Keiner ist allein, diese Worte klingen gut, entsprechen jedoch leider nicht der Realität. Denn nach einer Krebsdiagnose fühlen sich Betroffene sehr allein ­– allein gelassen von der Gesundheit, vom eigenen Körper, von den Ärzten, leider manchmal sogar von Menschen, die einem wichtig sind,  meistens auch von Krankenkassen, Arbeitgebern und zuständigen Ämtern.

So fühlte ich mich. Aber das wollte ich gleichzeitig nicht akzeptieren, nicht so stehen lassen. Ich wollte und will etwas dagegen tun.

Mein Name ist Dilek, und ich bin Ende 2017 an Magenkrebs erkrankt. Der Diagnose folgte eine Chemotherapie, die operative Entfernung des kompletten Magens, der Milz, ebenso von 48 Lymphknoten, einem Stück der Bauchspeicheldrüse und einem Stück meiner Speiseröhre. Im Anschluss gab es eine erneute Chemotherapie sowie die metastasenbedingte Entfernung eines Eierstocks samt Eileiter.

Und ich habe mich allein gefühlt – allein mit mir, meiner Angst, meinen Gefühlen. Der Spruch „Das wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht“ bekam plötzlich eine Bedeutung. Wobei ich natürlich keine Feinde habe, aber ich bin sicher, Ihr wisst, was ich meine. Denn wenn ich etwas nicht kann, dann ist es jemandem dabei zuzusehen, wie er leidet. Also beschloss ich, einen Blog auf Facebook und Instagram zu verfassen mit dem Ziel, Mut zu machen, Ängste schrumpfen zu lassen, Halt zu geben und aufzufangen. Mir wurde bewusst, dass dies genau das ist, was ich mir selbst auch für mich wünschte.

 

© Dilek Skrabania
Der Austausch mit anderen Betroffenen hat mir sehr geholfen und hilft mir immer noch. Denn so fühle ich mich ein kleines bisschen weniger allein.

 

Durch die positive Resonanz und die unglaublich tollen Bekanntschaften, die sich durch das Bloggen ergaben, war ich beflügelt, einen Schritt weiter zu gehen. Ich setzte mich mit Carsten Witte vom Selbsthilfeverein Jung & Krebs aus Freiburg zusammen. Carsten ermöglichte es mir, einen zweiten Standpunkt in meiner Wohnortnähe zu eröffnen: die Selbsthilfegruppe Jung & Krebs Team Rheinfelden.

An diesen Selbsthilfegruppen-Abenden, die einmal im Monat stattfinden, ist zumindest zeitweise ein großes Ziel erreicht: KEINER IST ALLEIN.

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