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Alternative Wohnformen mit Krebs im Alter

Im Alter kann die Beweglichkeit und damit auch die Eigenständigkeit eingeschränkt sein. Krebs kann zusätzliche Fragen aufwerfen, inwieweit Du in Zukunft eventuell Unterstützung im Alltag benötigst. Spezielle Wohnmodelle eröffnen die Chance, auch im Alter möglichst selbstbestimmt zu leben.

Wie ist das Leben in einer Pflege-WG?

Zu den neuen Wohnformen zählt die sogenannte Pflege-Wohngemeinschaft, die Pflege-WG. Diese bietet  die Möglichkeit, zusammen mit Gleichaltrigen zu leben und gleichzeitig Unterstützung zu erhalten. Dabei brauchst  du nicht auf Privatsphäre und Eigenständigkeit verzichten. Als WG-Bewohner lebst du in einem eigenen Zimmer, in das du dich jederzeit zurückziehen kannst. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, in Gemeinschaftsräumen in der Gruppe aktiv zu sein. Pflege-WGs tragen dazu bei, möglichst lange selbstständig wohnen zu können, ohne dass du dabei auf dich allein gestellt bist. Ein weiterer Vorteil: Pflegeleistungen können gemeinsam  in Anspruch genommen werden. Über das sogenannte „Poolen“, das Zusammenlegen von Leistungen, informiert das Bundesministerium für Gesundheit

Gründung einer Pflege-WG

Wenn du eine Pflege-WG gründen möchtest, brauchst du zunächst interessierte Mitbewohnerinnen oder Mitbewohner. Vielleicht könntest du im Freundeskreis fragen oder einen Aushang im nächstgelegenen Seniorentreff machen. Ebenso könntest  du in  einem  Pflegestützpunkt fragen, ob sich dort Interessierte  für eine solche Wohnform gemeldet haben. Auch bei ambulanten Pflegediensten, die bereits Pflege-WGs betreuen, kann sich eine Anfrage lohnen.  

Diese Art des gemeinschaftlichen Wohnens kann soziale Kontakte bewahren, davor schützen, sich alleine zu fühlen, und auch finanziell vorteilhaft sein. 

In einer Pflege-WG ist der Mietpreis für den Einzelnen geringer, die Kosten für eine Pflege- oder Haushaltshilfe sowie Anschaffungen lassen sich teilen.

Dadurch kann oft eine Wohnqualität ermöglicht und erhalten werden, für die eine einzelne Rente nicht ausreichen würde. 

Bei der Neugründung einer Pflege-WG können Interessierte  eine Anschubfinanzierung von 2.500 Euro pro Person beantragen. Damit lässt sich eine Wohnung altersgerecht oder barrierearm umgestalten. Diese Anschubfinanzierung ist auf 10.000 Euro begrenzt und wird bei mehr als vier anspruchsberechtigten Antragstellern und Antragstellerinnen aufgeteilt.1 Diese Förderung steht Pflegebedürftigen aller Pflegegrade zu. Pflegebedürftige, das Pflegegeld, ambulante Pflegesachleistungen oder den Entlastungsbetrag bekommen, können in den Pflege-WGs zusätzlich auf Antrag 214 Euro im Monat erhalten, den sogenannten Wohngruppenzuschlag.2  

Darüber hinaus gibt es finanzielle Unterstützung der Pflegekasse für Pflegebedürftige von bis zu 4.000 Euro und maximal 16.000 Euro. Auch damit soll das Wohnumfeld deinen Bedürfnissen angepasst werden. Beispielsweise, damit die Pflege zu Hause erleichtert wird oder  Pflegebedürftige sich einfacher selbst versorgen können und die Pflegekraft nicht an ihre Grenzen stößt. Bei mehr als vier anspruchsberechtigen Personen wird auch dieser Zuschuss anteilig auf die WG-Bewohner aufgeteilt.3 

Wie lebt es sich in einem Senioren-Haus?

