KI-Nutzung bei Fragen zu Krebs
Künstliche Intelligenz (KI) bei Krebs nutzen – aber wie? KI-Chatbots können dabei helfen, Orientierung im Alltag zu gewinnen und gut vorbereitet ins Gespräch mit deinem Behandlungsteam zu gehen. Erfahre, wie das funktioniert – mit konkreten Tipps und Prompts zum Ausprobieren.
Eine Krebserkrankung wirft im Alltag und in der medizinischen Versorgung viele Fragen auf: Wie lautet meine konkrete Diagnose? Wie erkläre ich es meinen Angehörigen? Welche Therapieoptionen habe ich? Welche Nebenwirkungen kommen auf mich zu? KI kann dich dabei unterstützen.
KI hilft, Informationen zusammenzufassen, medizinische Fachsprache in verständliche Worte zu übersetzen oder sich strukturiert auf Termine mit deinem Behandlungsteam vorzubereiten.
Viele Menschen nutzen KI auch als „Sparring-Partner“: um Gedanken zu sortieren, Fragen zu schärfen und in einen Dialog zu kommen – gerade dann, wenn man sich unsicher ist oder auf ein Gespräch vorbereiten möchte. So kann KI dich im Alltag mit einer Krebserkrankung begleiten und dir helfen, Antworten zu finden und nächste Schritte besser einzuordnen.
KI-Chatbots verstehen
Künstliche Intelligenz bezeichnet Systeme, die Aufgaben übernehmen können, die normalerweise menschliches Denken oder Handeln erfordern. Dazu gehören etwa das Verstehen von Texten, das Beantworten von Fragen, das Erkennen von Mustern oder das Treffen von Vorhersagen.
Eine besondere Form der KI sind große Sprachmodelle (englisch Large Language Models, kurz LLMs). Diese Modelle sind darauf spezialisiert, mit Sprache zu arbeiten. Sie wurden mit riesigen Mengen an Texten und Bildern „trainiert“ und lernen dabei, welche Wörter in bestimmten Zusammenhängen wahrscheinlich aufeinanderfolgen. Dadurch können sie in natürlicher Alltagssprache antworten und scheinbar „menschliche“ Gespräche führen.
LLMs sind besonders hilfreich, wenn es darum geht, Informationen schnell und leicht verständlich aufzubereiten. Sie können zum Beispiel Fragen beantworten, Texte übersetzen, Zusammenfassungen erstellen oder Daten aus Bildern und Tabellen herausfiltern. Allerdings stoßen sie an ihre Grenzen, wenn es um exakte, faktenbasierte Antworten geht. Da sie nur auf ihrem Trainingswissen basieren, können sie gelegentlich ungenaue oder erfundene („halluzinierte“) Informationen liefern.
KI-Chatbots wie ChatGPT basieren auf solchen Sprachmodellen. Sie werden besonders leistungsfähig, wenn sie mit Suchmaschinen kombiniert werden. Während das LLM den sprachlichen Teil übernimmt – also das Verstehen und Formulieren von Texten –, sorgt die Suchmaschine für aktuelle, überprüfbare Informationen. Durch diese Verbindung entsteht eine besonders mächtige Kombination: Der Chatbot kann kommunizieren und gleichzeitig faktenbasierte Antworten mit aktuellen Daten liefern. Das tun KI-Chatbots wie ChatGPT, Google Gemini, Microsoft Copilot, Claude von Anthropic und Perplexity.
Wie stelle ich eine Anfrage in ChatGPT?
Dieser Beitrag fokussiert sich auf ChatGPT, da es aktuell den mit Abstand größten Marktanteil bei KI-Chatbots hat und Fakten-Checks durch das Belegen von Antworten mit Quellen sehr einfach macht.1 Es kann im Webbrowser (chatgpt.com) oder als App (iOS/Android) geöffnet und genutzt werden. Die Tipps und Prompts aus diesem Beitrag kannst du selbstverständlich auch für KI-Chatbots anderer Anbieter nutzen.
