Bienenprodukte wie Honig, Propolis und Gelée Royale sollen Nebenwirkungen der Krebstherapie lindern können. Und manch einer schreibt ihnen im Kampf gegen Krebs sogar eine heilende Wirkung zu. Aber ist das wirklich so? Bei Versuchen mit Tieren und an Krebszellen im Reagenzglas konnten Wissenschaftler in einigen Fällen zumindest feststellen, dass die Produkte der fleißigen Bienen Krebszellen am Wachstum hindern oder sie sogar abtöten können.1,2 Umfangreiche und gut durchgeführte Studien, die diesen Effekt im menschlichen Körper nachweisen, gibt es bisher aber nicht. Die Behauptung, dass Honig gegen Krebs hilft, lässt sich nach derzeitigem Kenntnisstand, wissenschaftlich also nicht untermauern.

Bienenprodukte als Heilmittel

Wie aber sieht es mit der Linderung von Nebenwirkungen aus? Honig gilt in vielen Kulturen als Heilmittel. Traditionell wird er gegen Erkältungen, Hautreizungen und zur Wundpflege eingesetzt. Studien deuten darauf hin, dass er im Wundpflegebereich auch bei einer Krebserkrankung hilfreich sein könnte, genauer gesagt bei Entzündungen der Mundschleimhaut. Diese Nebenwirkung tritt häufig im Zusammenhang mit einer Chemo- oder Strahlentherapie auf. Bei ihren Untersuchungen fanden Wissenschaftler heraus, dass Honig – wie auch Propolis und Gelée Royale – die Beschwerden bei einigen Patienten lindern konnte. Allerdings ist die Datenlage bisher zu gering, um daraus allgemeingültige Empfehlungen abzuleiten. 3-7

Ebenfalls wichtig: Einfacher Honig aus dem Supermarkt sollte nie auf offene Wunden aufgetragen werden. Weil Honig ein Naturprodukt ist, kann er Keime enthalten, die die Wunde noch verschlimmern können. Speziell gereinigter medizinischer Honig ist bei der Behandlung kleinerer Wunden in der Regel aber unbedenklich. Dennoch solltest Du immer mit Deinem Arzt besprechen, ob solche ergänzenden Methoden im Rahmen Deiner Krebstherapie geeignet sind.

Allergische Reaktionen möglich

Vor allem empfindliche Menschen oder Allergiker sollten vorsichtig mit Bienenprodukten sein. Honig, Gelée Royale und Propolis sind Naturprodukte – und können dem Bundesamt für Risikobewertung zufolge allergische Reaktionen auslösen.8

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