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Diagnose

Workshop: “Sie haben Krebs!“ – Tipps für das Ärzt:innengespräch

Die Worte „Sie haben Krebs“ graben sich tief in das Bewusstsein ein – was danach noch gesagt wird, nimmt man oft gar nicht mehr wahr. Doch genau dann brauchen Patient:innen die Beratung und das Verständnis der Fachärzt:innen. In diesem Tutorial erfährst du unter anderem, was du tun kannst, damit du im Ärzt:innengespräch nicht ratlos zurückbleibst.

Nach einer Krebsdiagnose brauchen Patient:innen bei ihren Ärzt:innen den Raum, um ihre individuellen Bedürfnisse darzustellen und offen nachfragen zu können, wenn sie etwas nicht verstanden, Ängste oder Zweifel haben.

Diese Kommunikation gelingt aber nicht immer zur Zufriedenheit der Patient:innen. Die eigene Aufregung, medizinische Fachbegriffe und begrenzte Zeit im Termin lassen Betroffene oft ratlos zurück. Was genau bedeutet die Diagnose für mich und welche Therapie eignet sich für mich am besten? Mit diesen Fragen sollst du dich nicht allein fühlen.

Im Rahmen der YES!CON, Deutschlands größter Veranstaltung für Menschen, die mit Krebs leben, haben sich die K wort Redaktionsmitglieder Carsten,Don und Dilek, sowie Prof. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie mit Zentrum für onkologische Chirurgie (CVK) und Klinik für Gynäkologie (CBF) an der Charité Berlin, mit einem digitalen Tutorial genau zu diesem Thema beteiligt.  Sie klären unter anderem die Frage, wie ein:e Patient:in die Ärzt:innen zum Zuhören bewegen kann und warum es wichtig ist, auch ungute Gefühle zu äußern.

Kopfkino vermeiden

Ein solches Gespräch ist sowohl für Patient:innen, als auch für  Ärzt:innen eine Ausnahmesituation. Umso wichtiger ist es , eine gemeinsame ehrlich, offen und vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre, in der auch mal für ein paar Momente geschwiegen werden darf, zu schaffen. Das hilft auch, die Nachricht erstmal sacken zu lassen.

Wenn du dann das Gefühl hast, etwas noch nicht ausreichend verstanden zu haben oder die Bedeutung der medizinischen Begriffe nicht kennst, frag nach!

„Patienten sollten möglichst sofort nachfragen und nicht erst am nächsten Tag, denn die Zeit bis dahin ist schrecklich. Da startet das Kopfkino und das sollte man möglichst vermeiden.“

- Prof. Jalid Sehouli

Was brauche ich jetzt?

Mut und Ehrlichkeit ist auch auf Seiten der Patient:innen wichtig: Offen anzusprechen, dass man Angst hat oder ein ungutes Gefühl gegenüber einer Therapieform, die das Behandlungsteam vorgeschlagen hat, hilft beiden Seiten, passende Lösungen zu finden.

Eine Krebsdiagnose hat nicht nur körperliche Auswirkungen: Die Psyche ist ebenso betroffen – genauso auch deine Liebsten oder eventuell das berufliche Umfeld. In den Tagen nach einem solchen Gespräch gilt es daher, sich zu fragen, was man jetzt braucht, um möglichst gut durch diese Zeit zu kommen. Lass dein Umfeld wissen, ob und wie sie dich unterstützen können – all das ist Teil einer ganzheitlichen Krebsbehandlung. Das Behandlungsteam kann dann zum Beispiel eine:n Psychoonkolog:in hinzuziehen oder, wenn möglich, über weitere Therapieoptionen aufklären. Konkrete Handlungsvorschläge dazu findest du in unserem Video.

Shared Decision Making: Mitentscheiden!

Das K Wort-Team ermutigt Menschen, die von Krebs betroffen sind, sich aktiv in die Therapieentscheidung einzubringen. Heute entscheidet nicht mehr das Behandlungsteam allein, wenn es um deine Therapie geht: Deine Wünsche, Vorlieben, Ängste und Vorbehalte spielen eine ebenso entscheidende Rolle. Mitreden bedeutet auch mitentscheiden! 

Eine gelungene Ärzt:innen-Patient:innen-Beziehung lebt von Vertrauen,Verständnis,Offenheit und Ehrlichkeit auf beiden Seiten.
Trau dich also ruhig, deine Meinung zu sagen. Jenseits der medizinischen Fakten, könnte das Ziel eine „Kommunikation auf Herzenshöhe“ sein.

Wie du das erreichen kannst, erfährst du in unserem Workshop zur Diagnose „Sie haben Krebs“.

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