Vereinfachter Ablauf einer Anfrage in ChatGPT
Mithilfe eines LLMs wird eine Suchanfrage an eine Suchmaschine generiert – auf Basis einer eigenen Anfrage (Prompt), z. B. „Erkläre mir Krebs in leichter Sprache. Antworte in maximal 6 Sätzen.“
Die Suchmaschine liefert die Ergebnisse und das LLM formuliert auf dieser Basis eine Antwort mit Quellenangabe.
Ein Prompt ist deine Eingabe an die KI – also deine Frage oder Aufgabe, die du als Text formulieren kannst. Unterstützend zu einem Prompt in Textform kannst du weitere relevante Infos wie Bilder oder Dokumente hochladen.
Wenn Tippen schwerfällt, kannst du die KI per Sprachbefehl verwenden. So funktioniert es bei ChatGPT: In der mobilen App oder am Laptop ist unten im Texteingabefeld ein Mikrofonsymbol. Darauf tippen, sprechen, absenden, fertig.
Was können KI-Chatbots und was nicht?
KI-Chatbots sind leistungsstarke Werkzeuge – aber keine Alleskönner. Wer ihre Stärken und Grenzen kennt, kann sie gezielter und sicherer einsetzen.
Da KI-Chatbots sich Dinge ausdenken können und diese plausibel klingen lassen (halluzinieren), ist es wichtig, entsprechende Aussagen selbst oder mithilfe einer Fachkraft zu überprüfen.
Stärken
Arztbriefe in einfache Sprache übersetzen
Symptom-Checklisten oder Fragelisten für den ärztlichen Termin erstellen
Alltagstipps geben (z. B. Rezepte, Gedächtnistraining, Strukturhilfen)
Fachtexte zusammenfassen
Grenzen
KI kann keine Diagnosen stellen.
KI kann keine Therapieentscheidung treffen.
Manchmal „halluzinieren“ sie (erfinden falsche Informationen, die jedoch plausibel oder glaubwürdig klingen).
Wichtig: KI ersetzt keine ärztliche Beratung. KI-Chatbots sind Hilfsmittel. Die medizinische Entscheidung triffst du gemeinsam mit deinem Behandlungsteam.
Je konkreter du die Aufgabe stellst und wichtige Details mitlieferst, desto besser kann der KI-Chatbot antworten. Achte bei der Nutzung aber bitte auch auf den Schutz deiner Daten: Formuliere Fragen anonym ohne persönliche Angaben wie Name oder Adresse.
Datenschutz & Sicherheit: Tipps für den sicheren Umgang mit einem KI-Chatbot
Du entscheidest, was du der KI mitteilst – und wie. Damit du Chatbots mit gutem Gefühl nutzen kannst, ist es hilfreich, ein paar einfache Grundregeln zu kennen. Sie sind schnell verinnerlicht – und können einen großen Unterschied machen.
Tipp 1 zu Datenschutz & Sicherheit: anonym bleiben
Keine persönlichen Daten (zum Beispiel Name, Adresse, Geburtsdatum) eingeben
Arztbriefe anonymisieren
Ungünstig: „Erkläre mir den Arztbrief von Dr. Müller, Uniklinik XY, für Anna Meier …“
Besser: „Erkläre mir diesen Arztbrief: [Inhalt ohne Namen].“
Gib einem KI-Chatbot nie persönliche Daten. Bestimmte anonymisierte Kontextangaben, wie zum Beispiel „Ich bin weiblich und in meinen Zwanzigern“, können hilfreich sein, damit KI-Chatbots passender auf die individuelle Lebenssituation eingehen können. Mit anonymisierten Texten und einer kritischen Prüfung der Antworten kannst du sie sicher und sinnvoll nutzen.
Beachte bei der Nutzung von KI-Chatbots, dass kostenlose Varianten oft nur eingeschränkte Funktionen bieten und bei anspruchsvollen Fragen oder Recherchen häufig weniger verlässliche oder eher oberflächliche Ergebnisse liefern.
Nutzung der Daten zu Trainingszwecken deaktivieren
Bei ChatGPT kannst du die Einstellungen so wählen, dass deine eingegebenen Daten und Chats nicht zu Trainingszwecken genutzt werden. „Das Modell für alle verbessern“ muss in den Einstellungen unter Datenkontrollen auf „Aus“ gestellt sein. Nutzt du einen anderen KI-Chatbot? Frage ihn im Chat, wo du die Einstellungen anpassen musst, damit deine Daten nicht für Trainingszwecke verwendet werden.

