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Therapieverlauf

Metastasierter Brustkrebs: Therapieentscheidung

Bei einer Ersterkrankung oder bei wiederkehrendem Brustkrebs können Metastasen auftreten. Für diese Art von Brustkrebs kommen verschiedene Therapien infrage. Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und was du bei der Therapieentscheidung beachten solltest, liest du hier.

Das Wort Metastase leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet „Übersiedlung“ oder „Wanderung“. Metastasen stammen vom Tumorgewebe ihres ursprünglichen Tumorgewebes. Sie lösen sich aus dem Zellverbund und dringen über Blut- oder Lymphbahnen in andere Strukturen des Körpers ein. Brustkrebsmetastasen sind Tumorzellen, die häufig die biologischen Eigenschaften von Brustkrebszellen aufweisen, auch wenn sie an anderer Stelle auftreten.

Metastasierter Brustkrebs

Die Wahrscheinlichkeit von Metastasenbildung bei Brustkrebs beträgt etwa 25 Prozent.1 Sobald Metastasen bei Brustkrebs vorliegen, sprechen Mediziner auch von „metastasiertem Brustkrebs“. Häufig bilden sich die Absiedlungen in den Knochen, aber auch andere Organe (wie z. B. Haut, Leber, Hirn, Lunge) können betroffen sein. Am deutlichsten äußern sich Metastasen durch Schmerzen in den betroffenen Körperbereichen. Brustkrebs mit Metastasen kann sich jedoch durch viele unterschiedliche Symptome äußern. So machen sich Metastasen in der Lunge oft durch Atemnot oder Husten bemerkbar; Metastasen im Gehirn je nach betroffenem Areal durch Kopfschmerzen oder Funktionseinschränkungen.

Manchmal wird Brustkrebs erst dann diagnostiziert, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. Etwa drei Prozent aller Brustkrebspatientinnen haben schon bei der Ersterkrankung Metastasen.1

Für diese Form der Erkrankung gelten dieselben Behandlungsempfehlungen wie für metastasierten Brustkrebs bei einem Rückfall (Rezidiv). Generell spielt es für die Therapie keine Rolle, ob Metastasen bei der Ersterkrankung oder bei einem Rückfall festgestellt werden. Die Behandlung der Ersterkrankung kann jedoch beeinflussen, welche Therapie bei einem Rückfall zum Einsatz kommt.

Diagnose: Wie werden Metastasen festgestellt?

Frauen, die bereits einmal an Brustkrebs erkrankt waren, werden sehr genau auf die Anzeichen ihres Körpers achten. In den regelmäßig vereinbarten Nachsorgeuntersuchungen achtet der Arzt gemeinsam mit der Patientin auf Symptome. Neben Schmerzen können sich Metastasen auch durch Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen oder Hautausschlag äußern. Letztlich feststellen lassen sich Metastasen aber nur durch medizinische Untersuchungen. Bei einem Verdacht solltest du deine Symptome daher unbedingt von einem Arzt abklären lassen. Dieser kann dir erklären, mit welcher Diagnosemethode er Metastasen in deinem Fall feststellen kann.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Wenn bei dir metastasierter Brustkrebs festgestellt wurde, stellt sich die Frage nach den möglichen Therapieoptionen. Um eine gute Therapieentscheidung treffen zu können, ist es wichtig zu wissen, welche Möglichkeiten du hast und welche davon für deine Situation die beste Empfehlung ist.

Jede Behandlung ist individuell und wird durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst. Deine Therapie ist unter anderem abhängig von deinen Untersuchungs- oder Testergebnissen, deinem Alter, dem Stadium deiner Erkrankung, früheren Krebsbehandlungen sowie möglichen Begleiterkrankungen. Hält dein Behandlungsteam verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für sinnvoll, nimm dir Zeit, alles in Ruhe zu überdenken. Besprich dich, wenn möglich, mit einem vertrauten Menschen.

Sei mutig! Lass dir alle offenen Fragen beantworten, bevor du gemeinsam mit deinem Behandlungsteam eine Therapieentscheidung fällst.

In der Vorbereitung auf dieses wichtige Gespräch kann auch eine Checkliste helfen. Denke auch daran, dich über deine Patientenrechte zu informieren.

