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Rauchen und Krebs: Hör endlich auf!

Rauchen kann nicht nur zu Krebs führen, es wirkt sich auch negativ auf die Therapie aus. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall, mit dem Rauchen aufzuhören. Was dabei helfen kann und welche Vorteile es darüber hinaus auch noch für deine Gesundheit bringt, erfährst du hier.

Kannst du dir vorstellen, dass knapp ein Fünftel, genauer gesagt 19 Prozent, der rund 500.000 neuen Krebserkrankungen pro Jahr in Deutschland auf das Rauchen zurückzuführen sind?  Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Deutschen Krebsforschungsinstituts (DKFZ).1 Im Umkehrschluss bedeutet das, dass knapp 100.000 Menschen in Deutschland jährlich wegen Rauchen an Krebs erkranken.2 Das entspricht etwa der Zuschauerzahl des größten Fußballstadions Europas – Camp Nou in Barcelona – oder der Einwohnerzahl von Gütersloh.

Überzeugende Gründe für einen Rauchstopp

Wenn für dich Tabak und Zigaretten immer noch zum Alltag dazugehören, solltest du vielleicht einen Rauchstopp in Erwägung ziehen. Dieser bringt viele Vorteile mit sich – gesundheitlich, finanziell, aber auch emotional und in puncto Aussehen und Fitness.

Nichtrauchen: Die Lunge sagt Danke

Hörst du mit dem Rauchen auf, sinkt damit dein Risiko für die meisten Krebsarten innerhalb einiger Jahre deutlich. Am besten du verzichtest so früh wie möglich darauf. Besonders bei Lungenkrebs ist das Risiko für Raucher hoch. Die gute Nachricht: Nach zehn rauchfreien Jahren halbiert sich dieses Risiko.

Nach dem Aufhören: Die Atemwege erholen sich

Wer das Rauchen aufgibt, tut auch seinen Atemwegen etwas Gutes: Deren Funktion beginnt sich schon wenige Wochen nach der letzten Zigarette zu erholen. Raucherhusten und Atemwegsbeschwerden verbessern sich ebenfalls. Das kann jedoch ein bis neun Monate dauern. Solltest du an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden, wirkt sich der Rauchstopp auch darauf positiv aus: Die Symptome nehmen ab, der Krankheitsverlauf wird verlangsamt und die Lebenswartung kann sich erhöhen.3

Rauchstopp: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinken

Schon wenige Tage nach einem Rauchstopp sinkt der Blutdruck und innerhalb weniger Jahre verringert sich das Risiko, an Herz-Kreislauferkrankungen zu erkranken und zu sterben.4 Solltest du bereits davon betroffen sein und nimmst dafür Medikamente ein, unterstützt ein Rauchstopp die Therapie.

Aussehen, Fitness & Gesundheit verbessern

Schluss mit Nikotin heißt auch Schluss mit unschönen Verfärbungen an Fingern und Zähnen sowie dem beißendem Rauchgeruch. Außerdem bekommst du eine glattere Haut und einen frischeren Teint. Als Nichtraucher nehmen darüber hinaus deine Fitness und Belastbarkeit zu. Und du tust etwas für deine Gesundheit und die deiner Mitmenschen.5

Mehr Kontrolle über dich und das Portemonnaie

Das Gute am Nichtrauchen ist: du bestimmst jetzt selbst, wann es Zeit ist, eine Pause zu machen – und nicht deine Sucht. Außerdem sparst du jede Menge Geld, mit dem du dir einen Extra-Wunsch erfüllen kannst.

Raucher setzen die Krebstherapie aufs Spiel

Wie du siehst, gibt es gute Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören. Dazu kommt eine weitere wichtige Erkenntnis, die DKFZ-Forscher in Untersuchungen gewonnen haben: Wer nach der Krebsdiagnose und während der Therapie weiterraucht, gefährdet den Behandlungserfolg – und damit natürlich sein Überleben.6

Infografik zu Auswirkungen von Rauchen während der Krebstherapie auf Lebensqualität und Prognose
Rauchen trotz Krebstherapie – das sind die Auswirkungen
© Das K Wort

Bernd, 54 Jahre alt

„Aufhören könnte meine Chancen verbessern, den Krebs zu überleben“

Story

„Ganz ehrlich: Mein Arzt hat mich wachgerüttelt. Als die Krebsdiagnose feststand, meinte er, dass ich ruhig weiterrauchen könnte. Ich würde halt nur wahrscheinlich eher sterben. Ich könnte aber auch aufhören. Das würde meine Chancen, den Krebs zu überleben, deutlich verbessern. Im ersten Moment waren diese Worte schon ein Schlag ins Gesicht – den ich aber gebraucht habe. Ein paar Tage später habe ich ihn dann gefragt, ob er mir denn helfen könnte, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich war mir sicher, dass ich es alleine nicht schaffen würde. Ein paar Mal hatte ich es nämlich schon versucht, aber ohne Plan. Er hat mir dann ein spezielles Online-Programm, ‚Rauchfrei‘, empfohlen, mit dem ich es dann auch tatsächlich geschafft habe. Natürlich weiß ich nicht, ob ich auch ohne Rauchstopp wieder gesund geworden wäre. Was ich aber weiß:  Ich bin viel fitter als vorher.“