Tipp 2 zu Datenschutz & Sicherheit: Antworten kritisch prüfen
Immer mit vertrauenswürdigen Quellen abgleichen (z. B. Leitlinien, Behandlungsteam)
Nur weil eine Quelle in der Antwort genannt wird und dort tatsächlich korrekte Informationen stehen, bedeutet das nicht automatisch, dass das LLM diese Informationen auch korrekt oder vollständig wiedergibt. Daher gilt: Quellen selbst prüfen und den Inhalt mit offiziellen, verlässlichen Informationen vergleichen. Bei medizinischen oder gesundheitsbezogenen Themen im Zweifel immer bei medizinischem Fachpersonal oder deinem Behandlungsteam nachfragen.
Tipp 3 zu Datenschutz & Sicherheit: Quellen anfordern
- Schreibe in den Prompt: „Bitte nenne Studien oder Leitlinien dazu. Wenn nötig, recherchiere und zitiere.“

Tipp 4 zu Datenschutz & Sicherheit: Halluzinationen reduzieren
KI kann manchmal Dinge erfinden und überzeugend formulieren („halluzinieren“).
Das Risiko für KI-Halluzinationen lässt sich verringern, wenn du in deine Frage (Prompt) schreibst: „Wenn du unsicher bist, sag es mir.“ oder „Gib mir nur wissenschaftlich belegte Infos wieder und kennzeichne, wenn du etwas nicht weißt oder dir unsicher bist.“
Ungünstig: „Welche Therapie ist für mich die beste?“
Besser: „Welche Therapieoptionen gibt es laut Leitlinien? Sag mir, wenn du unsicher bist.“
Wie Patientinnen und Patienten Halluzinationen von KI-Chatbots erkennen können
Fehlende Quellenangaben: Wenn das System keine klaren, überprüfbaren Quellen (z. B. medizinische Leitlinien, Studien, Herstellerinformationen) nennt, ist Vorsicht geboten. Eine Quellenangabe garantiert zwar nicht die Korrektheit der Antwort, ermöglicht aber eine Überprüfung der Antworten (Fakten-Check).
Falsche medizinische Terminologie: Wenn Begriffe uneinheitlich, veraltet oder unpassend verwendet werden, ist das ein Warnsignal.
Fehlende Möglichkeit zur Rückfrage oder Erklärung: LLMs sollten es erlauben, Begründungen oder Belege für eine Aussage anzuzeigen („Wie kommt das System zu dieser Empfehlung?“).
Für Laien bleibt allerdings immer die Gefahr, dass Halluzinationen nicht erkannt werden könnten. Daher sind KI-Antworten bei wichtigen Themen stets mit dem Behandlungsteam zu überprüfen und mehr als Anstoß für weitere Ideen zu betrachten.
Tipp 5 zu Datenschutz & Sicherheit: kein Ersatz für ärztliche Gespräche
KI kann unterstützen, aber ersetzt nie die ärztliche Beratung! Nutze die Antworten daher als Vorbereitung und bring offene Fragen immer ins Gespräch mit deinem Behandlungsteam mit.
Tipps: gute Prompts für bessere Ergebnisse
Die Qualität der KI-Antwort hängt stark davon ab, wie du fragst. Mit den folgenden Grundregeln gelingt der Einstieg deutlich leichter.
1. Präzise und klar fragen: Sag genau, was du brauchst.
„Erkläre kurz und in Alltagssprache, was Krebs ist, warum es viele verschiedene Krebsarten gibt und welche Auswirkungen die Erkrankung und Therapie im Alltag haben können. Antworte so, dass es jemand ohne medizinisches Vorwissen versteht. Belege wichtige Aussagen mit seriösen Quellen, z. B. daskwort.de.“
2. Kontext geben: Sag, für wen oder wofür die Antwort ist.
„Übersetze diesen Arztbrief in Alltagssprache für jemanden ohne medizinisches Vorwissen.“