Vielleicht hast du schon einmal von Senioren-Häusern gehört. Das sind Hausgemeinschaften, in denen ältere Menschen in einem Haus zusammenleben. Im Unterschied zur Wohngemeinschaft besitzt jede Bewohnerin und jeder Bewohner eine eigene abgeschlossene Wohnung. Zusätzlich gibt es Gemeinschaftsräume, die alle gemeinsam nutzen können.  

In Senioren-Häusern  leben ältere Menschen gemeinsam, haben Gesellschaft und können sich gegenseitig helfen. Zugleich haben alle auch die Möglichkeit, sich in die eigenen vier Wände zurückzuziehen.  

Welche Vorteile hat das Mehrgenerationenwohnen?

In integrierten Wohnprojekten leben Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Lebensstationen und -konzepte zusammen: Ältere und Jüngere, Behinderte und Nichtbehinderte, Kinderlose, Alleinerziehende und Familien. Ziel des integrierten Wohnens ist es, sich gegenseitigzu unterstützen und das Miteinander der Generationen aktiv zu leben 

Das Leben in einem Mehrgenerationenhaus kannst du dir so vorstellen: Es handelt sich dabei häufig um größere Wohnkomplexe, in dem Bewohnerinnen und Bewohner  ihren eigenen abgeschlossenen Wohnbereich haben. Hinzu kommen Gemeinschaftsräume und manchmal ein gemeinsamer Garten. In der Regel sind alle Wohnungen und die Gemeinschaftsflächenbarrierefrei und damit für alle zugänglich. Wenn du dich für ein Leben in einem Mehrgenerationenhaus entscheidest, hast du die Gelegenheit, an gemeinsamen Aktivitäten teilzunehmen und die Lebenswelt der Mitbewohnerinnen und Mitbewohner kennenzulernen.

Ob Betreuung für Kinder und Jugendliche, Unterstützung für Pflegebedürftige und deren Angehörige, Theaterkurse oder Weiterbildungskurse: die Angebote in Mehrgenerationenhäusern richten sich an alle Bewohnergruppen.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert Mehrgenerationenhäuser mit einem Bundeszuschuss.4

Was gibt es noch für alternative Wohnprojekte?

Es gibt zahlreiche weitere Varianten wie etwa Wohnprojekte nur für Frauen oder das „Wohnen für Hilfe“: Bei diesem Projekt erhalten junge Menschen – in der Regel Studierende – günstig Wohnraum in der (zu groß gewordenen) Wohnung von älteren Menschen. Im Gegenzug helfen sie  bei kleineren Aufgaben, etwa beim Einkauf, im Haushalt, im Garten oder beim Gang zum Arzt. Pflegetätigkeiten werden hier jedoch nicht übernommen.5 

Neue Ansätze in der Entwicklung von Infrastrukturen für kranke und pflegebedürftige Senioren gibt es auch durch die Siedlungsgemeinschaften. Hierbei ändert sich nicht das Wohnen selbst, vielmehr werden für die Bewohnerinnen und Bewohner eines Dorfes oder einer Siedlung von den Gemeinden Hilfs- und Gemeinschaftsangebote organisiert. Alles mit dem Ziel, das generationsübergreifende Miteinander in der Siedlung zu fördern und hilfebedürftige Bewohner zu unterstützen. 

Inhaltlich geprüft: M-DE-00013949

Quellen

¹ https://www.pflege-deutschland.de/pflegeversicherung/gesetz/anschubfinanzierung-gruendung-wohngruppe.html, zuletzt abgerufen am 30.08.2022

² Alternative Wohnformen - Pflege-Wohngemeinschaften - Bundesgesundheitsministerium, zuletzt abgerufen am 30.08.2022

³ https://www.bundesgesundheitsministerium.de/leistungen-der-pflege/wohnumfeldverbessernde-massnahmen.html, zuletzt abgerufen am 30.08.2022

⁴ https://www.mehrgenerationenhaeuser.de/programm/bundesprogramm-mehrgenerationenhaus, zuletzt abgerufen am 30.08.2022

⁵ https://www.studentenwerke.de/de/content/wohnen-f%C3%BCr-hilfe, zuletzt abgerufen am 30.08.2022

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