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Was bedeutet Corona für Krebspatienten?

Ein Thema beschäftigt aktuell alle: Corona. Doch was bedeutet das neuartige Virus für Krebspatienten? Worauf sollten sie achten? Muss die Krebstherapie verschoben werden? Hier erhältst du verlässliche Antworten auf drängende Fragen.

Am 11. März 2020 war es soweit: Die als Corona bekannt gewordene Erkrankung wurde von der Weltgesundheitsorganisation zur Pandemie erklärt – die länderübergreifende Ausbreitung des Virus war nicht mehr zu stoppen. Aktuell breitet sich das Virus auch in Deutschland weiter aus. Jetzt gilt es, sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen – ohne in Panik zu geraten!

Was ist Corona eigentlich und wie steckt man sich an?

Corona ist die umgangssprachliche Bezeichnung für „COVID-19” (= Coronavirus Disease 2019). Die Erkrankung wird durch eine Infektion mit dem Coronavirus namens SARS-CoV-2 ausgelöst. Dabei handelt es sich um ein neuartiges Virus, an dessen Erforschung aktuell unter Hochdruck gearbeitet wird. Experten gehen davon aus, dass die Übertragung des Virus überwiegend über Tröpfcheninfektion erfolgt – also über Niesen, Husten oder auch Aerosole. Aber auch eine Infektion über kontaminierte Oberflächen ist nicht ausgeschlossen. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Krankheitsbeginn, liegt zwischen einem und 14 Tagen.¹

Welche Symptome sind typisch und welchen Verlauf nimmt eine Corona-Erkrankung?

Symptome, die häufig bei einer Corona-Infektion auftreten, sind Fieber, trockener Husten oder Störungen des Geruchs- und/oder Geschmacksinns – dies gilt aber auch für andere Erkrankungen der Atemwege. In den meisten Fällen verläuft eine Infektion mit Corona mild, manchmal sogar ganz ohne Symptome. Es gibt aber auch Patienten mit schweren Verläufen, die eine medizinische Betreuung auf der Intensivstation benötigen. Laut dem RKI (Robert Koch-Institut) zeigen folgende Personengruppen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf:

  • Menschen ab etwa 50–60 Jahren
  • Raucher
  • Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie
    • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankungen und Bluthochdruck)
    • chronische Erkrankungen der Lunge (z. B. COPD)
    • chronische Lebererkrankungen
    • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie z. B. Cortison)
  • Krebspatienten.

Auch Menschen mit einer Krebserkrankung gehören also laut Robert Koch-Institut zur Risikogruppe für schwere Verläufe.² Was dieser Punkt im Detail bedeutet werden wir euch im Folgenden zeigen.

Haben Krebspatienten ein erhöhtes Risiko für Corona?

Aufgrund der aktuell noch geringen Datenlage zu Corona, lässt sich diese Frage leider noch nicht beantworten – weder ob sich Krebspatienten schneller infizieren noch ob die Erkrankung bei ihnen schwerer verläuft. Die europäische Patientenorganisation European Cancer Patient Coalition hat verlässliche Informationen der Weltgesundheitsorganisation sowie europäischer und internationaler Krebsfachgesellschaft zusammengetragen, um Krebspatienten mit erhöhtem Risiko zu benennen. Laut diesen Informationen gehören folgende Patienten zur Risikogruppe :

  • Patienten, die aktuell oder in den letzten drei Monaten eine Chemotherapie bekommen haben
  • Patienten, die eine umfangreiche Strahlentherapie erhalten
  • Patienten mit Leukämien und Lymphomen
  • Patienten, die ein geschwächtes Immunsystem haben, beispielsweise aufgrund von einem Mangel an weißen Blutkörperchen oder bestimmten Abwehrstoffen im Blut (Immunglobuline) oder einer Therapie, die langfristig in das Immunsystem eingreift.

Zusätzliche Infektionen der oberen Atemwege mit Bakterien oder Pilzen können den Verlauf einer Corona-Erkrankung deutlich verschlechtern. Auch vorbestehende chronische Lungenerkrankungen erhöhen das Risiko für Komplikationen.

Ob erhöhtes Risiko oder nicht – in diesen Zeiten sollten wir uns alle an die empfohlenen Verhaltensregeln halten, um uns und andere zu schützen.

Eine sehr gute Quelle ist auch der Krebsinformationsdienst. Hier werden sehr viele Fragen zu Corona und Krebs beantwortet.