„Erkläre den folgenden Abschnitt auf Türkisch.“
3. Struktur & Format vorgeben: Sag, wie die Antwort aussehen soll.
„Antworte als Checkliste mit maximal 6 Punkten.“
„Erstelle eine Tabelle mit drei Spalten: Begriff, Bedeutung, Fragen für den Termin.“
4. Ziel formulieren: Sag, wofür du das Ergebnis brauchst.
„Gib mir eine kurze, verständliche Übersicht über aktuelle Therapieoptionen bei einer Krebserkrankung sowie begleitende Maßnahmen im Alltag, damit ich mich auf ein Gespräch mit dem Behandlungsteam vorbereiten kann.“
5. Stil & Ton angeben: Sag, wie es klingen soll.
„Formell, sachlich, neutrale Patienteninformation.“
„Sehr einfach, sodass es Angehörige ohne Vorwissen verstehen.“
6. Antwort kritisch prüfen! KI ersetzt keine medizinische Expertise. Lies kritisch, frage nach, notiere offene Punkte für Gespräch mit deinem Behandlungsteam.
Anwendungsbeispiele für verschiedene Situationen
Manchmal hilft es, einfach zu sehen, wie andere fragen. Die folgenden Beispiele zeigen, wie du KI in typischen Alltagssituationen bei einer Krebserkrankung einsetzen kannst – vom einfachen Erklären einer Krebsdiagnose bis hin zur Vorbereitung von ärztlichen Terminen. Du kannst die Beispiele direkt übernehmen oder an deine Situation anpassen.
Arztbrief verstehen
Ungünstig: „Erkläre meinen Arztbrief.“
Besser: „Ich bin ein 28-jähriger Mann, habe Lungenkrebs und erhalte aktuell die Therapie XY. Erkläre mir diesen anonymisierten Arztbrief in einfacher Sprache.
Gliedere in:
1) Befunde
2) Was bedeutet das?
3) Was sollte ich beim Termin nachfragen?
Maximal 8 Stichpunkte. Kennzeichne Unsicherheiten klar. Denke sehr intensiv nach. Belege alles mit seriösen Quellen.“
Ärztlichen Termin vorbereiten
Ungünstig: „Welche Fragen soll ich stellen?“
Besser: „Ich habe Brustkrebs und bald einen Kontrolltermin. Ziel: Überprüfung meiner aktuellen Therapie und meiner Nebenwirkungen. Erstelle 10 konkrete Fragen zu: Wirksamkeit der Therapie, Umgang mit Nebenwirkungen, Sport & Bewegung sowie Prognose.
Format: Checkliste mit Checkboxen. Kennzeichne Unsicherheiten klar und belege alles mit seriösen Quellen.“
Nebenwirkungen einschätzen
Ungünstig: „Sind Nebenwirkungen X & Y gefährlich?“
Besser: „Erkläre mir typische Nebenwirkungen oder Auffälligkeiten während der Behandlung mit einer Krebsimmuntherapie (allgemein, keine Diagnose).
Erkläre in Alltagssprache, was häufig vorkommt, was beobachtet werden sollte und wann ärztlicher Rat sinnvoll ist. Kennzeichne Unsicherheiten klar und belege wichtige Aussagen mit seriösen Quellen.“
Angehörigen eine Krebserkrankung erklären
Ungünstig: „Erkläre Lungenkrebs für meine Familie.“
Besser: „Erkläre Lungenkrebs so, dass eine 12-jährige Person es versteht. Ton: freundlich, hoffnungsvoll. Format: 6 kurze Sätze + 3 häufige Fragen.
Benutze positive, verständliche Vergleiche. Kennzeichne Unsicherheiten klar. Denke sehr intensiv nach. Belege alles mit seriösen Quellen.“
Die richtige Ernährung finden
Ungünstig: „Tipps zur Ernährung?“
Besser: „Erstelle einen einfachen Wochenplan mit 5 alltagstauglichen Ernährungsideen für Menschen mit Darmkrebs (z. B. schnelle Mahlzeiten, Energie im Alltag, familiengeeignet).
Format: Tabelle (Tag | Mahlzeit | kurz erklärt). Ergänze 2–3 einfache Rezeptideen und eine kurze Einkaufsliste. Stelle mir Rückfragen, um den Plan individuell an meinen Alltag anzupassen.“

KI-Begleiter bestellen
Mehr Beispiele und Prompt-Vorlagen, findest du in der Broschüre Mein KI-Begleiter bei einer Krebserkrankung.
