Nur etwa 700 Männer erkranken pro Jahr in Deutschland an Brustkrebs. Demgegenüber stehen mehr als 70.000 Frauen, die jährlich die Diagnose erhalten.1 Da Studiendaten zum männlichen Brustkrebs fehlen, orientiert sich die Diagnostik und Therapie von Brustkrebs beim Mann an der Versorgung von Frauen: Brustzentren oder niedergelassene Gynäkologen sind auch bei Männern zuständig. Das sorgt bei Männern mit Brustkrebs sowie bei behandelnden Ärzten und Pflegekräften nicht selten für besondere Herausforderungen.

Stigma „Frauenkrankheit“

Das zeigt auch die Studie „N-MALE“: „N“ für „Needs“, also Bedürfnisse, und „MALE“ für männlich. Wissenschaftler der Universität Bonn untersuchten die Bedürfnisse sowie die Versorgungssituation von männlichen Brustkrebspatienten in Deutschland. Ergebnis: Männer mit Brustkrebs fühlen sich durch die auf Frauen ausgerichtete Behandlung häufig stigmatisiert. Formulare und Broschüren berücksichtigen meist nur die weibliche Anrede. Einige Männer berichten sogar, dass sie in gynäkologischen Praxen versehentlich als Frauen angesprochen wurden. Besonders im Bereich der Reha fühlen sich männliche Brustkrebspatienten häufig ausgeschlossen.

 

Brustkrebs beim Mann © Clique Images / Unsplash
Für männliche Brustkrebspatienten stellt der Gang zur Mammographie oft eine Herausforderung dar, da dort eine Frau erwartet wird und kein Mann.

Mehr Aufklärung gewünscht

Aufgrund der Seltenheit fehlen Erfahrung und auf Männer zugeschnittene Therapiekonzepte. Laut der Studie wünschen sich Behandler eine bessere Vernetzung und mehr Öffentlichkeitsarbeit, um das Bewusstsein für Brustkrebs beim Mann zu stärken.

Suchst Du Unterstützung oder mehr Informationen zum Thema? Das Netzwerk Männer mit Brustkrebs e. V. bietet Betroffenen und Angehörigen eine Anlaufstelle.

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