und nässen können. Selten entstehen Metastasen.

Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom)

Schwarzer Hautkrebs entsteht aus mutierten Pigmentzellen (Melanozyten) der Haut. Etwa jedes dritte Melanom entsteht aus einem vorhandenen Pigment- oder Muttermal.⁴ Aussehen und Form eines Melanoms können sehr unterschiedlich sein. Es kann bräunlich oder auch rötlich-bläulich, schwarz oder grau-weißlich sein.

Seltener sind helle Melanome ohne Pigmente. Melanome können flach oder erhaben sein, kleine Knötchen bilden, jucken oder bluten. Sie entstehen auch an Körperstellen, die selten der Sonne ausgesetzt sind. Meist bereiten sie keine Beschwerden. Da schwarzer Hautkrebs aggressiv wächst und Metastasen bilden kann, sollte er rasch behandelt werden.

Du kennst keinen Hautarzt ?
Auch Deine Krankenkasse kann Dir einen geeigneten Facharzt in Deiner Nähe nennen. Frag einfach nach.


Vorsorgeuntersuchungen für Hautkrebs

Bist Du 35 Jahre oder älter? Dann kannst Du Deine Haut beim Arzt alle zwei Jahre kostenlos im Rahmen der Hautkrebsvorsorge durchchecken lassen. Findet er eine verdächtige Stelle, wird er sie mit einem kleinen Sicherheitsabstand vollständig entfernen und feingeweblich untersuchen lassen.
Zwischen den Untersuchungsintervallen kannst Du selbst Deine Haut auf verdächtige Stellen untersuchen. Die ABCDE-Regel hilft Dir dabei. Darauf solltest Du achten:
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Größe und Erhabenheit sind allein kein verlässlicher Hinweis. Im Zweifelsfall sollte ein erfahrener Hautarzt alle Merkmale berücksichtigen und bewerten.

Keine Sorge, von 100 verdächtigen Stellen sind etwa 80 unauffällig. Bei nur vier der 100 Verdachtsfälle bestätigt sich die Diagnose Hautkrebs.⁵
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Diagnose und Staging

Dein Arzt wird verdächtige Stellen möglichst vollständig mit einem kleinen Sicherheitsrand entfernen und auch im Labor untersuchen (Biopsie). Eine örtliche Betäubung reicht fast immer aus.
Bestätigt sich der Anfangsverdacht und die entnommene Hautstelle ist bösartig, folgen weitere Untersuchungen, um abzuklären, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und ob der Tumor bereits gestreut hat: Laboruntersuchungen, Ultraschall (Sonografie) der nahen Lymphknoten, Röntgenaufnahmen, eventuell werden auch computer- oder kernspintomografische Aufnahmen erstellt. Ein Skelettszintigramm kann Metastasen in Knochen abbilden. Denn vom Tumortyp und dem Fortschritt der Erkrankung hängt die weitere Therapie ab.

Für die einheitliche Beschreibung des Hautkrebsbefundes gibt es eine spezielle TNM-Klassifikation:

T1: Tumor, nicht dicker als 1 Millimeter bis T4: Tumor, dicker als vier Millimeter

N1: Ein befallener Lymphknoten bis N3: vier und mehr befallene Lymphknoten

M1a: Metastasen in der Haut und in ferneren Lymphknoten bis M1c: andere Fernmetastasen.⁶
Im medizinischen Alltag spielen die TNM-Klassifikation und auch die Stadieneinteilung bei weißem Hautkrebs oft keine große Rolle, da ein N- oder M-Status sehr selten ist.

Behandlung bei Hautkebsvorstufe aktinische Keratose

Die Hautkrebsvorstufe aktinische Keratose lässt sich gut und effektiv behandeln. Dein Arzt kann zusammen mit Dir aus unterschiedlichen Verfahren das für Dich am besten geeignete heraussuchen:

1. Vereisung (auch Kryochirurgie oder Kältetherapie) und Zerstörung der betroffenen Stelle mit flüssigem Stickstoff.

2. Salbenbehandlung über mehrere Tage oder Wochen. Der Wirkstoff tötet die Zellen der aktinischen Keratose.

3. Photodynamische Therapie (PDT): Betroffene Partien werden zunächst durch eine Creme lichtempfindlich gemacht. Spezielle Lichtstrahlen töten die kranken Zellen anschließend ab.

4. Laser-Therapie: Ein Laser zerstört punktgenau die Keratosen.

5. Operative Entfernung: Der Arzt entfernt die aktinische Keratose in örtlicher Betäubung durch Abschaben oder Herausschneiden.

