Brustkrebs ist in manchen Ländern immer noch ein Tabuthema. Sowohl die Erkrankung als auch die damit einhergehenden Behandlungen wie Chemotherapie oder die Entfernung der Brust sind häufig mit viel Scham verbunden. Es ist für Betroffene nicht einfach, darüber zu sprechen – egal, in welchem Kulturkreis sie leben. Doch gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern sind die Möglichkeiten, sich über die Erkrankung zu informieren, stark eingeschränkt. Dazu kommt: In manchen Ländern können viele Frauen weder lesen noch schreiben. Dieser Analphabetismus erschwert es, über Brustkrebs aufzuklären und zur Früherkennung zu motivieren.

Schon gewusst? Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebsart unter Frauen. Die WHO schätzt, dass die Erkrankung jedes Jahr etwa bei einer halben Million Frauen erkannt wird.

Über Brustkrebs aufklären in Bild und Ton

Hier setzt die internationale Kampagne „DearMamma“ an, initiiert von der Schweizer Stiftung The Dear Foundation. Herzstück ist die neue DearMamma-App – denn Frauen ärmerer Regionen haben häufig nur Zugang zu einem Smartphone.

Per App Zeichen für Brustkrebs erkennen

Der DearMamma-Film soll auf die App aufmerksam machen und über die Erkrankung informieren. Darin beschreiben Frauen ihre Erfahrungen mit Brustkrebs und teilen ihre Geschichte. Gezeigt wurde der DearMamma-Film bei öffentlichen Kinoabenden in Dörfern in Palästina, Israel, Burkina Faso und Äthiopien. Er ist zunächst auf Englisch, Französisch, Spanisch, Arabisch und Hebräisch – und in Kürze auch auf Deutsch verfügbar.

Über die Entstehung der DearMamma-App

Früherkennung

Das Filmteam beim Dreh in Burkina Faso.

Foto: privat

Katja Matthias, Producerin bei der Kölner Agentur TAKEPART, hat das Konzept und die Inhalte der App sowie den Film mitentwickelt: „Frauen aus Schwellen- und Entwicklungsländern Wissen über Krebs zu vermitteln und ihr Bewusstsein zu stärken, sich um ihren Körper zu kümmern – das war eine spannende Aufgabe. Denn die Erkrankung nimmt auch dort an Bedeutung zu. Sei es durch steigende Umweltbelastungen oder eine höhere Lebenserwartung aufgrund des besseren Lebensstandards.“

Die Entwicklung der App beschreibt Katja Matthias als eine Herausforderung: „Die App muss für ein Publikum verständlich sein, das aus verschiedenen Kulturkreisen stammt und ganz unterschiedliche Voraussetzungen mitbringt. Viele Frauen in Burkina Faso können zum Beispiel nicht lesen und schreiben. In anderen Regionen wiederum, wie etwa Palästina, ist Nacktheit ein Problem. Bei der Anleitung zur Brustselbstuntersuchung ist es jedoch wichtig, diese zu veranschaulichen. Wir sind das Risiko eingegangen, jemanden vor den Kopf zu stoßen, und zeigen nackte Haut.“

Für die Filmemacherin steht fest, dass keine App so stark mit Bildern arbeitet und die Bedürfnisse von Analphabeten berücksichtigt wie DearMamma. Darüber hinaus sieht sie in der Brustkrebs-Kampagne ein Vorreiterprojekt. Dessen Pionierleistung es ist, Gesundheitswissen in Gesellschaften zu bringen, die bisher wenig mit dem Thema „Krebs“ in Berührung gekommen sind.

Mehr Infos unter:
Webseite: www.dearmamma.org
Film: https://www.dearmamma.org/en/film/