Von den jährlich rund 500.000 neuen Krebserkrankungen gehen 19 Prozent auf das Rauchen zurück.1 Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Deutschen Krebsforschungsinstituts (DKFZ). Besonders bei Lungenkrebs ist das Risiko für Raucher hoch. Nicht umsonst steht auf den Zigarettenschachteln in großen schwarzen Buchstaben: „Rauchen verursacht neun von zehn Lungenkarzinomen“. Der Tabakkonsum erhöht aber auch das Risiko für Krebs in vielen anderen Organen wie Rachen, Kehlkopf, Speise- und Luftröhre, Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren und Harnleiter, Blase, Dick- und Enddarm sowie Gebärmutterhals.

Raucher setzen die Krebstherapie aufs Spiel

In anderen Untersuchungen haben die DKFZ-Forscher einen zusätzlichen Risikofaktor ausgemacht: Wer nach der Krebsdiagnose und während der Therapie weiterraucht, gefährdet den Behandlungserfolg – und damit natürlich sein Überleben.

 

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Es lohnt sich also in jedem Fall, mit dem Rauchen aufzuhören. Wir haben uns einmal umgehört, wie andere es geschafft haben.

 

 

Bernd
„Aufhören könnte meine Chancen verbessern, den Krebs zu überleben“
54 Jahre alt

Ganz ehrlich: Mein Arzt hat mich wachgerüttelt. Als die Krebsdiagnose feststand, meinte er, dass ich ruhig weiterrauchen könnte. Ich würde halt nur wahrscheinlich eher sterben. Ich könnte aber auch aufhören. Das würde meine Chancen, den Krebs zu überleben, deutlich verbessern. Im ersten Moment waren diese Worte schon ein Schlag ins Gesicht – den ich aber gebraucht habe. Ein paar Tage später habe ich ihn dann gefragt, ob er mir denn helfen könnte, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich war mir sicher, dass ich es alleine nicht schaffen würde. Ein paar Mal hatte ich es nämlich schon versucht, aber ohne Plan. Er hat mir dann ein spezielles Online-Programm, „Rauchfrei“, empfohlen, mit dem ich es dann auch tatsächlich geschafft habe. Natürlich weiß ich nicht, ob ich auch ohne Rauchstopp wieder gesund geworden wäre. Was ich aber weiß: Ich bin viel fitter als vorher.

 

Martha
„Das Verlangen auf andere Art befriedigen“
27 Jahre alt

Ich bin noch dabei, von der Zigarette loszukommen. Warum ich überhaupt angefangen habe, weiß ich gar nicht so genau. Wahrscheinlich war es dieses „In der Clique-dazu-gehören-wollen“. Inzwischen ist mir bewusst, wie schädlich Rauchen ist. Ich habe es tatsächlich auch schon einmal geschafft, aufzuhören – für ein halbes Jahr. Aber dann hat mein Freund mich sitzenlassen und ich habe wieder angefangen. Das war vor einem Jahr. Jetzt mache ich eine Verhaltenstherapie, bei der ich lerne, das Verlangen nach der Zigarette anderweitig zu befriedigen. Die ersten Sitzungen waren gut und ich hoffe, dass ich es diesmal dauerhaft schaffe. Von dem gesparten Geld werde ich mir etwas Schönes gönnen. Ich sammel es in einem großen Glas und kann zuschauen, wie es täglich mehr wird.

 

Michael
„Der Kampf hat sich gelohnt“
39 Jahre alt

Mein Opa hat mich dazu gebracht, mit dem Rauchen aufzuhören. Leider konnte ich mich dafür nicht mehr bei ihm bedanken. Er ist an Lungenkrebs gestorben. Die letzten Monate waren so schrecklich, dass es bei mir Klick gemacht hat. Ich habe es dann erst so versucht, aber ohne Erfolg. Geholfen haben letztendlich unzählige Packungen Nikotinpflaster und Nikotinkaugummis. Damit habe ich die echt heftigen Entzugserscheinungen gut in den Griff bekommen. Zusätzlich habe ich einige Bücher gelesen und mir die Tipps rausgesucht, die zu mir passen. Auch wenn es ein echter Kampf war: Er hat sich gelohnt. Ich bin jetzt mittlerweile seit 2,5 Jahren rauchfrei und selbst, wenn sich meine Freunde eine Kippe anmachen, spüre ich kein Verlangen mehr. Jetzt versuche ich noch, meine Eltern davon zu überzeugen, auch aufzuhören.