Behandlungsmöglichkeiten bei weißem Hautkrebs

Bei weißem Hautkrebs wird Dein Arzt zunächst immer versuchen, den Tumor möglichst vollständig chirurgisch zu entfernen. Darüber hinaus stehen weitere Therapieformen zur Verfügung, die die Operation gut ergänzen. In Kombination mit einer (ergänzenden) Strahlentherapie liegen die Heilungsraten zwischen 84 und 96 Prozent.⁴

Ähnlich wie bei der aktinischen Keratose ist eine Vereisung, eine Salbentherapie, die photodynamische Therapie oder eine lokale Chemotherapie erfolgversprechend. Sehr selten bildet heller Hautkrebs Absiedlungen in anderen Organen. Dann kannst Du bei einem Plattenepithelkarzinom eine Chemotherapie oder auch eine Immuntherapie und bei einem Basalzellkarzinom eine zielgerichtete Therapie erhalten. Welche Medikamente Du konkret bekommst, entscheidet Dein Arzt je nach Art und Umfang des Tumors.

Behandlungsmöglichkeiten bei schwarzem Hautkrebs

Ein malignes Melanom sollte zunächst durch eine Operation möglichst vollständig entfernt werden. Wie aufwendig die Operation ist, richtet sich nach der Dicke des Tumors. Je tiefer der Tumor in die untere Hautschicht eingedrungen ist, desto eher bildet er Metastasen. Manchmal ist es nötig, auch benachbarte Lymphknoten zu entfernen. Ist eine Operation nicht möglich oder sinnvoll, wird Dein Arzt den Tumor gezielt bestrahlen. Auch eine Chemotherapie mit Medikamenten, die im ganzen Körper Krebszellen zerstören, kann hilfreich sein. Es gibt inzwischen auch moderne Therapien, etwa die Immuntherapie oder spezielle zielgerichtete Therapien, die die Heilungschancen erhöhen und eine Operation ergänzen.

Behandlung von Metastasen

Ist der Krebs weit fortgeschritten und hat bereits Metastasen gebildet, entscheiden die individuellen Eigenschaften des Tumors und der Metastasen über die weitere Behandlung. Nur wenn einzelne Tumorabsiedlungen auch vollständig entfernt werden können, wird der Arzt operieren. Ist dies nicht möglich, können die Therapien zum Einsatz kommen, die bei operierbaren Melanomen nach der Operation angewendet werden – eine Chemotherapie oder eine zielgerichtete Therapie wie beispielsweise die Krebsimmuntherapie. Auch eine Bestrahlung der Tumorabsiedlungen kann Beschwerden lindern. Die Behandlungen zielen darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität bestmöglich zu erhalten.

Teilnahme an klinischen Studien

Ist das maligne Melanom bereits weit fortgeschritten (Stadium IV), kann es sinnvoll sein, wenn Du an einer klinischen Studie teilnimmst. Sprich Deinen Arzt darauf an, ob für Dich die Möglichkeit besteht, an einer solchen Studie teilzunehmen.

Nebenwirkungen, Komplikationen und Langzeitfolgen

Kleinere Operationswunden werden in der Regel direkt mit einer Naht verschlossen. Müssen größere Hautpartien entfernt werden, kann nachträglich ein Stück Haut übertragen werden (Hauttransplantation). Dein Chirurg wird an Stellen im Gesicht sehr sorgfältig vorgehen, damit der Eingriff möglichst unauffällig bleibt. In zertifizierten Hautkrebszentren arbeiten Spezialisten, bei denen Du gut aufgehoben bist.

Im Zusammenhang mit der Chemotherapie treten typischerweise Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Erbrechen, Geschmacksstörungen, Haarausfall, Blutbildungsstörungen, Infektionsanfälligkeit oder Nervenschäden auf.

Bei einer Strahlentherapie sind folgende Nebenwirkungen möglich: Lokal begrenzte Reizungen und Entzündungen der bestrahlten Hautbereiche, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl.


Je nach Therapie können verschiedene Nebenwirkungen auftreten.
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Die sogenannten zielgerichteten Therapien sind in der Regel vergleichsweise gut verträglich. Nebenwirkungen sind aber je nach verwendetem Medikament unterschiedlich. Bei einer Immuntherapie ähneln mögliche Nebenwirkungen einer starken Immunreaktion, wie sie etwa bei einer Grippe auftritt: Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen, Husten, Fieber, Kurzatmigkeit, Durchfall oder Hautausschlag.

Jede Patientin oder jeder Patient verträgt die Medikamente anders. Die meisten dieser Begleiterscheinungen klingen nach Abschluss der Behandlung wieder ab. Dein Arzt kann Dir vor der eigentlichen Therapie Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen geben.

Prognose – wie ist die Lebenserwartung bei Hautkrebs?

Hautkrebs ist in über 90 Prozent der Fälle gut behandelbar, vorausgesetzt, er wird früh entdeckt. Ein Plattenepithelkarzinom kann dann zu fast 100 Prozent geheilt werden.

Relatives 5-Jahres-Überleben bei Hautkrebs:
Weißer Hautkrebs
96 bis 100 % überleben die nächsten 5 Jahre*¹ ²

Schwarzer Hautkrebs
ca. 90 % überleben die nächsten 5 Jahre

Solche Zahlen geben allerdings nur statistische Werte an. Jede Krebserkrankung ist individuell und eine Prognose auch von Alter, gesundheitlichem Allgemeinzustand und Vorerkrankungen des Patienten abhängig. Immer gilt: Je vollständiger der Tumor bereits in der ersten Operation entfernt wurde, desto besser ist die Prognose.