Grafik, die die einzelnen Schritte einer gründlichen Handreinigung zeigt.
Um sich und andere nicht zu gefährden, ist es umso wichtiger, sich regelmäßig die Hände zu waschen.
© Das K Wort

Welche Maßnahmen können vor einer Ansteckung mit Corona schützen?

Verhaltensregeln, DIE DICH UND ANDERE SCHÜTZEN

  1. Bleibe so oft es geht zu Hause und reduziere persönliche Kontakte auf das Nötigste. Telefon und Videoanrufe über das Internet oder die sozialen Medien bieten dir die Möglichkeit mit deinen Lieben in Kontakt zu bleiben.
  2. Wasch deine Hände regelmäßig und gründlich für etwa 20 bis 30 Sekunden mit Seife. Eine Anleitung für richtiges Händewaschen findest du auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
  3. Niese oder huste in ein Einwegtaschentuch, das du anschließend direkt in einem Abfalleimer mit Deckel entsorgst. Hast du kein Taschentuch zur Hand, benutze deine Armbeuge.
  4. Versuche dir möglichst wenig ins Gesicht zu fassen. So reduzierst du das Risiko, dass das Virus in die Nähe der Schleimhäute von Mund und Nase gelangt, über das es in Deinen Körper gelangt.
  5. Trage eine Mund-Nasen-Bedeckung, wenn es vorgeschrieben ist oder du den Mindestabstand zu anderen Menschen nicht einhalten kannst. Mögliche Masken sind selbstgenähte Stoffmasken, medizinische Masken (OP-Masken) und partikelfilternde Masken (FFP2-Masken). Selbstgenähte und OP-Masken schützen hauptsächlich andere, wenn du infiziert sein solltest, FFP2-Masken schützen auch dich selbst vor anderen infizierten Personen. In manchen öffentlichen Bereichen sind mittlerweile nur noch OP- und FFP2-Masken erlaubt und keine selbstgenähten mehr.

Was bedeutet Corona für die Krebstherapie?

Grundsätzlich gibt es derzeit keine Empfehlung, in Zeiten von Corona eine geplante Krebstherapie zu verschieben. Sollte dein Arzt Bedenken bezüglich der Durchführung deiner Behandlung haben, wird er dich kontaktieren und gemeinsam mit dir darüber entscheiden.

Wenn du dich weiter über das Corona-Virus und die aktuelle Lage informieren möchtest, nutze vertrauensvolle Quellen, wie das Robert Koch-Institut, das Bundesgesundheitsministerium (BMG), sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), denn es kursieren gerade viele Fake-News – besonders in den sozialen Medien.

Lies außerdem das Statement von Roche Deutschland zum Coronavirus und erfahre, wie Roche dabei hilft, dieCOVID-19-Pandemie einzudämmen.

Quellen

¹ Robert Koch Institut | SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19): Krankheitsverlauf https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText2

² Robert Koch Institut | SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19): Demografische Einflüsse, https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText2 zuletzt abgerufen am 21.01.2021.

³ Ärzteblatt | Impfung gegen Lungenentzündung auch jetzt noch sinnvoll, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111043/Impfung-gegen-Lungeninfektionen-auch-jetzt-noch-sinnvoll zuletzt abgerufen am 21.01.2021.

⁴ DGHO | Corona-Virus. Informationen für Krebspatienten, https://www.dgho.de/publikationen/stellungnahmen/gute-aerztliche-praxis/coronavirus/covid-19-krebspatienten-20200313.pdf zuletzt abgerufen am 21.01.2021.

⁵ Krebsinfirmationsdienst | Coronavirus: Das müssen Krebspatienten wissen, https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2020/news012-coronavirus-ansteckungsgefahr-bei-krebs.php zuletzt abgerufen am 21.01.2021.

⁶ Robert Koch Institut | SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19): Inkubationszeit, https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText4 zuletzt abgerufen am 21.01.2021.

⁷ Robert Koch Institut | COVID-19: Optionen für Maßnahmen zur Kontaktreduzierung, https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Leitfaden_OEGD_COVID-19.pdf?__blob=publicationFile zuletzt abgerufen am 21.01.2021.

⁸ Robert Koch Institut | Informationen und Hilfestellungen für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf, https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.htmlzuletzt abgerufen am 21.01.2021.

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