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Typische Stolperfallen vermeiden
Mit ein paar kleinen Anpassungen lassen sich typische Fehler beim Prompten leicht vermeiden.
Zu viele Themen in einem Prompt
Ungünstig: 8 Aufgaben auf einmal = oberflächliche Antwort
Besser: in Etappen arbeiten (erst zusammenfassen, dann Fragenliste, dann Quellen)
Keine Formatvorgabe
Problem: unstrukturierte Texte
Lösung: Stichpunkte oder Tabellen anfordern
Fehlende Grenzen
Problem: sehr lange Antworten
Lösung:„max. 150 Wörter / 6 Punkte / 1 Tabelle“ vorgeben
Halluzinationen & Fehlinformationen
Quellen anfordern:„Nenne Leitlinien / seriöse Quellen.“
Unsicherheit zulassen:„Wenn du unsicher bist, sag es mir.“
Wichtiges gegenprüfen: mit Leitlinien und dem Behandlungsteam
Für Fortgeschrittene: Warum fallen KI-Antworten unterschiedlich aus?
Wer KI regelmäßig nutzt, stellt früher oder später fest: Derselbe Prompt liefert nicht immer dieselbe Antwort. Die Gründe dafür liegen in der Technologie selbst:
Technologiebedingt ist jede Antwort einzigartig: Selbst wenn man ChatGPT in einer neuen Unterhaltung mit demselben KI-Modell (mit den gleichen Einstellungen) dasselbe fragt, fällt die Antwort etwas anders aus.
KI-Modelle denken bei jeder Anfrage etwas anders: Wenn das KI-Modell „nachdenkt“ (reasoning), um eine Anfrage zu bewältigen, geht es jedes Mal etwas anders an das Thema heran (z. B. für Suchmaschinen-Anfragen). Dadurch unterscheiden sich die Antworten jedes Mal leicht, womöglich sogar die Quellen.
Modelle sind unterschiedlich leistungsstark: Je nach KI-Modell wird ein unterschiedlich hoher Aufwand für die Erstellung der Antwort betrieben. „Länger nachdenkende“ Modelle, die komplexere Fragestellungen durch „Denken in mehreren Schritten“ lösen können, nennt man Reasoning-Modelle.


Inhaltlich geprüft: M-DE-00030073
- Unterschiedliche Trainingsdaten sorgen für eine andere „Interpretation“ der Prompts und ein unterschiedliches Basiswissen: Angesichts des hohen Trainingsaufwands werden die Lücken vorwiegend durch Suchmaschinen gefüllt, statt zu versuchen, immer die aktuellen Daten im KI-Modell selbst zu haben. Ein Modell, das 2023 trainiert wurde, kennt Ereignisse oder Studien aus 2025 nur, wenn es beim Antworten auf Suchmaschinen zugreifen kann – im reinen Modellwissen fehlen diese Informationen.
Dokumente in ChatGPT hochladen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Arztbriefe oder Befundberichte lassen sich direkt in KI-Chatbots wie ChatGPT hochladen und verarbeiten. So funktioniert es – Schritt für Schritt.
Öffne den Chat mit ChatGPT im Browser oder in der App.
Klicke unten im Eingabefeld auf das Büroklammer-Symbol.
Wähle dein Dokument aus (z. B. eine PDF-, DOCX-, TXT- oder CSV-Datei).
Nach dem Hochladen erscheint der Dateiname im Chatfenster.Schreib ins Eingabefeld dazu, wie das Dokument verarbeitet werden soll – z. B.:
„Fasse den Arztbrief zusammen.“
„Formuliere den Brief in einfacher Sprache.“
„Extrahiere nur die Diagnose und Medikation.“
Wenn du vertrauliche Informationen teilst, achte darauf, dass du sie anonymisierst – also persönliche Daten entfernst: Schneide z. B. Name, Geburtsdatum, Adresse, Krankenhausname, Name der Ärztin oder des Arztes oder Patientennummern aus dem Arztbrief heraus oder mache diese unkenntlich.