Der Durchmesser eines Melanoms hat übrigens keinen Einfluss auf die Prognose. Wichtiger ist, wie dick er ist, wie tief und schnell er ins Gewebe eingewachsen ist, und ob er geschwürartig (ulzeriert) ist.⁶

Relatives 5-Jahres-Überleben
Das relative 5-Jahres-Überleben berücksichtigt auch die durchschnittliche Lebenserwartung Personen gleichen Alters. Nicht alle Sterbefälle innerhalb der fünf Jahre nach der Diagnose werden durch die Krebserkrankung verursacht.

Nachsorge

Da zwischen 40 und 50 Prozent der Hautkrebspatienten innerhalb der nächsten fünf Jahre erneut erkranken, ist eine systematische Nachsorge wichtig. Dein Arzt wird Dich nach überstandener Therapie in regelmäßigen Abständen zu Nachsorgeterminen einladen. Wie oft und in welchen Abständen diese Untersuchungen erfolgen, ist abhängig von der Art des Tumors und vom Tumorstadium.

In der Regel wirst Du anfangs in kürzeren Abständen von zum Beispiel drei Monaten einen Nachsorgetermin erhalten. Später reichen eventuell jährliche Untersuchungen. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird Dein Arzt Dich für einen Zeitraum von zehn Jahren oder sogar darüber hinaus zu Nachsorgeuntersuchungen einladen.

Du kannst diese Termine auch nutzen, um mit Deinem Arzt über Probleme zu sprechen, die im Zusammenhang mit Deiner Erkrankung stehen. Das können zum Beispiel Schlafprobleme oder auch Ängste sein. Er kann Dir bei der Bewältigung der Tumorerkrankung helfen und Dir kompetente Unterstützung vermitteln.

Die Haut vergisst nichts – Sonnenschutz ist immer wichtig

Zu einer guten Nachsorge gehört auch, dass Du intensive Sonne zum Beispiel mittags, in den Bergen oder am Meer meidest und Dich konsequent und effektiv schützt: Durch Eincremen mit Sunblockern auf den Sonnenterrassen Deines Körpers, besser noch mit spezieller UV-Schutz-Kleidung. Ein luftiges T-Shirt bietet keinen guten Sonnenschutz, es lässt viel UV-Strahlung durch.
Zusammenfassung
  • Immer mehr Menschen erkranken an Hautkrebs. Auch jüngere sind zunehmend betroffen. Schwarzer Hautkrebs wächst meist rasch und neigt zu Metastasen. Er sollte sofort behandelt werden.
  • Vorsorgeuntersuchungen sind nicht aufwendig und werden von den Kassen bezahlt. Du kannst selbst nach der ABCDE-Regel auf Deine Haut achten. Effektiver Sonnenschutz beugt Hautkrebs vor!
  • Früh erkannt, sind die Heilungschancen für alle Hautkrebsformen gut.
Nützliche Adressen
Ansprechpartner und Adressen kannst Du auch vor Ort über den Kliniksozialdienst oder Deinen Arzt erfragen. Hier findest Du wichtige Adressen rund um das Thema Leben mit Hautkrebs:
Deutsche Krebsgesellschaft
Zertifizierte onkologische Hautzentren findest Du hier:
https://www.oncomap.de/centers?selectedOrgan=Haut
Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft (ADO)
Infos rund um Hautkrebs für Patienten und Angehörige.
https://www.ado-homepage.de/startseite.html
Melanom Info auf Facebook
Hier findest Du neueste und umfassende Information für an malignem Melanom Erkrankte. Von Betroffenen für Betroffene!
https://www.facebook.com/melanominfo/
Selbsthilfe Hautkrebs
Regelmäßige Gruppentreffen und Vorträge von Krebspatienten für Krebspatienten.
unter dem folgenden Link findet Ihr auch eine Auflistung aller Selbsthilfegruppen:
https://hautkrebs-netzwerk.de/hautkrebs-selbsthilfegruppen/
Hautkrebsnetzwerk
Patientenorganisation, die die Interessen Betroffener vertritt und mit Informationen aufklärt
https://hautkrebs-netzwerk.de/
Selbsthilfegruppe für Menschen mit Basaliomen und dem Gorlin-Goltz-Syndrom
Infos und Unterstützung für Betroffene.
https://www.shg-basaliome.de/
Krebsinformationsdienst
Das Deutsche Krebsforschungszentrum gibt umfassende Informationen rund um das Thema Krebs. Hier findest Du auch Krebsberatungsstellen in Deiner Nähe.
https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/krebsberatungsstellen.php
Psychotherapeuten und Psychoonkologen in Deiner Nähe
findest Du hier:
https://www.krebsinformationsdienst.de/service/adressen/psychoonkologen.php

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