Martha, 27 Jahre alt

„Das Verlangen auf andere Art befriedigen“

Story

„Ich bin noch dabei, von der Zigarette loszukommen. Warum ich überhaupt angefangen habe, weiß ich gar nicht so genau. Wahrscheinlich war es dieses „In der Clique-dazu-gehören-wollen“. Inzwischen ist mir bewusst, wie schädlich Rauchen ist. Ich habe es tatsächlich auch schon einmal geschafft, aufzuhören – für ein halbes Jahr. Aber dann hat mein Freund mich sitzenlassen und ich habe wieder angefangen. Das war vor einem Jahr. Jetzt mache ich eine Verhaltenstherapie, bei der ich lerne, das Verlangen nach der Zigarette anderweitig zu befriedigen. Die ersten Sitzungen waren gut und ich hoffe, dass ich es diesmal dauerhaft schaffe. Von dem gesparten Geld werde ich mir etwas Schönes gönnen. Ich sammle es in einem großen Glas und kann zuschauen, wie es täglich mehr wird.“

Michael, 39 Jahre alt

„Der Kampf hat sich gelohnt“

Story

„Mein Opa hat mich dazu gebracht, mit dem Rauchen aufzuhören. Leider konnte ich mich dafür nicht mehr bei ihm bedanken. Er ist an Lungenkrebs gestorben. Die letzten Monate waren so schrecklich, dass es bei mir Klick gemacht hat. Ich habe es dann erst so versucht, aber ohne Erfolg. Geholfen haben letztendlich unzählige Packungen Nikotinpflaster und Nikotinkaugummis. Damit habe ich die echt heftigen Entzugserscheinungen gut in den Griff bekommen. Zusätzlich habe ich einige Bücher gelesen und mir die Tipps rausgesucht, die zu mir passen. Auch wenn es ein echter Kampf war: Er hat sich gelohnt. Ich bin jetzt mittlerweile seit 2,5 Jahren rauchfrei und selbst, wenn sich meine Freunde eine Kippe anmachen, spüre ich kein Verlangen mehr. Jetzt versuche ich noch, meine Eltern davon zu überzeugen, auch aufzuhören.

6 Hilfen fürs Aufhören

  1. Online-Programme
    Rauchfrei“ von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die „Online Selbsthilfe Tabak“ ein Angebot der Salus Kliniken
  2. Informationsbroschüre
    „Ja, ich werde rauchfrei“ als PDF
  3. Nikotinersatzprodukte
    Pflaster, Kaugummi, Nasenspray, Tabletten können helfen, die Zigarette zu ersetzen
  4. Kurse
    Kostenlose Nichtraucherkurse bieten manche Krankenkassen an. Nachfragen lohnt sich!
  5. Psychotherapeutische Behandlungen
    Verhaltenstherapie, Akkupunktur oder Hypnose zahlen manche Kassen. Einfach mal nachfragen!
  6. Selbsthilfe-Gruppen
    Der Bundesverband Selbsthilfe Lungenkrebs bietet sich dazu an. Wenn du aber lieber selbst auf die Suche gehen möchtest, kann dir „vernetzdich.“ weiterhelfen.

Quellen

¹ dkfz. | Erstmals für Deutschland ermittelt: Vermeidbare Risikofaktoren verursachen 37 Prozent aller Krebsfälle, https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/dkfz-pm-18-48-Vermeidbare-Risikofaktoren-verursachen-37-Prozent-aller-Krebsfaelle.php zuletzt abgerufen am 17.12.2020.

² Mons U, Gredner T, Behrens G, Stock C, Brenner H: Cancers due to smoking and high alcohol consumption—estimation of the attributable cancer burden in Germany. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 571–7. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0571

³ Tabakatlas Deutschland 2015. DKFZ. 1. Aufl. Heidelberg. Zuletzt abgerufen am 18.12.3020.

⁴ https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/FzR/FzR_2018_Rauchen-und-Herz-Kreislaufsystem.pdf, zuletzt abgerufen am 17.12.2020.

⁵ https://www.dkfz.de/de/rauchertelefon/download/DKFZ_FzR_10_Gruende.pdf, zuletzt abgerufen am 17.12.2020.

⁶ Ärzteblatt | Rauchen verschlechtert die Wirksamkeit von Krebstherapien, https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=148457 zuletzt abgerufen am 17.12.2020.

⁷ Rauchfrei | Studie: Jede fünfte neue Krebserkrankung geht auf das Rauchen zurück, https://www.rauchfrei-info.de/informieren/news/detail/news/studie-jede-fuenfte-neue-krebserkrankung-geht-auf-das-rauchen-zurueck/ zuletzt abgerufen am 17.12.2020.

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