Jährlich erkranken etwa 7.350 Frauen neu an Eierstockkrebs.1 Trotz der Therapiefortschritte in den letzten Jahren ist die Sterberate relativ hoch, da viele Frauen erst in einem späten Stadium diagnostiziert werden und eine Früherkennung bei Eierstockkrebs zurzeit noch nicht möglich ist. Daher liegt der Fokus auf der Optimierung und Qualitätssicherung der Therapie.
„Die Verbesserung der Rezidivrate ist ein großer Erfolg für die Patientinnen.“
Wichtige Daten hierfür liefert die Qualitätssicherungserhebung QS Ovar, welche von der AGO (Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie) Studiengruppe der Kommission Ovar durchgeführt wird. Seit 2000 veröffentlicht sie alle vier Jahre Daten zur Therapie von Eierstockkrebs-Patientinnen von teilnehmenden gynäkologischen Kliniken. Ziel ist, die Qualität der Behandlung in Deutschland zu erfassen und zu analysieren. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen zur Qualitätssteigerung beitragen. Im Jahr 2016 wurden dabei 65 Prozent aller diagnostizierten Patientinnen erfasst. Dadurch hat die QS Ovar die mit Abstand größte Sammlung an Real-World-Daten in Deutschland.

© Dr. Harter

„Ursprünglich war das Ziel der QS Ovar, die Ist-Situation in Deutschland zu erfassen. Jetzt ist das Ziel, die Qualität der Therapie von Eierstockkrebs zu verbessern.“
PD Dr. med. Philipp Harter
Stellvertretender Direktor der Klinik für
Gynäkologie & Gynäkologische Onkologie
an den Kliniken Essen-Mitte

Die Bedeutung von QS Ovar für Eierstockkrebs-Patientinnen

Doch wie profitierst Du als Eierstockkrebs-Patientin von diesen Datenerhebungen? Die Ergebnisse zeigen, dass sich seit Erhebungsstart der Zeitraum vom Behandlungsbeginn bis zum Fortschreiten der Erkrankung (das sogenannte progressionsfreie Überleben) knapp verdoppelt hat. Das ist zum einen auf eine verbesserte medikamentöse Therapie zurückzuführen. Hierbei geht der Trend zu der sogenannten Triplett-Therapie: eine Kombination aus drei verschiedenen Wirkstoffen, bestehend aus einer Platindublette und einer zielgerichteten Therapie.

Die aus den Ergebnissen gewonnenen Erkenntnisse sind relevant für die Therapieentscheidungen. Kliniken erkennen, wo sie selbst im Vergleich zu anderen Kliniken stehen und Eierstockkrebs-Patientinnen profitieren durch diese Erkenntnis.

Einen noch weiteren großen Anteil hat jedoch die verbesserte operative Behandlung. Bei über 50 Prozent der Operationen gelingt es mittlerweile, den Tumor vollständig zu entfernen (Komplettresektion). Das wirkt sich deutlich positiv auf die Prognose der Patientinnen aus. Die Bestimmung des Tumorstadiums während der OP (operatives Staging) gibt Auskunft darüber, welche medikamentöse Therapie am besten eingesetzt werden sollte.

Anhand dieser Daten können auch Ärzte und Kliniken ihre eigene Arbeit besser beurteilen und optimieren. So werden die Therapien immer besser und auch Du als Betroffene profitierst davon.

Wie findest Du heraus, welche Kliniken sich an der QS Ovar beteiligen?

Die Teilnahme einer Klinik an QS Ovar ist ein Qualitätsmerkmal für die dort durchgeführten Eierstockkrebs-Therapien. Als Patientin kannst Du Dich auf www.eierstock-krebs.de über mitmachende Kliniken informieren. Über eine Suchmaschine findest Du heraus, welche Kliniken an QS Ovar partizipieren oder wo sich DKG-zertifizierte Zentren befinden.
Zusammenfassung
  • Die QS Ovar beschäftigt sich mit der Erfassung, der Analyse und der Qualitätssteigerung der Therapie des Ovarialkarzinoms.
  • Eierstockkrebs-Patientinnen profitieren durch die QS Ovar von einer verbesserten medikamentösen Therapie sowie einer erfolgreicheren Rate an Komplettresektionen.
  • Unter www.eierstock-krebs.de können Patientinnen sich über teilnehmende Kliniken informieren.

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