Du kannst den Text auch einfach abschreiben und dabei alle persönlichen Angaben weglassen oder durch Platzhalter ersetzen – z. B. „[Name]“, „[Krankenhaus]“ oder „[Datum]“. So bleibt der Inhalt erhalten, aber niemand kann erkennen, um welche Person es geht.
Mini-Checkliste vor dem Absenden
Bevor du deinen Prompt absendest, lohnt sich ein kurzer Check. Mit dieser kurzen Checkliste stellst du sicher, dass dein Prompt alles enthält, was du brauchst.
Ziel klar?
Wofür brauche ich die Antwort?
Was soll das Ergebnis mir ermöglichen oder erleichtern?
Kontext gegeben?
Für wen oder in welcher Situation soll die Antwort passen?
Gibt es Hintergrundinfos, die helfen, die Anfrage besser zu verstehen?
Format festgelegt?
In welcher Form soll die Antwort kommen (z. B. Liste, Tabelle, kurzer Text, Zusammenfassung, Ideenliste)?
Gibt es eine gewünschte Länge oder Struktur (z. B. 150 Wörter)?
Nachfragen einkalkuliert?
Wenn etwas unklar ist, soll der KI-Chatbot lieber nachfragen, bevor er antwortet? Formulierungstipp: „Wenn du unsicher bist, frag nach, bevor du antwortest.“
Datenschutz beachtet?
Sind personenbezogene Daten anonymisiert oder entfernt?
Mit ein bisschen Übung wirst du immer besser im Prompten. Mach dir keine Sorgen, wenn es am Anfang nicht perfekt klappt – Ausprobieren gehört dazu. So lernst du am meisten!
Bleibe am Ball: KI entwickelt sich rasant – was heute noch nicht geht, kann morgen möglich sein.
Übung macht den Meister: Je klarer der Prompt, desto hilfreicher die Antwort.
Fragen stellen lohnt sich: Wenn ein Ergebnis mal nicht passt, nicht enttäuscht sein – nachhaken, neu formulieren, ausprobieren, dranbleiben.
KI ersetzt keine ärztliche Beratung – aber sie kann dir helfen, informierter, vorbereiteter und selbstbestimmter in diese Gespräche zu gehen. Mit den richtigen Prompts, einem kritischen Blick auf die Antworten und ein bisschen Übung wird sie zu einem hilfreichen Werkzeug für deinen Alltag.
Wenn du magst, teile deine Erfahrungen mit uns auf Instagram @daskwort, Facebook @dasKWort und YouTube @daskwort5522.
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FAQ: Fragen und Antworten zum Einsatz von KI-Chatbots bei Krebs
Kann ich ChatGPT bei einer Krebserkrankung nutzen?
Ja. KI-Chatbots wie ChatGPT können bei einer Krebserkrankung sinnvoll unterstützen – zum Beispiel beim Verstehen von Arztbriefen, bei der Vorbereitung auf Arztgespräche oder beim Einordnen von Fachbegriffen. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, können aber helfen, besser informiert und vorbereitet in Gespräche mit dem Behandlungsteam zu gehen.
Wie bereite ich mich mit KI auf ein ärztliches Gespräch vor?
Formuliere einen konkreten Prompt mit deiner Diagnose oder deinen aktuellen Beobachtungen und bitte die KI, eine Fragenliste oder Checkliste für deinen nächsten Termin zu erstellen. Je mehr Kontext du gibst, desto nützlicher wird die Antwort.
Sind meine Daten sicher, wenn ich KI-Chatbots nutze?
Grundsätzlich solltest du keine persönlichen Daten wie Namen, Adressen oder Patientennummern eingeben. Anonymisiere Arztbriefe, bevor du sie hochlädst, und deaktiviere in den Einstellungen die Nutzung deiner Daten für Trainingszwecke.
Wie vermeide ich Fehlinformationen durch KI?
Fordere immer Quellenangaben an und prüfe wichtige Aussagen anhand verlässlicher Quellen wie Leitlinien oder deinem Behandlungsteam. Schreibe in deinen Prompt: „Wenn du unsicher bist, sag es mir“ – das reduziert das Risiko sogenannter Halluzinationen.
Inhaltlich geprüft M-DE-00031195
Quellen
¹ StatCounter Global Stats, Stand: Dezember 2025


