Fünfzehn Minuten klingen erst einmal nicht besonders viel. Doch sie könnten unsere Gesundheitsversorgung und die Behandlung von Krebspatienten einen großen Schritt nach vorne bringen.

Eine ausführliche Kommunikation zwischen Deinem Arzt und Dir ist die beste Voraussetzung dafür, dass Du wichtige Informationen verstehst, Deine verordnete Krebstherapie einhältst und auch damit diese wirken kann. Zu knapp bemessene Sprechzeiten können sich dagegen negativ auf die Diagnose und auf die Behandlung von Erkrankungen auswirken.


7,6 Minuten für ein Arzt-Patienten-Gespräch

Allerdings ergab die Auswertung von 178 Studien aus 67 Ländern, dass sich deutsche Ärzte im Durchschnitt nur etwa 7,6 Minuten mit einem Patienten befassen. Damit liegt Deutschland im Mittelfeld. Spitzenreiter ist Schweden, wo sich Allgemeinmediziner etwa 22,5 Minuten Zeit nehmen, Schlusslicht bildet Pakistan mit 1,79 Minuten.

Arzt-Patienten-Gespräch
Quelle: International variations in primary care physician consultation time

Wenn sich nun jeder Arzt jedem Sprechstundenbesucher eine Viertelstunde widmen würde, entspräche dies einer Verbesserung von fast 100 Prozent.

Auch wenn Du Dir mehr Zeit für das Gespräch mit Deinem Arzt wünschen solltest: Nicht nur die Gesprächsdauer ist entscheidend, sondern auch die emotionale Komponente. Wenn Dein Onkologe sich zum Beispiel nach Deinem Befinden erkundigt und Dir Raum gibt, über mögliche Ängste zu sprechen, kann das mehr zu Deinem Wohlbefinden beitragen, als wenn Ihr 20 Minuten über die Behandlungsmöglichkeiten sprecht.

Du möchtest Deinem Arzt keine Zeit stehlen? Schreib Deine Fragen vorher auf und trau Dich, sie zu stellen. Es geht schließlich um Deine Gesundheit.