Aktuelle Therapieansätze

Zu den aktuellen Therapieansätzen kannst du dir unter anderem in der Patientenleitlinie „Metastasierter Brustkrebs“ einen Überblick verschaffen. Diese Leitlinie für Patienten beruht auf der S3-Leitlinie „Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“, die Handlungsempfehlungen für Fachleute ausspricht. Die Patientenleitlinie gibt die Empfehlungen in allgemein verständlicher Sprache wieder.

Tumor-Profiling

Vielleicht hast du dich bereits in vorherigen Therapien gefragt, für welche Patientinnen welche Therapien in Fragen kommen und was es mit der sogenannten Tumortestung (auch Tumor-Profiling genannt) auf sich hat. In der Übersicht erkennst du, wann diese Testungen erfolgen und inwiefern deren Ergebnisse weitere Therapieempfehlungen beeinflussen. Wie ein Tumorprofil erstellt wird, kannst du hier nachlesen.

Der Weg der Therapieentscheidung bei metastasiertem Brustkrebs.
© Das K Wort

Hier kannst du den Überblick der Therapiemöglichkeiten bei metastasiertem Brustkrebs herunterladen.

Selbstverständlich kann und soll eine Übersicht, wie hier dargestellt die fachärztliche Beratung und das persönliche Gespräch mit deinem Behandlungsteam nicht ersetzen. Aber sie kann dich dabei unterstützen, gut vorbereitet mit deinem Behandlungsteam ins Gespräch zu gehen.

Frage dein Behandlungsteam

Frage nach, wenn dir etwas unklar ist oder du etwas nicht verstehst. Erkundige dich bei deinem Behandlungsteam auch nach Tipps, um mit deiner Erkrankung und den eventuellen Nebenwirkungen deiner Behandlung im Alltag umzugehen. Dein Behandlungsteam informiert dich bei Bedarf nach weiteren Beratungs- und Hilfsangeboten. Weitere Informationen zum Thema „gemeinsame Therapieentscheidung" findest du in der Podcast-Folge mit Prof. Dr. Achim Wöckel.

Wichtig ist vor allem, dass du dich bei deinem behandelnden Team gut aufgehoben fühlst und umfassend informiert bist.

Kontrolle der Metastasen

Durch moderne Therapien können Metastasen bei Brustkrebs und die Beschwerden der Patientinnen oft viele Jahre kontrolliert werden. Die Behandlung von Metastasen hat zum Ziel, deren Ausbreitung zu kontrollieren und die Lebensqualität einer Patientin so lange wie möglich zu erhalten.

Wichtig ist im metastasierten Stadium, die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten. Bei jeder neuen Therapie müssen Wirksamkeit und Verträglichkeit gut abgewogen werden. Zusammen mit deinem Behandlungsteam entscheidest du, ob in deinem Fall eine operative Entfernung der Metastasen oder eine Bestrahlung möglich ist oder ob systemische Therapien wie Chemotherapie, Antihormontherapie, AntikörpertherapieKrebsimmuntherapie oder gegebenenfalls eine Kombination aus verschiedenen Behandlungsoptionen erfolgversprechender ist. Ergänzend dazu können einzelne Metastasen gezielt mit weiteren Maßnahmen behandelt werden, die die Haupttherapie unterstützen: Die Behandlung von Knochenmetastasen bei Brustkrebs erfolgt in der Regel mit Bisphosphonaten oder Antikörpern.

Broschüre zu metastasiertem Brustkrebs

Metastasierter Brustkrebs stellt eine besondere Herausforderung dar. Für dich als Patientin, aber auch für das gesamte Umfeld. Auch Partner, Kinder oder gute Freunde haben ihre ganz eigenen Fragen und Ängste. Die Broschüre „Metastasierter Brustkrebs – Informationen für Patientinnen und Angehörige“ enthält ausführliche Informationen zur Therapie und zum Leben mit der Erkrankung. Interviews mit Experten und Betroffenen sowie Porträts von Patienten und Angehörigen vermitteln lebensnah, was metastasierter Brustkrebs bedeutet. Die Broschüre zum Download findest du hier.

Quellen

¹ https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/brustkrebs-metastasiert#, zuletzt abgerufen am 07.05.2021.

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