Was genau bedeutet CLL? Wie geht es nach der Diagnose weiter? Wie sieht die Behandlung aus? Hier hilft Dir die Patientenleitlinie „Chronische lymphatische Leukämie (CLL)“ weiter. Grundlage für die Patientenleitlinie ist die medizinische Leitlinie, an der sich auch Dein Arzt orientiert. Das heißt: Du erhältst fundiertes, medizinisches Wissen – aber einfach und verständlich aufbereitet.

CLL: Krebserkrankung bestimmter Blutzellen

Bildet sich Krebs aus weißen Blutzellen, den Leukozyten, sprechen Mediziner von „Leukämie“. Übersetzt heißt das „weißes Blut“. Die weißen Blutzellen gehören zu unserem Abwehrsystem und es gibt verschiedene Arten. Je nachdem welche Art von Krebs betroffen ist, entsteht  eine „myeloische“ oder eine „lymphatische“ Leukämie. Bei der chronischen lymphatischen Leukämie, kurz CLL, entarten die sogenannten B-Lymphozyten. Dadurch sterben sie nicht mehr ab, sammeln sich im Körper an und beeinträchtigen die Funktion der gesunden Blutzellen.

Mit gängigen Therapien ist die CLL bisher nicht heilbar. Dennoch können viele Betroffene mit guter Lebensqualität ein normales Lebensalter erreichen. Anders als bei den meisten Krebserkrankungen kann bei CLL häufig abgewartet werden. Denn die Erkrankung schreitet langsam fort. Statt direkt mit einer Therapie zu beginnen, beobachtet der Arzt zunächst die Erkrankung.

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Bevor sich der Arzt für eine Therapie entscheidet, beobachtet er die Erkrankung. Die Ärzte sprechen dann von „Watch and Wait“.

 

Dabei musst Du Dir keine Sorgen machen! Das ist eine übliche Vorgehensweise, die Ärzte „Watch and Wait“ („Beobachten und Abwarten“) nennen. Ist die CLL fortgeschritten oder verursacht Beschwerden, startet eine Therapie. Medikamente können die Erkrankung heute gut zurückdrängen.

 

Die Empfehlungen der Leitlinie im Überblick


Anzeichen

Eine CLL kann lange ohne Beschwerden bleiben und wird oft zufällig bei einer Blutuntersuchung entdeckt. Anzeichen können häufige Infektionen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit sein. Häufig tritt auch eine nicht schmerzhafte Vergrößerung der Lymphknoten auf. Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust können bei Fortschreiten der Erkrankung auftreten.


Diagnose

Bei Verdacht auf CLL wirst Du zu einem Facharzt für Hämatologie und Onkologie überwiesen. Dieser ist Experte für Erkrankungen des Blutes. Nach einer ausführlichen Befragung und körperlichen Untersuchung wird der Arzt Dein Blut gründlich untersuchen. Dann kann der Arzt in der Regel die Diagnose stellen. Um Deinen Gesundheitszustand beurteilen zu können, sind eventuell noch weitere Untersuchungen nötig, wie beispielsweise ein Ultraschall des Bauches oder in Ausnahmefällen eine Untersuchung des Knochenmarks.


Bestimmen des Krankheitsstadiums

Mithilfe der körperlichen und der Blutuntersuchung kann Dein Arzt das Stadium der CLL festlegen. Bei CLL gibt es zwei Einteilungen: „nach Rai“ und „nach Binet“, wobei in Deutschland die Einteilung nach Binet üblicher ist. Nach Binet sind die Stadien A und B frühe Krankheitsstadien, Stadium C ein fortgeschrittenes. Diese Stadieneinteilung hilft Deinem Arzt abzuschätzen, wie die CLL verlaufen wird und zu entscheiden, ob eine Therapie erforderlich ist.


Behandlung

Erst beim Auftreten von Beschwerden oder in einem fortgeschrittenen Stadium empfehlen Ärzte, die CLL mit Medikamenten zu behandeln. Dazu gehören die Chemotherapie, zielgerichtete Therapien oder die Kombination aus beidem. In Einzelfällen kommt auch eine Stammzelltransplantation oder Bestrahlung infrage. Welche Therapie Dein Arzt Dir anbietet, hängt unter anderem von Deinem Alter und Deinem Gesundheitszustand ab. Außerdem ist mitentscheidend, ob die Krebszellen bestimmte Merkmale aufweisen, die sie angreifbar für eine zielgerichtete Therapie machen.

Alter und Gesundheitszustand beeinflussen die Therapieentscheidung des Arztes.

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Nachsorge

Wie oft Dich Dein Arzt zur Nachsorgeuntersuchung einbestellt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise: Welche Behandlung hast Du bekommen? Wie gut hat diese gewirkt? Weisen die Krebszellen bestimmte Merkmale auf? Die Intervalle für die Nachsorge sind nicht starr vorgegeben: Wenn Du Dir mehr Betreuung wünschst, kannst Du auch öfter Deinen Arzt aufsuchen. Da es sich bei der CLL um eine chronische Erkrankung handelt, kann sie auch nach langer Zeit fortschreiten. Deshalb ist es wichtig, dass Du die Nachsorge ein Leben lang wahrnimmst.

Die Patientenleitlinie möchte natürlich nicht das Gespräch mit dem Arzt ersetzen. Sie kann Dir aber helfen, die Erkrankung und die Therapieoptionen besser zu verstehen. Zusätzlich enthält die Leitlinie viele weitere hilfreiche Informationen – auch für Angehörige und Freunde. Sie gibt Tipps, wie Du mit der Erkrankung oder möglichen Nebenwirkungen der Behandlung umgehen kannst. Außerdem klärt die Leitlinie darüber auf, welche Rechte Du als Patient hast. Ein Blick hinein lohnt sich!

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